Lade Inhalt...

Ein Leben für zwei Millionen Dollar: Gesamtausgabe

2015 100 Seiten

Leseprobe

Ein Leben für zwei Millionen Dollar: Gesamtausgabe

Pete Hackett

Published by BEKKERpublishing, 2015.

Special Agent Owen Burke: Ein Leben für zwei Millionen Dollar

Gesamtausgabe

Krimi von Pete Hackett

Der Umfang dieses Buchs entspricht 85 Taschenbuchseiten.

Wird es Special Agent Owen Burke und seinem Partner Ron Harris gelingen, das Entführungsopfer, die fünfzehnjährige Susan Rowles aus den Händen der brutalen Gangster zu befreien? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt... 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author, Cover: Firuz Askin

© dieser Ausgabe 2015 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

1

Nachdem der Assistant Director den beiden Special Agents Owen Burke und Ron Harris Plätze an dem runden Besprechungstisch in seinem Büro angeboten hatte und sie saßen, sagte er: „Es geht um eine Entführung, Agents. Ein Mädchen namens Susan Rowles, fünfzehn Jahre alt, wurde in der Nacht auf gestern von zwei maskierten Gangstern gekidnappt. Ihr Großvater, ein Arzt, hat vor vier Monaten für zwei Millionen Dollar seine Praxis verkauft. Das Geld dürfte der Grund für die Entführung sein, allerdings haben die Erpresser noch keine Forderungen geltend gemacht. Aber das ist sicher nur eine Frage der Zeit, bis sie an Dr. Kent Rowles mit einer Lösegeldforderung herantreten.“

Der AD brach ab und schaute die beiden Agents abwechselnd an, ließ seine Worte kurze Zeit auf sie wirken, um dann fortzufahren: „Die Kidnapper sind ziemlich brutal vorgegangen. Das Mädchen ist ihnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Susans Leben ist gefährdet. Darum lege ich den Fall in Ihre Hände. Retten Sie Susan Rowles.“

Zuletzt hatte der AD eindringlich gesprochen und jedem der letzten vier Worte eine besondere Betonung verliehen.

„Wurde ihr Großvater schon vernommen?“, fragte Owen Burke.

„Ja. Die Kollegen vom Police Department haben mir das Vernehmungsprotokoll gefaxt. Es gibt nicht viel her. Die beiden maskierten Verbrecher drangen in der Nacht um 0 Uhr 35 in die Wohnung ein, schlugen Kent Rowles nieder, fesselten und knebelten ihn und seine Gattin und nahmen Susan mit. Kent Rowles gelang es, einen Nachbarn zu alarmieren, der das Department verständigte. Einer der Täter war bewaffnet. Mehr konnte Kent Rowles nicht aussagen.“

„Hat man die Nachbarn befragt?“, kam Burkes nächste Frage. „Haben sie gegebenenfalls etwas beobachtet?“

„Man hat sie befragt, aber niemand konnte etwas sagen. Die einzige Aussage, die wir haben, ist die von Kent Rowles. Und die ist dürftig genug.“

„Man wird abwarten müssen, was die Kidnapper fordern“, wandte Ron Harris ein.

„Wir müssen eine Fangschaltung in der Wohnung von Dr. Rowles installieren“, erklärte Owen Burke. „Und dann gilt es abzuwarten, bis sich die Entführer melden.“

„Sie haben völlig freie Hand“, sagte der AD und schärfte den Agents ein: „Schöpfen Sie sämtliche Möglichkeiten aus, um das Mädchen zu befreien, ohne aber sein Leben mehr als nötig aufs Spiel zu setzen. Die Kidnapper werden mit ihrer Ermordung drohen, um an das Geld Kent Rowles' ranzukommen. Und diese Drohung müssen wir ausgesprochen ernst nehmen.“

„Wir werden unser Möglichstes tun“, versicherte Owen Burke.

2

Die Agents sprachen mit Kent Rowles. Er wiederholte noch einmal, was er den Ermittlern vom Police Department gegenüber schon zu Protokoll gegeben hatte.

Sie saßen dem völlig am Boden zerstörten Fünfundsechzigjährigen im Wohnzimmer seines Apartments gegenüber. Unablässig knetete er seine Hände.

„Susan lebte bei uns, nachdem ihre Eltern vor vier Jahren tödlich verunglückten“, erzählte er. „Mein Sohn war wie ich Arzt und sollte einmal meine Praxis übernehmen. Wie ich schon sagte: Er und unsere Schwiegertochter starben bei einem Autounfall. Ich habe daher vor vier Monaten meine Arztpraxis verkauft, weil ich beschlossen habe, mich zur Ruhe zu setzen, und zwei Millionen Dollar dafür erhalten. Dieses verdammte Geld! Nur darum geht es wahrscheinlich. Des verfluchten Geldes wegen wurde Susan entführt.“

„Haben Sie den Deal mit Ihrer Praxis etwa an die große Glocke gehängt?“, fragte Ron Harris.

„Nein. Lediglich einige nahe Verwandte wissen davon.“

„Nur jemand aus diesem Kreis kommt für die Durchführung des Verbrechens in Frage“, konstatierte Owen Burke. „Wer wusste davon?“

Dr. Kent blinzelte, schluckte würgend und strich sich mit einer fahrigen Geste über den Mund. Dann antwortete er: „Meine beiden Brüder und die Geschwister meiner Frau.“

„Wie viele Geschwister hat Ihre Frau?“, erkundigte sich Ron Harris.

„Einen Bruder und eine Schwester.“

„Und die Entführer haben kein Wort von Geld gesprochen?“, versicherte sich Owen Burke noch einmal.

„Nein.“

„Befindet sich das Geld überhaupt schon in Ihrem Besitz?“, wollte der Special Agent wissen.

„Ja.“

„Wo wohnen Ihre Brüder und die Geschwister Ihrer Frau?“, fragte Ron Harris.

„Sie denken doch nicht ...“ Rowles verstummte und schaute die G-men fast entsetzt an. Es war, als weigerte sich sein Innerstes, die Ungeheuerlichkeit auszusprechen.

„Wir müssen jeder Spur nachgehen“, versetzte Owen Burke. „Es ist nicht auszuschließen, dass jemand von denen, die von den zwei Millionen wissen, weitere Personen eingeweiht haben. Ihre Enkelin kann nur jemand entführt haben, der von dem Geld weiß. – Wir werden Ihr Telefon anzapfen, Mister Rowles. Das bedeutet, dass sich in der nächsten Zeit einige unserer Kollegen in Ihrer Wohnung aufhalten werden.“

„Ich bin mit allem einverstanden“, murmelte Rowles nickend. „Ich habe Angst um Susan“, stieß er plötzlich – von seinen Gefühlen überwältigt - hervor und ballte die Hände zu Fäusten. Und wenn seine Stimme eben brüchig geklungen hatte, so wurde sie vom Hass verzerrt, als er hinzufügte: „Diese niederträchtigen Verbrecher! Wenn Sie Susan auch nur das geringste Leid zufügen ...“

Seine Stimme brach.

Burke sagte: „Wir werden sämtliche Hebel in Bewegung setzen, damit wir Ihnen Ihre Enkelin gesund und wohlbehalten zurückgeben können, Sir. In der nächsten Stunde werden einige unserer Kollegen bei Ihnen erscheinen, die alles Notwendige veranlassen.“

Mit dem letzten Wort erhob er sich und auch Ron Harris stand auf.

„Kann man denn nichts tun?“, presste Dr. Rowles mit zuckenden Mundwinkeln hervor und schaute die Agents geradezu flehend an.

„Wir können nur abwarten“, versetzte Burke. „Und nun bitte ich Sie, mir die Adressen Ihrer Brüder, Ihres Schwagers und Ihrer Schwägerin zu geben.“

„Meine Bruder Elton wohnt in Queens, 63th Avenue, Nummer 318, beim Cedar Grove Friedhof. Mein Bruder Gregory lebt in Manhattan, 67th Street, Nummer 421, mein Schwager Ken Talbert besitzt ein Haus in Staten Island, West Brighton, 572 Bemenet Avenue. Sheila Warren, Joannas Schwester, lebt in Manhattan, 118 East 115th Street.“

Joanna war der Name seiner Frau.

Ron Harris notierte die Adressen in seinem Taschenkalender.

„Sollten sich die Entführer bei Ihnen melden, ehe die Kollegen eintreffen, geben Sie uns auf jeden Fall Bescheid, Mister Rowles“, sagte Owen Burke mit Nachdruck im Tonfall und reichte dem Mann eine Visitenkarte.

„Mach ich“, versprach Rowles. „Mach ich ganz gewiss.“ Er verzog weinerlich das Gesicht. „Dieses verdammte Geld! Hätte ich mich bloß nicht entschieden, die Praxis aufzugeben, um in den Ruhestand einzutreten.“

Er war Spielball seiner Emotionen, die von hilfloser Ohnmacht und Niedergeschlagenheit bis hin zu aggressiver Leidenschaft reichten.

„Hätten Sie bloß niemand davon erzählt“, versetzte Ron Harris trocken.

Rowles griff sich an den Kopf. „Sie werden doch nicht ernsthaft glauben, dass einer meiner Brüder oder jemand von Joannas Geschwistern meine Enkelin entführt haben, um mich zu erpressen.“

Ich hab schon Pferde kotzen sehen, dachte Owen Burke, behielt es aber für sich.

3

Natürlich war der Fall in die Schlagzeilen geraten. Sämtliche Medien in New York berichteten über das Verbrechen. Sie verschwiegen auch nicht, dass das FBI die Ermittlungen übernommen hatte und dass es nicht den geringsten Hinweis auf die Entführer gab.

Ron Harris, der den Bericht der Times gelesen hatte, sagte: „In dem Artikel schreibt die Times, dass die Kidnapper von Kent Rowles die gesamten zwei Millionen erpressen wollen und dass sie mit der Ermordung seiner Enkelin gedroht haben.“ Scharf stieß er die Luft durch die Nase aus. „Die wissen schon wieder mal mehr als wir. Wäre interessant zu wissen, aus welcher Quelle sie ihr Wissen beziehen.“

„Kaum anzunehmen, dass mit dem Reporter die Fantasie durchgegangen ist“, erwiderte Burke. „Aber das herauszufinden hat im Moment keine Priorität. Beschäftigen wir uns mit dem Personenkreis, der für das Kidnapping in Frage kommt.“

Die Agents verbrachten den Rest des Tages damit, Rowles' Bruder Gregory, seinen Schwager und seine Schwägerin zu vernehmen, doch der Erfolg war gleich Null. Elton Rowles, den anderen Bruder von Kent Rowles, hatten sie nicht angetroffen. Von einem Nachbarn erfuhren sie, dass er im Rahmen eines Tagesausflugs mit seiner Gattin in den Harriman State Park gefahren war. Nun befanden sie sich im Field Office, ohne einen brauchbaren Hinweis auf die Kidnapper in Händen zu haben. Weder Rowles' Bruder, noch sein Schwager oder seine Schwägern wollten mit jemand über das Millionengeschäft Kent Rowles' gesprochen haben.

Owen Burke rief bei Kent Rowles an. Er meldete sich, Burke nannte seinen Namen, Kent Rowles sagte mit gepresster Stimme: „Ihre Kollegen haben eine Fangschaltung installiert, Agent. Gibt es schon irgendwelche neuen Erkenntnisse?“

„Wir haben in der Times gelesen, dass die Erpresser von Ihnen zwei Millionen Dollar fordern“, sagte Burke.

„Zwei Millionen“, wiederholte Rowles. „Sie wollen also die gesamte Summe, die ich für die Praxis erhalten habe.“ Seine Stimme hob sich. „Von mir aus! Sollen sie das verdammte Geld haben. Ich weiß nicht mehr, wo mir der Kopf steht ...“ Plötzlich stutzte Rowles, er schien nachzudenken, denn sekundenlang herrschte Schweigen, dann stieß er hervor: „An mich sind die Kidnapper noch nicht herangetreten. Woher will die Zeitung von der Zwei-Millionen-Forderung wissen?“

„Das wollte ich eben Sie fragen, Mister Rowles“, erwiderte Burke. „Aber aus Ihrer Reaktion schließe ich, dass die Times die Information nicht von Ihnen hat. Nun, wir werden es herausfinden. An Sie sind die Entführer also noch nicht herangetreten.“

„Nein. Mein Gott, Agent, die Angst um Susan zerfrisst mich regelrecht.“

Owen Burke fühlte mit ihm, fand aber keine Worte des Trostes. Was hätte er in dieser Situation auch sagen sollen? Was immer er auch zum Ausdruck gebracht hätte, es hätte banal und abgedroschen geklungen. Also zog er es vor, zu schweigen.

Er beendete das Gespräch mit Kent Rowles und rief bei der New York Times an. Gleich darauf hatte er den Chefredakteur an der Strippe und fragte ihn, woher der Verlag das Wissen bezüglich der Forderung der Kidnapper bezogen hatte. Der Mann antwortete: „Uns liegt ein anonymer Brief der Entführer vor. Darin drohen sie, dass Susan Rowles sterben wird, wenn sich ihr Großvater weigert, zwei Millionen Dollar Lösegeld zu zahlen.“

„Wann ist der Brief bei Ihnen eingegangen?“

„Gestern Abend. Wir haben das Police Department verständigt und ihm den Brief überlassen.“

Owen Burke bedankte sich, legte auf und schaute seinen Kollegen an, der alles mit angehört hatte, weil der Lautsprecher des Telefonapparats aktiviert war. „Elende Schlamperei“, erregte sich Burke. „Bin neugierig, auf wessen Schreibtisch im Police Department der Brief gelandet ist. Man sollte diesem Burschen Beine machen.“

„Wir sollten vielleicht sicherheitshalber mal nachfragen, ob dieser Brief nicht schon bei uns eingegangen ist“, gab Ron Harris zu bedenken.

„Sicher, du hast recht.“ Owen Burke rief Amalie Shepard, die Sekretärin des AD an, und bat sie, nachzusehen, ob sich der Erpresserbrief in der Eingangspost befand, die täglich über den Schreibtisch des AD ging. Die oftmals ausgesprochen unfreundliche Frau sagte: „Ja, ich erinnere mich, dass ein Bote aus dem Police Department den Brief heute gegen Mittag brachte. Ich hatte allerdings keine Ahnung, dass ihr beide den Fall bearbeitet.“

Sie brachte Burke den Brief. Er war mit einem Computer geschrieben und ausgedruckt worden. Ein kurzes Anschreiben des Police Departments an das FBI war an dem Blatt Papier festgeheftet.

Burke nahm den Brief entgegen, bedankte sich und las: „Zwei Millionen für Rowles‘ Enkelin. Entweder Rowles zahlt, oder die Kleine stirbt.“ Der Agent befeuchtete sich mit der Zungenspitze die Lippen, dann knurrte er: „Ich glaube nicht, dass die Kidnapper bluffen. Aber selbst wenn Rowles zahlt, ist es fraglich, ob sie das Mädchen laufen lassen. Das wird am Ende wohl davon abhängen, wie viel sie über ihre Entführer aussagen kann.“

„Irgendwann wenden sie sich entweder an die Times oder an Rowles selbst, um die Modalitäten für die Geldübergabe festzulegen“, meinte Ron Harris.

„Sicher“, versetzte Burke und nickte. „Spätestens dann sind wir gefordert. Wir werden ganz besonders vorsichtig operieren müssen, denn die Kidnapper werden zur Bedingung machen, dass sich die Polizei rauszuhalten hat. Der kleinste Fehler unsererseits kann Susan Rowles das Leben kosten.“

4

„Wie oft soll ich Ihnen noch sagen, dass ich mit keinem Menschen über Kents Praxisverkauf gesprochen habe“, beteuerte Elton Rowles, der jüngere Bruder Kent Rowles', und es klang fast beschwörend. „Und dass ich das Mädchen nicht entführt habe, werden Sie mir wohl glauben. Kent und ich hatten immer ein gutes Verhältnis.“

„Ich lege für meinen Mann die Hand ins Feuer“, erklärte Ann Rowles, die Gattin Elton Rowles‘. „Mein Mann ist Angestellter bei der Finanzverwaltung und verdient genug Geld, sodass wir beide ein sorgenfreies Leben führen können.“ Tränen schossen ihr in die Augen. „Armer Kent. Er liebt das Mädchen doch abgöttisch. Susan ist alles, was ihm von seinem Sohn geblieben ist. Elton hat mit Kent telefoniert. Er ist am Verzweifeln.“

Owen Burke glaubte den beiden.

Ron Harris hingegen ließ nicht locker. „Denken Sie nach, Mister Rowles. Vielleicht haben Sie doch irgendjemand gegenüber eine Andeutung gemacht. Haben Sie Kinder? Cousins und Cousinen? Neffen und Nichten?“

„Wir haben einen Sohn, sein Name ist Melvin. Aber ...“ Plötzlich brach Elton Rowles fast erschreckt ab. „Ich hab Melvin gegenüber mal angedeutet, dass Kent seine Praxis verkauft hat. Aber Melvin ist über jeden Verdacht erhaben.“

„Lebt Ihr Sohn noch bei Ihnen?“

„Nein. Er wohnt in Manhattan, in der 67th Street. Melvin arbeitet als Buchhalter.“

„Sonstige Verwandte?“

„Ich habe einen Cousin. Er heißt Alvin Rowles und lebt in Staten Island. Mit Alvin habe ich sehr wenig Kontakt. Gerade mal zu Weihnachten oder anlässlich eines Geburtstags telefonieren wir miteinander. Gesehen habe ich ihn schätzungsweise schon ein Jahr nicht mehr.“

„Hat einer Ihrer Brüder oder Ihr Sohn Kontakt zu diesem Cousin?“

„Kaum. Ich kann es mir zumindest nicht vorstellen. Unser Vater und der Vater von Alvin waren Brüder, aber die beiden hatten sich nicht viel zu sagen. Ab und zu traf man sich bei Familienfeiern. Das war’s aber auch schon.“

„Wieso arbeiten Sie nicht?“, fragte Burke.

„Ich bin seit zwei Wochen krankgeschrieben. Die Prostata bereitet mir ziemliche Probleme.“

„Den Hinweis, dass Ihr Bruder seine Praxis verkauft und zwei Millionen Dollar dafür kassiert hat, können die Kidnapper nur von jemand erhalten haben, der eingeweiht war.“

„Ich kann Ihnen nichts sagen“, presste Elton Rowles hervor. „Von uns hat jedenfalls niemand einen Hinweis erhalten. – Wäre Kent bloß nie auf die Idee gekommen, seine Praxis zu verkaufen. Wie meine Frau schon sagte: Susan ist uns ans Herz gewachsen – sie ist immerhin die Tochter meines Neffen, den ich fast genauso liebte wie meinen Sohn.“

„Ich habe keine Fragen mehr“, erklärte Owen Burke abschließend. „Willst du noch etwas wissen, Ron?“

Ron Harris schüttelte den Kopf und erhob sich. „Nein.“ Sein Blick traf Elton Rowles. „Tut mir leid, dass wir Sie belästigen mussten. Aber es ist so: Die Entführer können nur von einem Eingeweihten von den zwei Millionen erfahren haben. Und zu diesem Kreis gehören Sie nun einmal.“

„Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen“, erklärte Elton Rowles. „Sie machen lediglich Ihren Job.“

Die Agents verabschiedeten sich.

„Was glaubst du?“, fragte Ron, als sie im Dodge saßen. „Ist Elton Rowles sauber?“

„Elton Rowles kommt meines Erachtens als Täter nicht in Frage“, verlieh Owen Burke seiner Meinung Ausdruck.

„Da nach meiner Auffassung auch die Geschwister von Joanna Rowles ausscheiden, bleibt nur noch Melvin Rowles übrig. Nehmen wir ihn in die Mangel.“

Die Agents fuhren zurück nach Manhattan und in die 67th Street, wo Melvin Rowles ein Apartment bewohnte. Er war allerdings nicht zu Hause. Eine Nachbarin verriet ihnen, dass er bei einem Transportunternehmen als Buchhalter tätig war. Es handelte sich um die Spedition Kingman in Brooklyn, Quentin Avenue. Also fuhren sie noch einmal über den East River und trafen Melvin Rowles an. Er bot ihnen in seinem Büro Sitzplätze an einem kleinen Besuchertisch an. „Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?“, fragte er, doch die Agents lehnten dankend ab.

Ron Harris kam sofort auf den Grund ihres Erscheinens zu sprechen und erklärte Melvin Rowles, dass eigentlich nur noch er als derjenige in Frage kam, von dem die Kidnapper den Tipp mit den zwei Millionen haben konnten.

Melvin Rowles prallte regelrecht zurück und tippte sich mit dem Daumen gegen die Brust: „Von mir!? Entschuldigen Sie, Special Agent, aber diese Unterstellung ist ungeheuerlich. Was sollte ich für ein Interesse daran haben, dass Susan entführt und Onkel Kent erpresst wird?“

„Darum geht es nicht“, versetzte Owen Burke. „Bei Ihnen mag gar keine böse Absicht dahinter gesteckt haben, als Sie mit jemand über den Deal Ihres Onkels sprachen.“

Melvin Rowles ließ die flache Hand auf den Schreibtisch klatschen. Sein Gesicht hatte sich gerötet, er war wütend und seine Augen versprühten zornige Blitze. „Ich habe mit niemandem drüber gesprochen, verdammt! Was wollen Sie überhaupt von mir? Suchen Sie einen Hammel, den Sie zur Schlachtbank führen können?“

„Das nicht gerade“, gab Ron Harris unbeeindruckt zu verstehen.  „Aber Sie gehören zum engeren Kreis der Verdächtigen.“

Und dein Verhalten ist auch nicht dazu angetan, uns besonders objektiv zu stimmen, durchfuhr es Owen Burke, dem die ganze Reaktion Melvin Rowles‘ ziemlich überzogen und theatralisch anmutete.

5

Die beiden Agents befanden sich auf der Brooklyn Bridge, als das Handy in der Freisprechanlage dudelte. Owen Burke ging auf Empfang. „Hallo, Agent“, tönte eine Stimme aus dem Lautsprecher. „Soeben hat der Entführer von Susan Rowles angerufen. Wir konnten lokalisieren, von wo aus er anrief. Es war der öffentliche Fernsprecher im Grand Central Terminal.“

„Was sprach der Strolch?“, fragte Burke.

„Die Übergabe des Geldes soll am Freitag, 18 Uhr, in der U-Bahn-Haltestelle Spring Street erfolgen. Ausdrückliche Forderung ist, dass keine Polizei bei der Haltestelle anwesend sein darf. Wenn doch, wollen die Kidnapper Susan Rowles umbringen.“

„Verständigen Sie die SRD“, sagte der Special Agent. „Sie sollen etwaige Fingerabdrücke an dem öffentlichen Fernsprecher sichern und auswerten.“

„Mach ich“, versicherte der Beamte am anderen Ende der Leitung.

„Sie sollen sich mit der Auswertung beeilen“, gab Burke zu verstehen, „und das FBI unverzüglich vom Ergebnis unterrichten. Geben Sie den Kollegen meine Telefonnummer.“

„Verstanden, Agent.“

Dann war die Leitung tot.

„Langsam gerät Bewegung in die Sache“, knurrte Owen Burke.

„Die Gangster haben mit Susan Rowles ein Druckmittel in der Hand“, knurrte Ron Harris, „das uns dazu zwingt, tatenlos herumzusitzen und Daumen zu drehen.“

„Völlig tatenlos werden wir sicher nicht herumsitzen“, erwiderte Burke. „Wir werden bei der U-Bahn-Station sein und beobachten, wer den Koffer mit dem Geld an sich nimmt. Vielleicht führt er uns zu Susan Rowles.“

„Es ist wahrscheinlich unsere einzige Chance, an die Kidnapper heranzukommen“, murmelte Ron Harris.

Im Bundesgebäude angekommen meldeten sich die Agents bei ihrem Vorgesetzten an, um Bericht zu erstatten.

„Wie wollen Sie vorgehen?“, fragte der AD, nachdem er alles wusste, was es zu berichten gegeben hatte. „Wenn die Gangster Sie als Polizisten erkennen, ist Susan Rowles' Leben keinen Pfifferling mehr wert. Sie müssen besonders behutsam vorgehen, Agents. Dem Mädchen darf kein Leid widerfahren.“

„Wir werden uns unter die Leute mischen, die die U-Bahn-Station bevölkern“, antwortete Owen Burke. „Es ist nicht zu erwarten, dass die Gangster Ron oder mich kennen. Sobald einer der Halunken den Koffer an sich nimmt, folgen wir ihm. Und dann sehen wir weiter.“

„Sie haben also noch keinen detaillierten Plan?“, stellte der AD ohne Begeisterung fest.

„Nein. Unser Vorgehen hängt vom Verhalten desjenigen ab, der den Koffer abholt.“

„Was wird in dem Koffer sein?“

„Zwei Millionen Dollar“, antwortete Owen Burke. „Wir können kein Risiko eingehen. Wenn wir den Koffer mit Zeitungspapier oder sonst etwas füllen und der Gangster entkommt uns, wird Susan Rowles es auszubaden haben. So besteht wenigstens die Hoffnung, dass die Kidnapper sie laufen lassen, wenn sie das Geld haben.“

„Mehr können wir im Moment nicht tun“, murmelte der AD und es klang fast ergeben. „Morgen Vormittag findet eine Pressekonferenz wegen der Entführungsgeschichte statt. Ich möchte, dass Sie dabei sind, Agents.“

„Wir können den Medienleuten nicht viel bieten“, erklärte Owen Burke. „Zeitpunkt und Ort der Übergabe des Geldes werden wir ihnen sicher nicht auf die Nasen binden.“

Der AD antwortete: „Wir sind verpflichtet, die Öffentlichkeit zu unterrichten. Dass wir nicht über Dinge sprechen, die unsere Ermittlungen gefährden könnten, wissen die Medienleute und sie akzeptieren das auch.“

„Wann und wo findet die Pressekonferenz statt?“, fragte Burke.

„Um zehn Uhr im Sitzungssaal.“

„Wir werden da sein.“

Zu der Presskonferenz am folgenden Tag hatten sämtliche Zeitungsverlage New Yorks sowie die lokalen Rundfunk- und Fernsehsender Reporter und Journalisten geschickt.

Es war ein Frage- und Antwortspiel.

„Der Kreis der Verdächtigen ist ziemlich eng“, gab der AD zu verstehen. „Da nur die nächsten Angehörigen Kent Rowles' von dem Verkauf seiner Praxis gewusst haben, beschränken sich die derzeitigen Ermittlungen auf diesen Personenkreis.“

„Haben die Entführer schon Ort und Zeitpunkt der Geldübergabe festgelegt?“

„Nein.“ Glatt kam die Lüge über die Lippen des AD, er verzog dabei keine Miene.

„Besteht Sicherheit, dass Susan Rowles überhaupt noch am Leben ist?

„Nein. Aber wir gehen davon aus.“

„Wird Kent Rowles bezahlen?“

„Darüber kann ich keine Aussage machen.“

„Wird sich die Polizei raushalten, wenn die Kidnapper es fordern?“

„Das FBI wird alles versuchen, um das Mädchen aus der Gewalt seiner Entführer zu befreien. Man kann jedoch keine Prognose abgeben, wie sich die Sache entwickeln wird. Ja, möglicherweise muss sich die Polizei heraushalten, wenn die Entführer dies fordern. Das Leben und die Gesundheit Susan Rowles' werden wir auf keinen Fall gefährden.“

So ging es noch eine Weile hin und her. Einmal überließ der AD Owen Burke das Wort. Der Reporter wollte wissen, wen er als ermittelnder Beamter in Verdacht hätte, auf wen sich also ihre Ermittlungen in erster Linie konzentrieren würden. Der Special Agent gab eine ausweichende Antwort, mit der sich der Reporter zwar nicht zufrieden gab, was den Special Agent allerdings nicht veranlasste, seinen Ausführungen etwas hinzuzufügen.

Schon bald zogen die Reporter und Journalisten wieder ab. Es war nicht viel, was sie mitnehmen konnten. Einige murrten. Einer rief: „Im Klartext heißt das, dass das FBI nichts weiß und im Dunkeln tappt.“

Dann waren der AD und die beiden Agents allein. Ron Harris sagte: „Sie werden uns in der Luft zerreißen, man wird uns an den Pranger stellen. Himmel, ich sehe schon die Schlagzeilen ...“

„Ganz so schlimm wird es schon nicht werden“, wandte der AD ein. „Jeder vernünftige Mensch muss einsehen, dass wir nichts publik machen können, das den Erfolg unserer Arbeit gefährden könnte. Viele Fragen können wir einfach nicht beantworten.“

Sie kehrten in ihre Büros zurück.

Burke war ziemlich frustriert. Der Reporter hatte es auf einen Nenner gebracht, als er die Feststellung traf, dass das FBI nichts wusste und im Dunkeln tappte. Was hatten sie denn schon? Den Verdacht, dass jemand aus dem engeren Umfeld von Kent Rowles von dessen Deal mit der Praxis nicht dichtgehalten hatte. Das war alles. Sie hatten weder einen Hinweis auf die Entführer, noch ein Lebenszeichen von Susan Rowles, noch sonst irgendetwas Konkretes in Händen.

6

Die Times brachte am folgenden Tag den Bericht über das Ergebnis der Pressekonferenz.

Der Täterkreis wurde vom FBI auf die nächsten Angehörigen von Kent Rowles eingegrenzt, hieß es da unter anderem. Möglicherweise war es auch nur die unbedachte Bemerkung eines nahen Verwandten jemandem gegenüber, der daraufhin den verbrecherischen Plan ausheckte. Im Übrigen gibt es keinen Hinweis darauf, wer die Kidnapper sein könnten. Fakt ist bisher nur, dass es zwei Täter waren, die gewaltsam in die Wohnung des Arztes eindrangen und seine Enkeltochter entführten ...

7

An diesem Morgen teilte die SRD dem FBI mit, dass an dem öffentlichen Fernsprecher im Grand Central Terminal keine Fingerabdrücke gefunden worden waren, die mit registrierten übereinstimmten.

Burke und Harris traten auf der Stelle. Sie beschlossen, mit Alvin Rowles, dem Cousin von Kent Rowles, zu sprechen.

Seine genaue Anschrift war 523 Lake Avenue. Die Agents fuhren nach Staten Island.

Es handelte sich um ein gepflegtes Einfamilienhaus mit einem kleinen Vorgarten. Eine gepflasterte Einfahrt führte zur Garage. Im Vorgarten wuchsen Büsche. Neben dem ebenfalls gepflasterten Gehweg zur Haustür hatte Alvin Rowles eine Rosenrabatte angelegt. Die Agents läuteten an der Eingangstür.

Niemand öffnete ihnen.

Owen Burke schaute durch das Fenster der Garage. Sie war leer, und der Special Agent zog den Schluss, dass Alvin Rowles mit seinem Wagen unterwegs war.

Die Agents setzten sich in den Dodge und warteten. Als Alvin Rowles nach einer Stunde noch immer nicht aufgetaucht war, sagte Burke: „Ich frag mal einen Nachbarn ...“ Er stieg aus dem Dienstwagen.

Niemand konnte ihm Auskunft darüber erteilen, wo sich Alvin Rowles möglicherweise aufhielt.

Burke ging um das Haus herum und stellte fest, dass die Hintertür nur angelehnt war. Als er sie etwas näher in Augenschein nahm, entging ihm nicht, dass sie aufgehebelt worden war. Deutlich konnte er sehen, wo der Einbrecher ein Montiereisen oder etwas Ähnliches angesetzt hatte, denn der Türrahmen war beschädigt.

Owen Burke lief zur Vorderseite und winkte seinem Kollegen. Gemeinsam betraten sie wenig später das Haus, schritten durch einen kurzen Flur und gelangten in das Wohnzimmer.

Nacheinander durchsuchten sie sämtliche Räume des Hauses. Die Türen des Kleiderschranks im Schlafzimmer standen offen. Einige Kleidungsstücke waren achtlos auf das Bett geworfen worden. Eines der Kissen wies einige Blutflecke auf. Alles sah nach einem ziemlich überstürzten Aufbruch aus. Die aufgebrochene Hintertür und die Blutflecke auf dem Kopfkissen warfen eine Reihe von Fragen auf.

Auf einem kleinen Schreibtisch stand ein Laptop. Ron Harris schaltete ihn ein und war überrascht, weil das Betriebssystem kein Kennwort forderte. Er öffnete den Internet Explorer und fand das E-Mail-Konto Alvin Rowles‘. Da Benutzername und Passwort gespeichert waren, konnte er es problemlos öffnen. Gleich darauf pfiff er durch die Zähne und sagte: „Sieh an, zwischen Alvin Rowles und Melvin, dem Sohn von Elton Rowles, scheint ein reger Austausch von E-Mails stattgefunden zu haben.“

Es gab in der Tat einige Mails, doch die Texte waren belanglos und mit keinem Wort war die Entführung Susan Rowles‘ erwähnt. Die letzte Mail war vor einer dreiviertel Stunde geschrieben worden.

Die Agents standen vor einem Rätsel. War auch Alvin Rowles das Opfer einer Entführung geworden?

Owen Burke verständigte unverzüglich das Police Department, und schon nach kurzer Zeit kamen einige uniformierte Beamte von der nächsten Polizeistation. Schließlich trafen auch die Kollegen von der SRD ein.

Für Burke und Harris gab es hier nichts zu tun. Der Einsatzleiter versprach, dem FBI einen Bericht über das Ergebnis der Spurensicherung zukommen zu lassen.

Die Agents beschlossen, sich noch einmal Melvin Rowles vorzunehmen, der mit dem Cousin seines Vaters – ganz im Gegensatz zu diesem - ein recht enges Verhältnis gepflegt zu haben schien. Also fuhren sie nach Manhattan in die 67th Street.

Auch hier standen sie vor verschlossener Tür. In der Wohnung schien sich niemand aufzuhalten.

„Wir sollten uns dennoch Zutritt verschaffen“, sagte Ron Harris. „In Alvin Rowles Haus deutete viel auf eine weitere Entführung, mindestens aber auf einen recht überstürzten Aufbruch hin, und die letzte Mail von Melvin Rowles war nicht mal eine Stunde alt. Etwas stimmt da nicht. Vielleicht finden wir in der Wohnung irgendwelche Hinweise.“

Ron öffnete die Tür, dann betraten die Agents das Apartment.

Melvin Rowles lag tot in einem Sessel. Jemand hatte ihm eine Kugel in die Brust geschossen.

Das war der erste Eindruck, der sich den Agents bot.

Owen Burke rief die Mordkommission an, dann schauten sich die beiden G-men in der Wohnung um, berührten aber und veränderten nichts.

„Wenn wir den Grund für die Ermordung Melvin Rowles' kennen würden, wären wir sicherlich ein schönes Stück weiter“, gab Owen Burke zu verstehen.

„Du gehst also davon aus, dass er etwas mit der Entführung zu tun hatte.“ Das war keine Frage von Seiten Ron Harris‘, sondern eine Feststellung.

„Ja. Wahrscheinlich fiel er einem – hm, Zeugenbeseitigungsprogramm zum Opfer. Wenn wir seinen Mörder kennen, wissen wir sicherlich auch, wer Susan Rowles entführt hat.“

In die Wohnung Melvin Rowles' kamen Beamte vom Police Department und von der SRD. Der Leichnam wurde, nachdem der Polizeifotograf und der Coroner ihren Job gemacht hatten, in einen Leichensack verpackt und weggeschafft. Ein Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte angeordnet, ihn in die Gerichtsmedizin zu überführen.

Owen Burke erhielt die Zusage, dass das Ergebnis der Spurensicherung dem FBI mitgeteilt werden würde. Vor allem interessierte sich Burke für den ballistischen Abgleich des Geschosses, mit dem Melvin Rowles getötet wurde. Wenn sie Glück hatten, war eine Waffe mit entsprechenden Spezifikationen bereits registriert und sie konnten auf den Besitzer der Waffe zurückgreifen.

Die Agents fuhren zur Wohnung Elton Rowles', um ihm die Nachricht vom gewaltsamen Tod seines Sohnes zu überbringen.

8

Als Owen Burkes Telefon läutete, waren er und sein Kollege Harris gerade dabei, das gemeinsame Büro zu verlassen, um ihren Vorgesetzten über die bisherigen Vorfälle in Kenntnis zu setzen.

Der Anrufer sagte: „Der Entführer hat sich wieder gemeldet, Special Agent. Er wollte Zeitpunkt und Ort der Geldübergabe ändern. Wir konnten seinen Standort lokalisieren. Das heißt, wir wissen die Nummer des Anschlusses, von dem aus er angerufen hat.“

Details

Seiten
100
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783738901290
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v308280
Schlagworte
leben millionen dollar gesamtausgabe

Autor

Zurück

Titel: Ein Leben für zwei Millionen Dollar: Gesamtausgabe