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MarkTate und das Spieglein an der Wand: Neuer Mark Tate Roman 5

von W. A. Hary (Autor:in) Art Norman (Autor:in)
2021 60 Seiten

Zusammenfassung

Ich hatte keine Chance. Die Übermacht war zu überwältigend. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sie schleppten mich unter dem grässlichen Gejohle der Menschenmenge zur Hinrichtung.

Kreischende Weiber hielten ihre Kinder hoch, damit sie besser sehen konnten, was da Grausiges geboten wurde. Ich hörte den Chor der geifernden Meute immer wieder ausrufen:

„Kreuzigt ihn!“

Das kam mir irgendwie bekannt vor. Wenngleich reichlich unangebracht, denn da war weit und breit kein Kreuz zu sehen. Die Hinrichtungsstätte war vielmehr ein Schafott. Eines der klassischen Art. Mit einem bulligen Henker daneben, dessen Gesicht von einer Kapuze bedeckt war, nur winzige Löcher für die Augen freilassend. Die muskulösen Arme hielten eine reichlich überdimensionierte Axt.

Ich hoffte nur noch eines: Hoffentlich konnte der Henker trotz der eingeschränkten Sicht gut genug zielen, damit dies alles, dieser wahre Albtraum, wirklich mit einem einzigen Schlag beendet sein würde.

Leseprobe

Copyright

Cover: William Trost Richards Motiv - Steve Mayer,2020


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Alfred Bekker

© Roman by Author /

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

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MarkTate und das Spieglein an der Wand: Neuer Mark Tate Roman 5

Von W. A. Hary und Art Norman



Ich hatte keine Chance. Die Übermacht war zu überwältigend. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sie schleppten mich unter dem grässlichen Gejohle der Menschenmenge zur Hinrichtung.

Kreischende Weiber hielten ihre Kinder hoch, damit sie besser sehen konnten, was da Grausiges geboten wurde. Ich hörte den Chor der geifernden Meute immer wieder ausrufen:

„Kreuzigt ihn!“

Das kam mir irgendwie bekannt vor. Wenngleich reichlich unangebracht, denn da war weit und breit kein Kreuz zu sehen. Die Hinrichtungsstätte war vielmehr ein Schafott. Eines der klassischen Art. Mit einem bulligen Henker daneben, dessen Gesicht von einer Kapuze bedeckt war, nur winzige Löcher für die Augen freilassend. Die muskulösen Arme hielten eine reichlich überdimensionierte Axt.

Ich hoffte nur noch eines: Hoffentlich konnte der Henker trotz der eingeschränkten Sicht gut genug zielen, damit dies alles, dieser wahre Albtraum, wirklich mit einem einzigen Schlag beendet sein würde.

Und dann hatte ich das Ziel erreicht. Es geiferte und tobte und kreischte ringsherum. Die Meute war regelrecht von Sinnen. Sie wollten mein Blut sehen. Sie wollten sich daran ergötzen, dass man mir den Kopf abhackte. Je blutiger desto lieber.

Ich wurde niedergeworfen und über den Hackklotz gezwungen.

Unter dem Gejohle und jetzt auch schadenfrohen Gelächter der Meute schwang der Henker seine Axt, während ich die Augen schloss und auf den brutalen Schlag wartete. Man hatte mir noch nicht einmal etwas über den Kopf gestülpt. Die Meute sollte haargenau sehen können, wenn mir der Kopf glatt vom Rumpf abgetrennt wurde.

Der Schlag kam. Unaufhaltsam. Und ich hatte wirklich großes Glück: Er traf exakt dort im Nacken, wo er treffen sollte.

Mein Kopf fiel in tiefste Finsternis und nahm dabei den Todesschmerz mit sich …


*


Die Finsternis wich Helligkeit. Ich entstand neu. Wie jedes Mal, wenn ich sterben musste. Seit ich der Hölle des Daedrareiches entkommen war. Dabei hatte ich längst aufgehört, die Anzahl der Wiedergeburten zu zählen.

Hier stand ich nun, inmitten der kreischenden, johlenden, geifernden Menge. Niemand achtete auf mich. Wieso auch? Vor allem, weil im gleichen Augenblick, in dem ich neu entstanden war, meine geschundene Leiche genauso wie mein abgeschlagener Kopf und das viele vergossene Blut im Nichts verschwanden. Das erzeugte einen Aufruhr ohnegleichen. Aus Aufruhr entstand Chaos, und in diesem Chaos konnte ich mich ungesehen und unbemerkt zurückziehen.

Obwohl ich trotzdem nicht weit kam, denn ich erwachte plötzlich mit einem gellenden Schrei auf den Lippen, den ich nicht verhindern konnte.

Es dauerte eine Weile, bis ich begriff, schweißnass in einem Bett zu sitzen. Erst meine geliebte May brachte mich endgültig in die Wirklichkeit zurück. Ich hatte sie natürlich mit meinem gellenden Schrei aufgeweckt, und sie versuchte mich zu beruhigen.

Erfolgreich!

Erst als ich ihr erzählt hatte, welchen furchtbaren Traum ich gehabt hatte, beruhigte auch sie sich wieder. Obwohl ich hinzufügte:

„War das wirklich nur ein Traum oder gar eine Art Vision, die man noch dahingehend deuten kann, dass wieder überreichlich Böses uns erwartet?“

Sie schüttelte nachdenklich den Kopf.

„Ich tippe eher auf einen Traum. Nach allem, was du in der letzten Zeit wieder durchmachen musstest. Die vielen Male, die du gestorben bist, und deine anschließenden Wiederauferstehungen jedes verfluchte Mal … Und selbst wenn es sich um eine Vision gehandelt hat als Warnung vor der nahen Zukunft: Was könnte daran denn noch beschissener werden als sowieso schon?“

Reichlich bittere Worte, wie ich fand. Doch ich zwang mich zur Ruhe und ließ mich wieder nieder sinken. May kuschelte sich an mich und war gleich darauf sogar wieder eingeschlafen.

So schnell schaffte ich das nicht. Ich wartete nur noch so lange, bis regelmäßige Atemzüge von May mir verrieten, dass sie so schnell nicht wieder geweckt werden konnte. Dann löste ich mich von ihr vorsichtig und trat ans Fenster.

Vom Hotelzimmer aus hatte man einen hervorragenden Ausblick auf das Meer. Wir hatten uns unseren Aufenthalt hier in Brest etwas kosten lassen. Das Zimmer, das May und ich bezogen hatten, mochte insgesamt mindestens fünfzig Quadratmeter aufweisen und war mit allem erdenklichen Luxus eingerichtet. Wozu auch der mannshohe Spiegel mit dem reich verzierten Rahmen gehörte, der an einer Wand des Zimmers hing.

Wir brauchten so etwas wie einen Ruhepunkt. Der zurückliegende Urlaub in der Bretagne hatte sich ja völlig anders angelassen als ursprünglich geplant.

Ich verdrängte die unschöne Erinnerung daran, weil sie mich nur unnötig noch mehr aufwühlte.

Unterwegs hierher hatten wir überraschend angenehme Gesellschaft bekommen. Uschi Thysen hieß das brünette Mädchen, das irgendwie süß und hilflos an der Straße gestanden und den Daumen ausgestreckt hatte. Und irgendwas an ihr hatte mein Interesse erregt. Kein Interesse erotischer Natur natürlich. Mein Unterbewusstsein war irgendwie schlagartig aktiv geworden. Aus welchen Gründen auch immer, die ich bis jetzt immer noch nicht hatte herausfinden können.

Details

Seiten
60
Jahr
2021
ISBN (ePUB)
9783738955729
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2021 (August)
Schlagworte
marktate spieglein wand neuer mark tate roman

Autoren

  • W. A. Hary (Autor:in)

  • Art Norman (Autor:in)

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