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Texas Wolf Sonderband #2: Blutige Fährte nach Süden

2016 130 Seiten

Leseprobe

TEXAS WOLF

 

Sonderband 2

 

BLUTIGE FÄHRTE NACH SÜDEN

 

Ein Western von Glenn Stirling

 

 

 

 

IMPRESSUM

 

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author/ Titelbild: Klaus Dill, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

 

 

Sie waren vier, als sie aus Fort Crawford / Wyoming ausbrachen. Einer von ihnen kam dabei ums Leben. Drei flohen südwärts in die Wälder. Die Territoriumsverwaltung hatte alle vier an den Staat Texas ausliefern wollen. Nun schienen die vier Texas Ranger, die zum Abholen der Verbrecher gekommen waren, den Weg umsonst gemacht zu haben. Fortkommandant McCulloch, selbst gebürtiger Texaner, bat die vier Ranger, bei der Suche nach den Entflohenen mitzuhelfen. Die vier Texas Ranger stimmten zu. Und sehr bald hatten sie die Spur der Verbrecher. Aber es war auch eine Spur, die in den Tod führte.

Und Tom Cadburn wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass der Stern eines toten Texas Rangers seine weitere Zukunft entscheidend bestimmen würde...

 

 

 

 

Sie ließen ihre erschöpften Pferde in der Waldlichtung zurück und kletterten auf den turmartigen Felsen. Der bullige Hovel „Big“ Matthews blieb auf halber Höhe schnaufend zurück. Die beiden anderen, „Counter“ Jeff Perridge und Mil Valone, waren schlanker und beweglicher. Sie turnten geschickt bis zur Spitze und spähten dort in die Richtung, aus der sie gekommen waren.

Vier sind es“, sagte Valone, der nach Meinung anderer wie ein Adler sehen konnte. „Vier, ich habe es die ganze Zeit vermutet. Es sind die Ranger aus dem verdammten Texas. Die Kerle, die uns zurück nach Laredo schaffen wollten.“

Ja, es sind vier“, murmelte Perridge, der nur Counter genannt wurde. Er hielt die Hand schirmend über die Augen. „Vier von diesen verdammten Bluthunden. Aber das ändern wir.“

Matthews, genannt Big, blickte nach oben. „Was willst du da ändern? Machen wir, dass wir wegkommen, bevor die hier sind.“

Counter schüttelte den Kopf. Er sah kurz zu Big hinab und meinte: „Nein, Big, wir können denen nicht ewig davonrennen. Sie haben schon ganz schön aufgeholt. Nein, Jungs, wir werden ihnen eine wunderbare Falle aufbauen. Und sie werden hineintappen, weil sie sich nicht denken können, dass wir so leichtsinnig sind, auf sie zu warten. Denn sie sind vier und wir sind drei, und die glauben, dass sie für acht zählen.“

Hier auf sie warten? Bist du verrückt?“, keifte Big.

Counter stieß den etwas kleineren Valone an und meinte mit einer Kopfbewegung nach unten in Bigs Richtung: „Er frisst für drei, redet Mist für sechs und hat die Hosen voll für eine ganze Kompanie. Warum haben wir diesen zweibeinigen Elefanten überhaupt mitgeschleppt?“

Valone grinste und erwiderte leise: „Ohne ihn hätten wir die Tür aber nicht aufgestemmt, als wir aus der Zelle sind, Counter.“

Counter nickte. „Ja, das stimmt. Aber jetzt geht mir dieses Nilpferd ziemlich auf die Nerven. Los, jetzt ’runter hier. Die vier lieben Freunde werden in einer halben Stunde hier sein, und wir wollen unsere geschätzten Gäste würdig empfangen...“

Zehn Minuten später verriet nichts die Anwesenheit der drei Männer und ihrer Pferde. Da gab es drei Hufspuren, die am Felsen vorbei nach Süden führten, als wären die drei ohne Aufenthalt weitergeritten. Aber ein Stück entfernt standen, von Büschen verdeckt, nur die drei müden Pferde. Die Männer waren auf Umwegen zurückgekehrt und lagen verteilt vor der Schneise des Weges im Waldstück, dort eben, wo sich die Lichtung befand.

Counter war ein Expente der Tarnung. Er hatte Bigs Deckung noch vervollkommnet, um ja nicht Gefahr zu laufen, dass der schwergewichtige Kumpan etwa zu früh entdeckt werden könnte.

Big lag rechts am Rande der Lichtung. Dornengestrüpp verdeckte ihn.

Ihm gegenüber, in einer Bodenmulde, lag Valone. Er hatte eine doppelläufige Parkerflinte vor sich, die mit Hackblei gefüllt war. Auf kurze Distanz eine verheerende Ladung.

Die Mulde entlang lag schräg über die Lichtung ein Lasso, das von altem Laub verdeckt wurde. Das eine Ende hielt Valone in der Hand, am anderen Ende, drüben bei den Büschen gleich vorn, war ein Sack angebunden.

Der Sack hing im Gestrüpp. Zog Valone daran, raschelte es zwischen den Zweigen, und wer hinblickte, glaubte im ersten Augenblick, dass dort ein Mensch im Gestrüpp herumkriechen würde. So sollte das auch wirken.

Counter selbst hatte sich oben auf dem Felsenturm postiert. Er musste sich klein machen, um nicht gesehen zu werden. Vor ihm lag eine Winchester 66 geladen und entsichert. Um die sich nähernden vier Reiter genau beobachten zu können, hatte Counter einen kleinen Spiegel, die Scherbe eines Saloonspiegels, so in eine Felskerbe gesteckt, dass er die Schneise sehen konnte, ohne selbst gesehen zu werden. Da die Sonne in seinem Rücken war, würden die vier Reiter kein Aufblitzen des Spiegels bemerken können. Auch daran hatte Counter gedacht.

Und in diesem Spiegel bemerkte er, dass einer der vier Reiter stets etwas zurückblieb.

Wie weit sind sie?“, rief Valone hinauf.

Zehn Minuten noch. Einer bleibt zurück. Big, sieh dich vor dem vor, der zurückbleibt!“

Counter überlegte, wie er verhindern konnte, dass einer der vier außerhalb der Falle blieb, wenn sie zuschnappte. Dann entschloss er sich, Big allein für den zurückbleibenden Reiter abzustechen.

Big, du rührst dich nicht. Kein Schuss, bis der vierte in deine Nähe kommt. Den knallst du ab. Das ist dein Mann, Big. Ist das klar?“

Ist klar, Counter. Kannst du sie erkennen?“

Zerbrich dir nicht meinen Kopf. Du lässt drei vorbei und übernimmst den vierten Mann. Mil, halte sofort drauf auf den ersten. Der Schuss muss sofort sitzen. Und dann den, der sich nach diesem ersten zeigt. Kein Warten, Mil, einfach schießen, und vor allem, lass sie nahe genug kommen. Von jetzt an wird nicht mehr gesprochen. Deckung!“

Sie verhielten sich so still, dass sogar die Vögel wieder Zutrauen fassten und zwitschernd herumflogen, als läge da unten nicht der dreifache Tod bereit.

 

*

 

Joe H. Briscoe, genannt Lederhand-Joe, ritt langsamer. Er sah seine drei Gefährten in knapp hundert Schritt Abstand vor sich auf einen Waldstreifen zureiten. Der Wagenweg verschwand in diesem Wald. Irgendwo da vorn mussten auch Felsen sein, denn einer ragte über die Wipfel der Bäume heraus.

Lederhand-Joe kniff die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen. Sein wettergebräuntes Gesicht wirkte im grellen Sonnenlicht wie Leder. Kantig und hart waren die Züge des Mannes.

Sein Rappe ging im Schritt. Das Pferd war müde, Schweißflocken hingen an Hals und Brust.

Geblendet von der tiefstehenden Sonne schob sich Lederhand-Joe den Hut in die Stirn. Das Abzeichen auf seinem Hemd blitzte und reflektierte die Sonnenstrahlen.

Irgend etwas warnte den erfahrenen Ranger. Der Wald dort vom, das war geradezu das Ideal einer Falle. Aber nichts sprach dafür, dass dieser Verdacht stimmte. Da kreisten sogar Vögel über den Wipfeln, andere saßen in den Ästen.

Trotzdem verstummte die warnende innere Stimme Lederhand-Joes nicht. Misstrauisch zog er seine Winchester aus dem Scabbard, lud durch und hielt die Waffe quer vor sich im Sattel.

Seine drei Partner ritten jetzt auch im Schritt. Offenbar wurden sie von denselben Gedanken beschäftigt wie Lederhand-Joe.

Der Ranger stützte sich aufs Sattelhorn. Dabei hing seine linke Hand schlaff herab, eine Hand, die eine einzige Brandnarbe war und tiefbraun aussah. Ein ewiges Zeugnis einer Marterung durch Comanchen, die diese Hand in eine kochendheiße Flüssigkeit gehalten hatten, um Lederhand-Joe zum Verrat eines Waffenlagers zu zwingen. Bevor sie ihm auch die andere Hand verbrühen konnten, waren andere Texas Ranger gekommen. Sie hatten ihren Kameraden befreit. Seitdem aber wurde Briscoe nur noch Lederhand-Joe genannt, und es war ein Ehrenname für den stahlharten Ranger, der damals trotz wahnsinniger Schmerzen das Waffenlager nicht verraten hatte.

Er hatte graue Haare, und um Augen und Mund waren tiefe Linien in seinem Gesicht eingegraben. Für einen Ranger war er alt. Andere seines Alters hockten längst in den Schreibstuben von Fort Davis. Er aber ritt noch immer, der älteste Ranger im Außendienst. Mehr als zwanzig Jahre bei den Texas Rangers. Zwanzig Jahre Himmel und Hölle. Und davor war er Cowboy gewesen wie fast alle Rangers.

Er schwitzte, obgleich ein kühler Wind wehte. Aber es war kalter Schweiß. Alles in ihm sträubte sich, auf diesen Wald zuzureiten.

Sanft parierte er sein Pferd, spähte aufmerksam auf den Wald da vorn, auf den Weg, auf diesen Felsenturm, der über die Wipfel der Douglasfichten ragte.

Kein Anzeichen, dass dort Menschen waren.

Die drei anderen ritten jetzt in die Schneise ein, auf der dieser Wagenweg durch den Wald verlief. Nichts geschah, was besorgniserregend wäre.

Lederhand-Joe schalt sich einen überspannten Narren und ritt weiter. Er trieb sein Pferd an, weil der Vorsprung der anderen bereits zu groß geworden war. Und als er selbst den Waldstreifen erreichte, sah er gerade, wie seine Gefährten auf eine Lichtung kamen, an deren Ende jener Felsenturm aufragte.

Die drei ritten jetzt schneller, ihre Pferde schlugen scharfen Galopp an. Und Lederhand-Joe sah, wie sie plötzlich alle nach rechts blickten, wie sie ihre Pferde parierten.

Im gleichen Augenblick fielen die Schüsse.

Lederhand-Joe zügelte sein Pferd, riss die Winchester in Anschlag, als er auf dem Felsenturm einen Mann entdeckte, der jetzt oben stand und in die Tiefe schoss.

Ein zweiter Schütze befand sich irgendwo links im Gebüsch.

Der erste Schuss war von diesem Schützen links gekommen. Er hatte den vordersten Reiter regelrecht aus dem Sattel geblasen. Es muss, dachte Lederhand-Joe, eine Flinte gewesen sein. Und auch der zweite Schuss kam aus dieser verheerenden Flinte, traf aber das Pferd des zweiten Reiters und nicht den Mann. Während der Reiter selbst über das stürzende Tier katapultiert wurde, war der dritte Reiter von jenem Mann getroffen worden, der oben auf dem Felsen stand.

Lederhand-Joe schoss auf den Mann dort oben. Aber fast im selben Moment tauchte der dort oben wieder weg.

Jetzt klebt er hinter dem Felsen und deckt Graham ein, dachte Lederhand-Joe. Na warte, ich hole dich von hinten!

Er zog seinen Rappen herum, ritt rechts mitten durchs Gebüsch und versuchte im Schutz der Bäume und Büsche einen Bogen zu schlagen.

Zwei Mann sind das, dachte er, aber wir haben drei gejagt. Ist der dritte bei ihren Pferden? Sie hätten sicher alle drei geschossen, wenn ...

Da sah er ihn, den dritten Mann! Links, zwischen zwei Bäumen wuchs er plötzlich in die Höhe, und zugleich blühte vor ihm eine Feuerblume auf.

Lederhand-Joe duckte sich, schoss im selben Augenblick... aber da traf es ihn schon wie mit einer stählernen Faust in die Hüfte.

Er spürte, wie es ihn aus dem Sattel zu drücken drohte, wie das Pferd unter ihm zuckte. Aber er sah auch, dass der Kerl dort bei den Bäumen in die Knie ging, dass er vornüber kippte.

Lederhand-Joe blickte nach links auf den stürzenden Banditen, und während er den Kopf zur Seite richtete, prallte er gegen einen niedrigen Ast, als sei ihm ein Hammer gegen den Kopf geschlagen worden. Er stürzte aus dem Sattel und spürte schon den Aufschlag nicht mehr.

Sein Rappe lief noch ein Stück, blieb dann stehen und schaute sich nach dem gefallenen Reiter um.

 

*

 

Es hat Big erwischt!“, rief Valone, als er sich über Big beugte, der mitten in die Brust getroffen war, aber noch lebte. Blutiger Schaum stand vor dem Mund des Banditen. Er hustete unter wahnsinnigen Schmerzen, und jedes Mal quoll das Leben mehr aus ihm.

Counter kam, das Gewehr in der Armbeuge. Mehr als Big interessierte ihn Lederhand-Joe, der reglos auf dem Waldboden lag.

Hast du nachgesehen?“, fragte er in Valones Richtung.

Der ist hin“, meinte der drahtige Revolvermann.

Counter sah die Hüftverletzung nicht, auf der Lederhand-Joe lag, er sah nur die große und heftig blutende Platzwunde am Kopf. Er hielt sie für einen Kopftreffer. Vermutlich Querschläger oder so etwas, dachte er und wandte sich in der Überzeugung ab, dass Lederhand-Joe tot sein musste.

Als er zu Big kam, wurde der gerade von seinem letzten Hustenanfall überwältigt. Dem folgte ein Blutsturz, und das überlebte der schwergewichtige Verbrecher nicht mehr.

Verdammt, das alles, weil dieser Hundesohn von Ranger so weit hinter den anderen geritten ist. Mir hat er auch Blei um die Ohren gepustet“, meinte Counter. „Begraben wir Big, dann geht es weiter.“

Sind die anderen alle drei tot?“

Ja, nur drei Pferde sind noch in Ordnung. Die haben den Rangerbrand, den wir nicht umbränden können. Wir bringen die Gäule ein Stück seitwärts und erschießen sie. Die Toten hier schleppen wir auch etwas vom Weg ab, damit sie nicht gleich der erstbeste findet.“

Fangen wir mit dem da an“, meinte Valone, packte Lederhand-Joe, sah die verbrühte Hand und meinte: „Mensch, der hat vielleicht ’ne Pfote! Sieh dir das an.“

Halte dich nicht an so etwas fest, schaff ihn weg und basta!“, fuhr ihn Counter an.

Valone zuckte nur die Schultern, machte ein beleidigtes Gesioht und schleifte den vermeintlichen Toten ein Stück hinter die Büsche, wo er ihn einfach losließ, um den nächsten zu holen.

Counter hob indessen für Big ein flaches Grab aus. Da er mit dem kurzen Handspaten, den er von einem Rangerpferd geholt hatte, nicht gut umgehen konnte, fluchte er am Stück. Schließlich bettete er den Toten in die äußerst flache Grube, schippte die Erde auf ihn, und als er fertig war, hatte er Not, die Stiefelspitzen des Toten zu bedecken. Damit es schneller ging, legte er einfach Reisig darüber.

 

*

 

Lederhand-Joe wachte mit rasenden Schmerzen in der Hüfte und einem dumpfen Klopfen am Schädel auf. Die grelle Helligkeit blendete ihn, dass er gleich wieder die Augen schloss.

Was ist mit mir los? fragte er sich. Ah, dieser Überfall, eine komplette Falle dieser drei Hundesöhne. Verdammt, dass wir da hineingeraten sind. Was ist mit den anderen?

Er öffnete die Augen zu einem schmalen Spalt, blinzelte nach rechts, und da sah er Graham, der mit weit geöffnetem Mund und glasigen Augen neben ihm lag.

Tot, dachte Lederhand-Joe. Er wandte den Kopf nach links. Das tat weh. Dieser jähe Schmerz veranlasste den Mann, nach seinem Kopf zu greifen. Er spürte klebriges Blut über der Schläfe.

Die Hüfte ist schlimmer, da habe ich einen Schuss eingefangen. Ich muss nach der Hüfte sehen. Aber erst will ich wissen, was mit den beiden anderen ist!

Da entdeckte er sie links. Beide tot, das bewies ein einziger Blick. Silman war kaum noch zu erkennen, so hatte ihn das Hackblei zerfleischt.

O’Dea hielt den Kopf nach hinten gedreht wie eine Eule. Genickbruch, sagte sich Lederhand-Joe. Verdammt, diese drei Bestien haben uns ganz schön ’reingelegt. Sie müssen lange gewartet haben - so lange, dass die Vögel sich gar nicht mehr um sie gekümmert haben. Ganz still muss da einer liegen. Und wir haben immer auf die Vögel geachtet. Das war es!

Er versuchte sich aufzurichten, aber das misslang. Als er nach seiner Hüfte griff, die Wunde ertastete, da wurde ihm schlecht vor Schmerzen.

Mit zusammengebissenen Zähnen verharrte er, bis die Schmerzwelle nachließ. Dann faltete er sein Halstuch und presste es auf die Einschussstelle. Schon der leichte Druck verursachte bereits wahnsinnige Schmerzen.

Diese Qualen hinderten ihn, mehr als die nötigsten Bewegungen zu machen. Er verhielt sich still, weil da der Schmerz noch halbwegs erträglich blieb. Doch gleichzeitig wurde ihm klar, dass er hier abseits jedes Weges nie gefunden werden würde. Er sah kein Pferd, keine Waffe. Dass die drei davongekommenen Pferde auch tot waren und nur wenige Schritte hinter ihm lagen, konnte er nicht sehen. Er glaubte, die drei Tiere hätten sich aus dem Staub gemacht oder wären von den Banditen mitgenommen worden.

Das ändert auch nichts, sagte er sich. Ich liege hier, und ich werde hier vor die Hunde gehen, wenn mich keiner findet.

Es war heiß in der Mittagshitze. Mehrmals wurde Lederhand-Joe ohnmächtig vor Schwäche. Und einmal verlor er vor Schmerzen das Bewusstsein, als er versuchen wollte, sich einen richtigen Wundverband anzulegen.

Als er aus dieser Bewusstlosigkeit erwachte, spürte er etwas Feuchtes, Kaltes im Gesicht. Er öffnete die Augen und erschrak. Ein Wolf!

Der Rachen des Tieres war gerade geöffnet. Er sah die Reihen der Reißzähne, die Zunge, und er spürte den heißen Atem.

Als er mit der Hand dieses vermeintliche Raubtier abwehren wollte, richtete sich der Wolf auf. Ein riesiges Tier, schwarz mit hellgrauem Bauchfell. So einen großen Wolf hatte Lederhand-Joe noch nie zuvor gesehen.

Jetzt fallen solche Bestien über mich her!, dachte er. Wenn ich doch wenigstens ein Messer hätte. Aber er hatte keines. Vorhin schon wollte er es für den Verband haben.

Plötzlich hörte er Hufschlag, und der Wolf saß vor ihm. Saß einfach da, sah ihn an, hechelte etwas, aber er biss nicht, er sprang nicht los, er wartete einfach.

Da, als der Hufschlag näher kam, heulte der Wolf auf. Es war fast ein Fiepen. Und ein Stück entfernt wieherte das Pferd.

Ich träume, dachte Lederhand-Joe. Ich bin schon tot, und ich erlebe das gar nicht mehr auf der Erde. Der Wolf hätte mich fressen müssen. Er sitzt aber einfach da und heult, und da antwortet ein Pferd...

Da sah er das Pferd! Und den Reiter!

Ein herrlicher Blauschimmel, ein wunderbares Tier, kam da durch die Büsche. Und auf ihm ein Mann, ganz in Schwarz gekleidet. Ein sehniger, blonder Mann, groß, mit einem scharfen und durchdringenden Blick war das. Vielleicht Mitte Zwanzig.

Der Blauschimmel kam im Schritt. Lederhand-Joe sah, dass der Blonde ein Gewehr mit silbernem Lauf in der Hand hielt. Eine Sharps, aber was für eine herrliche Waffe!

Jetzt steckte der Blonde die Waffe in den Scabbard. Und da entdeckte Lederhand-Joe, dass dieser Mann zwei Gewehre am Sattel hängen hatte. Eine Winchester und diese Sharps.

An der Hüfte trug der Blonde einen abgegriffenen Colt. Und noch etwas entdeckte Lederhand-Joe: am Sattelhorn hing ein Tomahawk. Eine indianische Streitaxt. Diese Form hatte der Texaner noch nie zuvor gesehen, und sie schien von einem der Stämme hier oben im Norden zu sein.

Sam, zurück!“, sagte der Blonde mit tiefer Stimme.

Der Wolf, den Lederhand-Joe eben noch für eine Bestie, für ein Raubtier hielt, drehte sich auf der Stelle um und war mit einem Satz neben dem großen Blonden.

Er lebt noch“, murmelte der Blonde und kniete sich neben den Texas Ranger. Er sah Lederhand-Joe an. „Ist das ein Kopfschuss?“

Lederhand-Joe wollte sagen, dass er am Kopf offenbar nur eine Platzwunde hatte, aber er brachte nur ein paar krächzende Töne heraus.

Der Blonde nickte nur, wandte sich um und pfiff leise. Der große Blauschimmel trabte heran, und der Blonde nahm eine merkwürdige Feldflasche vom Sattel. Sie sah eher wie eine Ziegenblase aus. Er löste einen Stopfen und hielt die Öffnung an Lederhand-Joes Mund.

Der Ranger trank, und mit jedem Schluck schien frische Kraft in ihn zu gelangen. Als er fertig war, sagte er etwas schwach, doch deutlich verständlich: „Es sind drei. Sie haben uns in eine Falle gelockt.“

Es sind nur noch zwei“, erwiderte der Blonde. „Einer liegt vorn begraben, sagen wir lieber: zugescharrt. Sam hat ihn zuerst gefunden. Ich heiße übrigens Tom Cadburn.“

Lederhand-Joe maß den Blonden abschätzend und erwiderte: „Ich bin Joe Briscoe. Cadburn, sehen Sie nach meiner Verletzung an der Hüfte.“

Der Blonde nickte, nahm verschiedene Dinge aus seiner Satteltasche, unter anderem auch ein kleines Messer, das aussah wie ein Dolch. Aber er brachte auch eine Flasche, deren Aufschrift zufolge für Lederhand-Joe leicht zu entnehmen war, um was es sich handelte.

Trinken Sie, Ranger“, sagte Tom Cadburn. „Trinken Sie ein paar gute Schlucke. Es wird weh tun, wenn ich nach dem Geschoss suche. Denn einen Doc finden wir erst wieder in Fort Casper. Das überstehen Sie niemals, wenn ich Sie dorthin schaffe.“

Lederhand-Joe nickte und trank. Es war scharfer, hochprozentiger Brandy. Aber das Trinken tat ihm wohl.

Indessen kümmerte sich Tom Cadburn um die Verletzung. Er betrachtete sie, fertigte aus einem Draht, den er vorn zur Schlinge formte, eine Sonde und suchte dann dürre Äste an den Bäumen, um ein Feuer zu machen. Als es brannte, glühte er den Draht aus und fragte den Ranger:

Wirkt der Schnaps?“

Lederhand-Joe nickte etwas, aber er schwieg. Die Schwäche von vorhin und nun der Alkohol bewirkten eine plötzliche, kaum noch zu überwindende Müdigkeit. Schon nach wenigen Minuten war er eingeschlafen.

Tom Cadburn nahm die inzwischen abgekühlte Sonde und kniete sich neben dem Schwerverletzten auf die Erde.

 

*

 

Sie waren fünf und warteten an der Quelle.

Pünktlich wie das Futter im Knast“, sagte Counter, als er den fünf Männern die Hand entgegenstreckte.

Ja, wenn ich in den letzten Wochen etwas ersehnt habe, dann eueren Anblick“, meinte Valone und grinste von einem Ohr zum anderen.

Die fünf grinsten auch. Bis auf Frenchy, diesen rotblonden jungen Burschen, waren die anderen jedem Sheriff im Umkreis ein fester Begriff. Angefangen mit dem massigen, glatzköpfigen Alligator-Sid, einem Mann im hohen Banditenalter von fünfzig Jahren. Dann weiter zu dem drahtigen, nicht sehr grossen Mickey Vaughn, der zu den wildesten Revolverschwingern im Lande gehörte. Neben ihm Bill Tungsman, ein wegen Mordes gesuchter, kaltblütiger und skrupelloser Bandit, auch nicht mehr sehr jung, spärliches Haar, Schnauzbart, der dem Mann ein Walrossgesicht verlieh, und große Glupschaugen. An seiner Seite der schwarzhaarige, muskulöse Mexikaner Pepe del Rio, ein Schlägertyp mit Fäusten wie Dampfhämmer. Ein Weiberheld war er außerdem.

Frenchy wirkte gegen diese vier wie ein Musterknabe, wie ein harmloses Bürschchen. Aber ihm hing der Mord an seinem Stiefvater an, und seitdem war er bei den Counters. So nannten sich Counters Männer. Während Counter eingesperrt gewesen war, hatten sie auf eigene Faust da und dort etwas gestartet. So richtig geworden war nichts. Und so freuten sie sich von ganzem Herzen über das Wiedersehen mit Counter. Valone kannten sie nicht, den hatte Counter aus dem Gefängnis mitgebracht, da er mit ihm und Big in einer Zelle gewesen war.

Er stellte seinen Kumpanen den neuen Partner vor und fügte hinzu: „Mil ist gut. Er und ich haben vier Rangers aufs Kreuz gelegt...“

Tungsman nickte. „Das hat ziemlichen Wirbel gemacht“, unterbrach er Counter. „Überall schwirrt hier Militär herum. Ich bin dafür, dass wir uns hier bald verkrümeln.“

Mickey Vaughn tippte sich an die Stirn. „Der war schon immer um seinen kostbaren Leichnam besorgt, aber als du im Knast warst, Counter, nahm das schon heitere Formen an. Wir haben gehört, dass der junge Mansfield heimgekehrt ist.“

Counter sah den drahtigen, relativ kleinen Mann verständnislos an. „Na und?“

Mansfield war in den Black Hills. Irgendwo in der Nähe von Deadwood soll er einen Claim übernommen haben, wo angeblich nichts mehr drinsteckte. Jetzt hat er doch noch eine kleine Bonanza aufgetan. Er ist heimgekehrt und kann vor Gold nicht laufen.“

Der junge Mansfield? Dieser Krauter? Sein Alter hat nur drei Kühe und von Jahr zu Jahr eine andere Missernte“, rief Counter. „Sag bloß, das soll wahr sein!“

Wahr ist, Counter, dass er mit einem Flittchen nach Toolhill gekommen ist, und wahr ist, dass er mit Gold bezahlt hat“, sagte Tungsman ein wenig einschränkender. „Das mit der Bonanza vermuten die Leute. Das Flittchen will er sogar geheiratet haben.“

Wir werden ihn selbst nach der Bonanza fragen“, entschied Counter. Er wandte sich an den mürrisch dreinblickenden Alligator-Sid, der scheinbar teilnahmslos auf einem erloschenen Zigarrenstummel kaute. „Alligator, was sagst du?“

Das Flittchen ist aus Kitty Le Roys Saloon. Die sind nicht billig. Nichts ist in Deadwood billig. Also muss er Geld haben. Oder Gold, was dasselbe ist.“

Counter nickte zufrieden. „Na, seht ihr, worauf warten wir noch? Besuchen wir die Mansfields. Fragen kostet nichts, und wo die wohnen, da ist bestimmt kein Militär.“ Er sah in die Runde. „Noch Fragen?“

Keiner hatte eine Frage. Wenig später ritten sie los. Als sie schon ein Stück über das abfallende Grasland gekommen waren, sagte Mickey Vaughn mit einem geringschätzigen Blick auf Counters und Valones Pferde: „Diese Kleiderständer werden wir bei der ersten besten Gelegenheit umtauschen müssen, Counter. Wenn uns wirklich mal die US-Kavallerie auf den Socken ist, fallen die vor Schreck vom Gaul, wenn die euere Klepper sehen. Die halten die glatt für eine neue Waffe und nicht für erwachsene Pferde.“

Bei Mansfield werden wir kaum gute Pferde finden“, meinte Counter lakonisch.

Aber in Toolhill.“ Mickey deutete auf Frenchy, der hinter Counter ritt. „Frenchy ist neulich in Toolhill gewesen. Den kennt ja keiner in der Stadt. Er sagt, das Militär würde bald wieder abziehen. Und dann können wir doch an das Geld von Fitzsimmons heran.“

Wieso, der ist doch halb pleite“, meinte Counter.

Tungsman, der links neben Counter ritt, lachte schallend. „Du bist nur ein Vierteljahr weggewesen, aber man meint, du kämst aus dem vorigen Jahrhundert. Counter, dieser Fitzsimmons hat die gesamten Nachschubtransporte der Armee bekommen. Das läuft jetzt privat. Bei dem kommt jeden Monat ein Wagen der Army mit Geld an. Ein Wagen vom US-Zahlmeister. Das ist derselbe Wagen, der neuerdings auch den Sold für Fort McKinney bringt. Wenn sich etwas lohnen würde, dann dieser Transport.“

Auf einen US-Zahlmeister? Mensch, wenn du so einen Zahlmops antippst, dann hast du die ganze Armee im Kreuz!“, rief Mickey erregt.

Nie direkt mit der Army anlegen“, mahnte Alligator-Sid. Dabei hob er wie ein Oberlehrer warnend den Zeigefinger.

Ach Quatsch! Erst sehen wir uns mal die Mansfields an.“ Counter deutete auf das weite Grasland vor seinen Augen. „Hier könnte man ein Rinderreich gründen. Aber zunächst wollen wir hier abgrasen und uns dann verdünnisieren. Ich glaube, weiter im Süden wäre dann für uns der Boden weniger heiß.“

Ich habe kein gutes Gefühl“, meinte Tungsman. „Ich würde am liebsten jetzt schon machen, dass ich wegkäme. Es ist einfach zuviel Militär unterwegs, seit sie nicht nur euch, sondern auch die Ranger suchen.“

Klar, das ist denen peinlich, dass die vier Armleuchter weit weg von Texas auf die schöne Schnauze gefallen sind“, meinte Valone.

Schluss mit dem Unsinn!“, fuhr Counter dazwischen. „Wir werden noch bis zum Bach und den Büschen da reiten. Dort warten wir die Nacht ab. Es ist nicht nötig, ein Risiko einzugehen. Wer weiß, ob nicht sogar Militär bei den Mansfields hockt. Frenchy, dich kennt keiner. Du reitest jetzt schon weiter und siehst dir vom Katzenrücken aus die Farm an. Lass dich nicht sehen! Tungsman, hast du das Fernglas noch?“

Tungsman zog es aus der Satteltasche. Er gab es Frenchy und knurrte: „Wehe, wenn was drankommt, dann schlage ich dich in Stücke!“

Kurz darauf ritt Frenchy nach Osten weiter, während die anderen auf den Buschstreifen zuhielten, der rechts und links vom Jessup Creek wuchs.

 

*

 

Aus der Erinnerung wusste Tom Cadburn, dass er auf dem Hinweg an einer kleinen Farm vorbeigekommen war. Er ritt deshalb in derselben Richtung zurück und brauchte dazu mit der Schleppbahre die fünffache Zeit.

Es war später Nachmittag, als er den Hügelrücken erreichte, der wie der Buckel einer schnurrenden Katze das Tal im Westen abschloss. Von hier aus sah er die drei kleinen, geduckt wirkenden Gebäude aus Rundholz, sah ein halbes Dutzend Milchkühe in einem Pferch, sah jemanden in hellblauem Gewand über den Platz vor dem größeren Haus gehen und im Gebäude verschwinden.

Wir sind gleich da, Ranger“, sagte Tom Cadburn über die Schulter zu Lederhand-Joe. „Können Sie es noch aushalten?"

Lederhand-Joe schnaufte, dann erwiderte er: „Es geht schon, Cadburn, es geht! Seit die Kugel heraus ist, tut mir der Kopf mehr weh als die Hüfte. Das haben Sie großartig gemacht, Cadburn.“

Nennen Sie mich Tom, Ranger.“

In Ordnung, Tom. Dann sag du zu mir und nenn mich Joe. Ich sehe nicht, wohin du reitest, Tom. Ist das eine Farm?“

Winzig, möchte ich sagen. Es gibt viele solcher Farmen hier. Sie können nicht leben und nicht sterben. Ich kenne die Leute nicht.“

Er ritt weiter und beobachtete Sam, der ein Stück vorausgelaufen war und nun mit aufrechten Ohren dastand und hinab ins Tal blickte. Tom achtete sehr genau auf den Timber, der eigentlich ein Halbblut war, halb Schäferhund, halb Wolf. Und so hatte die Natur einen äußerst starken Wolf aus ihm gemacht, der die guten Eigenschaften eines Hundes besaß. Auch Thunder, der Hengst, orientierte sich nach Sam. Die beiden verstanden sich ausgezeichnet.

Lederhand-Joe hatte in den wenigen Stunden schon einen Begriff davon bekommen, was durch viel Liebe und Zuneigung und eine ans Wundersame grenzende Begabung im Umgang mit Tieren zu machen war. Es schien, als verstünden beide, der Timber und der Hengst, Tom Cadburns Sprache.

Bleib hier bei mir, Sam! Seite!“, sagte Tom, und sofort trabte der Timber zu Thunder und blieb von nun an gehorsam neben dem Hengst.

So näherten sie sich dem Gehöft.

Als sie am Brunnen vorbeikamen, trat ein Mann aus dem Wohnhaus, eine bläulich schimmernde, uralte Kentucky-Büchse in den Händen. Er hielt sie auf Tom gerichtet, was Sam sofort zu bösem und drehendem Knurren veranlasste.

Ruhe, Sam!“, flüsterte Tom, und sofort war der Timber still. Tom hob die Hand, deutete auf den Ranger in der Travoisbahre und sagte: „Hallo! Ich habe einen schwerverletzten Texas Ranger gefunden. Er hat Hilfe nötig, Farmer!“

Der Alte ließ sein Gewehr keine Sekunde sinken. „Wir sind hier ziemlich nervös, wenn Fremde kommen. Steig auf dieser Seite vom Pferd und lass dir nichts einfallen. Hob die Hände über'n Kopf, wenn du unten stehst. Sieh erst einmal zum Fenster neben der Tür. Dort ist noch ein Gewehr.“

Tom sah es. „Fast wie in einer Festung, Farmer.“

Der Farmer überzeugte sich, dass der Verletzte wirklich verletzt war und es sich nicht um einen raffinierten Banditentrick handelte. Er sah auch den Rangerstern und brummte: „Und wo sind die drei anderen? Heute Morgen war noch eine Patrouille von der Armee hier. Sie haben von vier ...“

Die drei anderen sind tot. Auch einer der Banditen, der dicke Hovel Matthews, ist dabei umgekommen. Wie weit ist die nächste Stadt?“, wollte Lederhand-Joe wissen, als der Farmer neben ihm stand.

Toolhill, knapp dreißig Meilen, wenn man im Tal reitet. Uber den Berg sind es nur einundzwanzig, aber da muss man den Weg kennen.“ Der Farmer wandte sich dem Haus zu. „Junge, komm mit Jane heraus! Helft mir! Das ist ein Ranger. Er ist verletzt!“

Mein Name ist Joe Briscoe“, sagte Lederhand-Joe. „Und er ist Tom Cadburn. Wie heißen Sie, Farmer?“

Mein Name ist Mansfield, Barry Mansfield..." Als er einen strohblonden jungen Mann und eine dunkelhaarige junge Frau auf sich zukommen sah, sagte Mansfield: „Und das sind mein Sohn Paul und seine Frau Jane ...“

 

*

Details

Seiten
130
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783738904802
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2016 (August)
Schlagworte
texas wolf sonderband blutige fährte süden

Autor

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Titel: Texas Wolf Sonderband #2: Blutige Fährte nach Süden