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Die Krallenengel: N.Y.D. – New York Detectives

2021 116 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Die Krallenengel: N.Y.D. – New York Detectives

Copyright

Die Hauptpersonen des Romans:

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Die Krallenengel: N.Y.D. – New York Detectives

Krimi von Cedric Balmore

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 116 Taschenbuchseiten.

 

Bildhübsche Frauen aus dem Battery Park! Der neueste Auftrag des Privatdetektivs Bount Reinigers bringt ihn mit dieser Gesellschaft zusammen und das gleich mehrfach. Allerdings steckt auch ein komplexer Fall dahinter – die Mafia ist mit im Spiel – und der erfahrene Privatdetektiv muss einiges einstecken. Gewohnt hartnäckig bleibt er am Ball, doch diesmal geben ihm die scharfen Wendungen der brandgefährlichen Angelegenheit eine harte Nuss zu knacken.

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© COVER STEVE MAYER

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Die Hauptpersonen des Romans:

Jessica Thorpe – Sie kämpft um ihr Leben, aber sie kann dem Tod nicht mehr entrinnen.

Leslie Harper – Als sie eine falsche Fährte legt, fällt sie auf die Nase.

Joyce Finch – Der süße Engel hat tödliche Krallen.

Bill Correggio – Er gerät zwischen die Fronten.

June March – ist Bounts Assistentin und hilft ihm bei seinen Fällen.

Bount Reiniger – ist Privatdetektiv.

 

 

1

Sie war jung.

Sie war blond.

Und sie hatte noch drei Minuten zu leben.

Sie atmete auf, als sie die Schwelle von Bount Reinigers Office passiert hatte. Sie fühlte sich in Sicherheit, zumindest vorübergehend.

Dieses Empfinden beruhte nicht so sehr auf der modernen Solidität, die das große Büro atmete, sondern es wurde von dem Mann erzeugt, der hier arbeitete. Er kam ihr lächelnd entgegen und begrüßte sie.

Sie sah in seinem Lächeln einen Hauch von Skepsis. Seine Reaktion gefiel ihr.

Sie hatte sich als Mary Miller angemeldet. Das war ein mehr als gängiger Name, aber Bount Reiniger erriet auf Anhieb, dass die Besucherin ihn für sich erfunden hatte.

Er rückte ihr schweigend den bequemen Armlehnstuhl an seinem Schreibtisch zurecht, dann setzte er sich seiner Klientin gegenüber.

Ihm gefiel, was er sah, die Blässe ihrer transparent anmutenden Haut ausgenommen. Er schätzte hohe Jochbeine und volle, weiche Lippen, er war ein Ästhet, wenn es um klare Linien und Vollkommenheit des Äußeren ging. Im Gesicht seiner wohl knapp zweiundzwanzigjährigen Besucherin konnte er keinen Makel entdecken.

Ausgenommen einen.

Todesangst.

Bount kannte diesen Ausdruck, egal wie geschickt und beherrscht er kaschiert werden mochte. Er war einfach da, düster und konkret, er lag in der Luft wie eine drohende, atmosphärische Störung.

„Zigarette?“, fragte er. „Einen Drink?“

„Wenn ich etwas Wasser haben dürfte ...“

Die Stimme war weich, dunkel, vielleicht etwas brüchig, von der inneren Erregung geprägt. Bount Reiniger beugte sich der Sprechanlage entgegen, betätigte die Mikrofontaste und sagte: „Ein Glas Wasser, bitte.“

Seine Mitarbeiterin June March, die sich offiziell Detektiv-Volontärin nannte, kam mit dem Gewünschten herein. June wirkte frisch, effizient, modisch und sehr sexy, obwohl Bount letzteres im Allgemeinen nur mit säuerlich verzogenem Gesicht einzuräumen bereit war.

Er wusste, welche Gedankenverbindungen seine Klienten bei Junes Anblick herzustellen pflegten. Die meisten Besucher sahen in June seine Geliebte, ein jederzeit erreichbares Supergirl fürs Büro und komfortablere Aufenthaltsräume, aber sie hatten unrecht.

Bis jetzt jedenfalls.

Die Besucherin schenkte June ein flüchtiges Lächeln. Bounts Gesichtsmuskeln blieben passiv. Er merkte, dass auch Mary Miller in der hochattraktiven June seine Geliebte witterte. Eigentlich war das ein Kompliment – für ihn natürlich. Wenn schon! Er musste das hinnehmen, er konnte seine Zeit nicht damit verschwenden, alberne Irrtümer aufzuklären. Jedes Wort, das er darüber verlieren würde, musste zwangsläufig Bumerangwirkung haben.

June stellte das Glas auf dem Schreibtisch ab. Die Besucherin öffnete ihre Handtasche und griff hinein. Ihre Hände waren ungewöhnlich schlanke, sensible, aber auch nervöse Werkzeuge. Sie entnahmen einer goldenen Pillendose eine weiße Tablette und warfen sie in das Glas.

June ging hinaus, nicht ohne vorher mit einem burschikos-spöttischen Augenzwinkern ihrem Chef eine Botschaft übermittelt zu haben.

Dieses Signal konnte nur heißen: Vorsicht, mein Lieber! Dieses Mädchen ist Dynamit. Behandle sie mit der gebotenen Vorsicht.

Bount konnte nicht zurückblinzeln.

Die Besucherin schaute ihm geradewegs in die Augen.

„Ich soll sterben“, sagte sie und nahm das Glas in die Hand. Aus der Tablette lösten sich winzige Bläschen und stiegen sprudelnd zur Oberfläche.

„Hoffentlich nicht durch diese Pille“, sagte Bount rasch.

„Nein, nein, dieses Zeug muss ich haben, es ist ein Beruhigungsmittel“, meinte die Besucherin. „Ich bin zum Tode verurteilt.“

„Wer bedroht Sie?“, wollte Bount wissen.

Die Besucherin trank, sie leerte den Glasinhalt mitsamt Tablette. Ihre Wimpern flatterten nervös. Sie stellte das Glas ab, als habe sie Angst, dass es zerbrechen könnte. „Das ist eine lange Geschichte“, murmelte sie.

„Fangen Sie an“, bat er.

Der Blick der schönen hellgrünen Augen ging an ihm vorbei zum Fenster. Bount gewahrte, wie sich in diesen Augen plötzlich etwas veränderte und wie die Angst, die in ihnen hockte, von einem jähen Wissen und von einem intensiven Schmerz abgelöst wurde.

Bount erhob sich abrupt, sein Puls beschleunigte sich. „Ist Ihnen unwohl?“, fragte er.

Die Besucherin stand auf, sie schwankte dabei ein wenig. Sie hob die rechte Hand, als versuchte sie nach ihm zu greifen, aber noch ehe es zu dem Kontakt kam, fiel sie in den Stuhl zurück, ihr Kopf mit dem nackenlangen, schimmernden Blondhaar sank auf die Schulter und ihrem roten, sich langsam öffnenden Mund entrang sich ein langgezogenes Stöhnen.

Bount drückte die Sprechtaste seiner Anlage nach unten. „Einen Arzt, rasch! Dr. Stiller!“

Dr. Stiller hatte seine Praxis im Haus, er war ein guter Internist, der den Vorzug hatte, fast immer greifbar zu sein.

Bount eilte um den Schreibtisch herum. schnupperte an dem leeren Glas und bemerkte mit einem von Sorge und Betroffenheit geprägten Frösteln, dass die Pupillen seiner Besucherin sich veränderten.

Bount hob das Mädchen kurz entschlossen aus dem Stuhl und brachte sie in sein hinter dem Office liegendes Apartmentzimmer, hier bettete er sie auf die Couch. June tauchte hinter ihm auf.

„Ich habe Dr. Stiller Bescheid gesagt, er kommt sofort“, berichtete sie. „Was ist mit ihr?“

Bount prüfte den Puls der Klientin. Seine Schultern sackten langsam nach unten. Er wandte sich um. „Ich fürchte, sie ist tot“, sagte er.

 

 

2

Dr. Stiller eilte mit seiner Instrumententasche im weißen Kittel zum Lift.

Bount Reinigers Office Räume befanden sich im vierzehnten Stockwerk. Am Fahrstuhlschacht warteten zwei Männer. Sie schenkten ihm nur einen flüchtigen Blick, dann verfolgten sie das Lichtspiel der elektrischen Anzeigetafel.

Der Lift stoppte, die Tür glitt zur Seite. Dr. Stiller und die beiden Männer betraten den Fahrstuhl. Drei Personen, eine Frau mit Mann und Kind, befanden sich bereits darin. Das Trio verließ den Lift im zehnten Stock. Dr. Stiller schaute ungeduldig auf seine Uhr. June March hatte ihm unmissverständlich klargemacht, dass Eile geboten war.

Der Fahrstuhl hielt. Dr. Stiller zuckte zusammen, getroffen von einem scharfen Schmerz in seiner Seite. Erschaute nach unten. Der neben ihm stehende Mann presste ihm eine Revolvermündung in die Rippen.

„Machen Sie keinen Ärger, Dr. Stiller“, sagte der Mann, „sonst mache ich aus Ihnen den stillsten Stiller, den diese unstille Stadt jemals kannte.“

Dr. Stiller schluckte. Er hatte normalerweise Sinn für Wortspiele, aber wenn sie sich mit Bedrohung und Zynismus verbanden, waren sie nicht nach seinem Geschmack. Schon gar nicht dann, wenn ein Patient nach ihm rief.

„Ich habe kein Geld bei mir“, stellte der Arzt fest.

Die Lifttür glitt zur Seite. Der zweite Mann deckte die hinter ihm stehenden Fahrstuhlinsassen, aber es war niemand in der Nähe, der die Szene hätte beobachten können.

„Ziehen Sie den verdammten Kittel aus, rasch“, forderte der bewaffnete Gangster. Er war nicht älter als 28 und hatte ein schmales, hübsches Gesicht mit dunklen, harten Augen und pechschwarzem, gepflegt wirkendem Haar. Er war gut gekleidet und wirkte nicht unintelligent, aber für Stiller war es die Art von Aufgeschlossenheit, die sich nur im Negativen äußert.

„Was haben Sie vor? Ich muss zu einem Patienten“, sagte Stiller.

„Das wissen wir“, höhnte der Schwarzhaarige. „Wir kommen Ihnen entgegen. Wir nehmen Ihnen den Job ab.“

„Sind Sie verrückt geworden?“, fragte Stiller.

Er hatte keine Angst, er war nur verärgert. Trotzdem spürte er, dass es dumm und falsch sein würde, seinen Gegner mit hinhaltendem Widerstand zu reizen. Stiller gab plötzlich nach. Er stellte die Instrumententasche ab und entledigte sich des Kittels.

Der Gangster nahm das Kleidungsstück entgegen und überließ seinem Komplizen den Revolver. Dieser zweite Mann schob die Waffe in seine Aktentasche, behielt jedoch den Finger am Abzug.

Er war größer und grobschlächtiger als der Schwarzhaarige und hatte eine Boxernase. Stiller fühlte, dass dieser Mann nur Handlangerdienste leistete.

„Wir gehen jetzt zum Scheißhaus“, höhnte der Boxertyp. „Sie müssen nämlich mal.“

„Was muss ich?“, fragte Stiller. Er hatte insgeheim gehofft, dass irgendjemand auftauchen und ihn aus seiner bedrohlichen Lage befreien würde, aber plötzlich wurde ihm klar, dass er diese Entwicklung gar nicht wollen durfte, denn sie konnte mit einer Schießerei, mit einer Katastrophe enden.

„Sie müssen die Schnauze halten“, sagte der Mann mit der Boxernase grob. „Und ganz ruhig bleiben. Nur für ein kleines Viertelstündchen.“

Dr. Stiller zuckte mit den Schultern und verließ den Lift. Nur mit Hose und Oberhemd bekleidet kam er sich beinahe halbnackt vor. Er wandte den Kopf. Der Schwarzhaarige eilte mit der Instrumententasche und wehendem, weißen Kittel den Korridor hinab.

Stiller schüttelte verzweifelt den Kopf. Er las gern und viele Krimis und bildete sich ein, mit einer gut funktionierenden Kombinationsgabe glänzen zu können, aber er sah sich diesmal außerstande, einen Sinn in das Geschehen zu bringen.

Nur eines war klar. Die Gangster hatten damit gerechnet, dass man ihn in Reinigers Office rufen würde. Und sie waren entschlossen, die dort notwendig gewordene Behandlung zu unterbinden oder, was vielleicht noch schlimmer war, auf ihre Weise durchzuführen.

„Los, Doktorchen“, raunzte der Gangster. „Du schließt dich jetzt in eine der Boxen ein und kommst erst dann wieder heraus, wenn ich dreimal klopfe. Wenn du Ärger machst, perforiere ich die Scheißhaustür mit Blei, verstanden?“

Stiller nickte und ging, gefolgt von dem Gangster, auf die Toiletten zu.

Der Schwarzhaarige hatte Bount Reinigers Officetür erreicht. Er zögerte nur eine Sekunde, dann trat er ein. Das Vorzimmer war leer, aber die Verbindungstür zum eigentlichen Office stand offen. Der Mann im weißen Kittel trat über die Schwelle. June March kam ihm entgegen.

„Dr. Williams. Dr. Stiller hat mich gebeten, nach dem Rechten zu sehen. Was gibt es, bitte?“

„Dr. Williams? Sie sind ein Kollege von Dr. Stiller?“, wunderte sich June.

„Ja, sein neuer Assistent“, erklärte der Besucher ungeduldig. „Ich bin in Eile. Wo ist die Dame? Dr. Stiller sprach von einer Patientin.“

Bount erschien im Türrahmen. Er hob die Augenbrauen.

„Das ist Dr. Williams, Dr. Stillers neuer Assistent“, sagte June rasch. Bount trat zur Seite. „Es gibt nicht mehr viel für Sie zu tun“, bedauerte er. „Mrs. Miller ist tot.“

Der Mann im weißen Kittel betrat das große, modern möblierte Zimmer und stoppte an der Couch, auf der die Tote lag. Er öffnete die Instrumententasche, fischte eine kleine Lampe heraus und lenkte deren Punktstrahl in eines der starren, weit offenen Augen.

„Die Indikationen sprechen eindeutig für eine Vergiftung“, sagte er. „Kein Puls. Natürlich kann es sich auch um eine toxikologische Starre handeln, wir müssen das sofort überprüfen. Der Notarztwagen ist bereits unterwegs. Dr. Stiller hat ihn vorsorglich bestellt.“

„Und ich“, sagte Bount, „habe inzwischen Toby Rogers informiert.“

„Wen, bitte?“

„Die Mordkommission“, sagte Bount. „Captain Rogers.“

„Ich verstehe. Wie konnte das bloß passieren? Ein Jammer um dieses junge Menschenleben! Sie sind Privatdetektiv, nicht wahr?“

„Ja. Einiges deutet daraufhin, dass Mrs. Miller das Opfer einer von ihr selbst eingenommenen hochgiftigen Tablette wurde“, sagte Bount. „Sie hat sie einem kleinen, goldenen Pillendöschen entnommen. Offenbar wurden ihre Beruhigungspillen gegen das giftige Präparat ausgetauscht.“

„Mord, wie schrecklich!“ Er setzte sich auf den Couchrand, öffnete die Bluse der Toten, hielt plötzlich inne und sagte ernst: „Würden Sie mich bitte ein paar Sekunden mit der Unglücklichen allein lassen?“

Bount und June gingen ins Office, ließen die Tür jedoch hinter sich offen. „Weshalb glauben Sie, dass sie verheiratet ist?“, wunderte sich June. „Sie trägt keinen Ring.“

„Sie ist verheiratet, ich fühle es“, sagte Bount. „Sie ist eine Ehefrau. Ein Klassegesicht wie dieses bleibt nicht ledig.“

„Ein reizendes Kompliment für mich“, spottete June. „Ihrer Logik zufolge ist mein Gesicht in eine weniger männermordende Kategorie einzuordnen, denn ich bin ja auch noch frei und unbemannt.“

„Und das mit 24 Jahren“, sagte Bount. „Sie können einem wirklich leidtun.“

Der Mann im weißen Kittel tauchte auf. „Ich erstatte jetzt Dr. Stiller Bericht, komme aber sofort wieder zurück, um beim Eintreffen des Notarztwagens zugegen zu sein. Bis gleich!“

Er verließ das Office.

Bount betrat den Wohnraum, stirnrunzelnd. „Rufen Sie Dr. Stiller an“, bat er. „Fragen Sie ihn, warum er diesen Williams geschickt, hat.“

„Dr. Williams macht doch einen sehr tüchtigen, kompetenten Eindruck …“

„Ich finde, dass eher das Gegenteil der Fall ist. Ich kann mich nicht erinnern, bei einem Fall wie diesem jemals eine kürzere, schlampigere Untersuchung miterlebt zu haben“, sagte Bount.

„Dass die Ärmste tot ist, haben selbst Sie festgestellt, und das ohne Instrumente! Was hätte er denn noch machen sollen?“, fragte June.

„Rufen Sie Dr. Stiller an“, drängte Bount und griff nach der Handtasche der Toten. Er öffnete sie. Seine Augen weiteten sich. Die Tasche war leer. Selbst das Pillendöschen war daraus verschwunden.

Bount warf die Tasche aus der Hand und sprintete zur Tür. Als er den Korridor erreichte, sah er an seinem Ende zwei Männer im Gespräch. Der Mann im weißen Kittel war bereits verschwunden.

Er raste zum Lift und drückte auf den Knopf. Er verfolgte die elektrischen Anzeigen und biss sich ungeduldig auf die Unterlippe. Endlich hielt einer der Fahrstühle. Bount fuhr ins Erdgeschoss.

Er hastete durch die Mall zur Straße, ohne den Mann zu sehen, den er suchte. Er stürmte in die Tiefgarage des Buildings. Ein paar Wagen kamen ihm auf der Rampe entgegen, aber in keinem von ihnen saß der angebliche Dr. Williams. Bount machte kehrt, er fuhr mit dem Lift nach oben und betrat sein Office.

„Es gibt gar keinen Assistenten von Dr. Stiller“, empfing ihn June aufgeregt.

„Ich weiß. Wo ist Dr. Stiller?“

„Ich habe mit seiner Assistentin gesprochen. Er ist sofort nach meinem Anruf mit seiner Instrumententasche losgegangen und bis jetzt nicht zurückgekehrt.“

Bount setzte sich. „Ich wette, er ist noch im Haus.“ Bount sprang auf und rannte erneut aus dem Office. Er folgte einer logischen Eingebung. Wenn man Dr. Stiller seiner Instrumententasche beraubt hatte (Bount kannte diese Tasche, sie trug die Initialen des Arztes und hatte sich in den Händen des angeblichen Dr. Williams befunden) war anzunehmen, dass man dies im Lift getan hatte, auf dem Wege vom neunten zum vierzehnten Stockwerk.

Hier oben gab es eigentlich nur einen Ort, wo man den Arzt vorübergehend festsetzen konnte: die öffentliche Toilette. Jede andere Lösung hätte eine Eskalation der Gewalt bedeutet, ein Eindringen in andere Office Räume.

Bount stieß die Tür zu dem großen, weißgekachelten Raum auf. Er war leer. Nur eine der Boxen war besetzt. „Dr. Stiller?“, rief Bount halblaut.

„Sind Sie das, Reiniger?“, ertönte es prompt aus dem Innern der Box.

„Sie können herauskommen“, sagte Bount.

Stiller tauchte auf, schaute sich um und stieß die Luft aus. „Der Kerl hat mich geblufft. Wahrscheinlich ist er in dem Moment gegangen, als sich die Tür hinter mir geschlossen hatte. Was hat das zu bedeuten, Reiniger?“

„Keine Ahnung. Ich werde herausfinden müssen, warum die Burschen meiner Klientin gefolgt sind. Einiges spricht dafür, dass es ihre Mörder waren. Diese Gangster müssen damit gerechnet haben, dass Mrs. Miller in meinem Office stirbt. Aber sie wollten sicher sein, dass das Gift wirkt – und dass kein Arzt ihnen ins Handwerk pfuscht.“

„Sie glauben, diese Männer wussten, dass ich der einzige Arzt im Gebäude bin und dass Sie sich an mich wenden würden?“, fragte Dr. Stiller.

„So sieht es aus. Die beiden haben nur logisch kombiniert und dabei ins Schwarze getroffen. Wie sah der Mann aus, der Sie hier einsperrte?“

„Er war der Handlanger eines gutaussehenden Schwarzhaarigen, der meinen Kittel und meine Instrumententasche übernahm – offenbar der Anführer des Unternehmens. Haben Sie ihn kennengelernt?“

„Ja. Ich möchte nur wissen, wie Ihr Mann aussah. Lassen Sie uns in mein Office gehen. In wenigen Minuten wird die Mordkommission eintreffen.“

Sie verließen die Toilette und schritten den Korridor hinab. Dr. Stiller lieferte eine kurze, präzise Beschreibung des Boxertyps. „Eine Visage wie seine muss doch aufzuspüren sein“, schloss er. „Ich wurde sie unter tausend anderen erkennen!“

Als sie das Office betraten, klingelte das Telefon. June nahm den Anruf entgegen. „Für Dr. Stiller“, sagte sie und streckte dem Arzt den Hörer entgegen. Gleichzeitig betätigte sie den Knopf, der das angeschlossene Bandgerät in Betrieb setzte. „Ich glaube, das ist unser Mann – der Schwarzhaarige!“, flüsterte sie Bount ins Ohr.

„Dr. Stiller“, meldete sich der Arzt.

„Hallo, mein Freund. Ich dachte mir, dass Sie in Reinigers Office zu erreichen sind. Ein schlauer Bursche, dieser Schnüffler. Sie sollten aber nicht so weit gehen, ihn zu unterstützen. Sie haben eine wundervolle Praxis, Doktor. Stellen Sie sich vor, was passieren würde, wenn sie plötzlich von einer Bombe verwüstet würde …“

„He, wer sind Sie? Was soll dieser Unsinn?“, rief der Arzt erregt in die Sprechmuschel.

„Sie wissen, wer ich bin. Ich bin Ihr Stellvertreter. Das heißt, ich war es. Ihre Instrumententasche habe ich in eine Mülltonne geworfen, zusammen mit dem Kittel. Sie werden den Verlust dieser Dinge verschmerzen können, aber nicht den Ihrer Praxis. Ihre Versicherung mag für Einbruchsschäden geradestehen, aber sehen Sie mal nach, was in dem Kleingedruckten der Police über Terror und Bombenanschläge steht. Das ist für die höhere Gewalt, dafür würden Sie keinen müden Dollar kriegen. Also seien Sie klug und erstatten Sie keine Anzeige. Falls die Polizei eine Beschreibung meines Freundes haben möchte, werfen Sie am besten das Handtuch. Das Gleiche gilt für eventuelle Gegenüberstellungen. Um Reiniger kümmern wir uns schon. Das wär's fürs erste. Seien Sie clever, Doktor. Alles andere wäre beruflicher Selbstmord, und an dem kann Ihnen unmöglich gelegen sein.“

Es klickte in der Leitung, der Teilnehmer hatte aufgelegt. „Dieses Dreckstück“, zerquetschte Dr. Stiller zwischen seinen Zähnen. Er berichtete, was der Gangster gesagt hatte. Bount nickte. „Wir haben uns erlaubt, einen Mitschnitt zu machen.“

„Was soll ich jetzt tun?“

„Die Entscheidung liegt bei Ihnen.“ Dr. Stiller schob die Unterlippe nach vorn, er sah bekümmert aus. „Wären Sie mir böse, wenn ich kniffe?“, fragte er.

„Keine Spur, Doktor“, sagte Bount. „Leider ist nicht auszuschließen, dass der Anrufer es verdammt ernst meinte. Weder die Polizei noch ich können garantieren, dass Ihre Praxis nach einer Aussage heil bleibt. Verzichten Sie also meinetwegen auf Anzeige und Beschreibung, es genügt ja, dass ich den Burschen kenne.“

„Der Anrufer drohte, dass man sich um Sie kümmern würde …

„Das kenne ich“, winkte Bount gelassen ab. „Mit solchen Mätzchen lebe ich.“

Im Vorzimmer wurde ein Geräusch laut. June eilte davon. Sie kehrte sofort zurück. „Captain Rogers mit seinen Leuten“, meldete sie.

Bount legte die Beine hoch und hielt die Augen halbgeschlossen. Das leise, monotone Summen der Klimaanlage war von einschläfernder Wirkung, aber Bount war weit davon entfernt, dieser Versuchung zu erliegen.

Toby war mit seinen Leuten vor einer halben Stunde abgezogen, die Tote befand sich längst im Leichenschauhaus, und irgendwann im Laufe des Tages würde die Polizei vermutlich herausgefunden haben, wer sich hinter dem mutmaßlichen Decknamen Mary Miller verbarg.

Eine schöne junge Frau war hergekommen, weil sie keine Lust verspürt hatte, eines gewaltsamen Todes zu sterben, aber ihre letzten Schritte waren überwacht gewesen, und sie hatte den Tod bei sich getragen, ohne es zu wissen.

Ihm gingen weder die Angst in ihren schönen, hellgrünen Augen aus dem Sinn, noch die Art, wie der Glanz in diesen Augen erloschen war, zerstört von einem Gift, vernichtet vom Willen ihrer Mörder.

Bounts Beruf brachte es mit sich, dass er dieses Sterben nur zu gut kannte, aber es war ihm bis auf den heutigen Tag nicht gelungen, sich damit abzufinden. Er führte dabei einen Kampf gegen Windmühlenflügel, diese Stadt war nicht zu bändigen, schon gar nicht von einem Einzelnen, aber er war entschlossen, nicht aufzugeben. Es war sein Job, dem Verbrechen Paroli zu bieten, er ließ sich dafür bezahlen, man warf ihm sogar vor, dass er mit gepfefferten Honoraren vom Leid der anderen lebe, aber die Wahrheit sah natürlich anders aus. Die meisten seiner Klienten waren begüterte Leute. Sie konnten erstens nicht erwarten, dass er seine Haut für ein paar Dollar zu Markte trug, und zweitens hielt er es durchaus für legitim, seine Officeunkosten, das allgemeine Berufsrisiko und seine Lebensansprüche zu einer Mischkalkulation zu machen, deren Ergebnisse ihn in der Branche als „teuer“, aber auch als Spitzenkraft gelten ließen.

June kam herein, einen Hauch von Röte auf den Wangen. „Eine Klientin“, meldete sie. „Sally Brown.“

„Nochmal, bitte.“

„Sally Brown, Sir.“

Er schwang die Füße vom Schreibtisch auf den Boden. Nachgerade hatte er genug von Namen, denen man anmerkte, dass sie erfunden waren.

Erst Mary Miller, jetzt Sally Brown. Aber vielleicht hieß die Besucherin wirklich so.

Aber seltsam, seine Berufserfahrungen gingen dahin, dass Menschen mit schlichten Namen selten in die Lage kamen, sich eines Privatdetektivs zu bedienen.

„Jung, alt?“, fragte er und zog sich den verrutschten Schlipsknoten gerade.

„Jung“, sagte June. „Nicht älter als Mary Miller.“

„Bitten Sie sie herein.“

Er erhob sich, als die Besucherin sein Office betrat. Bounts Herz machte einen Sprung. Sally Brown war auf ihre Weise von der gleichen, umwerfenden Attraktivität, die Mary Miller ausgezeichnet hatte.

Sally Brown war rothaarig. Rotblond, um genau zu sein. Zu dieser schimmernden, nostalgisch gelockten Haarpracht bildete das warme, leuchtende Blau der großen Augen einen aufregenden Kontrast. Auch an der kurvenreichen, aber schlanken Figur zeigten sich keine Ansatzpunkte zur Kritik.

Bount schritt der Besucherin entgegen. Sally Brown? Das konnte sie einem anderen erzählen. Er streckte ihr die Hand entgegen und hatte auf seltsame Weise das Gefühl, eine Szene zu wiederholen, deren Generalprobe am Vormittag mit Mary Miller erfolgt war.

„Miss Brown?“, fragte er.

„Mrs. Brown“, korrigierte sie.

Er schob ihr den Besucherstuhl zurecht und nahm den Duft des teuren, herbsüßen Parfüms wahr, der die junge Frau umschmeichelte. Bount setzte sich der Klientin gegenüber. „Eine Zigarette?“, fragte er. „Einen Drink?“

Nie zuvor war ihm sein Handeln so eingefahren, so klischeehaft erschienen.

„Wenn ich etwas Wasser haben dürfte ...“

Er blinzelte. Er glaubte, Mary Miller zu hören. Nein, Mary Miller war tot, und zwischen den beiden Besucherinnen bestand keinerlei äußere Ähnlichkeit, allenfalls die des Alters und einer gewissen Blässe.

Bount drückte auf die Sprechtaste. „Ein Glas Wasser, bitte“, sagte er.

June brachte es herein. Sie hatte gelernt, ihr Gesicht unter Kontrolle zu halten, aber Bount entging nicht die Beunruhigung in Junes Augen. Sie fragte sich genau wie er, ob diese Wiederholung mit dem gleichen tragischen Knalleffekt enden mochte wie Mary Millers Besuch.

Aber zum Glück unternahm Sally Brown keinen Versuch, sich etwas ins Glas zu schütten, sie trank das Wasser pur, mit kleinen Schlucken. June ging hinaus.

„Was kann ich für Sie tun, bitte?“, fragte er.

„Es ist eine etwas diffizile Situation“, begann Sally Brown zögernd.

„Darauf bin ich spezialisiert“, sagte er.

„Ich soll sterben“, erklärte Sally Brown. „Ich bin zum Tode verurteilt.“

In Bounts Gesicht zuckte kein Muskel, aber er merkte, wie seine Hände feucht wurden. „Warum?“, fragte er. „Das ist eine lange Geschichte.“

Bount presste die Lippen aufeinander. Wann würde das Geschehen endlich aufhören, ihn mit diesem qualvollen, rätselhaften Synchronlauf herauszufordern?

Was steckte hinter dem Ganzen?

Er musste es herausfinden, und zwar schnell, sonst passierte am Ende noch das, was Mary Miller zugestoßen war.

„Sie heißen nicht Sally“, sagte er, „und schon gar nicht Brown.“

„Wie kommen Sie darauf?“

„Ich weiß nicht. Sie sind einfach nicht der Sally-Brown-Typ.“

„Danke. Ich nehme an, dass soll ein Kompliment sein. Nun gut, ich habe den Namen erfunden. Schlecht erfunden, wie es scheint. Ich habe meine Gründe. Bestehen Sie darauf, dass ich mich vorstelle?“

„Das muss ich Ihnen überlassen, aber wenn Sie erwarten, dass ich Ihnen helfe oder für Sie arbeite, müssen Sie mir schon Ihr Vertrauen zeigen – es ist die einzige Basis, auf der ein Zusammenwirken möglich ist.“

„Geben Sie mir noch etwas Zeit, bitte“, sagte die Frau. „Ich nenne Ihnen vorerst nur meinen Vornamen. Ich heiße Leslie. Mein Mann weiß nicht, dass ich hier bin. Er darf es auch nicht erfahren.“

„Okay, Leslie. Wer will Sie töten, wer hat Sie zum Tode verurteilt?“

„Correggio.“

„Bill Correggio?“, fragte Bount. Correggio war längst zu einem New Yorker Warenzeichen geworden, zu einem Negativsymbol der Gewalt.

Correggios Syndikat gehörte zu den mächtigsten Organisationen der City. Es reichte mit seiner Einfluss und Operationszone bis nach Jersey hinein.

„Sie waren seine Geliebte?“, fragte Bount.

Leslie hob die makellos geschwungenen Augenbrauen. „Sie haben eine sehr direkte Art, das Gespräch in den Griff zu bekommen“, sagte sie.

„Das dient beiden Seiten.“

„Es war für Sie nicht schwer, diese Frage zu stellen“, sagte Leslie bitter. „Schließlich will ich meinen Mann aus dieser Geschichte heraushalten. Ja, ich war Correggios Geliebte. Aber er wird es bestreiten.“

„Das beantwortet nicht die Frage, warum Sie glauben, dass er Sie töten will.“

„Er hat es bereits zweimal versucht. Nicht er, versteht sich, aber seine Leute. Außerdem macht er keinen Hehl aus seinen Absichten. Er hasst mich.“

„Was ist geschehen?“

„Nichts. Ich habe zufällig mitgekriegt, welchen Coup sie gelandet haben. Eine große Sache. Correggio hat Angst, dass ich singen könnte.“

„Natürlich hat er von Ihnen verlangt, dass Sie den Mund halten. Sie haben es ihm versprochen. Aber das ist ihm nicht sicher genug, stimmt’s?“

„Genau. Er will kein Risiko eingehen, deshalb versucht er mich umzubringen.“

„Warum gehen Sie nicht zur Polizei?“

„Dumme Frage! Ich habe einen guten Mann. Einen reichen Mann, wie ich hinzufügen darf. Wenn ich mich um eine Schutzhaft bemühte oder bereit wäre, mich als Zeugin zur Verfügung zu stellen, müsste Wilbur erfahren, was geschehen ist. Dann würde er bei seiner engstirnig ausgelegten Moral sofort die Scheidung beantragen. Und das will ich vermeiden.“

„Warum haben Sie sich mit Bill Correggio eingelassen?“, fragte Bount.

„Ja, warum? Er sieht gut aus. Er ist auf seine Weise ein berühmter Mann. Wer hat schon den Mut, einer solchen Persönlichkeit einen Korb zu geben? Ich war neugierig. Wohl auch etwas ehemüde ...“

„Sie? So lange können Sie nicht verheiratet sein“, sagte Bount. „Bei Ihrer Jugend.“

„Ehemüdigkeit kann sich schnell einstellen, vor allem dann, wenn der Partner so bieder ist wie Wilbur, mein Mann. Missverstehen Sie mich nicht, bitte. Ich schätze Wilburs Seriosität, seine Zuverlässigkeit, seine Qualitäten als Mensch und Partner, aber irgendwie genügt mir das nicht. Ich erwartete mehr vom Leben und glaubte, es mir nehmen zu dürfen.

Dabei habe ich mir die Finger verbrannt.“

„Sie sagten, dass Correggio bestreiten würde, Sie zu kennen“, meinte Bount. „Welchen Grund hat er, diese Liaison in Abrede zu stellen?“

„Er ist verheiratet, er hat Familie. Seltsamerweise ist er, der skrupellose, brutale Gangster, peinlichst bemüht, sich als makelloser Ehemann aufzuspielen. Er hat vor keinem Menschen Angst, nur vor seiner Frau. Aber es gibt für ihn noch einen zweiten Grund, die Verbindung mit mir zu leugnen. Ich soll sterben. Er will es so. Correggio wünscht selbstverständlich mit diesem geplanten Mord nicht in Verbindung gebracht zu werden.“

„Das leuchtet ein. Aber ich kann nicht gegen Correggio Krieg führen. Ich kann nicht gegen ein ganzes Syndikat kämpfen, selbst wenn ich es wollte. Ich kann nur eines tun. Ich kann – mit Ihrer Hilfe – versuchen. Correggio selbst auszuschalten. Sie haben das Material, das ihn ans Messer liefern würde. Benutzen Sie es!“ „Ohne meine Zeugenaussage wären diese Angaben wertlos“, sagte Leslie. „Aber Sie wissen, dass ich nicht als Zeugin auftreten kann.“ „Was erwarten Sie von mir?“ „Kümmern Sie sich um Correggio. Verunsichern Sie ihn. Lassen Sie ihn merken, dass Bount Reiniger, New Yorks berühmtester Privatdetektiv, an seinen Fersen klebt. Das wird Correggio warnen, es wird ihn vermutlich sogar dazu bringen, die Mordpläne auf Eis zu legen. Mehr verlange ich nicht von Ihnen.“

„Heute Morgen ist in diesem Office eine junge Frau gestorben. Sie wurde vergiftet. Sie war Ihnen ähnlich. Sie stellte sich unter falschem Namen vor, und sie erklärte wörtlich, sterben zu müssen, weil man sie zum Tode verurteilt habe. Sie kam nicht mehr dazu, in Details zu gehen aber ich frage mich, was diese Koinzidenz für eine Bedeutung haben mag.“

„Ich weiß es nicht.“

„Diese junge Frau nannte sich Mary Miller“, sagte Bount. Er beschrieb das Aussehen der Ermordeten und schloss fragend: „Kannten Sie sie?“ „Wie kommen Sie darauf? Ihre Beschreibung passt auf viele Frauen. Nun ja, immerhin auf einige. Können Sie mir kein Foto der Ärmsten zeigen?“

„Sie werden es spätestens morgen in den Zeitungen finden“, meinte Bount. „Ich hoffe schon früher zu erfahren, wer sie war. Es kann nicht schwer sein, sie zu identifizieren.“

„Was hat das mit mir zu tun, mit meinem Problem?“, fragte Leslie.

„Ich sagte es bereits. Es gibt ein paar erschreckende Übereinstimmungen.“

„Zufall“, sagte Leslie. „Es muss so sein! Sonst wäre ich schon tot. Aber vielleicht bin ich das tatsächlich. Was würde geschehen, wenn ich die Flucht nach vorn anträte und Correggio tötete?“

„Schlagen Sie sich das aus dem Kopf“, sagte Bount scharf.

Details

Seiten
116
Jahr
2021
ISBN (eBook)
9783738954111
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v1032500
Schlagworte
krallenengel york detectives

Autor

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Titel: Die Krallenengel: N.Y.D. – New York Detectives