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Blake Gordon #3: Eine Braut für Dracula

von Horst Weymar Hübner (Autor) Pixabay Steve Mayer (Cover Design)

2016 120 Seiten

Leseprobe

Blake Gordon #3: Eine Braut für Dracula

Horst Weymar Hübner

Published by BEKKERpublishing, 2016.

Eine Braut für Dracula

Von Horst Weymar Hübner

Blake Gordon – Band 3

Impressum

––––––––

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und

BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author/ Cover by Christian Dörge, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by Alfred Bekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin

Munsonius.

WWW.ALFREDBEKKER.DE

postmaster@alfredbekker.de

Prolog

Sie hatten ihn in eine Falle gelockt und ihm einen bezahlten Killer geschickt.

Als er starb, hatte er dennoch das beste Geschäft seines Lebens gemacht und eine andere Art von Unsterblichkeit erlangt.

Der Preis dafür erschien ihm lächerlich gering. Jede Woche eine Braut für den Fürsten der Blutsauger. Das war annehmbar.

Dafür besaß er das Wohlwollen seines unheimlichen Gönners und hatte Muße, sich seiner fürchterlichen Rache an jenen hinzugeben, die ihm den Killer geschickt hatten. Er fühlte sich sicher, denn er war ein gehorsamer Diener Draculas.

Roman

Ein grauenvolles, an und abschwellendes Geheul jagte Ed Sheldon eisige Schauer über den Rücken.

Betroffen blieb er stehen und reckte den Hals aus dem Kragen der Uniformjacke. Seit zwanzig Jahren ging er hier Streife, aber solche unheimlichen Laute hatte er noch nie vernommen.

Es hörte sich gerade so an, als sei ein Wolf los. Oder zwei.

Aber wie sollten ausgerechnet Wölfe nach Manhattan hereinkommen und hier durch die Straßen schleichen?

Der nächste Zoo, wo es vielleicht Wölfe gab, lag mehr als drei Meilen entfernt oben im Central Park. Sicher war sich Ed Sheldon aber nicht, ob sie dort solche Biester hielten. Der Central Park hatte nie zu seinem Revier gehört. Da oben kannte er sich nicht aus.

Wenn es dort aber Wölfe gab, dann waren sie so sicher eingesperrt, dass sie niemals ausreißen und durch die Stadt streifen konnten, davon war er überzeugt,

Er lauschte in den trüben Herbstabend und empfand ein Frösteln, als wieder das unheimliche Heulen durch die Straßen klang.

Die Quelle konnte er nicht feststellen. Nicht einmal die ungefähre Richtung. Es drang von überall her, und es war so klar und deutlich, dass ihm der ungute Gedanke kam, es könnte aus menschlichen Kehlen stammen.

Er hatte keine Ahnung; was ihn darauf brachte. Es war eine spontane Eingebung, weil ihm keine bessere Erklärung in den Sinn kam.

Über den dummen Gedanken erschrak er fast noch mehr als über das entsetzliche Heulen.

Das fehlte noch, dass er sich verrückt machen ließ!

Ein derartiges Geheul brachte doch kein Mensch zustande!

Wahrscheinlich hielt sich ein verschrobener Bewohner dieser Gegend ein größeres Haustier, das die entsetzlichen Töne produzierte. Denn das war Greenwich Village und galt immer noch als das Künstlerviertel von New York, auch wenn das Künstlervölkchen fast gänzlich fortgezogen war. Es hatte einer gewissen Schicht von Leuten Platz machen müssen, die viel Geld besaßen, aber wenig Geschmack.

Zu diesen Geschmacksverirrungen zählte auch, dass man sich möglichst exotische Hausgenossen hielt. Vierbeinige natürlich. Erst vor ein paar Wochen hatte Ed Sheldon einen fast ausgewachsenen Alligator beim Sonnenbaden auf dem Rasen vor einem neuenglischen Backsteinhaus gesehen, und die spleenige Besitzerin hatte dabeigesessen und das Mistvieh mit Schokoladenkeksen gefüttert.

Und was ihm gelegentlich der Wind aus den umzäunten Gärten an Gerüchen in die Nasenlöcher wehte, das duftete wahrhaftig nicht nach Rosen, eher nach Raubtieren.

In der Mac Dougal Allee hinterm Washington Square Park wohnte sogar ein Bursche, der jeden Nachmittag zwischen drei und fünf Uhr zwei Geparde an der Leine spazieren führte. Von denen wusste er, wie große Raubkatzen rochen.

Ob sie aber solche grässlichen Töne hervorbrachten, wusste er nicht.

Jetzt war auch nicht die Zeit, zu der der Mann mit den Tieren draußen war. Jedenfalls war er ihm noch nie am Abend begegnet.

Wieder kam das schreckliche Heulen von allen Seiten.

Ed Sheldon schaute zu den erleuchteten Fenstern. Waren die Leute denn taub? Hörten sie das Jaulen nicht?

Ihm richtete es jedenfalls die Nackenhaare auf, und das wollte schon etwas heißen.

Das Jaulen endete in einem klagenden Heulen. So gottverlassen, dass Ed Sheldon an eine verdammte Seele dachte.

Dann verebbte der Ton, und vom Washington Square drang das ferne dumpfe Rumoren des abendlichen Autoverkehrs in die Straße.

Ed Sheldon zog weiter seine Runde. Aufmerksamer als sonst blickte er auf die Häuser, die Fenster, Türen und Gärten.

In der Minetta Lane manövrierte ein Mann seinen Wagen in die enge Garage. Das alte Greenwich Village war nicht für gewaltige Blechkarossen und Straßenkreuzer gebaut worden.

Ed Sheldon grüßte hinüber. Soweit er wusste, managte der Mann eine Musikproduktionsfirma und verdiente sein Geld praktisch im Schlaf.

Leute von den Broadway Theatern lebten hier. Ein paar Sternchen, die es im Musikgeschäft erst noch zu was bringen wollten. Und hochkarätige Finanzmenschen, die drunten in der Wall Street ihr Büro mit den Angestellten hatten.

Ed Sheldon kannte die Leute von Greenwich Village nicht alle mit Namen, aber viele vom Ansehen.

Er stutzte, als er aus dem Haus an der Ecke Waverly Plaza ein gurgelndes Stöhnen vernahm. Gerade, als würde jemand seinen letzten Atemzug tun.

Die Straßenbeleuchtung war miserabel, New York war arm. Das Haus lag in völliger Dunkelheit. Sonst kamen um diese Zeit immer noch Autos vorbei. Ihr Scheinwerferlicht wäre Ed Sheldon gerade recht gewesen.

Aber heute war es wie verhext. In der Ferne rumorte der Verkehr, zwei Querstreifen weiter rollte ein ganzer Schwung Autos gemächlich über die Kreuzung, bloß hier kam nicht eines vorbei.

Er überquerte die menschenleere Straße und näherte sich dem dunklen Haus. Es war alt und schmalbrüstig, und wenn er’s recht bedachte, waren ihm in den zurückliegenden vier oder fünf Jahren keine Bewohner aufgefallen.

Leer stehende Häuser in Greewich Village gab es tatsächlich. Meist blieben sie aber nicht lange unbewohnt. Entweder wurden sie zu sündhaft teuren Preisen umgebaut oder junge Leute zogen mit ein paar Apfelsinenkisten, etwas Geschirr und zwei Taschen voller Klamotten ein.

Das war dann illegal. Aber Ed Sheldon drückte in solchen Fällen gerne ein Auge zu.

In diesem Haus befand sich jedenfalls jemand. Er hörte wieder dieses schreckliche Stöhnen. Da konnte jemand böse gestürzt sein.

Möglich war natürlich auch, dass hier ein Einbrecher sein Glück versucht hatte und in der Dunkelheit gegen ein Hindernis gerannt war. Auch Greenwich Village wurde von solchen Burschen, die ihren Mitmenschen die Wohnung ausräumten, wie andere Wohngegenden in der Riesenstadt heimgesucht. Darin machte das Viertel keine Ausnahme.

Ed Sheldon hatte schon eine stattliche Zahl von Einbrechern erwischt. Aber die Zunft starb anscheinend nie aus. Unaufhörlich drängte Nachwuchs ins Fach.

Es ging ihm mächtig gegen den Strich, wenn die Burschen ausgerechnet in seinem Revier Beutezüge unternahmen. Sein Ziel war es, Greenwich Village sauber zu halten.

Was man ausgerechnet in diesem Haus, das schon so lange leer stand, an lohnender Beute zu finden hoffte, blieb ihm ein Rätsel.

Eine Taschenlampe hatte er nicht dabei. Er riss ein Streichholz an und beleuchtete das grünspanbezogene Messingschild am Pfeiler des Gartentores. Alle diese Häuser hier besaßen winzige Vorgärten mit einem richtigen Zaun oder einer Mauer.

Prentiss.

Das konnte er entziffern.

Der Name ließ etwas in ihm klingen, und dann fiel ihm die düstere Geschichte ein. Prentiss war ein Erfinder gewesen, ein ganz eigenartiger Kauz, der kaum mit jemand aus der Nachbarschaft Kontakt gehabt hatte. Aber ein sehr erfolgreicher Mann war er gewesen. Seine Erfindungen hatten allesamt etwas getaugt, und er hatte sogar mit bekannten Industriekonzernen und mit der NASA Geschäfte gemacht.

Jemand hatte ihn dann allerdings durch schmutzige Tricks an den Bettelstab gebracht, und er war verbittert und in Armut gestorben.

Nicht hier, das wusste Ed Sheldon genau.

Aus dem jämmerlichen Zustand des Hauses zu schließen gab es keine Erben. Keine jedenfalls, die den Wunsch hatten, in dem Haus zu leben oder ihr Geld in seine Erhaltung zu stecken.

Auch sonst hatte sich nie jemand um das Gebäude gekümmert. Nicht mal die Leute, die sich gern illegal einnisteten.

Zumindest war ihm in dieser Richtung nichts aufgefallen.

Er klinkte die rostige Gartentür auf. Sie quietschte abscheulich.

Wenn wirklich Einbrecher im Haus waren, dann waren sie jetzt jedenfalls gewarnt.

Roter zuckender Lichtschein überflutete plötzlich die Fassade. Schräg gegenüber hatte Watkins die kitschige Leuchtreklame seiner Theaterkneipe eingeschaltet. Ed Sheldon war für das milde Licht dankbar. Es ließ ihn einiges erkennen - und das war besser als nichts.

Hinter dem säulengeschmückten Treppenaufgang stand die Haustür sperrangelweit auf. Sonst war das nie der Fall.

Mit angehaltenem Atem lauschte er auf Geräusche:

Das gurgelnde Stöhnen, das ihn über die Straße gelockt hatte, wiederholte sich nicht.

Es deutete auch nichts darauf hin, dass eventuelle Einbrecher hinten hinaus' türmten und einen verletzten Komplizen mitschleppten. Und dieses grausige Heulen ließ sich auch nicht mehr vernehmen.

Trotzdem gefiel Ed Sheldon die Sache nicht. In zwanzig langen Dienstjahren hatte er einen besonderen Sinn dafür entwickelt, ob und wann eine Situation brenzlig war oder nicht.

Brenzlig traf nicht genau das, was er empfand.

Da war etwas im Haus, das spürte er. Es war eher unheimlich, weniger gefährlich.

Er musterte die Fassade. Die Läden drohten sich von den Angeln zu lösen, die Fensterkreuze hatten die Farbe abgestoßen. Aber die Scheiben waren ganz. Und die Fenster geschlossen.

Hinter keinem entdeckte er eine Bewegung oder das Gesicht eines Eindringlings, der vorsichtig Nachschau hielt, wer die Gartentür hatte quietschen lassen.

Vorsorglich legte Ed Sheldon die rechte Hand auf die Ledertasche, in der seine großkalibrige Dienstwaffe steckte. Falls man ihn heimlich beobachtete, zog man hoffentlich aus dieser eindeutigen Geste die richtigen Schlüsse.

Energisch schritt er den Stufen zwischen den verwitternden Säulen entgegen.

Erst aus unmittelbarer Nähe fielen ihm die Spuren des Verfalls so richtig auf. Im Tageslicht sah das Haus irgendwie freundlicher und besser erhalten aus.

Er knurrte, um sich über die düsteren Empfindungen hinwegzuhelfen.

Auf den Stufen raschelten dürre Blätter unter seinen Schuhen. In der Haustür blieb er stehen und lauschte ins Innere des Gebäudes.

Es knackte irgendwo im Gebälk.

Ed Sheldon wartete zwei volle Minuten. Vor dem roten Licht, das die Leuchtreklame von Watkins in die Straße streute, war er im Türrahmen für einen im Haus lauernden Gegner nicht zu übersehen. Er baute darauf, dass der die Nerven verlor.

Aber nichts geschah.

Da tastete Ed Sheldon um den Türstock nach dem Lichtschalter. Seine Finger trafen auf einen Porzellankörper aus den Anfängen der Elektrifizierung. Der Schalter saß auf dem bröckelnden Putz.

Er drehte vergeblich.

Vielleicht war nur dieser Schalter nicht in Ordnung, aber Ed Sheldon fürchtete, dass das ganze Haus ohne Stromversorgung war.

Er trat ein. Vorsichtig und tastend setzte er einen Schritte vor den anderen.

Der Fußboden schien intakt, er knarrte nur abscheulich.

Ein seltsam süßlicher Geruch wurde wahrnehmbar. Kein Verwesungsgeruch. Der Polizist wusste, wie Leichen rochen, die schon eine Weile an einem Ort lagen.

Er griff zur Stabtaschenlampe.

Im selben Augenblick hörte er ein seidiges Schwirren aus der Tiefe des Hauses. Es näherte sich gedankenschnell. Da flog zweifelsfrei etwas herum.

Fledermäuse!, dachte Ed Sheldon. Es müssen eine ganze Menge sein!

Bevor er Taschenlampe einschalten konnte, traf ihn ein eisiger Lufthauch. Dann war das seidige Schwirren genau vor seinem Gesicht, und etwas berührte seine linke Schulter.

Im nächsten Augenblick schrie Ed Sheldon vor Schmerzen und vor Schreck auf. Nadelspitze Krallen bohrten sich durch die Uniformjacke in seine Achsel. Zentnerlasten schienen sich auf ihm niederzulassen.

Keuchend ging er in die Knie. Der Schmerz in der linken Achsel breitete sich rasend schnell aus und brannte wie Feuer. Ein spitzes Fauchen drang ihn an die Ohren.

Er schlug entsetzt um sich. Den linken Arm brachte er gar nicht richtig hoch. Mit der rechten Faust traf er einen festen großen Körper.

Schärfer und tiefer bohrten sich die Krallen in seine Schulter.

Ed Sheldon schwang die Faust wie einen Hammer. In seinem Kopf dröhnte es, und sein Herz pochte wie rasend.

Etwas peitschte auf ihn ein und versuchte ihn zu Boden zu drücken. Er bildete sich ein, dass es entsetzlich große Schwingen waren.

Das Grauen schüttelte ihn.

Immer wieder traf er mit der Faust. Die nadelscharfen Krallen ließen jedoch nicht seine Schulter los.

Verzweifelt angelte er nach seiner Pistole.

Als er das kalte Metall auf der Handfläche spürte, wich die Panik von ihm. Er holte aus und schmetterte die Waffe auf das unheimliche Wesen, das ihn angriff.

Ein mörderischer Stoß schleuderte ihn rückwärts. Ed Sheldon strauchelte und stürzte längelang hin.

Zugleich löste sich der quälende Griff von seiner Schulter. Auch das Gewicht drückte nicht mehr auf ihn.

Aus hervorquellenden Augen sah er über sich eine riesige Fledermaus. Das rote Reklamelicht von gegenüber sickerte zur Haustür herein und ließ ihn das Wesen besser erkennen.

Es war wahrhaftig eine Fledermaus. Aber sie war so groß wie ein Mensch.

Und sie hatte einen richtigen Menschenkopf!

Ed Sheldon fürchtete, übergeschnappt zu sein, als er das aufgerissene Maul und die dolchartigen Eckzähne sah. Es kam ihm vor, als würde dieses grausige Wesen grinsen und ihn verhöhnen.

Mächtige Schwingen schlugen auf und nieder und hielten das Wesen in der Luft. Unter dem Leib bemerkte der Polizist stummelartige Gliedmaßen, an deren Ende handlange gekrümmte Krallen im diffusen Licht schimmerten.

Von Grauen gepackt starrte Ed Sheldon zu diesem Wesen hinauf.

Heftiger schlugen die Schwingen, die sich durch den ganzen Raum zu spannen schienen. Eisige Luftzüge streiften sein schweißüberströmtes Gesicht.

Dann strich das Monstrum über ihn hinweg in Richtung Haustür.

Erst jetzt besann sich Ed Sheldon auf die Pistole in seiner Hand.

Er rollte sich herum und wollte feuern.

Fast erstarrte ihm das Blut in den Adern.

Vor dem hellen Rechteck der Tür sah er, wie das riesige geflügelte Wesen von einem Augenblick zum anderen schrumpfte. Als es die Größe eines Raubvogels erreicht hatte, schwang es sich mit lautlosem Flügelschlag aus der Tür und entschwand.

*

Mike Beers, durch die Freundlichkeit Blake Blakes nun mit einem sicheren Einkommen gesegnet, hatte sich an diesen Morgen wieder einmal durch einen Haufen Emails, Facebooknachrichten und anderen Quellenhinweisen gequält, als ihm doch noch etwas interessantes auffiel. Erst hatte er gedacht, dass er alle angekommenen Emails kommentarlos in den Spamordner verschieben konnte. Aber in dem Augenblick, als er gerade die Nachrichten markieren wollte, viel ihm ein Betreff auf, der ihn stutzen ließ.

Was groß ist, wird größer ...

Anfangs hatte Mike an eine der nervigen Spamnachrichten gedacht, die beinah täglich in seinem Emailfach landeten. Eine Nachricht, die ihm versprach, so lange Sex haben zu dürfen, wie er wollte, oder das sei Penis über Nacht mindestens 20cm wachsen würde.

Dann aber fiel ihm auf, dass die Nachricht nicht von einer Nancy, einer Sandy, oder einer Mandy stammte. Nein, es war der Absender einer in Amerika erscheinenden Zeitung, die sich mit außergewöhnlichen Erscheinungen beschäftigte und Hirngespinsten nachsetzte, und ihnen versuchte auf den Grund zu gehen.

Mike, dreifacher Familienvater, und vom englischen Sozialsystem gnadenlos hängen gelassen, als er seinen Job verlor, öffnete die Mail, und begann eifrig zu nicken, während er Satz für Satz las.

Das war interessant.

Blake Blake würde sich dafür brennend interessieren.

Um die Daten zu sichern, druckte er sie aus – oder besser gesagt, er wollte sie ausdrucken. Doch als die Tinte aus der Drüse der Patrone schoss, das Papier berührte, und anfing die ersten Buchstaben zu schreiben, geschah das, womit Mike niemals im Leben gerechnet hätte ...

... das Papier fing plötzlich Feuer.

*

Im ersten Moment wollte Ed Sheldon schwören, dass alles gar nicht wahr war, dass er bloß schlecht träumte und daheim im Bett lag.

Aber da waren die bestialischen Schmerzen in der linken Achsel. Und worauf er lag, war nicht sein bequemes Bett, sondern der Fußboden in einem seltsamen alten Haus in Greenwich Village.

Außerdem hielt er seine Pistole in der Hand.

Ächzend stand er auf.

Es wurmte ihn, dass er nicht geschossen hatte. Eine dumpfe Ahnung sagte ihm jedoch, dass seine Kugeln kaum etwas ausgerichtet hätten.

Er torkelte gegen die nächste Wand. Zitternd lehnte er sich an.

Dieses fürchterliche Wesen mit dem Menschenkopf und den langen Zähnen musste einem Horrorfilm entsprungen sein. So was gab’s in Wirklichkeit doch gar nicht!

Aber er hatte es mit eigenen Augen gesehen. Und es hatte ihn angegriffen. Die Schmerzen in seiner linken Achsel und das sickernde Blut waren ja schließlich nicht bloß eine lebhafte Einbildung.

Er kämpfte gegen das Entsetzen und die Furcht an und lauschte zwischen seinen keuchenden Atemzügen in das dunkle Haus hinein.

Vielleicht lauerte da noch so eine teuflische Überraschung.

Teuflisch! Das war genau die richtige Bezeichnung. Das Wesen war der reinste Teufelsspuk!

Nach einer Weile hatte sich Ed Sheldon so weit beruhigt, dass er überlegen konnte, was er unternehmen musste.

Wenn er die geisterhafte Geschichte auf der Wache erzählte, warfen sie ihn wegen erwiesenen Schwachsinns aus dem Dienst. Die blutende Achsel würden sie als Resultat eines Zusammenstoßes mit einem Messerstecher betrachten.

Mit der Geschichte von der menschengroßen Fledermaus konnte er also nicht daherkommen, ganz ausgeschlossen.

Aber vielleicht fand er einen Beweis, der ihn in die Lage setzte, seine Story zu untermauern. Womöglich war dieses verdammte Prentiss-Haus der Schlupfwinkel dieses geflügelten Monsters.

Er suchte nach den Streichhölzern.

Die hatte er verloren, als ihn das Wesen attackierte. Aber weit konnten sie nicht sein.

Er entdeckte die Taschenlampe mitten in der rötlichen Lichtbahn, die zur Tür hereinfiel.

Zwei Atemzüge später brannte sie.

Und genau im selben Augenblick hörte er ein Geräusch wie von einer hastig geschlossenen Tür.

Ed Sheldon wirbelte herum. Der Lichtstrahl der Stabtaschenlampe riss die Konturen der Wände und Erker aus der Dunkelheit. Geisterhaft waberte das elektronische Licht durch den Raum.

Die Haustür war nicht, wie zuerst befürchtet, zugefallen. Also war das Geräusch im Haus entstanden. Und das nicht zufällig, darauf wollte er wetten.

Hier ging etwas vor, das er nicht begreifen konnte – nicht begreifen wollte!

Jemand hielt sich im Haus verborgen, da war er sich sicher!

Ed Sheldon war nach dem Schreck gerade in der richtigen Stimmung, um Streit anzufangen. Egal, mit wem.

Er bewegte die Taschenlampe kurz in die Höhe und entdeckte einen weiteren Lichtschalter. Aber auch der war tot. Damit traf seine Befürchtung zu, dass das Haus tatsächlich ohne Strom war.

Wieder machte er einen Schritt vor, und wieder leuchtete er die Wand ab. Um dann zu stutzen.

Er hatte etwas entdeckt.

Er befand sich in einer Art Halle. Und erstaunlicherweise waren noch die Möbel vorhanden. Auf einer bemalten Truhe stand ein dreiarmiger Kerzenleuchter. Die Kerzen darauf waren zur Hälfte abgebrannt.

Wählerisch war er nicht, ihm reichten sie. Er tappte hinüber, beinah als wäre er fremdgelenkt, und holte dann ein Feuerzeug hervor, und zündete sie an. Überall lag der Staub dick herum. Sogar auf dem Leuchter.

Das milde warme Kerzenlicht nahm dem Haus eine Menge von seiner düsteren Ausstrahlung. Ed Sheldon spürte, dass sich Blut über seinem Hosenbund sammelte.

Er knöpfte die Uniformjacke auf, das Hemd und löste die Krawatte. Energisch legte er die linke Achsel frei.

Das entsetzliche Wesen hatte ihn ganz schön erwischt. Vorne direkt unterm Schlüsselbein sah er ein Loch, aus dem Blut sickerte.

Er biss die Zähne zusammen und griff nach hinten, weil er den Kopf nicht so weit drehen konnte. Dort hatten die Krallen drei Löcher hinterlassen. Er ertastete sie. Soweit er spürte, bluteten sie längst nicht so stark wie das Loch vorne.

Ihm reichte es dennoch.

Er zerrte das Taschentuch aus der Jackentasche hervor, legte es zusammen und machte einen notdürftigen Verband. Wenn er sich nicht allzu heftig bewegte, musste er eine Weile halten. Und irgendwann musste ja die Blutung gerinnen und zum Stillstand kommen.

Behutsam zerrte er das Hemd über die verletzte Achsel, streifte die Jacke hoch und probierte die Beweglichkeit des linken Armes aus. Bäume konnte er nicht ausreißen, das war ihm schon klar, aber den Leuchter konnte er damit tragen.

Die Pistole nahm er in die rechte Hand. Dann sah er sich um.

Der Staub, den er auf Truhe und Leuchter entdeckt hatte, bedeckte auch den Fußboden in der Halle. Er sah seine eigenen Fußtritte und die Stelle, wo er gestürzt war.

Da war aber noch eine Spur, und sie rührte von wesentlich kleineren Füßen her. Sie stammte auch nicht von Halbschuhen, sondern von Stöckelschuhen.

Eine Frau war in dieses Haus gegangen!

Nur herein, denn die Spur führte nicht wieder hinaus.

Ed Sheldon fielen eine ganze Menge gruselige Dinge ein.

Hatte diese riesige Fledermaus mit dem Menschengesicht etwa die Frau in dieses Haus getrieben?

Unwillkürlich zog er die Achseln hoch. Der stechende Schmerz signalisierte ihm, dass er gerade diese Bewegung besser unterließ.

Er folgte der Spur bis in den Hintergrund der Halle. Dort befanden sich vier Türen. An der rechten Seite der Halle führte zudem eine Holztreppe zu einer Galerie und zu den obenliegenden Räumen hinauf.

Die Treppe war seit Jahren nicht mehr benutzt worden. Der Staub verriet es.

Ed Sheldon ging systematisch vor, nachdem er merkte, dass hinten in der Halle weniger Staub lag und sich die Spur der Frauenschuhe auf einem muffig riechenden Läufer aus Wolle verlor. Er stieß die nächste Tür auf und leuchtete hinein.

Das war die Küche des Hauses, mit einem Herd in der Mitte und noch fast komplett eingerichtet.

Der zweite Raum enthielt den Abgang zum Keller. Auf diesen Stufen lag zwar kein Staub, dafür war der Treppenschacht fast gänzlich mit Spinnweben zugehängt. Da wäre nicht mal eine Fliege durchgekommen, geschweige denn ein Mensch oder eine riesige Fledermaus.

Ed Sheldon drückte die dritte Tür auf.

Der Raum war ein großes Wohnzimmer. An der rechten Wand gab es einen bogenartigen Durchgang. Dahinter schien sich eine Art Bibliothek zu befinden, denn der Polizist sah im flackernden Kerzenlicht bis zur Decke reichende Regale und ein paar Bücher. Die vierte Tür im Hallenhintergrund wies direkt in die Bibliothek. Ohne dass der Umweg über das Wohnzimmer gemacht werden musste.

In der Küche waren die beiden Fenster geschlossen. In der Bibliothek gab es nur eines, und das war auch fest verriegelt, wie Ed Sheldon feststellte.

Blieb also nur noch das große Wohnzimmer, wo die Frau sein konnte.

Er hob den Leuchter höher, gerade so weit, wie es die Schmerzen zuließen.

Und dann sah er sie zwischen abgedeckten Möbeln auf dem Boden liegen. Er hatte es insgeheim befürchtet. Dennoch verharrte er in einem Augenblick furchtbarer Erstarrung.

Sie war rothaarig, und er kannte sie. Sie wohnte in der Gay Street, nur drei Ecken entfernt. Ihr Name war Debbie Brian. Sie tanzte an einem der großen Broadway Theater.

Das heißt, mit dem Tanzen war’s vorbei.

So, wie sie dalag, pflegten nur Tote zu liegen.

Ed Sheldon atmete flach ein, bevor er sich ihr vorsichtig näherte, um keine Spuren zu verderben.

Sie war tot, daran zweifelte er nicht mehr. Sie schien leicht gestorben zu sein, denn auf ihrem Gesicht entdeckte er einen fast glücklichen Zug. Und sie lag nicht verkrümmt, sondern wie jemand, der sich entspannte.

Ihre Kehle war blutig und aufgebissen, und seitlich am Hals über der rechten Schlagader bemerkte er Löcher, wie er sie in der linken Achsel hatte.

Die quirlige Debbie war von einem Blutsauger umgebracht worden!

Und er hatte mit diesem Blutsauger einen Zusammenstoß gehabt.

Er stutzte. Das Gesicht der Toten kam ihm etwas verändert vor. Nicht, dass er sie nicht für Debbie Brian gehalten hätte, aber ihm war, als sei sie älter, als er bisher immer geglaubt hatte.

Es konnte auch daran liegen, dass sie sonst immer geschminkt und adrett zurechtgemacht gemacht gewesen war, wenn er sie auf der Straße getroffen hatte. Jetzt war sie ungeschminkt.

Es gab keine Spuren, die Ed Sheldon ruinieren konnte.

Er ging neben Debbie Brian in die Knie, stellte den Leuchter ab und hoffte, vielleicht doch noch eine Spur Leben in ihr zu finden.

Erschrocken zuckte seine Hand zurück, als ihm die Eiseskälte bewusst wurde, die ihr Körper ausstrahlte.

Dann begriff er, warum das Mädchen ihm so verändert war.

Debbie Brian war regelrecht ausgetrocknet. Wie eine Mumie. Ohne da sie merklich zusammengeschrumpft oder gewelkt war.

Das Blut an ihrer Kehle war trocken und bröckelte unter seinen behutsam tastenden Fingern ab.

Ed Sheldon fürchtete, irrsinnig zu werden.

Alles, was er hier feststellte, waren glatte Unmöglichkeiten. Und dennoch waren sie Tatsache.

Er musste die Mordkommission verständigen, daran führte kein Weg vorbei. Und das beste war, er erzählte denen gar keine lange Geschichte, sondern beschränkte sich darauf, er hätte das Mädchen tot gefunden.

Seine Hände tasteten nach seinem Handy. Als er es aus der Innenseite seiner Jacke gezogen hatte, bemerkte er, dass er keinen Empfang hatte.

Shit...!

Nicht eine kleine Funkwelle drang in das Haus.

Er widerstand der Versuchung, die Hände des Mädchens zu falten. Etwas hielt ihn davon ab.

Überhaupt merkte er, wie wieder das Grauen hochkam. Diese Augen der Toten! Wie die ihn anschauten!

Das waren nicht die gebrochenen Augen, wie er sie von anderen Toten kannte. Diese schienen noch zu leben.

Aber das, entschied er, war ganz ausgeschlossen.

Er ergriff den Leuchter, denn in jedem Fall wollte er noch die Tür ausfindig machen, die er hatte zuschlagen hören.

Drunten im Keller konnte es nicht gewesen sein, weil ja die Spinnweben im Treppenschacht nicht zerrissen waren. Und oben im Haus war seit einer kleinen Ewigkeit niemand mehr gewesen, denn der Staub auf den Stufen war unberührt.

Vielleicht gab’s eine verborgene Treppe. Alte Häuser hatten mitunter ihre Geheimnisse.

Also suchte er systematisch. Erst in der Halle, dann in der Küche und immer so fort. Er stieß weder auf eine geheime Tür noch auf ein verborgenes Treppenhaus.

Und nicht einmal der Schacht des Speiseaufzuges brachte ihn weiter.

Der Schacht schien eine Verbindung zwischen Keller und oberem Stockwerk darzustellen. Jedoch war die Aufzugkiste nicht mehr vorhanden, und auch die Seilzüge waren entfernt.

Er seufzte, als sich Unmut in ihm auszubreiten begann. Und wieder versuchte er zu telefonieren. Vergebens. Noch immer hatte er keinen Empfang. Es schien, wie er mit einem eisigen Schauer auf dem Rücken feststellte, als wollte ihn jemand davon abhalten, Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen.

Er wand sich wieder dem Schacht zu.

Ein halbwegs geschickter Kletterer konnte sich vielleicht zum oberen Stockwerk hochstemmen.

Ed Sheldon zögerte keinen Augenblick. Spuren hin, Spuren her, er hatte die Tür zugehen hören, und auf seine Ohren konnte er sich verlassen.

Also untersuchte er das obere Stockwerk gründlich.

Vom Speiseaufzugschacht führten keine Fußtritte weg und keine hin.

Die Räume waren möbliert, aber in einem unbeschreiblichen Zustand. Das Dach musste mehrere schadhafte Stellen aufweisen, denn es hatte durch geregnet, und an verschiedenen Stellen war der Deckenputz herunter gebrochen. Die Tapeten hatten sich von den Wänden gelöst, der Teppichboden war verdreckt und fleckig, stockig und moderig.

Der Polizist inspizierte auch noch den Dachboden.

Mutiger geworden, weil nichts passierte, machte er sich zum Keller auf. Vom Speicher hatte er ein Lattenstück zur Beseitigung der Spinnweben mitgebracht.

Ein seltsamer Laut erfüllte plötzlich das Haus. Wie ein tiefes, sehnsuchtsvolles Seufzen.

Ed Sheldon kam es vor, als sei der Laut aus dem Wohnzimmer gekommen, wo die Tote lag.

Wieder empfand er Grauen und Furcht. Hier spielten sich Dinge ab, die er nicht verstand.

Er leuchtete ins Wohnzimmer. Debbie Brian lag unverändert am selben Ort. Aber ihm war, als würden sich ihre Augen bewegen und ihn mit Blicken verfolgen.

Den Laut vernahm er nicht mehr.

Mit dem Lattenstück fegte er die Spinnweben im Treppenschacht beiseite und wickelte sie teilweise auf das Holz auf.

Aus dem Keller schlug ihm eine Luft entgegen, die zum Schneiden dick war. Außerdem stank sie nach Moder und Fäulnis und war kühl und feucht.

Er schüttelte sich. Er kannte angenehmere Orte.

Hinter den Türen fand er in den Kellerräumen unbeschreibliches Gerümpel aufgetürmt. Prentiss schien nichts weggeworfen zu haben. Nicht einmal Zeitungen und zerbrochene Möbel. Und wenn er all die herumliegenden Flaschen selber geleert hatte, dann hatte er einen ordentlichen Zug am Leibe gehabt.

Ein Raum schien als Werkstatt gedient zu haben. Feuchtraumkabel waren verlegt, Schaltkästen waren an den Wänden befestigt, zwei alte Tische waren übersät mit Drahtrollen, Lötmaterial, Blechstücken und Formteilen aus Kunststoff. Kartons waren in der Kellerfeuchtigkeit geplatzt, elektrische und elektronische Bauteile samt gedruckten CDs quollen daraus hervor.

Das alles machte mehr einen trostlosen als einen unheimlichen Eindruck. Von einem Versteck keine Spur.

Etwas mehr wunderte sich Ed Sheldon im Raum nebenan über die alten Gefriertruhen, die kunterbunt neben und übereinander standen. Wofür mochte Prentiss die bloß gebraucht haben? Intakt waren sie natürlich auch nicht mehr. An manchen war die Verkleidung abgeschraubt, an anderen der Dämm- und Isolierstoff herausgenommen, und wieder andere waren ohne Motor und Verdampfer.

Etwas wütend schlug Ed Sheldon da und dort gegen Wände, auch wenn das Mauerwerk nicht so aussah, als könnte es einen verborgenen Zugang enthalten.

Das Ergebnis war unbefriedigend. Er fand keinen versteckten Eingang, keinen geheimen Raum, überhaupt nichts in dieser Richtung.

Er hegte nunmehr Zweifel, ob er wirklich eine Tür hatte zuschlagen hören. Am Ende hatten ihm seine Nerven einen Streich gespielt.

Auf dem Rückweg inspizierte er ein gemauertes Geviert, das bis zur Kellerdecke hinauf reichte. Es schien nachträglich aufgeführt worden zu sein; es passte jedenfalls nicht in die Kellerräumlichkeiten.

Mit aufkeimendem Argwohn betrachtete Ed Sheldon die eiserne Klappe, die sich in Kniehöhe befand. Die Öffnung erschien ihm groß genug, um einen Menschen hindurchkriechen zu lassen.

Er setzte den Leuchter auf den Boden, hielt die Pistole bereit und riss die gusseiserne Klappe auf.

Ein schwarzes Ruß und Ascheloch gähnte ihn an. Er hatte den Ascheabwurfschacht von der Kaminfeuerung oben gefunden. Aber keinen geheimen Raum.

Er haute die Klappe zu und stieg ins Erdgeschoß hinauf. Es wurde Zeit, dass er das Auffinden der Leiche an seine Wache meldete.

Debbie Brian war wahrscheinlich schon vor Tagen umgebracht worden, so vertrocknet, wie sie aussah. Bis vorgestern war es in New York heiß und trocken gewesen, ein typischer Altweibersommer. Im Haus hatte sich die Wärme gestaut und hatte aus dem Mädchen eine halbe Mumie gemacht.

Der verdammte Blutsauger schien bloß dagewesen zu sein, um sich zu überzeugen, dass er kein Blut mehr holen konnte. Oder um auf ein neues Opfer zu lauern.

Auf ihn!?!

Oder das höllische Wesen hauste hier.

Eine eisige Faust schien nach Ed Sheldons Herz zu greifen und es zusammenzupressen, als er wieder dieses unheimliche Seufzen vernahm.

Jetzt war er ganz sicher. Es kam aus dem Wohnzimmer.

Als er hineinleuchtete, sah er Debbie Brians Leiche unverändert am Boden liegen. Aber die Augen blickten zu ihm in der Tür herüber.

Er sagte sich, dass es wie vorhin auch ein Reflex der tanzenden Kerzenflammen war. Besser vielleicht, er versuchte, ihr die Augen zuzudrücken.

Erst als er den Kerzenständer abgesetzt hatte und neben der Leiche kniete, merkte er, dass die rechte Hand der Toten eine ganz andere Lage hatte als vorhin. Da hatte sie auf dem Boden geruht. Jetzt lag sie halb auf dem Leib.

Ed Sheldon widerstand gerade noch dem Drang, aus dem Haus zu stürzen. Er sagte sich, dass er sich vorhin eben getäuscht hatte, obgleich er wusste, dass es nicht wahr war.

Debbie Brian war tot, gar keine Frage. Aber ihre Augen lebten. Und auf einmal sah der Polizist, wie sich die Nasenflügel hoben. Als könnte die Tote riechen. Als schnupperte sie nach einem ganz bestimmten Duft.

Dann öffneten sich auf geisterhafte Art die trockenen blutleeren Lippen. Der Blick der Augen wurde verlangend und gierig.

Erst in diesem Moment begriff Ed Sheldon.

Sein Blut, das in Hemd und Uniformjacke gesickert war und vielleicht immer noch unter dem behelfsmäßigen Verband herausdrückte, lockte die halb zur Mumie vertrocknete Debbie Brian.

Fast erstarrte ihm das Blut in den Adern, als er auch noch ihre rechte Hand hochkommen sah. Die Finger krümmten sich. Wie eine Klaue streckte sie die Hand nach seiner Schulter aus.

Ed Sheldons Nerven machten nicht länger mit.

Der Polizist stieß einen gellenden Schrei aus und floh aus dem unheimlichen Prentiss-Haus.

*

In solche Hektik war Mike noch nie verfallen.

Er schlug, instinktiv, nach den Flammen, und bemerkte erst, als er sie zum erliegen brachte, dass ihm gar keine Wärme entgegen geschlagen war. Obwohl er noch immer unter Schock stand, grub sich ein erschreckender Gedanke in sein Hirn: Das geht hier nicht mit rechten Dingen zu!

Und das stimmte.

Bevor er aber auch nur den einen, alles beherrschenden Gedanken verfolgen konnte, wurde die Tür zu seinem Arbeitszimmer aufgerissen, und seine Frau, steckte ihren ausgesprochen ansehnliches Gesichts durch den Türspalt hindurch.

„Was ist hier los?“, fragte sie, und sah dabei so verwirrt wie auch besorgt aus, dass Mike gerade jetzt, wo alles in ihm in Unruhe geraten war, bemerkte, wie schön sie war. Ja, er liebte ihre dunkles, in weichen Locken auf ihre runden Schultern fallendes Haar. Und wenn sie ihre kleine Stirn in Falten legte, sich ihre Stupsnase dabei krauszog, sah sie aus, wie ein fragendes Kind, dass die an die Tafel geschriebene Mathematikaufgabe nicht verstand.

„Es hat gebrannt!“, bemerkte er knapp.

„Wie ist das passiert?“

Mike zuckte mit den Schultern: „Die Tinte ist wohl zu heiß geworden.“

„Die Tinte.“

„hast du noch nie von zu heiß aus der Patrone schießenden Tinte gehört?“

„Du?“

„Heute das erste Mal.“

„Das Papier hat aber nicht gebrannt, oder?“

Mike schaute zu dem Drucker, betrachtete das Papier, und nahm es dann mit zitternden Fingern aus der Auffangbox.

Es war unversehrt.

„Und gedruckt hast du auch“, bemerkte Stefanie und zeigte auf die sich deutlich auf dem Blatt abzeichnende Druckerschwärze.

Mike sah es, und konnte es nicht glauben.

DU NICHT!, stand da, und ließ ihn glauben, den Verstand zu verlieren.

*

Er gehorchte nur seinem Instinkt, der ihm sagte, er solle erst mal aus der Nähe des Hauses verschwinden.

Ed Sheldon lief.

Dann besann er sich darauf, dass er auf Streife war.

Die Mordkommission musste her, natürlich! Und den Mund musste er halten, was das gespenstische Drumherum betraf.

Er starrte wieder auf sein Handy. Kein Empfang – immer noch.

Er hastete über die Straße auf die Theaterkneipe zu. Watkins, der Besitzer, besaß ein Telefon. Und es schadete bestimmt nicht, wenn er sich einen harten Drink einverleibte, bevor er der Mordkommission Rede und Antwort stand.

Hank Watkins polierte Gläser und schien unverhältnismäßig stark erschreckt zu sein, als Ed Sheldon in die Theaterkneipe stolperte.

Es war kein einziger Gast da. Sonst waren um diese Tageszeit meist schon zwei Tische besetzt. Wenn man zu Watkins auch erst spät am Abend ging, ein paar durstige Seelen pflegten meist schon ab dem späten Nachmittag herumzuhocken.

Hank Watkins erfasste mit einem Blick, dass mit Ed Sheldon etwas nicht in Ordnung war. Er dachte, dass er Ärger auf der Straße gehabt hatte.

„Hallo, Ed! Ein schlechter Abend für Wirte und Polizisten“, meinte er und  schickte einen bezeichnenden Blick durch die Kneipe.

„Das Telefon!“, sagte Sheldon keuchend. „Und Drink ohne Soda!“

Hank Watkins stellte keine dummen Fragen. Im Handumdrehen hatte er einen Drink bereit. Er fischte sogar die Eiswürfel aus dem Glas heraus, als er Sheldons knappe, aber scharfe Handbewegung sah.

Ed Sheldon kippte den doppelstöckigen Whisky in einem Zug hinunter und nach dem schnurlosen Telefon, dass der Wirt ihm reichte.

Ohne groß nachzudenken, wählte er die Nummer der Wache. Dabei bemerkte er, dass das Telefon hier ungehindert funktionierte. Im Gegensatz zu seinem Handy. Das war noch immer tot.

„Patrolman Ed Sheldon, gerade Ecke Waverly Plaza und Christopher Street“, meldete er sich, und am Knurren hörte er, dass Charly Keegan jetzt den Platz an der Telefonzentrale der Wache einnahm und die Telefonanrufe erledigte. „Bin in der Kneipe von Watkins, Charly. Schick mir die Mordkommission her. Im Prentiss-Haus gegenüber liegt eine Tote. Wer? Natürlich kenne ich sie. Debbie Brian, wohnt irgendwo in der Gay Street.  Nein, ich habe gar nichts gesehen. Wie es mir vorkommt, ist sie schon ein paar Tage tot.  Ja, klar, weil sie ausgetrocknet ist, verstehst du? Also, schick die Jungens her, ich warte auf der Straße vor dem Haus.“

Er legte auf. Dann schaute er Watkins an. „Gib mir noch einen, Hank. Ich bilde mir ein, ich habe ihn nötig.“

Hank Watkins hatte inzwischen die blutgetränkte Uniformjacke entdeckt und aus Ed Sheldons schiefer Schulterhaltung die richtigen Schlüsse gezogen.

„Einen Arzt hast du nötig, zum Teufel! Was ist passiert? Pech gehabt?“

Wie unter einem Fieberschauer schüttelte sich Ed Sheldon. „Glück, Hank, Glück habe ich gehabt.“ Er hielt das leere Glas hin.

Hank Watkins goss aus der Flasche ein. Ein skeptischer Blick traf den Streifenpolizisten. Sie kannten sich seit vielen Jahren. Sie waren nicht gerade dicke Freunde, aber sie respektierten sich.

„Sag mal, Ed, das mit Debbie Brian, habe ich das richtig verstanden? Das Mädchen soll tot sein?“

Ed Sheldon stierte auf die goldgelbe Flüssigkeit in seinem Glas. „Du hast es doch gehört, Hank. Frag mich besser nichts dazu, sonst verliere ich den Verstand.“

Hank Watkins machte ein Gesicht, als sei das schon passiert. Er griff zu einem Glas. „Ich denke, ich habe auch einen nötig.“ Er goss sich zwei Finger hoch ein und stärkte sich mit einem herzhaften Schluck. „Bist du sicher, dass es Debbie Brian ist, Ed?“

Der Polizist stierte ihn an. „Absolut sicher.“

„Und sie soll schon ein paar Tage tot sein?“

„Sagte ich doch. Sie sieht schon ziemlich ausgetrocknet aus, aber sie ist noch nicht verwest.“ Ed Sheldon nippte an seinem Drink. Dann fasste er Watkins ins Auge. „Eine ganz ehrliche Frage, Hank: Habe ich einen Dachschaden?“

„Inwiefern?“

Ed Sheldon ächzte und ließ die verletzte Achsel hängen. „Sie hat mich angesehen, Hank! Verstehst du? Sie hat ihre Augen bewegt! Und dann hat sie auch noch die Hand nach mir ausgestreckt! Mir ist fast das Herz stehengeblieben. Ich habe gedacht, ich sehe Gespenster. Mann, das kann ich doch meinen Leuten gar nie erzählen!“

„Wahrhaftig nicht.“ Hank Watkins nickte bekümmert zu seinen Worten. Es klang, als wollte er etwas ganz anderes sagen. Er zögerte, dann fügte er leise hinzu: „Falls es dich beruhigt, Ed, du hast keinen Dachschaden. Ich habe nämlich vor ungefähr einer Stunde Debbie Brian noch gesehen. Sie war putzmunter und sehr lebendig und kam vom Village Square herunter. Und sie hatte einen riesigen Schäferhund bei sich. Das hat mich ja eigentlich mächtig gewundert, denn sie kann Hunde nicht ausstehen.“

„Was?“, machte Ed Sheldon verstört. „Du hast dich bestimmt geirrt, Hank. Sie liegt drüben in dem alten Haus. Bestimmt schon seit Tagen. Jemand hat ihr die Kehle durchgebissen.“

„Die Kehle?“, fragte Hank Watkins schnappend. „Hast du Debbie Brian angefasst?“

„Sie war eiskalt. Hank, sie war tot, da bin mir sicher. Hundertprozent!  Ich verstehe nicht, wieso sie sich dennoch bewegt hat.“ Ed Sheldon schüttelte den Kopf.

Hank Watkins hatte einen sehr strengen und sehr nachdenklichen Ausdruck im Gesicht, als er die Hand nach dem Telefon ausstreckte. „Ich will mich ja nicht in deine Arbeit einmischen, Ed, aber ich glaube fast, das ist gar kein Fall für die Polizei.“

„Sondern?“ fragte Ed Sheldon, und er merkte, wie ihn das Grauen wieder zu überwältigen drohte.

Hank Watkins schoss einen Blick zur Tür, als fürchte er dort einen Lauscher. Mit gedämpfter Stimme sagte er: „Ich kenne ’nen Mann, der beschäftigt sich mit solchen Sachen. Er kommt regelmäßig her. Und ich glaube, er kannte Debbie Brian sogar.“

Ed Sheldon missverstand den Wirt. „Lass die Finger vom Telefon, Hank. Wir wollen nicht, dass auch noch ein Privatschnüffler in der gruseligen Sache herumrührt.“

Hank Watkins hatte schon den Finger auf den Telefontasten. „Das ist kein Detektiv, Ed. Eigentlich ist er Anwalt. Aber ich habe zufällig gehört, wie er sich mit seiner Sekretärin über irgendetwas unterhalten hat, dass in Salem passiert ist. Irgendetwas mit Hexen.[1]“

Es war gut, dass sich Ed Sheldon in diesem Moment an der Theke festhielt. Hank glaubte einen Geisterjäger zu kennen? War denn plötzlich ganz Manhattan verrückt geworden?

Er brütete vor sich hin, während Hank mit einem Mister Gordon telefonierte und sich wie ein Verschwörer anstellte.

Und schließlich drang in seinem verwirrten Kopf durch, was Hank über den Schäferhund und Debbie Brian gesagt hatte.

Als der Wirt auflegte, fragte er dumpf: „War es tatsächlich ein Schäferhund, Hank?“

„Das denke ich aber doch. Du hättest das Biest mal jaulen hören sollen! Mann, mir hat es fast die Schuhe ausgezogen.“ Ed Sheldon nickte, und ein zufriedener Ausdruck hielt Einzug in sein Gesicht. „Ich hab’s gehört, aber es war ein Wolf und kein Hund.“ Und dann war ihm alles egal. Er zeigte auf seine linke Achsel. „Das stammt von einer Fledermaus, und die war so groß, dass sie gar nicht durch deine Eingangstür gepasst hätte.“

Er erwartete, dass Hank Watkins ein grimmiges Gelächter anstimmte. Doch der Wirt blieb die Ruhe selbst. Er nickte sogar höchst verständig und sagte: „Es gibt mehr seltsame Dinge zwischen Himmel und Erde, als wir uns träumen lassen, Ed. Bist du gebissen worden?“

Der Polizist schüttelte den Kopf. „Es ist mit den Krallen passiert.“

„Dein Glück!“ Hank Watkins atmete hörbar auf.

„Sag mal, verstehst du was von solchen Sachen?“

Der Wirt drückte sich um die Antwort. Er hob lauschend den Kopf. In der Ferne war das an und abschwellende Jaulen einer Polizeisirene zu hören. Es kam unverkennbar näher.

„Deine Leute sind im Anmarsch, Ed. Richte es so ein, dass du hinterher noch mal auf ’nen Sprung hereinschaust. Mister Gordon hat nämlich versprochen, sofort herzukommen.“

*

Sie kamen mit drei Fahrzeugen  eins von der Wache und zwei vom Stadthaus.

Ed Sheldon wies die Leute ein, und dann war er nur noch Statist. Die Mordkommission nahm das heruntergekommene Prentiss-Haus vorübergehend in Besitz und durchstöberte es vom Keller bis zum Dachboden.

Eds Kollegen von der Wache hielten die Neugierigen zurück, die sich nun doch einfanden, und gingen dann in der Nachbarschaft von Tür zu Tür, um zu fragen, ob man was gehört oder gesehen oder sonst wahrgenommen hatte.

Schließlich wurde Ed Sheldon aufgerufen, seine Aussage zu machen.

Von einem Stromaggregat führten Kabel ins Haus, drinnen brannten Scheinwerfer. Die schmerzende Helligkeit vertrieb die düstere Atmosphäre aus allen Winkeln des Hauses.

Ed Sheldon hatte Zeit genug gehabt, sich alles genau zu überlegen.

Der Captain, der die Ermittlungen leitete, sah nicht so aus, als würde er ihm die grausigen Begleitumstände bei der Entdeckung des Mordes abkaufen.

Also richtete sich Ed Sheldon danach. Er machte seine Angaben knapp und präzise.

Der Captain ließ die Aussage mitschreiben und machte sich selber Notizen. „Und es war nur die offene Haustüre, die Sie aufmerksam gemacht hat, Sheldon?“, fragte er.

Ed Sheldon wiegte den Kopf. „Seit Jahren war diese Haustür zu, Sir. Ich dachte, jemand hätte sich eingenistet, als ich sie plötzlich offenstehen sah. Na, und dabei habe ich Debbie Brian gefunden.“

Der Captain nagte unzufrieden an der Unterlippe. Sein Kugelschreiber zeigte unvermittelt auf Ed Sheldons linke Schulter. „Sie bluten, wissen Sie das?“ Ed Sheldon versuchte, mit einer geringschätzigen Handbewegung die Angelegenheit zu überspielen. „Nicht der Rede wert, Sir.“

„Wo haben Sie das her?“

Der Captain erwies sich als sehr hartnäckig.

Jetzt musste Ed Sheldon lügen. Er hatte bedacht, dass man ihn deswegen fragen könnte. Die Erklärung kam ihm glatt und schnell von der Zunge. „Ein kleiner Zusammenstoß, Sir. Auch in diesem Viertel treibt sich leider Gesindel herum. Sie waren zu dritt, hatten ein Messer und waren schneller als ich. Wenn Sie es wünschen, mache ich einen Bericht darüber. Aber richtig gesehen habe ich die Kerle nicht, und in diesem Viertel sind sie meines Wissens noch nie in Erscheinung getreten.“

Der Captain machte sich wieder Notizen. „Wo war das?“

„Minetta Lane, vor ungefähr einer Stunde“, antwortete Sheldon ohne das geringste Zögern. „Ich habe von dem Stich nicht einmal etwas gemerkt. Zunächst jedenfalls nicht“, fügte er hinzu, als er die ungläubig gewölbten Brauen des Captains bemerkte. „Eigentlich ist mir erst hier in diesem Haus aufgegangen, dass man mich verletzt hat. Mir ist es etwas trüb vor den Augen geworden, und dann habe ich gespürt, dass sich Blut über dem Hosenbund gestaut hat. Ich habe mich selber verbunden.“

Der Captain wiegte den Kopf. „Sie sind ein ziemlich harter Brocken, was?“

„Anders hätte ich den Dienst nicht zwanzig Jahre lang durchgestanden, Sir.“

Der Captain machte eine unmissverständliche Handbewegung. „Jedenfalls lassen Sie den Arzt einen Blick auf die Verletzung werfen!  Sie kennen doch die Leute hier. Hatte Debbie Brian Feinde? Oder gibt es da vielleicht einen abgeblitzten Verehrer?“

Ed Sheldon war heilfroh, dass der Captain nicht länger auf der Achselverletzung herumritt. Er bildete sich ein, der Sache gerade noch die Spitze genommen zu haben, bevor der Captain wirklich indiskrete Fragen zu stellen begann.

Der Captain sah zwar aus, als könnte er nicht bis fünf zählen, aber das war Tarnung. Der hatte was auf dem Kasten.

„So familiär bin ich mit den Bürgern nun auch wieder nicht“, gab Ed Sheldon zur Antwort. „Auf Ihre beiden Fragen kann ich nur sagen  ich weiß es nicht.“

„Sobald sich das traurige Ereignis hier rumgesprochen hat, werden die Leute reden“, meinte der Captain. „Also sperren Sie die Ohren auf, Sheldon.“ Mit einer Handbewegung entließ er den Streifenpolizisten.

Als er sah, dass Sheldon sich in Richtung Haustür absetzte, rief er ihn zurück. „Der Arzt ist meines Wissens noch im Wohnzimmer. Also bitte!“

„Yeah, zum Teufel!“, knurrte Ed Sheldon und sah einen Mann von der Straße hereineilen und hastig auf den Captain einreden.

Schlagartig herrschte gespannte Erwartung in der Halle unter den Leuten von der Mordkommission. Ed Sheldon gewann den Eindruck, dass er einem bedeutenden Augenblick beiwohnte, wenn er dablieb.

Details

Seiten
120
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783738903072
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v320680
Schlagworte
blake gordon eine braut dracula

Autoren

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Titel: Blake Gordon #3: Eine Braut für Dracula