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Tony Ballard #74: Satans Bogenschütze

2016 120 Seiten

Leseprobe

A.F.Morland

 

Dämonenhasser Tony Ballard 74

 

Satans Bogenschütze

 

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

"Edition A. F. Morland" ist ein Imprint von Alfred Bekker & Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte des Titelbild-Logos by Jörg Martin Munsonius/Edition Bärenklau

Illustrator: Michael Sagenhorn, 2016

 

 

 

 

Er hieß Yercell und verbarg sich zwischen den Dimensionen.

Wo er auftauchte, verloren Menschen ihr Leben. Er holte sich ihre Seelen und lieferte sie in der Hölle ab.

Rufus, dem Dämon mit den vielen Gesichtern, gelang mit ihm ein grausamer Schachzug. Er setzte Yercell in London ein, und schon bald hing mein Leben nur noch an einem seidenen Faden.

Denn Yercells Pfeil wies auf mich, Tony Ballard, den Dämonenhasser, und nichts schien mich mehr retten zu können, denn Yercell war Satans Bogenschütze!

Er hieß Jeremy Church, machte seinem Namen aber nicht alle Ehre. Nichts Anständiges war in seinen Handlungen. Sein Geschäft war Raub, Prostitution, Drogenhandel, Terror und Mord. Ein Gangster übelster Sorte. Aufgewachsen in Soho, wo er gelernt hatte, Probleme mit den Fäusten zu regeln, und auch heute noch wurde jeder niedergeknüppelt, der sich ihm in den Weg stellte.

Church war ein böser Mensch, an dessen Seele der Teufel einst seine Freude haben würde. Ein Platz in der Hölle war ihm sicher.

Mit siebzehn gründete Church seine erste Gang. Sie brachen in Lagerhallen ein, überfielen Geschäftsleute, plünderten deren Läden, erpreßten Schutzzölle. Damit legte Church den Grundstein für sein weiteres Wirken.

Er kam mit anderen Unterweltgrößen zusammen. Man schmiedete Pläne. Die meisten wurden realisiert, ohne daß die Polizei etwas dagegen unternehmen konnte. Das Geld häufte sich auf Jeremy Churchs Bankkonto. Er konnte größere Unternehmungen finanzieren, brauchte nicht mehr überall selbst mitzumachen, konnte andere für sich arbeiten lassen, war an den Coups prozentual beteiligt.

Als sich ihm eine günstige Gelegenheit bot, stieg er ins Rauschgiftgeschäft ein. Seine Dealer übernahmen die Stadt wie ein Parasitengeflecht und überschwemmten die Szene mit hochprozentigem Stoff, an dem zahlreiche Fixer starben. Die Medien versuchten sich auf Church einzuschießen, aber er fand Wege, jene Leute, die etwas zu sagen hatten, zu kaufen und zum Schweigen zu bringen.

Personen, die sein Blutgeld nicht annehmen wollten, brachte Jeremy Church auf eine andere Weise zur Räson. Da gab es zum Beispiel den Ex‑Boxer George Gabby, der für ihn arbeitete.

Wo Gabby hinschlug, da wuchs kein Zahn mehr.

Das konnten viele bestätigen.

Auch der Juwelier Raoul Kellerman konnte davon ein Lied singen. Er hatte sich erdreistet, sich in Jane Jingle, die Freundin Churchs, zu verlieben, und Jane hatte diese Liebe erwidert. Sie hatte Church den Laufpaß gegeben und war zu Kellerman gezogen.

Doch diese Situation hatte sich nicht lange gehalten, denn Jeremy Church betrachtete das Mädchen als sein persönliches Eigentum. Da Kellerman es ihm weggenommen hatte, schickte er ihm George Gabby und Trevor Bloom. Die beiden machten den Juwelier fertig und holten Jane Jingle gegen ihren Willen zu Church zurück.

Der Gangsterboß verabreichte ihr noch in derselben Stunde eine Tracht Prügel, damit sie nicht noch mal auf die Idee kam, ihn zu verlassen. Die Angelegenheit war für ihn damit erledigt. Er nahm nicht an, daß Jane so verrückt sein würde, ihn noch einmal verlassen zu wollen. Sie durfte erst gehen, wenn er genug von ihr hatte, und soweit war es noch nicht.

Die Sache mit Jane und dem Juwelier war für Jeremy Church jedoch ein untergeordnetes Problem.

Es gab wichtigeres.

Dale Kelly zum Beispiel. Kelly leitete ebenfalls eine Gang, und seine Leute kamen Churchs Leuten immer wieder ins Gehege. Es hatte bereits mehrere erbitterte Fehden gegeben, und die Situation wurde für Jeremy Church allmählich untragbar. Er hatte drei seiner besten Männer bei einem Schußwechsel verloren. Die Kerle von der Kelly‑Gang hatten seine Leute in einen Hinterhalt gelockt und eiskalt zusammengeschossen Nicht die geringste Chance hatten sie gehabt. Das setzte Jeremy Church auf eine Rechnung, die mittlerweile so hoch geworden war, daß Dale Kelly sie nur noch mit seinem Leben bezahlen konnte.

Kelly war jedoch ein vorsichtiger Mann.

Er wußte, daß Church ihm nach dem Leben trachtete, und schirmte sich aus diesem Grund gut ab. Die gestaffelten Wälle seiner Leibwächter zu überlaufen, war ein Ding der Unmöglichkeit.

Doch nicht nur Dale Kelly machte Jeremy Church Schwierigkeiten. Auch der Bankier Craig Hogan wollte nicht mehr nach seiner Pfeife tanzen.

Um ihm gründlich ins Gewissen zu reden, hatte Church eine Party steigen lassen. Er hatte viele Leute eingeladen. Nicht bloß Gangster, sondern auch Personen, die er sich verpflichtet hatte, Leute, die es sich aus den verschiedenen Gründen nicht leisten konnten, Churchs Einladung abzulehnen.

Es war alles da, was eine Party rund und angenehm machte. Selbst Mädchen hatte Jeremy Church für jene Gäste beigesteuert, die allein gekommen waren. Girls mit superlangen Beinen, die sich nicht lange zierten, keine Spielverderberinnen waren und alles mitmachten. Wehe ihnen, sie hätten sich geweigert, selbst den ausgefallensten Wunsch eines Gastes zu erfüllen. Church hätte ihnen das sehr übel genommen. Was das bedeutete, wußten sie. Schlage, Schnitte im Gesicht ‑ oder gar Säure. Sie wären für den Rest ihres Lebens entstellt gewesen.

Die Party war in vollem Gange.

Gelächter, Musik, Gläserklirren erfüllte die große Penthousewohnung des Gangsterbosses.

Er trug einen weinroten Smoking. Weiße Nelke im Knopfloch, glatte Gesichtshaut, finsterer Blick, fleischige Nase, fliehendes Kinn. Es gab kaum jemanden in London, der dieses Gesicht nicht kannte. Jeremy Church war eine Unterweltgröße, von Skandalen umwittert, mehrfach vorbestraft. Er hatte auch einige Jahre Knast hinter sich. Damals war er noch nicht so gut beraten gewesen wie heute.

Jetzt arbeiteten die besten Anwälte für ihn, denen es bisher stets mit Bravour gelungen war, ihn vor dem langen Arm des Gesetzes zu schützen. Während sich seine Gäste übermütig vergnügten, zog er sich mit seinem Sorgenkind, dem Bankier, auf die Penthouseterrasse zurück.

Craig Hogan - mager, grauhaarig, groß und nervös - leckte sich aufgeregt die schmalen Lippen. Seit er hier war, wartete er darauf, daß Jeremy Church dieses Gespräch unter vier Augen von ihm verlangen würde.

Nun war es soweit.

Der Gangsterboß lehnte sich an die Steinbrüstung, ließ seinen Blick über die Lichter der Stadt schweifen und seufzte tief. „Sie machen mir Sorgen, Craig. Ernsthafte Sorgen.“

Hogan schien sich an seinem Glas festzuhalten. Die Situation war ihm unangenehm. Er wäre dieser Party gern ferngeblieben, aber dann hätte Church die Unterredung erzwungen. Er haßte Gewalt, vor allem dann, wenn sie sich gegen ihn richtete.

Das tut mir leid, Jeremy“, sagte der Bankier.

Church drehte sich abrupt um. Er starrte Hogan wütend an. „Von schönen Sprüchen habe ich nichts, verdammt. Ich brauche Geld.“

Jeremy, Sie wissen, daß ich Ihnen immer behilflich war. Manchmal bewegte ich mich hart am Rande der Legalität, aber ich konnte es gerade noch vertreten. Ich habe stets für Sie getan, was ich konnte.“

Habe ich mich dafür nicht immer erkenntlich gezeigt?“

Gar keine Frage, natürlich haben Sie das.“

Ihr neuer Wagen, Ihre vielen Anzüge, das Haus, der Swimmingpool ...“

Sie waren stets sehr großzügig, Jeremy.“

Was Sie aber nicht hindert, mir plötzlich den Geldhahn zuzudrehen!“

Sehen Sie, die Bank gehört mir nicht. Es gibt einen Aufsichtsrat, dem ich verantwortlich bin. Meine Befugnisse sind begrenzt.“

Wenn Sie wollen, können Sie sie erweitern. Ich weiß es.“

Es ist keine Frage des Wollens, Jeremy. Bitte glauben Sie mir, ich würde Ihnen furchtbar gern helfen, aber ich würde damit meine Existenz aufs Spiel setzen.“

Na und? Sie könnten von mir eine neue Existenz haben.“

Der Bankier schüttelte den Kopf. „Sie stellen sich das ein bißchen zu leicht vor, Jeremy.“

Wollen Sie damit sagen, daß ich den Boden der Realität unter meinen Füßen verloren habe? Ich weiß, was möglich ist, und ich weiß, daß Sie mir helfen könnten. Sie wollennicht.“

Jeremy Church trat auf Craig Hogan zu. Seine Finger krallten sich in das Jackett des Mannes. „Jetzt hören Sie mir mal genau zu, Craig. Ich habe da ein ganz großes Geschäft in Aussicht, das ich unbedingt abschließen möchte. Sie werden mir die dafür nötigen Mittel verschaffen. Wie Sie das deichseln, ist Ihre Sache. Ich rate Ihnen, mich nicht im Stich zu lassen. Ich würde Ihnen das nämlich verdammt übelnehmen!“

Church ließ den Bankier los.

Craig Hogan schluckte. Er war bleich um die Nase. „Da nützen auch Ihre Drohungen nichts, Jeremy. Ich kann nichts für Sie tun.“

Sie sollten sich das noch mal gründlich überlegen, Craig.“

Da gibt es nichts zu überlegen.“

Ich rufe Sie morgen abend an, und ich bin sicher, daß Sie sich bis dahin für mich entschieden haben.“

Steif wie ein Brett stand Hogan vor dem Gangsterboß. Jeremy Church war wie ein Fliegenfänger. Wer mit ihm in Berührung kam, der blieb an ihm kleben und kam von ihm nicht mehr los. Craig Hogan wußte schon lange, daß es der größte Fehler seines Lebens gewesen war, sich mit Church einzulassen. Aber die Einsicht war leider zu spät gekommen.

Der Gangsterboß strich die Rockaufschläge seines Gastes lächelnd glatt. „Nun gehen Sie wieder hinein und amüsieren Sie sich. Deswegen sind Sie schließlich hier. Verzeihen Sie mir, daß ich vorhin so ungehalten war. Die Nerven, Sie verstehen? Ich habe in letzter Zeit viel um die Ohren, sollte mal ausspannen, mich erholen. Vielleicht werde ich es tun, wenn dieses Geschäft, von dem ich eben sprach, unter Dach und Fach ist.“

Hogan wandte sich um, öffnete die gläsernen Schiebetüren, Musik und Partylärm perlten auf die Terrasse heraus. Der Bankier schloß die Türen hinter sich. Ein hübsches dunkelhaariges Mädchen strahlte ihn an, hakte sich bei ihm unter und schleppte ihn ab.

Churchs Augen verengten sich.

Er wird es tun! dachte er grimmig. Er hat keine andere Wahl!

Der Wind schüttelte die hohen Koniferen, die die Terrasse einfriedeten. Heute war der Himmel klar. Die Sterne sahen aus wie Diamanten auf schwarzem Samt. Ein schweres, lang anhaltendes Unwetter hatte die Stadt heimgesucht. Sintflutartige Regenfälle hatten die Häuser unter sich begraben. Es hatte den Anschein gehabt, als wollte es nicht mehr aufhören zu regnen. Blitze, Donnergetöse - all das war vorbei. Friede am Himmel. Erholsame Ruhe. Beschauliche Stille ...

Jeremy Church zündete sich eine Zigarette an. Er schaute über die Stadt - seine Stadt. Viele Verbrechen wurden gerade in diesem Augenblick in seinem Auftrag verübt.

Er bestimmte das Geschehen, den Lauf der Dinge erheblich mit, und darauf war er stolz.

Ein Geräusch riß ihn aus seinen Gedanken. Er drehte sich um und erblickte einen Mann, der zwischen den Koniferen hervortrat. Groß, breitschultrig, und so fahl, als habe er jahrelang im Gefängnis gesessen.

Church kannte ihn nicht. Er hatte ihn auch nicht zu seiner Party eingeladen.

Eine seltsame Aura umgab den Mann. Jeremy Church blickte auf die Koniferen. „Wie lange haben Sie dort hinten gestanden?“

Lange genug, um Ihr Gespräch mit dem Bankier mitzuhören.“

Church stach mit Dolchblicken auf den Fremden ein. „Wer Sind Sie? Bulle? Schnüffler? Reporter?“

Der Mann schüttelte den Kopf. „Sein Sie unbesorgt, ich habe nicht die Absicht, Ihnen in irgendeiner Form einen Strick zu drehen.“

Wie heißen Sie?“

Ich habe keinen Namen.“

Das gibt‘s doch nicht. Jeder Mensch hat einen Namen. Sie wollen mich wohl verkohlen!“

Nennen Sie mich, wie Sie wollen. Mir ist jeder Name recht. Wie wär‘s mit Stranger?“

Churchs mißtrauischer Blick tastete den Fremden nervös ab. Der Kerl schien seine Gedanken lesen zu können.

Grinsend sagte Stranger: „Ich bin nicht bewaffnet.“

Schickt Dale Kelly Sie?“

Auch nicht. Ich bin aus eigenem Antrieb hier.“

Sie haben ein Gespräch belauscht, das Sie nichts anging!“

Ich muß gestehen, es war sehr interessant. Der Bankier macht Ihnen Schwierigkeiten.“

Verdammt, ich will endlich wissen, was Sie hier zu suchen haben! Was wollen Sie von mir?“ herrschte Jeremy Church den Fremden an.

Stranger lächelte kalt. „Vorsicht, mein Lieber. Sie sollten sich eines freundlicheren Tons befleißigen, sonst könnte ich böse werden!“

Churchs Augen versprühten Wut. „Dir werde ich‘s zeigen!“ schnaufte er und stürmte vor. „Ich poliere dir deine freche Schnauze!“

Er erreichte Stranger, legte viel Kraft in seinen Schwinger, doch der Fremde wich blitzschnell aus. Der Faustschlag ging daneben, seine Wucht riß den Gangsterboß nach vorn. Stranger lachte höhnisch. Das brachte Jeremy Church noch mehr in Rage. Er drehte sich und trommelte mit seine Fäusten gegen den Körper des Unbekannten.

Der Kerl zeigte keine Wirkung, verzog nicht einmal das Gesicht, obwohl die Treffer stets im Ziel saßen.

Da zog Church einen Uppercut hoch. Seine Faust krachte gegen die Kinnspitze des Fremden. Der Gangsterboß rechnete damit, daß der Bursche nach diesem Treffer zu Boden gehen würde, doch der Mann blieb auf den Beinen. Er lachte den Gangsterboß aus. Church drehte vollends durch. Wuchtige Faustschläge trafen Strangers Gesicht, das mit einemmal seltsam hart wurde.

Jeremy Church merkte es nicht sofort.

Er hieb blindwütig darauf ein.

Ein Knirschen und Splittern.

Church hielt verdattert inne. Verblüfft schaute er in das fahle Gesicht. Es wies unzählige Sprünge auf, sah wie eine zerschlagene Porzellanmaske aus.

Knisternd verlängerten und vertieften sich die Sprünge. Vom Kinn brach ein Stück ab, fiel auf den Boden und zerschellte. Die Wangenfläche löste sich. Wie die Blätter einer abgestorbenen Tulpe fielen die Porzellanteile herunter. Ein bleicher Totenschädel kam zum Vorschein.

Er grinste den entsetzten Gangsterboß an.

Jeremy Churchs Mund trocknete aus.

Er wich zwei Schritte zurück.

Zwischen ihm und den Unheimlichen flimmerte kurz die Luft, und als sie wieder zum Stillstand kam, war der Fremde in eine schwarze Kutte gehüllt, deren Kapuze hochgeschlagen war.

Meinen Namen wolltest du vorhin wissen“, sagte die grauenerregende Erscheinung. „Du sollst ihn erfahren. Ich bin Rufus, der Dämon mit den vielen Gesichtern!“

 

*

 

Jeremy Church starrte den Dämon aufgeregt an. Verdammt, er hatte sich an einem Mitglied der schwarzen Familie vergriffen. Dafür würde ihn Rufus nun wahrscheinlich hart bestrafen.

Ich ... ich wußte nicht, daß ...“, begann der Gangsterboß seine Verteidigungsrede, brach aber dann krächzend ab. Rufus würde nicht entschuldigen, was er getan hatte.

Die Schwärze der leeren Augenhöhlen machte dem Gangsterboß Angst. Es gab nichts auf der Welt, wovor er sich schon mal so gefürchtet hatte.

Ich hätte dich nicht angegriffen, wenn ich geahnt hätte ...“, preßte Jeremy Church heiser hervor. Er schaute an Rufus vorbei. Keiner der Partygäste warf einen Blick durch die Glastüren. Niemand kümmerte sich um ihn. Keiner kam ihm zu Hilfe. Die Leute wußten nicht, was hier draußen lief.

Der Dämon winkte mit seiner Knochenhand ab. „Hör auf, dich fortwährend zu entschuldigen. Ich bin nicht hier, um dir etwas anzutun.“

Nicht?“ Churchs Augen weiteten sich. Ein Stein fiel ihm vom Herzen.

Ich bin gekommen, um dir Unterstützung anzubieten.“

Jeremy Church kam aus dem Staunen nicht raus. „Mir? Tatsächlich?“

Du hast Schwierigkeiten. Craig Hogan, Dale Kelly ... Ich biete dir die Möglichkeit, sie zu bereinigen.“

Warum tust du das für mich?“

Weil deine Seele so schwarz ist, wie wir es gerne sehen. Du verdienst, unterstützt zu werden.“

Was erwartest du für eine Gegenleistung?“

Keine. Du brauchst lediglich so weiterzumachen wie bisher. Craig Hogan und Dale Kelly werden schon bald keine Hindernisse mehr für dich sein.“

Was muß ich tun? Wie wird deine Hilfe aussehen?“ fragte Jeremy Church begeistert. Er sah sich schon kometenhaft am Himmel der Unterwelt aufsteigen. Er würde der unumschränkte Herrscher von London werden.

Du wirst Besuch kriegen.“

Wann?“

Um Mitternacht.“

Wer wird mich aufsuchen?“

Laß dich überraschen“, sagte Rufus. „Sieh zu, daß du allein bist. Blas die Party ab, schick deine Gäste nach Hause.“

Jeremy Church nickte eifrig. „Das werde ich tun. Sonst noch was?“

Nein, das ist alles. Bleib, wie du bist, dann werden wir schützend unsere Hand über dich halten.“

Church grinste breit. „Keine Sorge, ich ändere mich nicht. Mit eurer Hilfe werde ich meine Aktivitäten sogar noch ausweiten.“

Das würden wir begrüßen.“

Du kannst dich ganz auf mich verlassen“, versicherte Jeremy Church.

Rufus, der Dämon mit den vielen Gesichtern, nickte zufrieden und löste sich auf. Von einer Sekunde zur andern war er nicht mehr da. Church blinzelte verwirrt. Was war das nun gewesen? Eine Halluzination? Oder hatte er tatsächlich dieses Gespräch mit Rufus geführt?

Sally Missay betrat die Terrasse. Sie trug ein blutrotes Kleid mit Spaghettiträgern. In ihrem Ausschnitt schaukelten üppige Brüste. „Sag mal, was tust du so lange hier draußen, Jeremy?“ fragte sie säuselnd. Der Glanz in ihren Augen kam nicht nur vom Alkohol, sondern auch vom Marihuana, das sie geraucht hatte. Jetzt war sie liebesbedürftig. Schnurrend klebte sie sich an den Gangsterboß.

Laß das!“ sagte er desinteressiert.

Hast du keine Lust, Baby?“

Nein.“

Kummer?“

Verschwinde.“

Ich würde dir alles, was dich bedrückt, herausmassieren.“

Church holte aus und schlug sie ins Gesicht. „Ich sagte, du sollst verschwinden!“

Sie rannte davon. Er folgte ihr und brüllte in die Musik und die ausgelassene Stimmung hinein: „Es ist Schluß, Leute! Die Party ist gelaufen!“

Bedauernde Ausrufe. Church scherte sich nicht um sie.

Macht, daß ihr rauskommt, ich will euch in fünf Minuten nicht mehr hier sehen.“

Einer von Churchs Anwälten wankte betrunken auf ihn zu. „Sag mal, Jeremy, was ist denn in dich gefahren? Jetzt, wo’s erst richtig lustig wird, schickst du uns nach Hause?“

Jeremy Church schlug ihm das Whiskyglas aus der Hand. „Was ich gesagt habe, gilt auch für dich, du besoffenes Schwein!“

Der Anwalt wich erschrocken zurück. „Okay, okay, Jeremy. Reg dich nicht auf. Ich geh ja schon. Ist ja alles in Ordnung, mein Junge.“

Allgemeiner Aufbruch. Wer nach fünf Minuten noch anwesend war, erhielt von Church einen Tritt in den Hintern.

Und dann war er allein.

Allein mit seiner Neugier und einem Kopf voller neuer, gewalttätiger Pläne. Die Zeit vertickte ihm viel zu langsam. Am liebsten hätte er mitgeholfen, sie abzuspulen. Die Zeiger der Uhr krochen träge auf Mitternacht zu. Ein unsichtbares Gewicht schien an ihnen zu hängen. Church ging nervös auf und ab. Er zündete sich eine Zigarette an der andern an. Partyspuren überall. Church kümmerte sich nicht darum. Neben einem Sessel lag ein silberner Damenschuh, nirgendwo ein zweiter. Das Girl, das ihn verloren hatte, schaukelte jetzt wahrscheinlich irgendwo durch die Gegend.

Churchs Blick richtete sich auf die elektrische Wanduhr. Schmiedeeisen, gehämmertes Kupfer, römische Ziffern, schlanke, flache Zeiger, die sich endlich den entscheidenden Ruck gaben und Mitternacht verkündeten.

Church blieb stehen. Vollkommen still war es in seinem Penthouse. Der Besuch aus den Dimensionen des Grauens würde gleich eintreffen. Welchen Weg würde er wählen? Würde er mit dem Direktlift hochkommen? Würde er auf der Terrasse erscheinen wie Rufus? Oder hier drinnen?

Ein seltsames Gefühl beschlich den Gangsterboß auf einmal, und er wußte, daß der Besuch soeben eingetroffen war.

Aufgeregt drehte er sich um ... und erblickte ihn.

 

*

 

Die Erscheinung war ein großer, muskulöser Mann, der ein violettes, eng anliegendes, elastisches Trikot trug, das auf seiner Haut zu kleben schien. Auch der Kopf steckte in diesem Trikot, die obere Hälfte des Gesichts war maskiert. Schmale Lippen glänzten feucht. Auf dem Rücken trug der Mann einen Köcher mit Pfeilen, über seiner Schulter hing ein geschwungener schwarzer Bogen.

Ich bin Yercell“, sagte er mit einer tiefen, harten Stimme. „Des Satans Bogenschütze!“

Jeremy Church nickte beeindruckt.

Rufus schickt mich“, sagte Yercell.

Wieder nickte der Gangsterboß.

Ich stehe dir ab sofort zur Verfügung. Rufus sagte, es gäbe Hindernisse, die ich für dich aus dem Weg räumen soll.“

Ja“, erwiderte Jeremy Church mit belegter Stimme. „Ich habe im Augenblick Schwierigkeiten mit Craig Hogan, dem Bankier.“

Er wird sterben.“

Sein Tod ist für mich nicht unbedingt die optimale Lösung. Wer verschafft mir das Geld, das ich brauche, wenn Hogan nicht mehr lebt?“

Yercell grinste. „Du weißt noch nicht, wie ich arbeite.“

Church schüttelte den Kopf. „Rufus hat mir überhaupt nichts erzählt.“

Ich werde dich aufklären.“ Blitzschnell nahm der violette Bogenschütze seinen Bogen in die Hand. Er zog einen Pfeil aus dem Köcher, der vom Schaftende bis zur Spitze wie ein Lichtstrahl leuchtete. Jeremy Church konnte den Bewegungen kaum mit den Augen folgen, so schnell führte Yercell sie aus. Schon lag der Lichtpfeil auf der Sehne, und der Bogenschütze zielte auf den Gangsterboß.

Jeremy Church erschrak.

Yercell senkte die Pfeilspitze. „Ich werde mit meinen Lichtpfeilen für dich töten. Die Geschosse werden den Menschen in den Körper dringen und ihr Leben zerstören. Ihre Seelen werden der Hölle anheim fallen. Zurück bleibt eine leere Hülle, in der sich das Licht der Satanspfeile ausbreitet. Die von mir getöteten Menschen werden tot sein und dennoch weiterleben, und sie werden nicht mehr gegen dich sein, sondern dir bedingungslos gehorchen. Dein Wille wird von diesem Moment an der ihre sei.“

Church strahlte. „Das ... das ist ja phantastisch!“ rief er begeistert aus.

Ungeahnte Möglichkeiten boten sich an.

Ich hoffe nur eines“, sagte der violette Bogenschütze.

Und das wäre?“

Daß du genügend Aufträge für mich hast.“

Oja“, sagte der Gangsterboß mit leuchtenden Augen. „Die habe ich für dich. Ganz bestimmt!“

 

*

 

Das Telefon läutete. Mr. Silver wollte abheben „Laß nur, ich mach das schon“, sagte ich. „Bemüh dich nicht. Du mußt ja noch müde von der Party sein.“

Die Party war vorgestern.“

Du kamst ziemlich abgekämpft nach Hause. Ein Glück, daß es Roxane nicht auffiel, sonst hätte es Saures gegeben, kleiner Salonlöwe.“

Ich habe nichts getan, wofür ich mich schämen müßte“, erwiderte der Ex-Dämon, während ich den Hörer aus der Gabel fischte.

Tony Ballard!“ meldete ich mich.

Hallo, Tony.“ Es war Tucker Peckinpah.

Hallo, Partner. Wieder daheim?“ Ich wußte, daß er für ein paar Tage nach Kanada hinübergejettet war. Er wollte seinen Reichtum und seinen Einfluß gegen das Robbenschlachten in der Labradorsee einsetzen.

Vor einer halben Stunde eingetroffen“, sagte der Industrielle, der mich, den Privatdetektiv, auf Dauer engagiert hatte, damit ich ohne finanzielle Sorgen meinen Kampf gegen Geister und Dämonen bestreiten konnte.

Wie war‘s in Kanada?“

Kalt.“

Hatten Sie Erfolg drüben?“

Wir hatten viel zu tun. Ich scharte ein paar Gleichgesinnte um mich, und wir zogen mit Lackspraydosen über das Packeis. Jede Jungrobbe, die wir erwischten, bekleckerten wir. Damit machten wir ihr Fell für die Jäger wertlos und retteten ihnen das Leben.“

Ein großartiger Einfall.“

Wir werden diese Aktion wiederholen. In größerem Umfang. Ich habe einige Leute gefunden, die dafür bereits die nötigen Vorbereitungen treffen. Wie ich gehört habe, waren Sie während meiner Abwesenheit hier in London nicht untätig.“

Ich grinste. „Was haben Sie denn schon wieder gehört?“

Daß Sie mit Roxane gegen sieben Teufelsmönche gekämpft haben.“

Sie haben doch überallhin ihren heißen Draht, was?“

Informiertsein ist die Hälfte meines Erfolges.“

Und die andere Hälfte?“

Fleiß und das richtige Fingerspitzengefühl für lukrative Geschäfte. Ist die verfluchte Kapelle jetzt sauber, Tony?“

Es wird niemandem mehr etwas passieren, wenn er sie betritt“, antwortete ich.

Dann kann man sie also endlich abreißen.“

Dem steht nichts mehr im Wege, Partner.“

Ich werde das gleich die zuständigen Stellen wissen lassen.“

Immer voll im Einsatz“, sagte ich anerkennend.

Man weiß schließlich, was man seinen Mitmenschen schuldig ist“, entgegnete der Industrielle. „Was machen die andern? Wie geht es Vicky Bonney und Roxane?“

Bestens.“

Und Mr. Silver?“

Der lümmelt faul in der Gegend herum“, sagte ich und warf einen belustigten Blick auf den Hünen mit den Silberhaaren.

Und Sie leisten ihm dabei Gesellschaft, nicht wahr?“

Im Moment noch, aber der Fall, den ich vorgestern nacht abgeschlossen habe, hat einen bitteren Nachgeschmack, Partner.“

Tatsächlich? Ich dachte, es wären alle Probleme gelöst“, meinte Tucker Peckinpah neugierig.

Sagen wir so: Alle schwarzen Probleme sind bereinigt. Aber der Fall hatte auch einen menschlichen Aspekt. Der Juwelier Raoul Kellerman wurde von den Teufelsmönchen überfallen und beraubt. Kurz vor ihrem Besuch war jedoch jemand anders bei ihm: Zwei Schläger des Gangsterbosses Jeremy Church. Sie schlugen Kellerman zusammen und nahmen dessen Freundin Jane Jingle, die vorher mit Church befreundet gewesen war, mit. Ich habe dem Juwelier versprochen, ihm das Mädchen zurückzubringen.“

Sie wollen sich mit Jeremy Church anlegen?“

Es wird mir nichts anderes übrigbleiben“, sagte ich. „Zunächst werde ich versuchen, ihn mit Worten zur Vernunft zu bringen. Wenn das nicht hilft, werde ich härtere Seiten aufziehen. Natürlich ist es für gewöhnlich nicht mein Job, mich mit Gangstern herumzuschlagen, aber in diesem Fall muß ich eine Ausnahme machen. Kellerman verläßt sich auf mich. Ich darf ihn nicht enttäuschen.“

Das ist klar, Tony. Lassen Sie es mich wissen, wenn ich Ihnen irgendwie behilflich sein kann.“

Mach ich, Partner.“

Viel Erfolg, Tony.“

Danke.“

Informieren Sie mich, wie die Geschichte ausgegangen ist.“

Mit einem Happy End natürlich, das steht jetzt schon fest“, sagte ich und legte auf.

 

*

 

Die Sitzung war für vierzehn Uhr anberaumt und zog sich bis zum Abend hin.

Geschlaucht verließ Craig Hogan den Konferenzraum. Er schnippte sich eine Tablette in den Mund und ließ Wasser aus dem gläsernen Behälter in einen Papierbecher laufen. Nachdem er die Tablette hinuntergespült hatte, suchte er noch kurz sein Büro auf.

Amanda Cox, seine schwarzgelockte Sekretärin, schenkte ihm ein freundliches Lächeln. Sie war sehr hübsch, hatte volle, kirschrote Lippen und perlenweiße regelmäßige Zähne.

Sie sehen müde aus, Mr. Hogan.“

Das bin ich auch, Amanda. Anrufe?“

Das Mädchen schürzte die Lippen. „Nichts Wichtiges. Mr. Jammy, von Jammy, Boggs und Co., möchte morgen vorbeikommen. Er wird Sie vorher noch anrufen.“

Der Bankier nickte. „Ist mir recht.“

Ach, und da war dann noch ein Anruf ‑ von Miß Skerritt. Sie wollte wissen, wo Sie so lange bleiben.“

Jacqueline Skerritt war seine Geliebte. Er hatte zwölf Jahre lang eine nicht gerade besonders aufregende Ehe geführt, und er wäre wohl immer noch verheiratet gewesen, wenn ihm nicht Jacqueline Skerritt über den Weg gelaufen wäre.

Sie hatte eine Explosion in seinem Leben ausgelöst, hatte ihn gewaltig aus der Bahn geworfen, und sie war auch der Grund gewesen, weshalb er sich mit Jeremy Church eingelassen hatte.

Er wollte ihr so viel wie möglich bieten und sie in Luxus betten. Aber das kostete mehr Geld, als er verdiente. Was er darüber hinaus brauchte, verschaffe ihm Church, doch damit geriet er in ein Abhängigkeitsverhältnis, das allmählich untragbar wurde.

Jeremy Church war ein Mensch, der gleich die ganze Hand haben wollte, wenn man ihm den kleinen Finger hinstreckte. Er verlangte immer größere Gefälligkeiten von Hogan.

Damit sollte nun Schluß sein. Auf das Geschäft, das Church von ihm erwartete, würde er sich nun nicht mehr einlassen. Da würden auch keine Drohungen mehr nützen.

Der Bankier wies auf das Telefon. „Rufen Sie Miß Skerritt an und sagen Sie ihr, daß ich mich schon auf dem Heimweg befinde.“

Ist gut, Mr. Hogan.“

Er machte in seinem Büro noch schnell Ordnung, dann ging er. Sein Wagen stand auf dem Parkplatz hinter dem Bankgebäude. Ein Jaguar. Neuestes Modell. Ein Geschenk von Jeremy Church für geleistete Dienste.

Die Sonne tupfte mit ihren goldenen Strahlen zum letztenmal auf die Dächer der Stadt, dann verabschiedete sie sich.

Craig Hogan schloß den Jaguar auf und setzte sich hinter das Steuer. Er dachte an Jaqueline. Seit zwei Jahren kannte er sie nun schon, und in ihm brannte immer noch ein verzehrendes Feuer, wenn er sie in die Arme nahm. Sie war wie ein Vulkan. Ein Naturereignis. Was sie ihm schenkte, hatte ihm nie zuvor eine Frau gegeben. Sie hätte ihn nicht verlassen dürfen, das hätte er nicht zugelassen. Bevor sie einem andern gehörte, hätte er sie lieber umgebracht. Ja, das hätte er, der keiner Fliege etwas zuleide tun konnte und jede Art von Gewalt verabscheute, getan.

Er startete die Maschine.

Der Motor schnurrte kaum hörbar. Craig Hogan drückte mit Gefühl auf das Gaspedal, ließ die Kupplung langsam kommen. Das Fahrzeug rollte an.

Plötzlich spiegelte die Luft. Craig Hogan sah sich selbst und den Jaguar. Die Spiegelung war eine Sekunde später wieder weg, und vor dem Bankier, mitten auf dem Parkplatz, stand eine violette Gestalt. Ein Bogenschütze, der einen leuchtenden Pfeil auf der Sehne liegen hatte, dessen Spitze auf Hogans Brust wies!

 

*

 

Trevor Bloom, ein Typ mit neugierigen Hasenzähnen und abstehenden Ohren, betrat Jeremy Churchs Penthouse. Eine Zeitung steckte in der Außentasche seines karierten Jacketts. Er zog sie heraus und klatschte sie grimmig auf den Tisch.

Der Gangsterboß schaute ihn gelassen an. „Ist dir was über die Leber gelaufen, Trevor?“

Hast du die Zeitung schon gelesen?“

Klar, von vorn bis hinten.“

Dann kann dir auch das Geschmiere dieses Woody Hyde nicht entgangen sein.“

Ist es auch nicht.“

Und das stört dich nicht?“ fragte Bloom verwundert. „Dieser Bastard wird immer dreister. Okay, du wirst von allen Zeitungen angegriffen, daran gewöhnt man sich mit der Zeit. Versteckte Anspielungen, kleine Sticheleien, ein eingestreuter Verdacht, mit einem Fragezeichen versehen, damit du dich nicht beschweren kannst. Das alles lasse ich mir gefallen. Aber dieser Woody Hyde geht entschieden zu weit. Er hat seine Schreibmaschine in Salzsäure getaucht und serviert seinen Lesern die Story mit dem Holzhammer. Ich kann nicht verstehen, wie dich das so kalt lassen kann. Dieser Woody Hyde greift dich öffentlich an. Er fordert dich heraus. Er beleidigt dich in jedem Satz mindestens einmal. Hast du die Absicht, das alles einfach hinunterzuschlucken, Jeremy?“

Church grinste. „Es gefällt mir, wie du dich aufregst und für mich Partei ergreifst, Trevor.“

Dieser Mistkerl bezeichnet dich als den Al Capone von London.“

Sollte ich mich mit dieser Bezeichnung nicht geschmeichelt fühlen? Al Capone war ein großer Mann. Von dem hätten wir alle noch was lernen können.“

Hyde sagt, man müsse Jeremy Church, dieses gefährliche Unkraut, vertilgen.“

Laß ihn doch. Es ist seine Meinung. Wir leben in einem Land, in dem zum Glück jeder seine Meinung äußern kann.“

Du willst mich wohl auf den Arm nehmen, Jeremy“, ereiferte sich Trevor Bloom. „Mach mir nichts vor. Du mußt dich doch über Woody Hydes Artikel grün und blau ärgern.“

Ich tu‘s aber nicht.“

Ich verstehe dich nicht mehr. Bis vor kurzem hättest du noch ein paar Jungs zu Hyde geschickt, die ihn für dich auseinandergenommen hätten. Er hätte nie wieder ein böses Wort über dich geschrieben.“

Ich habe meine Taktik geändert.“

Du wirst allmählich weich, Jeremy. Das kann gefährlich werden. Darauf wartet Dale Kelly doch nur. Wenn du schwach zu werden beginnst, wittert Kelly seine Chance, dich fertigzumachen.“

Jeremy Church lachte unbekümmert. „Mach dir keine Sorgen, Trevor. Ich werde schon bald über Woody Hyde und Dale Kelly triumphieren.“

Hyde macht in seinem Artikel gewisse Andeutungen. Er behauptet, an Unterlagen gekommen zu sein, mit denen er dich fertigmachen kann. Er will sie kommenden Sonntag veröffentlichen. Läßt dich das immer noch kalt?“

Hyde wird mir nicht schaden.“

Mensch, Jeremy, nichts kann ihn davon abhalten. Er haßt dich.“

Er wird für mich arbeiten. Demnächst.“

Das glaubst du doch selbst nicht!“ sagte Bloom.

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120
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783738904079
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v334880
Schlagworte
tony ballard satans bogenschütze

Autor

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Titel: Tony Ballard #74: Satans Bogenschütze