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Das Mount Zonis-Artefakt: Die Raumflotte von Axarabor - Band 204

2021 100 Seiten

Zusammenfassung

von Christian Gallo

Der Umfang dieses Buchs entspricht 100 Taschenbuchseiten.

Zehntausend Jahre sind seit den ersten Schritten der Menschheit ins All vergangen. In vielen aufeinanderfolgenden Expansionswellen haben die Menschen den Kosmos besiedelt. Die Erde ist inzwischen nichts weiter als eine Legende. Die neue Hauptwelt der Menschheit ist Axarabor, das Zentrum eines ausgedehnten Sternenreichs und Sitz der Regierung des Gewählten Hochadmirals. Aber von vielen Siedlern und Raumfahrern vergangener Expansionswellen hat man nie wieder etwas gehört. Sie sind in der Unendlichkeit der Raumzeit verschollen. Manche errichteten eigene Zivilisationen, andere gerieten unter die Herrschaft von Aliens oder strandeten im Nichts. Die Raumflotte von Axarabor hat die Aufgabe, diese versprengten Zweige der menschlichen Zivilisation zu finden - und die Menschheit vor den tödlichen Bedrohungen zu schützen, auf die die Verschollenen gestoßen sind.

Colonel Don Rio, ein geläuterter Auftragsmörder und nun mehr Leiter des zumeist geheim agierenden Antiterrorkorps der Raumflotte von Axarabor, erhält einen weiteren kniffligen Auftrag: Auf Pentawar-XI trägt sich Unglaubliches zu. Zeitlebens prähistorische Überlieferungen studierend, entdeckt der renommierte Altertumsforscher Buhém Armitav tatsächlich eines Tages eine nicht existent geglaubte Steinkammer in den Tiefen des geheiligten Berges des untergegangenen Asoer-Ordens, Hexenmeistern der grauen Vorzeit. Armitav und sein Team sehen ihre kühnsten Hoffnungen erfüllt. Nach einer aufreibenden und kostspieligen Suche stoßen sie auf das Mount Zonis-Artefakt, dem man wundersame, okkulte Kräfte nachsagt. Mysteriöse Dinge nehmen ihren Lauf. Don Rio und seine Mannschaft werden ausgesandt, all dem auf den Grund zu gehen. Doch parallel sieht Don sich einem weiteren Problem gegenüber – einem geächteten Feind aus seiner eigenen Vergangenheit, einem Geist mit seinem Gesicht und der schreckliche Verbrechen verübt. Gelingt es Don Rio, seinem größtem Widersacher abermals die Stirn zu bieten und das Rätsel des Mount Zonis aufzulösen?

Leseprobe

Das Mount Zonis-Artefakt: Die Raumflotte von Axarabor - Band 204


von Christian Gallo


Der Umfang dieses Buchs entspricht 100 Taschenbuchseiten.


Zehntausend Jahre sind seit den ersten Schritten der Menschheit ins All vergangen. In vielen aufeinanderfolgenden Expansionswellen haben die Menschen den Kosmos besiedelt. Die Erde ist inzwischen nichts weiter als eine Legende. Die neue Hauptwelt der Menschheit ist Axarabor, das Zentrum eines ausgedehnten Sternenreichs und Sitz der Regierung des Gewählten Hochadmirals. Aber von vielen Siedlern und Raumfahrern vergangener Expansionswellen hat man nie wieder etwas gehört. Sie sind in der Unendlichkeit der Raumzeit verschollen. Manche errichteten eigene Zivilisationen, andere gerieten unter die Herrschaft von Aliens oder strandeten im Nichts. Die Raumflotte von Axarabor hat die Aufgabe, diese versprengten Zweige der menschlichen Zivilisation zu finden - und die Menschheit vor den tödlichen Bedrohungen zu schützen, auf die die Verschollenen gestoßen sind.

Colonel Don Rio, ein geläuterter Auftragsmörder und nun mehr Leiter des zumeist geheim agierenden Antiterrorkorps der Raumflotte von Axarabor, erhält einen weiteren kniffligen Auftrag: Auf Pentawar-XI trägt sich Unglaubliches zu. Zeitlebens prähistorische Überlieferungen studierend, entdeckt der renommierte Altertumsforscher Buhém Armitav tatsächlich eines Tages eine nicht existent geglaubte Steinkammer in den Tiefen des geheiligten Berges des untergegangenen Asoer-Ordens, Hexenmeistern der grauen Vorzeit. Armitav und sein Team sehen ihre kühnsten Hoffnungen erfüllt. Nach einer aufreibenden und kostspieligen Suche stoßen sie auf das Mount Zonis-Artefakt, dem man wundersame, okkulte Kräfte nachsagt. Mysteriöse Dinge nehmen ihren Lauf. Don Rio und seine Mannschaft werden ausgesandt, all dem auf den Grund zu gehen. Doch parallel sieht Don sich einem weiteren Problem gegenüber – einem geächteten Feind aus seiner eigenen Vergangenheit, einem Geist mit seinem Gesicht und der schreckliche Verbrechen verübt. Gelingt es Don Rio, seinem größtem Widersacher abermals die Stirn zu bieten und das Rätsel des Mount Zonis aufzulösen?




Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author /COVER 3000AD

© Serienidee Alfred Bekker und Marten Munsonius

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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1

»Und so bereiteten sich die gerechten Söhne des schrecklichen Raham, die das Gesetz hüteten, auf den Tag vor, an dem der heiligste Schrein Zonis' geplündert werden würde. Der große Prophet der Asoer, Maqi Atosh, beriet den Gottkönig Yehud und sprach zu ihm: Gewisslich wird die Zeit anbrechen, o höchster Herr, darin alles, was du in deinen steinernen Palästen hortest, und all dies, das deine Väter und Großväter aufbewahrt haben bis zum heutigen entscheidenden Tage, in das uns schon immer feindlich gesinnte Reich der Harker verbracht werden wird.

Der König wurde ungehalten und verlangte nach einem befähigten Vorgehen, wie dies zu verhindern wäre.

Maqi sagte seinem Herrn, Gott habe ihm befohlen, einen geeigneten Ort für das GESETZ zu bauen. Denn sollte es jemals verlorengehen, würden auch die Asoer verloren sein. Und so befolgte der König Gottes Gebot. Das Reich der Harker stieg auf wie eine neue, vierte Sonne über Pentawar, um die Asoer zu verschlingen. Man verheerte ihre Städte, zerstörte ihre Tempel und plünderte ihre Schätze und Kostbarkeiten.

Doch als sie das INNERSTE HEILIGTUM atemlos betraten, fanden sie es nur noch leer vor.

Höret nun, ihr Völker der Welt, die Harker werden danach fallen, ihre Götzenschreine werden in Trümmern liegen, ihre Abkömmlinge werden in alle Winde zerstreut sein. Viele werden Ansprüche geltend machen auf den Thron der Urzeitlichen, von den Sternen hinabgestiegenen Gottkönige. Die Neuen Ungläubigen ihrer Zeit werden die Zeichen fälschlich deuten. Eine große Schlacht wird geschlagen werden, das Licht gegen die Finsternis. Doch fürchtet euch nicht, ihr Asoer, denn die Asche wird neues Leben säen, ein unheilvolles geisterhaftes Leben, und alle bekannten und noch unbekannten Völker werden staunend auf diese Welt, auf Euren erbauten Berg schauen und dem einen wahren Gott huldigen und seine Lehre preisen.«

- Aus den Schriften des wahnsinnigen Propheten Maqi,

fünfhunderttausend Jahre vor unserer Zeit.


*


Die Erhebungen sind wirklich gigantisch. Jenseits einer weiten, üppig bewachsenen Hochlandebene, auf der sich das gleißende und steil eintreffende dreifache Sonnenlicht bricht, ersteigen erste ausgedehnte Ausläufer der eigentlichen Gipfelmassive die Höhen des Mount Zonis, dem legendären Himmelsdom. Diese Ausläufer sind lediglich die ersten Ankündigungen der eigentlichen Sensation: Sie hieven sich über Kilometer die anfangs noch nicht so steilen, doch immer riskanter hinauf führenden und mit versprengtem und im Licht unnatürlich und bedrohlich Tiefschwarz erscheinendem Geröll beladenen Bergflanken hoch … und immer weiter empor, bis zu der höchsten Spitze des geheiligten Berges. Einem Berg, der ein Geheimnis birgt und es für alle Zeit bewahren sollte – wenn nicht der menschliche Forscherdrang dazwischen gekommen wäre ...


*


Die trockene Wüstenhitze war erbarmungslos und selbst im Schatten der gigantischen Schlucht mörderisch. Sie konnte einen Menschen, egal wie widerstandsfähig er sein mochte, um den Verstand bringen. Der gottverfluchte Sandboden strahlte auch noch in dieser Tiefe eine gewaltige Hitze ab. Sie schien wie aus dem Planeteninneren selbst zu rühren. Der Ausgrabungsleiter und passionierte Altertumsforscher massierte sich seine wegen einer Dehydrierung schmerzende Stirn und nippte an der Feldflasche. Die klimatischen Bedingen waren wirklich extrem. Selbst sein auf natürliche Weise kühlendes Priestergewand nützte ihm nichts. Und dennoch, was er hier tat, war unabdingbar, allen Strapazen, Entbehrungen und persönlichen Opfern und Verlusten zum Trotz.

Professor Buhém Armitav starrte die Sandsteinwand an. Er starrte sie an, sein noch immer kindlich-staunender Blick verlor sich in den Weiten dieser fast senkrecht in den azurblauen Himmel ragenden natürlichen Formation.

»Na los doch«, grollte der Archäologe. »Gib doch endlich etwas preis. Irgendetwas. Nur eine erste Spur. Ich bitte dich.«

Manch jemand hielt ihn für wunderlich und entrückt. Die meisten Kollegen schätzten ihn jedoch über alle Maße als verbissen arbeitende Koryphäe seines Fachgebiets. Buhém Armitav lebte für seine Arbeit, für ihn war sie eine göttliche Vorsehung. In seinen Augen tat er das einzig Richtige, indem er diesen Berg erforschte. Er wollte um nichts in der Welt woanders sein. Nicht an Bord eines Raumkreuzers unterwegs in ein neu entdecktes Sternensystem, nicht in den Armen einer betörend schönen Frau, schon gar nicht in einem mit wissbegierigen Studenten gefüllten Lehrsaal einer renommierten Universität. Nein. Sein angestammter Platz war genau hier. Inmitten dieser lebensfeindlichen Einöde auf Pentawar-XI, im Licht dieser alles versengenden Drillingssonnen. Es war richtig so. Diese Abenteuerreisen anzugehen lohnte sich immer wieder aufs Neue, sie hielten einen jung und vital, denn ...

Denn dieser auf den ersten Blick unscheinbar erscheinende Riese von einem Berg barg mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine wissenschaftliche Sensation, die größte Entdeckung seit der Offenlegung des Palasts der Sieben Monde auf Wadja-War ...

Und als wäre dies ein still verabredetes Stichwort zwischen ihm und dem Schicksal vernahm er im nächsten Augenblick einen alarmierten Ruf.

»Professor Armitav! Professor! Professor Armitav!«

Armitav wandte sich überraschend schnell um und erspähte eine aus der Distanz so dünn wie ein Bleistift wirkende Gestalt, die durch den mit gelben Fähnchen markierten Wüstencanyon zielstrebig auf ihn zuhielt. Armitavs Augen verengten sich. Unverkennbar, es war der junge Ramit Ovaldt, ein etabliertes Mitglied der Mount Zonis-Expedition, deren führender Kopf Professor Armitav selbstredend war.

Dieser, unter einem weißen Faltdach hervortretend, ging dem etwa zwanzigjährigen Jungen ein paar Schritte entgegen. »Ramit – Himmel! Was ist los?«

Die studentische Hilfskraft lief weiterhin mit ungezügelter Energie über den Sandboden. Ramit schien außer sich vor Anspannung. Mit athletischen Sprüngen wich er den überall verstreut herumliegenden Steinquadern einer längst untergegangenen Epoche aus. Dessen Jugend und Finesse imponierten Armitav und gemahnten ihn seines eigenen, fortgeschrittenen Alters.

»Immer langsam, Junge. Wenn du stolperst und dir den Kopf anschlägst, ist niemandem geholfen.« Der Junge hörte ihn gar nicht – oder wollte nicht auf ihn achten. Dann stand er endlich vor Armitav. Ramits Atem kam stoßweise, seine Haut glänzte vom Schweiß.

»Professor … in Tunnel 14-B … wir glauben, das ist etwas … Das Bodenradar … hat etwas aufgespürt.«

»Was?! Wo genau?«

»Hinter einer massiven Felswand am Fuße … des Doms. Ein nicht zu identifizierendes Objekt ungewöhnlicher Formgebung.«

Was immer dies nun heißen mochte, dachte sich Buhém Armitav, und fragte: »Wer von der Grabungsmannschaft ist vor Ort?«

»Die Doktoren Sentaleb und Tutuia.«

sein bester Mann und dessen auserkorene erste Assistentin. Ganz ausgezeichnet, auf die beiden arrivierten Wissenschaftler war stets absolut Verlass.

»Komm erst wieder zu Atem. Hier, nimm einen Schluck.« Armitav reichte seinem Angestellten seine eigene Feldflasche, trotz des fortgeschrittenen Wüstentages noch halbvoll gefüllt mit kostbarem mineralisiertem Quellwasser.

Ramit trank. Dann berichtete er ausführlich – zumindest das Wenige, war er wusste. Armitav hörte aufmerksam zu. Seine immer noch wachsende Aufregung kam an die Grenze zur freudigen Panik.

Das selbst als Leihutensil sündhaft teure Georadargerät, dieser unscheinbare, auf einem Antigravitationsfeld schwebende Gerätekasten, der einige Ähnlichkeit mit einer hochgezüchteten Sensorenphalanx aufwies. Am Ende mochte sich diese Investition aus Armitavs privaten Mitteln doch noch ausgezahlt haben – allen Unkenrufen der konkurrierenden Experten zum Trotz. Der greise Archäologe hätte am liebsten gejubelt, besann sich aber eines Besseren, weil natürlich noch nichts entschieden war. Alles könnte sich jederzeit in deprimierendes Wohlgefallen auflösen, aber dessen ungeachtet: Es war eine neue, wenn auch vage Spur, auf die man gestoßen war, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Bei allen bewohnten Planeten, falls sich meine Vermutung am Ende bewahrheiten sollte … Fast war es zu viel für ihn; er brach den verheißungsvollen, aber in diesem Stadium noch unangebrachten Gedanken rasch ab.

»Nun komm, Junge – komm. Bring mich umgehend hin.«

»Sicher, Professor. Es ist wirklich unglaublich. Sie werden es schon selbst sehen!«

Armitav hoffte es – gleichwohl Ramit schon wieder auf den Beinen war. Dessen Motivation war beispiellos. Er war dem jüngeren Buhém Armitav frappierend ähnlich, jung, stark, Lebensfunken versprühend wie ein nicht ganz rund laufendes Plasmatriebwerk aufgeladene Molekülblitze versprüht. Es war schön, der ungekünstelten Freude des Studenten beiwohnen – und ebenso stimmte es Armitavs auch traurig, da seine eigene Jugend bereits so viele Spannen zurücklag, obwohl nichts daran falsch war, die Welt funktionierte eben so, auch wenn es bisweilen schmerzte.

Er straffte sich und setzte den ersten Schritt in den festgestampften Sand. »Nun, mein treuer Mitarbeiter: Bereitwillig folge ich dir. Geh voran, Ramit. Auf das dieser Tag ein glorreicher werden wird. Auf das wir endlich finden, wonach wir schon so lange Zeit suchen.«



2

»Was ist, siehst du schon irgendetwas?«, brüllte Wisat Sentaleb. Sein wohlklingender Bariton hallte durch die in den Fels geschlagenen Höhlen innerhalb des als archäologisches Grabungsfeld ausgewiesenen Sperrbezirks und von dort aus noch weiter das Canyonsystem entlang, um sich in den Weiten der umliegenden Wüste zu verlieren. Es war einsam hier, keine Frage. Und heiß und stickig. Aber all das war es allemal wert, denn von nun an wurde es aufregend, dies auf alle Fälle. Sie waren nah dran. Wisat spürte es deutlich. Und für seine Intuition war er bekannt. Er fühlte die Dinge heraufziehen wie ein arthritischer Greis einen Wintersturm näher kommen spürt.

Der von ihm angesprochene Student stemmte sich mit den Füßen noch etwas fester gegen einen Vorsprung und studierte das mit allerlei Dioden blinkende Georadargerät. Er warf einen langen Blick auf die Anzeigen vor ihm und nahm sich noch einen Augenblick lang Zeit, das jüngst eingetroffene Radargramm zu verifizieren. Nichts. Keinerlei Ausschlag. Wieder kein Treffer. Diese Expedition verschlang bereits Unsummen, und allmählich wurde die Zeit knapp.

Verdammte Scheiße, dieser ganze Aufwand ist langsam nicht mehr gerechtfertigt, dachte sich Wisat nicht zum ersten und letzten Mal. Mit der Zeit sollte sich der alte Mann einen Plan B zurechtlegen. Nun, immerhin war es nicht sein eigenes, Wisats, Vermögen, das diese Mission verschlang. Und dennoch, litt mit Buhém Armitav, wirklich, das tat er.

»Jetzt mach schon, Alashi«, brüllte er erneut in die dunkle Öffnung hinein. »Studier die Daten ganz genau. Du darfst unter keinen Umständen etwas übersehen. Irgendetwas muss doch da drin sein. Weshalb sonst all der Aufwand dieses untergegangenen Mönchsordens?«

Er entschied für sich, besser die Klappe zu halten. Hier weiterhin aufzubrausen brachte auch nichts ein. Immerhin hatte es der Student im Felseninneren etwas kühler als der Rest ihrer von den anhaltenden Strapazen ausgezehrten Mannschaft, darunter die junge wie bildschöne Srenda Tutuia, auf die Wisat nur schwer kein Augen werfen konnte.

»Noch immer kein Ausschlag!«, vermeldete Alashi überflüssigerweise erneut, aber niemand mochte ihm daraus einen Strick drehen. Der junge Kerl war ebenso nervös und niedergeschlagen wie alle anderen Expeditionsmitglieder.

»Okay, Junge«, rief Wisat zurück. »Mach weiter. Irgendwann müssen wir ja auf etwas stoßen.« Wisat lächelte der neben ihm stehenden Srenda zu. »Wird schon schief gehen.«

»Davon bin ich überzeugt«, versetzte die Frau etwas unterkühlt, und Wisat kam sich etwas unbeholfen vor. Er hatte sich inzwischen an manche Dinge auf Pentawar-XI gewöhnt: An die Hitze, die anhaltende Erfolglosigkeit ihres archäologischen Projektes – an Srenda Tutuias Zurückweisung seiner Annäherungsversuche. So spielte die Galaxis eben bisweilen. Manchmal war das Glück einem hold, und dann wieder …

»Soll ich weitermachen bis ganz nach unten, Doktor?«, fuhr ihm Alashis Gebrüll aus dem Berginneren erneut dazwischen. Wisat runzelte die von Sand, Staub und Sonne raue Stirn. »Aber natürlich, was soll die Frage? Aber natürlich!«

Verdammt, heute Morgen nach dem Aufstehen war er sich sicher gewesen, dass es ein erfolgreicher Tag werden würde. Doch jetzt bahnte sich das nächste Fiasko an. Aber was sollte es, Fiaskos waren schließlich Wisat Sentalebs geheime Spezialität.

Die Ausgrabungen dauerten bereits schon zwei Standardjahre an. Bislang nichts von Belang, ein paar Tonscherben, Öllampen, Amphoren. Die üblichen prä-harkerianischen Münzen, ein paar Grabstätten aus uralter Zeit, als die Raumfahrt noch ein unerreichbar weit in der Zukunft liegender Traum war, mit weiblichen Knochenresten, die genauso aussahen, wie etliche frühere Funde ganz in der Nähe und keinerlei Bedeutung hatten. Zum Verzweifeln, ehrlich.

»Bis ganz nach unten, Alashi!«, rief Wisat. »Und mach zwischendurch auch mal Pause und trink mir genug Wasser. Es nützt uns auch nichts, wenn du da drin einen Hitzschlag erleidest.«

Im Inneren des Höhlensystems, in dem Alashi gerade herumkroch, war es nur geringfügig kühler als draußen der Fall, aber nichtsdestoweniger ungleich stickiger, weil die Zuleitung frischen Sauerstoffs bisweilen fehlte.

»Ernsthaft, denk gefälligst dran!«

»Ja, Doc, ist gut!«

Tief im Stollen zog der Junge seine Wasserflasche aus seinem staubigen Werkzeuggürtel, hob sie zu einem spöttischen Toast und setzte sie zu ein paar raschen kleinen Schlücken an, ehe er sich wieder an die Arbeit machte.

»Ihre aufrichtige Sorge um Professor Armitavs geschätzte Mitarbeiter wirkt auf mich nachgerade rührselig, wissen Sie das auch?«

Wisat sah die Frau an. Und erwiderte erst einmal überhaupt nichts. Aber schon wieder flammte mitten in seinem Gesicht dieses dämliche schiefe Grinsen auf; ihm wollte partout nichts Besseres einfallen. Jahrmillionen alte Mysterien, versteckt in weit verzweigten Höhlenstollen, durch die die Winde der Vorsehung zogen – und dieser rothaarige und sommersprossige Blickfang kam ihm doch wirklich mit Sarkasmus.

»Ja, danke«, sagte er, mühsam beherrscht. Er fluchte leise vor sich hin, während er zum x-ten Mal erfolglos versuchte, ein paar lästige Wüstenmücken aus seinem Gesichtsfeld zu vertreiben. Vermaledeite Mistviecher!

Srenda Tutuia lachte nur einmal auf. Wisat sparte sich jegliche Interpretation dessen geflissentlich. Er war Altertumswissenschaftler auf einer bedeutenden, wenn auch bislang niederschmetternd kostspieligen wie erfolglosen Mission und kein Hobby-Psychologe, verdammt noch mal!

Ihre grünen Augen brachten ihn noch um den Verstand! Warum hier? Warum jetzt? Von allen möglichen Missionen und Planeten, ausgerechnet Pentawar-XI. Es war, wie so oft in seinem Leben, nachgerade zum Verzweifeln. Und dennoch machte er einfach immerzu weiter, wie es eben seiner Natur entsprach.

Und steckte seinen Kopf in die schattige Öffnung vor ihm und brüllte: »Jetzt mach gefälligst weiter!« Wisat Sentaleb hörte eine ironische Entgegnung von ganz unten bis zu ihm heraufschallen. Seine Sympathie für diesen kleinen wehrhaften Kerls wuchs nur weiter an.

Wisat schob sich sein nachtschwarzes Sonnenglas, das von seinem schwitzenden Nasenrücken zu rutschen drohte, mit einer schwitzenden Fingerkuppe wieder hoch. In Gedanken konnte er es deutlich vor sich sehen, wie sich Alashi, das unhandliche, in einem Fort blinkende und piepende Abtastergerät sowie ein Fotometer im Schlepptau, weitere zwei bis drei Meter weiter abwärts abseilte. Meinen Respekt, Junge, du machst das wirklich nicht übel. Hoffentlich kreuzen nicht ein paar Exemplare dieser wirklich exorbitanten Skorpione deinen Weg.

Und prompt erfolge die nächste Meldung des Jungen. »Wow, Doc!«

»Was ist?«

»Das Ding reicht ziemlich tief.«

»Wie tief?«

»Also ziemlich tief, würde ich sagen.«

Die Rede war selbstredend vom nächsten in die tiefsten Ebenen hinabreichenden Gang. Sofort rief Wisat angespannt: »Hyperbolische Abweichungen sind zweifelsfrei vorhanden?«

»Ja, Doktor, sogar massenhaft davon.«

»Das ist doch endlich mal eine gute Nachricht.«

»Allerdings. Soll ich weitermachen?«

»Ja bitte, das wäre ausgezeichnet.«

Ein Radargramm halbwegs korrekt zu lesen und auszuwerten stellte schon immer mehr eine schwer zu vermittelnde Kunstfertigkeit denn eine echte Wissenschaft, die man lernen und perfektionieren konnte, dar; dies musste man einfach wissen, ehe man sich auf diese Dinge einließ. Wisat wusste es. Armitav, dieser alte Träumer, wusste es auch. Die schöne Srenda mit ihrem beigen breitkrempigen Sonnenhut ebenfalls. Aber wusste es der arme Alashi dort unten ebenso?

Nur nicht zu hoffnungsvoll werden, zügelte sich Wisat selbst. Höchst wahrscheinlich ist dort wieder nichts, außer leeren Gängen und Stollen und Kammern, von denen niemand mehr wissen kann, weshalb sie diese vorzeitlichen Schamanen überhaupt angelegt haben, genauso, wie all die vielen Male zuvor, seitdem ich hier bin. Aber warten wir ab, was uns dieser Tag noch alles einbringt.

Und dieser Tag, wie Wisat bei sich dachte, brachte ihnen in der Tat etwas ein, nämlich Folgendes: Die Innenwandung des nächsten Vertikalschachts, den Alashi flink hinabkletterte, bestand aus keinem roten Felsgestein mehr, weder aus ausgiebig fest gestampftem Lehm, sondern …



3

Srenda Tutuias aufgekratzte Worte sprudelten über den Vorplatz der Grabungsstätte wie ein vokaler Gebirgsfluss über imaginäre Steinanhäufungen. Professor Armitavs direkte Reaktion auf ihre Worte war gelinde gesagt Fassungslosigkeit.

»Sie haben was getan? Das kann doch unmöglich Ihr Ernst sein! Sie hätten zwingend warten müssen, ehe ich ...«

»Ich weiß doch, ich weiß. Aber wir wollten erst einmal völlig sicher gehen, bevor wir jemanden zu Ihnen hinaus schicken, bitte verstehen Sie das. Es tut mir ja leid, Professor. Doch nun – sehen Sie selbst, worauf wir gestoßen sind.«

Armitav beruhigte sich sofort.

Srenda, die ganze Zeit flankiert vom schweigsamen Wisat, deutete nach vorn: Dort stand ein geräumiges, aber nichts sehr hohes Zelt, wie es typisch für eine archäologische Stätte war. Fünfzig Meter vom Zelt entfernt befand sich eine Spalte, die an diesem Tag maßgebliche Öffnung im rötlichen, heißen Felsgestein, die eine nur geringfügig kühlere Welle immer noch extrem warmer und trockener Wüstenluft entließ. Weiter vorn wurde die Spalte immer schmaler und begann bald darauf, schroff abzufallen. Vor Urzeiten einmal waren tagtäglich leuchtende, saphirblaue Wassermassen hier hinabgestürzt, um genau in diese Richtung, in der Armitavs Blick kurz verweilte, zu fließen und in ein gewaltiges Binnengewässer zu strömen, das es seit nunmehr Jahrmillionen nicht mehr an dieser Stelle gab. Die sich immer weiter nach Südosten ausbreitende Wüste hatte sich mit der Zeit alles genommen. Armitav hoffte, sie mochte sich nicht alles Weitere auch noch nehmen. Sie waren mithilfe des ausgeliehenen Bodenradars vor jetzt zehn Tagen auf diese Ungesetzmäßigkeit (aus persönlichen Gründen vermied er den Begriff einer Anomalie absichtlich) gestoßen. Seitdem war eine Menge passiert. Sie hatten die meisten der tief in das Felsgestein getriebenen Gänge inzwischen erforscht. Der Gang war verborgen gewesen hinter Schutt, Lehm und vor Äonen hier angeschwemmtem Sandsediment. Tagelang hatten sie den nun vor ihm gähnenden Eingang freigeräumt, teilweise mit bloßen Händen, es war eine komplizierte, jedoch hoffentlich in Bälde ertragreiche Arbeit gewesen. Ich bete zu meinen Heimatgöttern, dass dies einfach der Fall ist. Es muss so sein! Dies alles kann nicht vergebens gewesen sein. So funktioniert das Schicksal nicht!

Sie hatten jedes Bisschen Sand, das sie fortschafften, gründlichst durchleuchtet. Doch nichts dabei gefunden. Keine Spur des Artefakts, oder etwas, das auf die kleinste Spur einer Spur hinwies. Und dennoch besagten die frühzeitlichen Legenden etwas ganz Anderes, nämlich, dass … Armitav mochte nicht einmal daran denken; zu umfassend wäre seine zu erleidende Enttäuschung, sollte die gesamte Unternehmung tatsächlich scheitern ...

Aber was hinter all dem vielen Schutt lag, war kein Produkt von Mutter Natur und einem Zeitraum, den kein Mensch jemals würde abschätzen können, sondern vielmehr der Anfang (oder einer von mehreren hypothetischen Anfängen) eines unfasslich fein verästelten Tunnelsystems, das steil abwärts in die vormaligen Felsklippen hineinführte. Dies versprach aufregend zu werden, vielleicht sogar sensationell. Und nun:

Wisat Sentaleb stieg scheinbar mühelos die steile Trittleiter zur Öffnung hinauf. Oben angekommen, zog er sich für alle Umstehenden ebenso mühelos in das dunkle Loch hinein. Jenseits dieses Loches lag etwas Aufsehenerregendes, das stand nun fest. Die hübsche Frau folgte dem Archäologen. Alashi hockte noch immer innerhalb der künstlichen Felsformation, und jetzt endlich, all seine Kraft, die ihm noch geblieben war, zusammennehmend, wobei die Aussicht auf Erfolg ihm zusätzliche Energie verlieh, umklammerte auch Buhém Armitav die Holme der schlanken Aluminiumsprossen. Sein Herz – er hatte es kaum für möglich gehalten – schlug noch einmal schneller, aber erstaunlich kraftvoll. Dies war die Taktung des Anbeginns einer neuen Epoche, dachte der Chef-Ausgräber bei sich – und zugleich verordnete er sich Mäßigung und die Zügelung jedweden angestachelten Temperaments. Noch war nichts erreicht, oder entschieden. Rein gar nichts. Armitav hielt seinen festen Blick auf die über ihm gähnende Öffnung gerichtet. Er begann vorsichtig den Aufstieg, Sprosse für Sprosse. Dort oben lauerte es. Dort oben wartete alles … was er sich in seinem Berufsleben vielleicht jemals erträumt hatte, auf ihn und seine Mitstreiter, aber in erster Linie auf ihn, denn dies war sein Projekt. Dort oben schien das glorreiche Ende einer langen, langen Reise mit all ihren Entsagungen zum Greifen nah.

Wenige Augenblicke zuvor hatte Wisat seine kräftigen Finger in die rissige Kante der Öffnung gekrallt und sich in das mit künstlichem Licht geflutete Innere des Felsens gewuchtet. Dort vorn wartete Alashi bereits auf ihn, wild gestikulierend, als wäre die gespannte Feierlichkeit der Situation nicht schon spürbar genug. Kurz wandte er sich um. Unmittelbar hinter ihm kam Srenda die Leiter hinaufgestiegen. Er spürte einen kurzen Stich der Ablehnung in der Magengegend und schob die törichte unwillkommene Empfindung rasch wieder fort. Nicht die Zeit für gekränkte Eitelkeiten. Es war die Zeit für Heldentaten. Ein wenig herrisch sprach er den auf ihn wartenden Helfer an. »Zeig es mir. Sofort!«

»Klar, Doc«, antwortete Alashi und übernahm die Führung. »Es befindet sich ziemlich weit im Inneren, müssen Sie wissen.«

»Das ist mir schon klar, Junge.« Er folgte ihm dicht auf dem Fuße.

»Praktisch am Ende, um genau zu sein.«

»Geh schon!«

»Aber ja doch.«

Mit kleinen, tippelnden Schritten machte sich Wisat daran, seinem Führer den steilen Tunnel hinab zu folgen. Er blieb ihm dicht auf den Fersen, während Srenda, nun mehr gefolgt vom alten Mann, wiederum ihm, Wisat, dichtauf nachfolgte. Sie würden das Mysterium gemeinsam schauen, dies war nach all der geleisteten Knochenarbeit nur gerecht. Sie würden es all drei im selben Augenblick zu Gesicht bekommen. Nach all diesen Jahren, all diesen Mitteln – wer hätte dies noch für möglich gehalten?

Hier drinnen ging es mehr als beengt zu. Der Berufsstand eines Archäologen war ganz entschieden nichts für ein klaustrophobisch veranlagtes Gemüt. Und die Luft war stickig und selbst soweit im Inneren des Doms noch auffallend warm. Sie fühlte sich auf seiner feuchten Haut zunächst kalt an. In Wirklichkeit aber war es extrem schwül hier unten. Alashi hatte im Stolleninneren wirklich Schwerstarbeit verrichtet. Wisat, die größte Person von ihnen und trotz seiner Fitness bereits hörbar keuchend, ging etwas vorgebeugt, um mit dem Schädel nicht gegen die niedrige Decke zu stoßen, derweil er zur gleichen Zeit den breiten Oberkörper seitlich eingedreht hielt, damit sich seine Schultern nicht im Gang verkeilten. Es war anstrengend, sehr sogar, aber dies stellte kein Problem dar. Diese Aussicht auf das Mount Zonis-Artefakt war allemal jede Mühe wert. Sie kamen gut voran, die Öffnung blieb rasch hinter ihnen zurück. Der eigentümliche, nur sehr schwer zu beschreibende Geruch nach offenliegenden Mineralienadern verstärkte sich mit jedem Schritt. Die klimatischen Verhältnisse veränderten sich. Es wurde kühler, aber immer stickiger, weil der Sauerstoffanteil der Luft beständig schrumpfte. Dieser Umstand gemeinsam mit der Tatsache fehlender Antigravlifte und dergleichen verwies einmal mehr auf das mit der Zeit in sich zusammengefallene Budget dieser Mission. Aber auch dies war jetzt gleichviel. Ein unfasslich großer Erfolg lag zum Greifen nah. Am Ende hatte der alte Mann doch womöglich tatsächlich richtig gelegen.

Weiter voraus wurde das Licht der in den Fels getriebenen Arbeitsleuchten noch einmal intensiver. Die Gruppe wechselte untereinander kaum ein Wort. Äußerte jemand einmal ein Wort, produzierte dies einen mehrfachen Widerhall, der die vielen Tunnel um sie herum entlang sauste, um sich irgendwo in Dunkelheit und Stille zu verlieren. Dann gesellte sich ein neues Geräusch hinzu: der trockene, kratzende Laut, wenn Kies in Eimer gefüllt wurde. Weiter voraus war also Armitavs handverlesenes Grabungsteam bereits bei der Arbeit. Gut so. Nur keine Zeit vergeuden, keine einzige verdammte Sekunde mehr. Das Artefakt wartete bereits seit Äonen auf seine Entdeckung. Aber jeder weitere Moment erschien nun zu viel. Wie zur Verstärkung dieses Gedankens vernahm die Gruppe ein weiteres Geräusch. Ein kaum zu identifizierendes Wischen oder Bürsten über nacktes glattes Gestein.

»Die sollen aufhören mit dem, was sie da treiben!«, rief der ganz hinten gehende Armitav. Wisat schreckte bei diesem plötzlichen Ausbruch des ansonsten sehr sprach- und atemlosen Professors auf und stieß sich letztlich doch noch den Schädel an einer vorkragenden Felskante. Ebenso fasste er Armitavs Reaktion als Arbeitsanweisung auf und bellte, eine Hand über die schmerzende Stelle gelegt, einen Befehl. Die noch unsichtbaren Arbeiter in den vor ihnen liegenden Arealen stoppten mit ihrer Tätigkeit. Gelegentliches Gemurmel drang jetzt noch aus ihrer Richtung, sonst aber nichts mehr.

Details

Seiten
100
Jahr
2021
ISBN (ePUB)
9783738953961
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2021 (Mai)
Schlagworte
mount zonis-artefakt raumflotte axarabor band

Autor

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Titel: Das Mount Zonis-Artefakt: Die Raumflotte von Axarabor - Band 204