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Dinosaurier auf dem Mars

2016 100 Seiten

Leseprobe

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Alfred Bekker

Dinosaurier auf dem Mars

Stories

Inhalt

Der Zauberer

Dinosaurier auf dem Mars

Der Urahn

Kopf ab!

Das Strafgericht

Die Verpackungskünstler

Das Duell

In der schlimmen alten Zeit

Der späte Sieg des Roten Mannes

Arsen im Ötzi

Olympia 2100

Sonderangebot: Planet Erde

Das geklonte Superhirn

Das Geschenk der Marsianer

Das Zeitalter des Matriarchats

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Der Zauberer

Bei seinen Auftritten nannte er sich Sarani und auf den Plakaten ließ er sich als der Welt bester Magier ankündigen. Eine Show, die Sie nicht vergessen werden!

so stand es an jeder Ecke und obwohl das doch sehr nach Übertreibung aussah, standen die Leute Schlange.

"So doll kann es ja nicht sein!" meinte ein dicker Mann im Jogging-Anzug zu seiner Frau. "Wenn einer es nötig hat, in unserer kleinen Stadt aufzutreten, dann kann er nur zweite Garnitur sein!" - "Warten wir doch erst mal ab, was er zu bieten hat!" meinte seine Frau. "Die Kinder freuen sich jedenfalls! Und das ist doch die Hauptsache, oder?" - "Sicher." Das große Zelt, in dem Sarani seine Zaubershow abzog, bot einigen hundert Zuschauern Platz, die auf unbequemen Holzbänken zu sitzen hatten. Die Bühne war nichts Großartiges und wurde von hinten durch eine Spiegelwand gegrenzt. Unter den Leuten wurde gemurmelt. Ein paar Teenager machten alberne Bemerkungen und lachten heiser. Kinder fragten, ob daß ein echter Zauberer sei, der gleich auf der Bühne erscheinen würde oder nur einer, bei dem hinter allem ein Trick steckte.

Und dann ging die Zauber-Show endlich los. Sarani trat auf, mit dunklem Zylinder, dunklem Frack und wehendem Umhang, unter dem er ein paar Kaninchen hervorzauberte. Der Beifall war mäßig und kam vor allem von den Jüngsten. Die Teenager kicherten und der dicke Mann im Jogginganzug gähnte. Auf Saranis Gesicht erschien ein Lächeln. Seine Augen blitzen dämonisch, so wie man sich das bei einem Magier eben vorstellt.

Er wirkte sich seiner Sache trotz des schleppenden Beginns sehr sicher. Und als er dann eine Frau aus dem Publikum in eine Kiste steigen ließ, um sie in drei Teile zu zersägen und anschließend wieder zusammenzusetzen, da wurde nicht mehr gegähnt oder gekichert.

Jetzt hatte Sarani es geschafft.

Das Publikum war auf seiner Seite, der Applaus toste. Sarani trat vor, lächelte auf seine besondere, etwas abwesend wirkende Weise, ließ seine Augen blitzen und verbeugte sich. Dann wandte er sich kurz um und blickte einen Moment in Richtung der Spiegelwand, bevor er das nächste Zauberkunstsück vorführte. Immer wieder toste der Beifall. Bravo-Rufe erfüllten den Raum und schienen den Zauberkünstler zur Höchstform zu treiben. Ein Gewitter aus Flammenblitzen, das aus dem Nichts zu kommen schien, ließ das Publikum ehrfürchtig raunen. "Wie macht er das nur?" staunte der dicke Mann im Jogging-Anzug. "Er scheint auf dieser primitiven Bühne überhaupt keine technischen Hilfsmittel zu haben!"

Schließlich war die Show zu Ende.

Sarani verneigte sich, gab noch eine Zugabe in Form eines kleinen Gedankenlese-Tricks und entließ sein Publikum dann aus der Welt der Illusionen in die Wirklichkeit. Ein paar Dutzend Autogramme mußte er kleinen Knirpsen auf bunte Karten kritzeln, dann konnte er aufatmen. Glaubte er jedenfalls. Er wandte sich in Richtung der Spiegelwand, da hörte er hinter sich eine Stimme. "Herr Sarani!" Sarani drehte sich herum. Vor ihm stand einer der Teenager. Siebzehn vielleicht, nicht älter. "Was gibt es?" fragte der Zauberer. Der Junge war etwas verlegen. "Ich wollte Ihnen eigentlich nur sagen, wie gut mir Ihre Zauber-Show gefallen hat!" - "Danke!" Sarani blickte auf die Uhr und der Junge sagte: "Wissen Sie, ich zaubere nämlich auch etwas. Natürlich nicht so profihaft, wie Sie..." - "Naja, früh übt sich..." -"Ich frage mich, wie Sie das eigentlich machen! Sie haben keine technischen Hilfsmittel, ich sehe auch keine Mitarbeiter..." Der Junge deutete auf die Spiegelwand. "Dort liegt das Geheimnis, habe ich recht?"

Sarani hob die Augenbrauen. "Ein Magier verrät seine Geheimnisse nicht!" lächelte er. Dann zwinkerte er dem Jungen zu. "Aber es stimmt! Dort liegt das Geheimnis. Doch nun habe leider nicht länger Zeit..." - "Ich verstehe schon", sagte der Junge und ging.

Als er weg war, trat Sarani durch eine Tür in der Spiegelwand. Ein Meer von Augen war auf ihn gerichtet.

"Ich hatte Ihnen eine Show versprochen, die sie nicht so schnell vergessen und von der Sie noch lange erzählen werden, nachdem Sie sich auf Ihre Heimatplaneten zurückgebeamt haben", sagte Sarani und nahm dabei seine Maske ab. Das war stets der letzte Gag, den er in seiner Show brachte. Glücklicherweise war Saranis wahre Gestalt denen der Erdlinge recht ähnlich, aber das zweite Paar Arme, das die ganze Zeit über unter der Frackweste eingequetscht gewesen war, schmerzte hinterher immer etwas.

Einer der Besucher kam hinterher noch zu ihm und sagte: "Es war wunderbar!

Aber ist die Arbeit mit den Erdlingen nicht sehr gefährlich? Sie gelten als schwer dressierbar und sehr aggressiv!"

"Ach,das Risiko ist vertretbar!" erwiderte Sarani.

"Also, wie Sie es geschafft haben, diese Erdlinge dazu zu bringen, immer wieder gruppenweise in die Hände zu klatschen, war schon beachtlich!" erklärte

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der Besucher dann sichtlich beeindruckt. "Entweder, Sie haben ein besonderes Talent im Umgang mit diesen Erdlingen, oder Sie sind ein Zauberer!" (C) ALFRED BEKKER

Dinosaurier auf dem Mars

Brent stieg vorsichtig in das Loch an der Grabungsstelle hinein, was in dem klobigen Druckanzug gar nicht so einfach war. Sikorski folgte ihm.

"Hier ist es also!" sagte Brent mit spöttischem Unterton. "Das Loch, das der Menschheit Aufschluß über die Frühgeschichte des Mars geben soll!" - "Sie sind gestern mit dem Raumtransporter angekommen, nicht wahr?" fragte Sikorski. "Ja." - "Geologe?" - "Geologe und Paläontolo ge." -"Dann haben Sie also Saurierknochen ausgegraben!" lachte Sikors-ki. - "Stimmt!" murmelte Brent. Sikorski schien ziemlich redselig zu sein.

"Haben Sie Fritz Malmgren schon kennengelernt?" Brent nickte. "Sie meinen den Leiter der Marsstation? Ja, ich habe kurz mit ihm gesprochen." - "Nehmen Sie sich vor ihm in acht", warnte Sikorski.

"In wie fern?" Brent wandte sich zu seinem Kollegen herum und sah, daß Sikorski grinste.

"Malmgren ist eine wissenschaftliche Kapazität, deshalb hat man ihm auch die Leitung der Marsstation übergeben. Aber das hält ihn nicht da von ab, seine Mitarbeiter mit üblen Streichen zu traktieren." - "So?"

"Er soll bei Ausgrabungen in Palästina einem Kollegen eine Tontafel mit althebräischen Schriftzeichen in die Schicht gelegt haben, die dort eigentlich nicht hätte auftauchen dürfen. Der Kollege dachte schon an eine archäologische Sensation, bis er die Zeichen transkribiert hat te..." Sikorski brach ab und kicherte. "Was stand drauf?" fragte Brent.

"Fritz was here." - "Sehr witzig!" Brent gab die nächsten Tage auf den Leiter der Marsstation Acht, aber entweder Sikorski hatte ihm ein Märchen erzählt, um einen Keil zwischen ihn und seinen Vorgesetzten zu treiben, oder Fritz Malmgren hatte seine Neigung inzwischen abgelegt.

Die Marstage gingen mit der täglichen Arbeit dahin. Meter für Meter wurden die Bodenschichten auf ihre Beschaffenheit untersucht, um aus den Ergebnissen Rückschlüsse auf die geologische Entwicklung des Plane ten ziehen zu können. Brent hatte zwar mit Sikorski zusammenzuarbeiten, aber er verstand sich nicht besonders gut mit ihm. Eine Wand schien zwischen den beiden Männern zu stehen. Brent hatte den Eindruck, daß

Sikorski ihn, den Neuen auf der Station, als eine Art Eindringling und Konkurrenten sah. Ein Grund mehr, nichts auf das zu geben, was er über den Stationsleiter gesagt hatte, zumal dieser sich als äußerst umgänglich und kameradschaftlich erwies. Einige Wochen später war Brent dann einmal allein draußen bei der Ausgrabungsstelle, weil Sikorski sich nicht gut gefühlt hatte und vom Stationsarzt arbeitsunfähig geschrieben worden war. Brent machte seine Arbeit wie immer. Doch dann glaubte er plötzlich seinen Augen nicht zu trauen. Er holte etwas Längliches aus dem Marsgeröll, das etwa die Länge eines Menschenarms hatte. Ein Knochen! Die Erkenntnis traf Brent wie ein Schlag vor den Kopf... Einen solchen Knochen hatte er schon ge sehen, da war er sich absolut sicher! Es war der Knochen eines Dinosau riers!

*

Brent brachte den Knochen zur Marsstation, ohne daß er irgendwem davon erzählte. Er hatte eine Ahnung, wollte aber erst sichergehen, bevor er den anderen von seinem Fund berichtete. Brent setzte sich an den Compu ter, um in der Datenbank nachzuforschen. Es fiel ihm schwer, sich zu konzentrieren, denn ständig gingen ihm die Konsequenzen durch den Kopf, die der Fund eines Saurierknochens auf dem Mars nach sich zogen. Als erstes war da natürlich die Frage, wie er hier her kam. Unwahrscheinnlich, daß frühere Expeditionen ihn mitgebracht und dann mehrere Meter tief verscharrt hatten. Was, wenn es unter den urzeitlichen Reptilien intelligente Arten gegeben hätte? Vielleicht sogar so intelligent, daß

sie in der Lage gewesen waren, Raumschiffe zu bauen und zum Mars zu fliegen?

Warum eigentlich nicht? dachte Brent. Man hatte auch lange geglaubt, daß die Saurier Kaltblüter gewesen waren, was sich längst als Irrtum herausgestellt hatte. Warum sollte nicht auch die Meinung, nach der es sich bei den Urzeitriesen ausschließlich um kleinhirnige Dummköpfe gehandelt hatte, eines Tages revidiert werden? Brent gelang es schließ lich, den Knochen zu identifizieren. Die Größenverhältnisse stimmten... Es gab kaum einen Zweifel! Brent betrachtete den Knochen noch einmal genau und begann, ihn zu säubern. Die Materialanalyse würde letzte Ge wißheit geben. Dann tauchte unter dem feinen Staub plötzlich eine winzige

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Erhebung auf. Ein Schriftzug. Made in Taiwan.

Wütend schaltete Brent den Computer ab.

"Fritz!" (C) ALFRED BEKKER /

Der Urahn

Das Camp lag irgendwo in der Kreide-Zeit, ca. 70 Millionen Jahre in der Vergangenheit. Um eine Zeit auf hunderttausend Jahre genau treffen zu können, waren die Zeitmaschinen einfach noch nicht gut genug. Aber das spielte bei den in den letzten Jahren in Mode gekommenen Reisen ins Erdmittelalter auch kaum eine Rolle. Die Leute wollten einmal in ihrem Leben den Tyrannosaurus Rex in natura gesehen haben, um all denen davon erzählen zu können, die sich eine solche Saurier-Safari nicht leisten konnten.Dann waren sie zufrieden.

*

Am Horizont zog ein Flugsaurier ruhig seine Kreise. Ein lauer Wind bog die Farne nach Westen. Es herrschte Stille.

"Was machst du hier?" fragte der große, breitschultrige Mann dessen Hemd das Emblem der Reisegesellschaft trug. Der Junge fuhr zusammen. Er wußte, daß der Mann Bender hieß

und es hier im Camp zu sagen hatte.

"Nichts", sagte der Junge schuldbewußt.

"Es ist nicht gestattet, sich so weit vom Camp zu entfernen, Junge. Das müßtest du doch wissen!" knurrte Bender. Dann ließ eine Bewegung sie beide herumfahren

Eine Katze kam zwischen den urweltlichen Pflanzen hervor. Der Junge stürzte auf das Tier zu und nahm sie auf den Arm. Bender schüttelte den Kopf.

"Es ist verboten, lebende Tiere mit in die Vergangenheit zu nehmen, Junge", sagte Bender.

"Ich wollte sie aber gerne dabeihaben."

"Wie hast du es geschafft, sie mitzuschmuggeln?"

"In meiner Tasche."

"Wußten deine Eltern davon?"

"Nein. Und sagen Sie ihnen bitte nichts. Sie werden schimpfen."

"Tut mir leid. Das wirst du aushalten müssen." Der Junge strich seiner Katze über das Fell und sah dabei zur Seite. Da bemerkte er zwischen den wuchernden Pflanzen die Überreste dessen, was dem Tier als Nahrung gedient hatte. Irgend etwas Kleines, Graues. Bender sah es auch.

"Gib mir das Tier", sagte er.

"Warum?"

"Es muß in einen Quarantäne-Käfig. Die Beutelratte, die es gefressen hat, könnte krank gewesen sein."

Zögernd gab der Junge Bender das Tier.

*

Die Eltern des Jungen waren alles andere als begeistert, als Bender ihnen die Sache erzählte.

"Was geschieht jetzt?" fragte sein Vater.

"Die Katze bleibt in Quarantäne, bis wir wissen, ob sie sich bei der Beutelratte angesteckt hat!"

"Der Urlaub fängt ja schön an!" schimpfte der Vater.

"Wahrscheinlich werden wir jetzt diese Konventionalstrafe zahlen müssen, die in unserem Vertrag steht."

"Aber meine Katze hat doch gar nichts Schlimmes gemacht!" verteidigte sich der Junge. "Von diesen Beutelratten gibt's doch Millionen!"

"Beutelratte?" fragte die Mutter. "Ich dachte, in der Kreidezeit gab es nur Reptilien."

Bender schüttelte den Kopf. "Nein, es existierten auch bereits die ersten Säugetiere."

*

Die Tage in der Kreidezeit vergingen wie im Flug. Mit Hubschraubern ließen sich Besucher des Camps zu den wandernden Triceratopsherden fliegen, um diese dreihörnigen Monstren dabei zu beobachten, wie sie donnernd über die Ebenen stampften und den Boden unter ihren Füßen zum Erzittern brachten. Der Höhepunkt blieb natürlich die Jagd auf den Tyrannosaurus, jenes sechs Meter hohes fleischfressendes Ungeheuer, dessen überdimensionales Gebiß geeignet war, auch dem Unerschrokkendsten das Blut in den Adern gefrieren zu lassen. Allerdings war diese Jagd nur mit der Kamera gestattet. Schließlich stand die gesamte Kreidezeit unter Naturschutz. Inzwischen riß die Verbindung mit der Gegenwart ab, aber Bender sagte niemandem etwas davon. Es war auch eigentlich kein Grund zur Beunruhigung. Die Zeitreisetechnik steckte noch in den Kinderschuhen und so etwas kam häufiger vor. Dann kam irgendwann der Tag des Abschieds. Das Camp wurde abgebaut und alles sorgfältig in der Zeitreise-Kapsel

verstaut. Die Rückreise verlief problemlos, aber als die Reisegesellschaft aus der Kapsel stieg, erlebte sie eine Überraschung. "Wo ist denn der Zeitreisebahnhof, von dem wir gestartet sind?" fragte eine Touristin. Und jemand anderes fragte: "Wo ist überhaupt die Stadt?"

Vor ihnen lag nichts als wucherndes, Dschungelartiges Grün. Einer der Reisebegleiter betätigte ein Funkgerät, aber alle Frequenzen waren tot. "Es scheint, als gäbe es auf der gesamten Erde niemanden mehr, der Funksignale sendet!" war sein Kommentar dazu.

"Wir sind allein", flüsterte Bender. "Diese verdammte Katze!"

"Was sagen Sie da?"

"Nichts." Bender behielt seinen Verdacht zunächst für sich. Aber welche andere Erklärung konnte es geben? Es schien tatsächlich so sein, als hätte die Katze sich genau jene Beutelratte als Mahlzeit ausgesucht, deren Nachfahren irgendwann zu höher entwickelten Säugetieren und schließlich zum Homo sapiens mutiert waren. Mutiert wären! korrigierte er sich und dachte: Sie hat unser aller Urahn aufgefressen!

In den folgenden Tagen suchten die Gestrandeten erfolglos den Äther und die Umgebung ab. Es hatte weder Funkgeräte noch Menschen je gegeben.(C) ALFRED BEKKER

Kopf ab!

Vor drei Tagen hatte der Raumkreuzer den etwas abgelegenen Planeten Kaldos angeflogen - eine erdähnliche Welt, die von einer Rasse blauhäutiger, humanoider Wesen bewohnt wurde. Diese Wesen machten zunächst einen überaus friedfertigen Eindruck. Weder Krieg noch Verbrechen schien es in ihrer Kultur zu geben und die irdischen Raumfahrer hatten schon fast das Gefühl, eine Art Paradies gefunden zu haben.

Bis zu jenem dritten Tag.

"Was geschieht hier?" fragte Marsten, der Kommandant des Raumschiffs fassungslos, als sein Blick über die vielen abgeschlagenen Köpfe glitt, die die Ebene bedeckten. Es mußten Tausende sein. Tausende von Köpfen, die man so auf den Boden gelegt hatte, daß es aussah, als ob man sie bei lebendigem Leib bis zum Hals eingegraben hätte. Ihre Augen waren geschlossen. Vance, der Biologe, stand etwas abseits. Er zuckte die Achseln.

"Wir wissen noch nicht, was es genau bedeutet", sagte er. "Scheint eine Art religiöse Opferung zu sein. Die Kaldosianer gehen in Scharen in das große Gebäude dort drüben - offenbar eine Art Tempel oder dergleichen - und lassen sich dort köpfen!"

"Freiwillig?" Marston hob die Augenbrauen.

"Jedenfalls leisten sie keinen Widerstand, wenn Sie das meinen, Captain. Aber Sie können es sich gerne selbst ansehen. Die Kaldosianer scheinen nichts dagegen zu haben, wenn man ihren Tempel betritt. Ich habe mir alles angesehen..."

Sie beobachteten wie einige der Kaldosianer aus dem Tempel kamen. Auf einer Lade trugen sie mehrere Dutzend abgeschlagener Köpfe, die sie übereinandergeschichtet hatten. Sie suchten eine freie Stelle auf dem Boden und begannen dann, die Köpfe sorgfältig und in einem etwa gleichen Abstand voneinander niederzulegen.

"Welch grausame Sitten!" knirschte Marsten zwischen den Zähnen hindurch. Er ballte unwillkürlich die Hände zu Fäusten. "Warum tun sie das?" Vance zuckte die Achseln. "Keine Ahnung. Unser Computer hat ihre Sprache noch immer nicht entschlüsselt... Dann wüßten wir vielleicht mehr!" Sie gingen zum Schiff zurück, das sie hinter einer nahen Hügelkette gelandet hatten. Marsten nahm einen Kaffee und lief dann unruhig auf der Brücke herum. Vance ahnte, was in dem anderen vorging und meinte: "Besser, Sie machen sich nicht zu viele Gedanken, über das, was da draußen passiert. Es geht uns nichts an. Wir sind nur Beobachter, aber es ist uns untersagt uns einzumischen!"

"Ich weiß", nickte Marsten. "Aber in diesem Fall bin ich dafür, daß wir uns über die Bestimmungen hinwegsetzen. Was da draußen geschieht ist eine Massenhinrichtung! Das können wir nicht einfach so hinnehmen!"

"Es ist eine fremde Kultur!" gab Vance zu bedenken. "Das müssen wir respektieren!"

"Pah!" machte Marsten aufgebracht. "Es ist Mord! Nichts anderes! Und keine Kultur, keine Religion kann das rechtfertigen!"

Details

Seiten
100
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783738902020
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2018 (Januar)
Schlagworte
dinosaurier mars

Autor

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Titel: Dinosaurier auf dem Mars