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Redlight Street #162: Verwirrung im Milieu

©2021 102 Seiten

Zusammenfassung


Bis jetzt hatte sie nur Liebe mit gleichaltrigen Burschen gemacht. Das war nicht sehr aufschlussreich gewesen. Doch jetzt sollte sie das erste Mal Liebe im Bett kennenlernen, die ganz anders war und die obendrein noch bezahlt wurde.

Leseprobe

Table of Contents

Verwirrung im Milieu

Copyright

Die Hauptpersonen des Romans:

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Verwirrung im Milieu

Redlight Street #162

von G. S. Friebel

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 102 Taschenbuchseiten.

 

Bis jetzt hatte sie nur Liebe mit gleichaltrigen Burschen gemacht. Das war nicht sehr aufschlussreich gewesen. Doch jetzt sollte sie das erste Mal Liebe im Bett kennenlernen, die ganz anders war und die obendrein noch bezahlt wurde.

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Die Hauptpersonen des Romans:

Vera und Kathi Meininger - Zwillingsschwestern, machen aus der Not eine Tugend.

Amanda Reichert - Edeldirne, hat für Vera einen Job.

Fred Hühnchen - Barbesitzer, verkalkuliert sich.

 

 

1

Kathi Meininger hielt sich die Ohren zu. Der Lärm war nicht mehr zu ertragen. Sie konnte sich ruhig das Kissen über den Kopf ziehen, sie vernahm ihn trotzdem. Bis sie endlich bemerkte, dass das Fenster weit geöffnet war. Kathi war ärgerlich und schimpfte leise vor sich hin: »Wann wird sie es sich endlich mal merken? Oh, ich könnte sie wirklich kreuzweise. Die macht mich noch verrückt«

Jetzt war an Schlaf nicht mehr zu denken. Naja, dann konnte sie ja auch gleich aufstehen und sich duschen. Danach ging sie in die kleine Küche. Natürlich sah es hier wüst aus. Im Kühlschrank war bis auf einen Rest Butter gähnende Leere. Der halb vertrocknete Brotkanten richtete sie auch nicht auf »Du meine Güte, ich ertrag es nicht mehr. Das ist einfach zu viel. Verdammt, warum immer ich?«

Sie nahm den Kanten Brot und ging in den Raum, den sie Salon nannten. Kathi lächelte müde. »Räuberhöhle würde viel besser passen. Wenn sie denkt, ich lasse mich wieder erweichen und räume auf, dann ist sie schief gewickelt. Ich denke nicht daran. Sie lernt es sonst nie. Nie!«

Die Unordnung ging ihr stark auf die Nerven. Sie spürte die Unruhe bis in ihre Fingerspitzen. Der Magen knurrte so mörderisch, dass sie sitzenblieb. Wenn sie sich jetzt auch noch über die Wohnung hermachte, würde sie sicherlich vor Hunger tot umfallen.

Kathi konnte jetzt nur noch eines: warten.

Lange hielt sie es nicht durch und schlummerte wieder ein. Als sie das zweite Mal erwachte, mussten schon Stunden vergangen sein.

»Warum schläfst du nicht im Bett?«

Kathi riss die Augen auf.

»Wie? Was?«

Vera Meininger grinste. »Wenn man nicht auf dich aufpasst, wirst du noch krank.«

Das war wirklich die Höhe!

Vera wollte auf sie aufpassen! Der Hunger hielt Kathi davon ab, sich auf die Zwillingsschwester zu stürzen.

Obwohl sie sich wie ein Ei glichen, war doch ein kleiner Unterschied vorhanden. Vera war stärker. Sie konnte auch Judo. Kathi hatte schon in ihrer Schulzeit davon profitiert.

»Hast du was zu essen mitgebracht?«

Vera schaute sie groß an.

»Du bist doch diese Woche dran!«, erinnerte Kathi.

»Verdammt, das habe ich ganz vergessen. Ich bin blank.«

Kathis Augen verdunkelten sich.

»Was soll das heißen? Hast du wirklich keine müde Mark mehr?«

»Ich sage es dir doch. Kannst du nicht?«

Die beiden jungen Mädchen blickten sich an. Vera schüttelte den Kopf. »Vier Tage vor dem Ersten? Sag mal, was Besseres fällt dir wohl nicht ein, wie?«

»O nein«, stöhnte Kathi. »Nicht schon wieder.«

»Doch. Wir werden mal wieder hungern müssen.«

»Du, das bring ich nicht. Schließlich muss ich ja gleich arbeiten gehen.«

Vera dachte nach.

»Warum legen wir uns nicht gleich zu Anfang einen Vorrat an? Ich meine einen Vorrat, den wir einfach vergessen?«

»Warum teilen wir unser Geld nicht besser ein?«

Sie lachten sich an. Zwillinge konnten nie lange böse aufeinander sein.

»Weil das Leben halt so viel Spaß macht, verstehst du?«

»Die ganze Tragödie liegt darin, dass wir zu wenig Geld verdienen.«

»Wir haben doch wirklich jetzt alles ausgeschöpft. Sind sogar auf diesen sinnigen Einfall gekommen mit der kleinen Wohnung. Du, die Wirtin hat noch immer nichts geschnallt«

Kathi ging hin und her. Hoffte, so das Hungergefühl zu vergessen. Dabei dachte sie: Vielleicht kann ich bei einer Kollegin schnorren?

»Na, ich habe schon Ärger gehabt. Du sollst doch aufpassen, was du sagst.«

Die Sache war nämlich so: Es war ein kleines Reich unter dem Dach. Nur für eine Person gedacht. Schlafzimmer, Wohnzimmer, winzige Küche und Bad. Die Wirtin nahm dafür einen saftigen Preis. Die beiden Mädchen hatten gleich begriffen, eine allein konnte sich die Wohnung nicht leisten. Außerdem wollten sie auch nicht getrennt sein. Wenn sie schon in einer fremden Stadt leben mussten, dann wollten sie auch zusammenbleiben. Schließlich wollten sie ja auch zusammen ein Studium anfangen. Das Dumme war nur, dazu mussten sie erst einmal genügend Geld haben. So waren sie losgezogen und hatten sich einen Job gesucht. Kathi hatte in einer Zeitung Nachtdienst übernommen. Sie musste die Anzeigen eintippen. Es waren nur vier Stunden in der Nacht. Brachte also nicht sehr viel Geld ein. Vera hatte dafür am Tag einen Job. Sie durfte in einem Großmarkt die Ware auszeichnen, in einem Großmarkt für Autoteile und Werkzeuge.

So waren sie denn auf die grandiose Idee gekommen, eine von ihnen sollte die Wohnung mieten, die andere unbemerkt bei ihr wohnen. Sie mussten nur aufpassen, dass sie nie zusammen gesehen wurden. Das war alles. Vier Monate war es auch recht gutgegangen.

Die Wirtin stellte zwar fest, dass Vera ein komisches Ding war, denn hin und wieder konnte sie sich an Dinge nicht erinnern, die sie vor ein paar Stunden erst miteinander besprochen hatten. Die Wirtin glaubte manchmal schon, sie mache es extra, um sie zu ärgern. Doch das junge Mädchen blickte sie dann mit seinen großen braunen Augen so treu an, dass sie einfach nicht mehr böse sein konnte.

»Schon gut, vielleicht habe ich mich auch geirrt«, brummte sie dann verlegen.

Dass sie es immer mit zwei verschiedenen Mädchen zu tun hatte, konnte die gute Frau ja nicht ahnen. Oben unter dem Dach lachten die beiden sich darüber schief.

Kathi war gewissenhaft, Vera nicht. Sie war zwar stark, aber Frauenpflichten und solcher Kram interessierte sie ganz und gar nicht. Oft sagte sie laut: »Ich wäre viel lieber ein Mann geworden, ehrlich.«

Da sie eineiige Zwillinge waren, hätte es nicht gut möglich sein können. Kathi verstand das einfach nicht. Sonst waren sie sich so ähnlich, nur darin nicht.

»Was machen wir jetzt?«

Vera hatte gerade beschlossen, in eine ganz bestimme Disco zu ziehen. Dort kannte sie ein paar Jungen, die sie mochten. Sicher konnte sie einen von ihnen dazu bewegen, ihr irgend etwas zu essen zu spendieren.

Jetzt fiel ihr Blick wieder auf die Schwester.

»Ich habe Hunger«, seufzte Kathi. »Das kannst du dir nicht vorstellen.«

Vera sagte fröhlich: »Weißt du was, ich suche mir einen Job in einem Großmarkt für Lebensmittel. Was hältst du davon? Sicher kann man dort eine Menge mitnehmen. Ich meine zum Beispiel Sachen, bei denen das Verfalldatum etwas überschritten ist.«

»Hör mal, soll ich vielleicht so lange hungern?«

»War ja nur eine Anregung.«

»Du, ich fall um, ehrlich. Ich schaff es noch nicht mal bis zur Zeitung. Mir ist jetzt schon richtig schlecht.«

Vera schämte sich. Sie hatte vor Stunden noch ganz gut gegessen. Warum hatte sie nicht ein wenig in die Tasche gesteckt? Zum Beispiel die Äpfel. Die dicke Gerda brachte immer von daheim Obst mit.

Sie sprach pausenlos von einer Obstschwemme. Außerdem wollte sie so schön schlank wie Vera werden. Brachte aber regelmäßig ein Stullenpaket mit, das es wirklich in sich hatte. Vera hatte sich bereit erklärt, die Stullen zu essen. »So helfe ich dir doch wirklich ganz prima, nicht wahr?«

Gerda hatte mal geäußert: »Würde ich nicht schneller abnehmen, wenn ich gar nichts mehr mitbringe?«

»Iwo, dann ist das nicht richtig. Du musst dich selbst überwinden lernen, Gerda. Nur so geht das. Glaube mir, ich war auch mal fett wie ein Warzenschwein. Den Trick habe ich irgendwo gelesen. Ehrlich, der ist super.«

Gerda war ein wenig dümmlich. Sie himmelte Vera an. Vera war das einzige Mädchen, das sich mit Gerda abgab. Diese wunderte sich nur darüber, dass dieses nicht den ganzen Monat der Fall war. Wenn Vera genug Geld hatte, sah sie Gerda kaum. Dann flitzte sie durch die Gegend. Doch gegen Ende des Monats, wenn die Groschen in der Geldbörse immer weniger wurden, erinnerte sie sich an Gerdas Fresspakete.

So nahm Gerda nie ab. 25 Tage im Monat aß sie die Brote, die die Mutter ihr mitgab, und nur fünf Tage lang erbarmte sich Vera ihrer. Gerda fand die Diät schon komisch.

Vielleicht stellte sich der Erfolg erst mit der Zeit ein.

Vera hatte in der Tat ein schlechtes Gewissen.

Kathi lag auf dem Sofa und stöhnte.

»Ich bin hungrig. Ich könnte glatt einen Löwen verputzen. O meine Güte, wie soll ich das nur aushalten?«

Vera liebte ihre Schwester über alles.

»Ich hätte da eine Idee!«

»Welche? Willst du eine Würstchenbude überfallen?«

»Nein, eine richtig gute Idee, ehrlich.«

Kathi sah sie verzweifelt an.

»Hauptsache, wir werden satt davon.«

»Ich übernehme heute deinen Job! Ich bin noch kräftig genug. Du kannst dich dann ausruhen.«

»Ich habe es ja gewusst. Du hast nur blöde Ideen im Kopf. Ich lasse nicht zu, dass du meinen Job übernimmst. Ich will ihn nämlich behalten, musst du wissen.«

»Meine Güte, so schwer wird er wohl nicht sein«, sagte Vera fast ein wenig beleidigt. »Da will ich mich für dich abschuften. Obwohl ich heute schon gearbeitet habe, und das ist der Dank.«

»Es sind noch vier Tage bis zum Ersten. Das packe ich nicht. Du kannst nicht von mir erwarten, dass ich vier Tage nichts esse. Dann bin ich verhungert.«

Vera lachte kurz auf: »Du, ich habe gehört, es gibt Menschen, die fasten bis zu vierzig Tagen. Man soll sich bombig dabei fühlen. Außerdem soll man geistig zu viel größeren Leistungen fähig sein.«

Kathi presste ihre Hände gegen den knurrenden Magen.

»Das müssen Wundermenschen sein. Ich kann es nicht. Mensch, ich werde das nicht mehr mitmachen. Nächsten Monat lassen wir uns etwas einfallen. Was andere schaffen, müssten wir doch auch bringen, Vera. So dumm sind wir nun auch wieder nicht.«

»Schön, ich sehe, ich muss mal wieder den Retter spielen. Also da hilft dann nichts mehr, ich muss jemanden anpumpen.«

»Sag bloß, du kennst jemanden, der dir jetzt was gibt, dann bin ich wirklich platt. So kurz vor dem Ersten kann doch niemand Geld pumpen.«

Vera reckte sich.

»Hast du eine Ahnung! Ich habe da ein Mädchen kennengelernt. Also die hat immer Geld. Ich weiß zwar nicht, ob man sie anpumpen kann, doch ich will es versuchen.«

»Hoffentlich hat sie ein weiches Herz. Wenn sie kein Geld geben will, bitte sie doch, uns einzuladen, zu einem kleinen Essen.«

»Ich will sehen, was sich machen lässt.«

»Vergiss nicht, ich muss in drei Stunden voll einsatzfähig draußen sein und zur Arbeit gehen.«

»Du kannst dich wirklich auf mich verlassen. Ich werde etwas zu essen mitbringen.«

Kathi legte sich zurück und dachte: Wenn ich noch ein wenig schlafen könnte, würde ich den Hunger nicht so spüren. Ich werde mir etwas einfallen lassen müssen. Vera findet das alles irgendwie noch lustig. Sie schafft es ja auch immer wieder, sich durchzuboxen. Ich bin halt zu sensibel.

 

 

2

Wenig später verließ ihre Schwester die Mansardenwohnung. Sie war die eigentliche Mieterin. Einen Stock tiefer traf sie wie zufällig auf Frau Schrunz. Vera wusste, sie musste mal wieder auf der Lauer gelegen haben. Da sie überhaupt keine Zeit hatte, wollte sie möglichst flink an ihr vorbeirennen. Doch sie wurde von hinten festgehalten.

»Was ich noch sagen wollte, Fräulein Meininger, Ihre Treppe muss bis hierher geputzt werden, und nicht nur bis zum Podest. Ist das eigentlich so schwer zu kapieren?«

Vera riss die Augen auf und meinte naiv: »Wirklich? Das habe ich gar nicht gewusst.«

Frau Schrunz fühlte sich für dumm verkauft. »Hören Sie, das können Sie mir nicht weismachen. Die ganze Zeit haben Sie es doch so gemacht. Wieso dann diese Woche nicht? Bis jetzt hatte ich wirklich keinen Grund zu klagen. Sehen Sie sich doch mal die Ecken an! Sie sind nicht rund, verstehen Sie!«

Vera biss sich auf die Lippen. Sie hätte wirklich Kathi fragen sollen. Bis jetzt hatte die sich um das Treppenhaus gekümmert. Bis sie auf die Idee kam, zu behaupten, sie, Vera würde es ebenfalls benutzen. Sie wollte nicht immer die Putzfrau für die Schwester sein.

»Das Wasser war mir ausgegangen«. sagte Vera hastig.

So eine Ausrede hatte Frau Schrunz noch nie gehört. Sie starrte das junge Mädchen perplex an. Doch Vera winkte nur fröhlich und lief schon weiter.

Während die Nachbarin noch immer unten stand und dem davoneilenden Mädchen nachblickte, glaubte sie plötzlich, sie hätte den Verstand verloren. Unten klappte die Tür, und oben ging die Wasserspülung der Toilette.

Frau Schrunz war noch nie so flink die Treppe hinaufgerannt wie in diesen Minuten. Kathi hörte sie vor der Etagentür keuchen. Sie blickte wohlweislich zuerst durch den Spion und sah die Nachbarin. Sie biss sich auf die Lippen. Jetzt legte diese Nachbarin auch noch ein Ohr an die Tür und lauschte in die Wohnung. Kathi rührte sich nicht von der Stelle.

Meine Güte, dachte sie, ich kann mir doch nicht in die Hosen machen. Wir müssen uns wirklich was ausdenken. So geht es einfach nicht weiter. Unser Leben ist zu kompliziert. Wir brauchen zuerst einmal genügend Geld.

Vera nahm das Leben nicht so schwer. Das Wasser für die Treppe war ihr in der Tat ausgegangen. Sie hatte so wenig genommen, dass sie gerade den Wischlappen damit einweichen konnte. Wieso sollte sie sich denn mit einem vollen Eimer abplagen? Dummheit, so etwas. Naja, sauber war es zwar nicht geworden. Aber so eine Treppe wurde eh sofort wieder schmutzig. Die Alte sollte sich bloß nicht so haben. Überhaupt gehörte ihr das Haus ja gar nicht. Das wollte sie das nächste Mal eindeutig klarstellen. Hausmeisterin war sie auch nicht.

Nach zehn Minuten Weg hatte Vera den Block erreicht. Amanda Reichert hieß das Mädchen, das sie besuchen wollte. Amanda wohnte schon erheblich besser. Vera wusste schon gar nicht mehr, wo sie Amanda kennengelernt hatte. Vera sprach überall Leute an und hielt sie sofort für Freunde. Alle mochten das lustige Mädchen mit den langen dunklen Haaren. Sie war ein Supermädchen. Mit ihr konnte man auch Pferde stehlen, wenn es sein musste. Nur würde das in einer Großstadt nicht besonders praktisch sein.

In diesem Augenblick bat Vera den Himmel inbrünstig, Amanda möge doch daheim sein. »Also hör zu, lieber Gott, schließlich will ich doch das Leben meiner Schwester retten. Nur deswegen. Bitte, sonst weiß ich auch nicht mehr weiter. Du siehst, ich bin richtig selbstlos. Ich bitte nur für Kathi.«

Als der Summton ertönte, grinste Vera und lachte leise auf. »Das hat ja prima geklappt.«

Seit sie ein kleines Mädchen war und selbstständig denken konnte, war der liebe Gott so etwas wie ein großer Bruder, Freund und alles mögliche für sie geworden. Ihre Zwillingsschwester schimpfte sie deswegen sehr oft aus. Kathi fand, man dürfe Gott nicht so oft belästigen.

»Das ist Gotteslästerung. Das wirst du noch einmal büßen müssen.«

Vera war natürlich ganz anderer Ansicht und machte weiter. Kathi konnte einfach nicht umhin, festzustellen, dass Vera irgendwie besser durchs Leben kam. Kathi überlegte oft, was Vera ihr wohl voraus hatte. Man konnte Vera übrigens auch nie lange böse sein.

Frohgemut stieg Vera jetzt die Treppe hinauf. Dabei fiel ihr ein, dass sie Amanda Reichert in einem Supermarkt kennengelernt hatte. Kurz nach dem Ersten war es gewesen, und sie hatte groß eingekauft. Dabei war Amanda eine Tüte aufgerissen und der ganze Inhalt war zu Boden gekullert. Vera hatte sich sofort um sie gekümmert. Daraufhin hatte Amanda sie in die Wohnung mitgenommen. Sie trafen sich jetzt immer mal wieder im Supermarkt. Hielten ein kleines Schwätzchen zusammen und gingen dann wieder auseinander.

Vera war überall gern gesehen. Doch was sich jetzt abspielte, das hatte sie sich noch nicht mal in ihren kühnsten Träumen ausgemalt.

Amanda stand oben auf dem Treppenpodest und blickte nach unten ins Treppenhaus. Als sie endlich erkannte, wer da zu ihr kam. war sie schier aus dem Häuschen. Sie lief Vera sofort entgegen, fiel ihr um den Hals und küsste sie stürmisch ab.

Vera war baff.

»Holla, ich bin nicht die Erbtante, du hast dich vertan, Amanda, ehrlich. Hast du deine Brille vergessen?«

Wieder wurde sie umarmt und geküsst.

»Ich finde es einfach irre, dass du mich besuchen kommst«, sagte Amanda und zog sie mit in die Wohnung.

Vera war auch nie neidisch, obschon man das sehr gut hätte werden können, wenn man Amandas Wohnung sah. Schließlich war das Mädchen auch nicht viel älter als sie.

Vera war über die Begrüßung noch immer ein wenig verblüfft. Ehe sie sich versah, hatte sie schon ein Glas Sekt vor sich stehen und eine Schale mit Knabbersachen. Sie dachte schon: Vielleicht sollte ich sie ablenken und den Inhalt in meiner Handtasche verschwinden lassen. Doch sie wusste, das würde nicht lange reichen. Sie brauchten Geld für vier Tage. Man konnte ja nie wissen, vielleicht bekam sie nichts, also sagte sich Vera: ich kann mich ja durchfuttern. Dann ist wenigstens eine von uns nicht kurz vor dem Sterben. Kathi muss dann mein Angebot annehmen, sie bei der Arbeit zu vertreten.

Dabei sah sie Amanda an und fragte: »Wieso bist du so närrisch. Bloß weil ich gekommen bin? Hast du vielleicht Geburtstag und keiner hat daran gedacht?«

»Nein, nein. Ich finde es einfach irre, dass du kommst. Ehrlich!«

Wieder wurde sie genötigt, das Glas leerzutrinken.

»Hör mal, wenn ich so weitermache, bin ich bald blau. Das kann ich mir nicht antun.«

«Ach, du bist so nett. Wirst du öfters kommen?«

Vera legte den Kopf schief.

»Na, ich weiß nicht. Ich weiß nicht, wie du reagierst, wenn ich dir erst einmal sage, weswegen ich komme.«

»Ah, du hast einen Grund. Wunderbar.«

Das Mädchen strahlte sie an, als sei sie plötzlich ein Weihnachtsmann geworden.

Vera dachte: Draußen im Laden hat sie immer einen ganz normalen Eindruck gemacht. Die hat doch nicht ein paar Schrauben locker? Die soll sich nicht so haben.

»Kann ich dir helfen?«

Vera schluckte. So einfach hatte sie sich die Betteltour gar nicht vorgestellt. Amanda war wirklich ein Engel! Engel? Hatte ihr der Himmel sie vielleicht geschickt? Vera blickte sie treuherzig an. Unmöglich war es nicht. Wer das ganze Universum erschaffen kann, muss doch auch unsere knurrenden Mägen hören. Ganz besonders den von Kathi.

»Ich habe Pech gehabt. Nun gut, Amanda, ich will es dir gleich sagen. Ich bin gekommen, um dich anzupumpen. Ich brauche Geld. Vier Tage bis zum Ersten, und mein Schrank ist leer.«

Amanda blickte sie kurz an, dann stand sie sofort auf, holte ihr Handtäschchen und legte Geldscheine auf den Tisch.

»Wie viel brauchst du?«

Vier blaue Scheine lagen auf dem Tisch.

»Sind die echt?«, fragte Vera verdutzt.

Amanda Reichert war verdutzt. »Was willst du damit sagen, Vera?«

»Verdammt, du kannst mir doch nicht weismachen, dass du kurz vor dem Ersten noch so viel Geld besitzt? Das ist ja irre!«

»Ich habe noch viel mehr!«

Vera lehnte sich zurück.

»Jetzt habe ich verstanden, du hast irre reiche Eltern, und sie gebe dir alles, bloß keine Liebe, nicht?«

Amanda blickte sie ruhig an. »Ich bin Waise, schon lange. Aber ich habe immer genug Geld. Wie viel willst du?«

»Du bist verrückt! Mensch, wenn du so viel Zaster hast, warum gibst du den dann nicht aus?«

»Siehst du einen Notstand bei mir?«

Vera sah sich um, blickte dann wieder Amanda an. Sie war todschick und teuer gekleidet. Dann den Sekt, das teure Konfekt. Nein, sie war wirklich kein Geizkragen.

»Super!«, murmelte sie unwillkürlich. Das alles beeindruckt sie ungeheuer.

»Was hast du gesagt?«

Vera fühlte sich irgendwie unwohl in ihrer Haut. »Hör mal, ich bin in der Tat gekommen, dich anzupumpen. Aber schau, du kennst mich doch gar nicht. Ich verspreche dir zwar, ich bringe das Geld wieder. Gleich am Ersten bring ich dir das Geld zurück. Aber trotzdem, du kannst mir doch nicht so viel Geld leihen?«

»Du hast gesagt, du brauchst es dringend. Also, ich habe es flüssig. Was willst du mehr?«

»Ich brauch nur einen blauen Schein«, sagte Vera. »Mehr will ich nicht«

»Warum nicht?«

»Hör mal, ich muss es ja auch wieder zurückbringen. Du, ich bin nämlich ein leichter Vogel. Nee, ich lege mir keine Schlinge um den Hals.«

»Mit dem Zurückgeben kannst du dir wirklich Zeit lassen. Sagen wir mal, du bringst mir jede Woche zehn Mark zurück?«

»Wie? Was? Bei der Summe, da habe ich ja irre viel zu tun.«

»Sicher!«

Vera war aufgestanden und ans Fenster getreten. Sie musste nachdenken. Ich bin ganz wirr im Kopf. Da ist doch ein Haken bei der Sache. Vielleicht sind die Scheine nicht in Ordnung. Verflixt, wenn ich bloß wüsste, was ich machen soll!

Sie drehte sich um.

»Ich möchte lieber nur einen blauen Schein. Das ist besser so. Ich kenne mich. Sonst gerate ich in einen Kaufrausch und werde leichtsinnig. Nein, man soll wirklich nicht Leute in Versuchung führen. Das ist nicht gut.«

Sie nahm einen blauen Schein vom Tisch und grinste.

»Du bist wirklich das netteste Mädchen, das ich kenne. Du bist einfach irre nett. Ich bringe dir das Geld wirklich in vier Tagen wieder zurück.«

Sie ging zur Tür.

Amanda machte ein langes Gesicht.

»Musst du schon wieder fort?«

»Ich muss noch einkaufen. Die Geschäfte machen gleich zu. Ich sagte doch, ich habe nichts mehr zu beißen.«

»Wenn ich gewusst hätte, dass du kommst, hätte ich gekocht.«

»Das können wir nachholen, ehrlich.«

Amanda streichelte ihren Arm. »Kommst du mich bald wieder besuchen?«

»In vier Tagen bringe ich dir das Geld.«

»Das meine ich doch nicht.«

Vera war dann doch froh, als sie wieder unten auf der Straße war. Dann kaufte sie ein. Fast hätte sie das ganze Geld für Delikatessen ausgegeben, bis ihr einfiel, vier Tage und zwei hungrige Mäuler verlangen mehr als kleine Pasteten.

Wenig später wuchtete sie die Tüten nach oben. Frau Schrunz wollte Vera wieder abfangen.

»Keine Panik, gute Frau, ich kümmere mich um die Ecken. Ehrlich, Sie können ruhig schlafen.«

Frau Schrunz war baff. Gegen dieses junge Mädchen kam sie einfach nicht an. Es ärgerte sie maßlos, dass sie immer fröhlich und vergnügt war. Sie ließ sich einfach nicht beirren.

»Ich werde dafür sorgen, dass man Ihnen kündigt«, schrie sie hinter Vera her. Die alte Schrunz hatte schon so manchen Mieter hinausgegrault. Die Vermieterin ahnte nicht, warum gerade in diesem Block die Mieter nie lange blieben.

»Gehört das Haus Ihnen? Das habe ich gar nicht gewusst. Sie haben doch gar nicht den Vertrag unterschrieben«, rief Vera zurück.

Frau Schrunz wurde ärgerlich.

»Schlampe, und dann auch noch frech werden, das muss ich mir wirklich nicht bieten lassen.«

»Sie haben vollkommen recht, das müssen Sie nicht. Vielleicht ziehen Sie aus?«

Oben klappte die Tür. Vera sagte: »Puh, der hab ich es aber gegeben. Muss ich Kathi sagen. Darf ich nicht vergessen.«

Wenig später ließ sie die Lebensmittel auf die schlafende Schwester herabregnen. Kathi wurde sofort wach und glaubte noch zu träumen.

»Na, reicht das?«

Kathi schnupperte an den Nudeln.

»Du bist ein Geschenk Gottes!«

»Ach, jetzt siehst du es also auch ein, dass man mit dem netten Burschen da oben besser fährt?«

»Hast du eine Bank überfallen?

»Nein.«

»Dann hast du einem alten Mütterchen die Einkaufstasche geklaut. Etwas anderes kommt gar nicht in Frage.«

»Ich habe mir einen Hunderter leihen können.«

Kathi war sprachlos.

»Kenn ich den Menschen?«

»Nein.«

»Vera, was hast du dafür tun müssen?«

»Sekt trinken und Konfekt knabbern«, antwortete sie ehrlich.

»Warum kann man eigentlich nie normal mit dir reden, Vera. Du machst mich noch wahnsinnig.«

»Ich denke, du musst gleich zur Arbeit? Also hilf mir. Wir können noch später darüber reden. Komm, setz schon mal das Wasser für die Nudeln auf. Das geht schneller.«

Gut gesättigt und voller Hoffnung ging Kathi wenig später aus der Wohnung, wobei sie der Nachbarin in die Arme lief. Frau Schrunz ließ es sich nicht nehmen, das junge Mädchen zu beschimpfen. »Ich brauche mir das wirklich nicht bieten zu lassen. Ein wenig Respekt vor dem Alter kann man schon erwarten.«

Kathi war erschrocken und fragte vorsichtig: »Was habe ich denn falsch gemacht? Bin ich nicht immer nett?«

Frau Schrunz schnappte nach Luft.

»Auch noch frech werden! Das wird ja immer schöner. Wir sind hier eine anständige Hausgemeinschaft.«

Kathi dämmerte es, dass Vera mal wieder etwas angestellt haben musste. O nein, dachte sie bestürzt. Wenn sie mir nicht endlich alles sagt, kommen wir noch in Schwierigkeiten.

»Ich werde mich bessern«, sagte sie hastig. Dann lief sie davon.

Frau Schrunz fühlte sich zutiefst befriedigt. Die erschrockenen Augen des jungen Mädchens waren Triumph genug. »Na, der habe ich einen Schrecken eingejagt, die wird nicht mehr so hochnäsig durch die Welt rennen.«

Sie freute sich zu früh.

Am nächsten morgen hatte sie es ja wieder mit Vera zu tun. Kein Wunder, dass die Nachbarin einen Stock tiefer denken musste, das Mädchen sei nicht normal im Kopf. Fast bekam sie es mit der Angst zu tun.

Vera hingegen war munter wie ein Fisch im Wasser und sah die Welt voller Sonnenschein. Schließlich waren die letzten Tage vor dem Ersten mal wieder gerettet.

Kathis Mahnungen klangen ihr noch in den Ohren. Doch sie sah einfach nicht ein, dass sie sich um alles kümmern musste. O nein, dafür war das Leben viel zu interessant.

Amanda Reichert riss die Augen auf. »Du bist gekommen? Ist das aber schön! Warte, ich koche uns einen Kaffee. Ich hole auch sofort Kuchen. Nun komm schon.«

Vera wurde in die Wohnung gezogen.

»He, einen Augenblick mal. Ich will hier keine Wurzeln schlagen, Amanda, ich bin nur gekommen, um dir das Geld zu bringen. Hier ist der Hunderter.«

»Ach, du bringst das Geld tatsächlich sofort?«

»Na, du bist gut. Ich bin froh, dass ich gleich meine Schulden bezahlen kann. Später ist das so eine Sache. Außerdem, wenn ich gleich bezahle, kann ich sicherlich wieder mal pumpen kommen, nicht wahr?«

»Aber natürlich. Du willst also wirklich nicht lange bleiben?« Die traurigen Augen des Mädchens rührten Vera zutiefst »Na ja, ein Stündchen kann ich schon bleiben. Doch mach dir ja keine Umstände.«

»Nein, nein, ich wollte mir sowieso Kuchen holen. Die Bäckerei ist doch unten an der Ecke. Mach es dir gemütlich. Ich bin gleich wieder zurück. Ehrlich, ich beeile mich.«

Vera schaute sich in der Wohnung um und dachte: So fesch müssten wir leben, die Kathi und ich. Mann, wir könnten schon was auf die Beine bringen. Vor allen Dingen könnte man so richtig schnuckelige Feste feiern. Sie sah ein paar Zeitschriften auf einem kleinen Tisch liegen und blätterte darin herum. Erst bemerkte sie gar nicht, was das für Zeitschriften waren. Dann grinste sie doch ein wenig. Es waren lauter nackte Frauen abgebildet.

»Richtig toll sehen die aus«, murmelte sie vor sich hin. »Das müssen Superweiber sein. Meine Güte, das ist nicht schlecht«

Plötzlich hatte sie das Gefühl, als würden ihr die Augen aus dem Kopf fallen. Auf dem Bild vor ihr, das war doch Amanda! Nackt! In einer sehr verfänglichen Pose. Vera biss sich auf die Lippen.

Die Tür klappte, und Amanda stand im Wohnzimmer. Vera hielt ihr die Zeitung hin. Das Mädchen wurde blass.

»Oh, ich blöde Ziege, warum habe ich das nur liegen lassen!«

»Komm, so prüde bin ich auch wieder nicht, Amanda. Du siehst übrigens toll aus. Tolle Figur, ehrlich!«

Amanda ließ das Kuchenblech auf den Tisch gleiten und setzte sich ihr gegenüber. Dann zündete sie sich eine Zigarette an.

»Bist du ein Modell?«, wollte Vera wissen.

»Hin und wieder.«

»Was soll das heißen?«

»Nun, das soll das heißen, ich bin nicht richtig im Geschäft. Es gibt zu viele Mädchen, die sich darum reißen. Es ist nicht ganz einfach. Man kann schon stolz darauf sein, in dieser Zeitung abgebildet zu sein. Das schon. Aber man kann nicht davon leben.«

»Na hör mal, du scheinst doch im Geld zu schwimmen, Amanda. Ich weiß ja nicht, was du für ein Leben führen möchtest. Doch so wie du im Augenblick, so möchte ich auch leben. Dafür würde ich eine ganze Menge tun.«

Amanda lächelte dünn.

»Wirklich? Das sagen sie zu Anfang alle. Doch wenn es dann gilt, Farbe zu bekennen, kneifen die meisten.«

»Bringt das wirklich so viel? Du, ich möchte mehr davon wissen. Bitte!«

Amanda stand auf und sagte: »Ich gehe jetzt in die Küche und koche den Kaffee.«

Vera ging ihr nach.

»Warum weichst du mir aus?«

Amanda drehte sich um. »Warum? Verdammt, weil ich dich nicht verlieren möchte, deswegen.«

»Wie? Das kapier ich wirklich nicht. Wir kennen uns kaum, du leihst mir Geld, ich bringe es dir wieder. Du willst mir auch in Zukunft Geld leihen, also wirklich, mich wirst du nicht so schnell wieder los. Oder es läge an dir, dass du mich nicht mehr hier sehen willst.«

Wieder dieses müde Lächeln.

»Liebe Vera, an mir liegt es ganz sicher nicht. Hast du eine Ahnung! Weißt du, ich bin ein paar Jahre älter als du und habe meine Erfahrungen. Ich weiß, was in dir vorgeht, wenn ich dir alles sage.«

Vera runzelte die Stirn.

»Also weißt du, langsam machst du mich wütend. Ich spüre ganz deutlich, bei dir ist entweder ein Rad ab, oder du willst etwas verbergen. So kommen wir aber nicht weiter, Amanda. Da musst du mir schon einiges erklären.«

»Was denn?«

»Woher hast du dein Geld? Neulich hast du mir ja gesagt, reiche Eltern gibt es nicht.«

»Ich verdiene es mir.«

»So, und warum bist du so wild darauf, dass ich komme? Bist du vielleicht vom anderen Bahnhof?«

Amanda hatte nicht sofort verstanden, doch dann, als sie es begriff, lachte sie herzlich auf.

»Das ist wirklich eine Sache. Darauf bin ich ja noch gar nicht gekommen.«

»Hör mal, so abwegig ist das doch nicht, habe ich mir sagen lassen. Besonders schöne Frauen sollen so veranlagt sein.«

»Nein, ich liebe keine Frauen. Du brauchst keine Angst zu haben, ich werde dich nicht überfallen.«

»Das will ich ja auch nicht behaupten. Ich dachte nur...«

»Auf das Nächstliegende kommst du wohl gar nicht, wie?«

»Was ist das?«

»Dass ich einsam sein könnte!«

Vera lachte ein wenig unsicher auf. »Einsam? Du? Bei dem Zaster und der Wohnung? Bei der Figur? Du kannst doch an jedem Finger zehn Kerle haben. Dann bist du nicht mehr einsam.«

»Zehn oder hundert ja, aber nicht einen für mich!«

Vera half mit, die Tassen ins Wohnzimmer zu bringen.

»Du bist wirklich komisch. Los, sage mir jetzt endlich, was du hast!«

Sie schenkte ihr den Kaffee ein.

Details

Seiten
102
Jahr
2021
ISBN (eBook)
9783738953251
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2021 (April)
Schlagworte
redlight street verwirrung milieu
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Titel: Redlight Street #162: Verwirrung im Milieu