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Ein Roberto Tardelli Thriller #66: Killerfehde in Chicago

2021 115 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Killerfehde in Chicago

Copyright

Die Hauptpersonen den Romans:

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Killerfehde in Chicago

Ein Roberto Tardelli Thriller #66

von Cedric Balmore

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 115 Taschenbuchseiten.

 

Der König der Zuhälter, Claude Maloy, und der Mafiachef, Cesare Prafoni, sind erbitterte Feinde. Um Maloy zu schaden, heuert Prafoni den Killer Roscoe an, der das Callgirl Veronica ermorden soll. Roscoe erledigt seinen Job. Doch dann erfährt er, dass es seine Schwester war, die er erschossen hat und sinnt auf Rache. Sein Ziel ist Prafoni. Mit Hilfe von Maloy will er an den Mafiaboss herankommen, - und dem Zuhälter gefällt der Plan ...

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© COVER FIRUZ ASKIN

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Die Hauptpersonen den Romans:

Claude Maloy — Der König der Zuhälter legt sich mit der Mafia an — und zahlt dafür einen

hohen Preis.

Joe Roscoe — Als er sich verschaukelt fühlt, wird er zur reißenden Bestie.

Cesare Prafoni — Dieses Mal unterschätzt der Mafiachef seinen Gegner - ein schwerer Fehler.

Veronique Versoir — Ihr Tod hat ungeahnte Folgen.

Roberto Tardelli — der Mann, dem es wieder einmal gelingt, dem organisierten Verbrechen

einen schweren Schlag zu versetzen.

 

 

1

Tote schreiben keine Briefe! Roberto Tardelli starrte verblüfft auf den Wisch, der eben unter der Tür hindurchgeschoben worden war. In hastig hingeworfener Druckschrift stand darauf:

MUSS SIE DRINGEND SPRECHEN. IN EINER HALBEN STUNDE.

STEVE MORENO

Roberto riss die Tür auf. Der leere Korridor gähnte ihm höhnisch entgegen. Er lief zur Treppe. Auch dort war niemand zu entdecken. Nachdenklich wanderte Roberto in das schäbige Pensionszimmer zurück.

Steve Moreno hatte COUNTER CRIME wichtige Informationen zukommen lassen wollen. Doch bevor er dazu kam, war er vor einer Woche von unbekannten Tätern zusammengeschossen worden und hatte den Transport ins Hospital nicht überlebt. So lautete die Nachricht, die Roberto erhalten hatte.

Demnach kann der Schrieb unmöglich von Moreno stammen, dachte er. Also hat die Gegenseite vor, mich in eine Falle zu locken. Doch wer außer ihm, mir und ein paar Leuten von COUNTER CRIME kann davon wissen, dass ich mit ihm Kontakt aufnehmen sollte?

Vielleicht lebt er tatsächlich noch, und die Meldung von seinem Tod war eine Finte, um seine Spur zu verwischen, überlegte Roberto weiter. Das werde ich bald genau wissen. Eine Falle oder nicht. Ich werde es darauf ankommen lassen.

Knapp dreißig Minuten später betrat Roberto ein schmalbrüstiges schäbiges Wohnhaus in der Fünfzehnten Straße. Er stieg die ausgetretenen Treppenstufen zum vierten Stock empor. Dort bog er in einen düsteren Korridor ein, folgte ihm bis zum Ende und klopfte an eine Tür. Dreimal kurz, dann noch zweimal in längeren Abständen.

„Wer ist da?“, tönte es leise zurück.

„Ken Wilby“. meldete sich Roberto mit seinem Tarnnamen.

Innen wurde der Riegel zurückgeschoben. „Kommen Sie rein!“

Roberto drückte die Tür auf. Die rostigen Scharniere knarrten. Er betrat einen Raum, der in Halbdunkel gehüllt war. Das kümmerliche Mobiliar war nur schemenhaft zu erkennen. Fahles Tageslicht sickerte durch die zugezogenen Fenstervorhänge.

„He, wo steckenSie?“ fragte Roberto.

Da fiel mit einem harten Geräusch hinter ihm die Tür ins Schloss. Er wollte herumfahren. Seine Rechte glitt unter die Jacke zur Waffe. Doch mitten in der Bewegung verharrte er. Der Lauf eines Revolvers wurde ihm zwischen die Schulterblätter gedrückt.

„Lass die Knarre stecken und heb die Flügel!“, befahl eine raue Stimme.

Roberto blieb nichts anderes übrig, als der Aufforderung nachzukommen. Zögernd hob er die Hände. Also doch eine Falle. Ich hätte es wissen müssen.

Er wurde mit einem Faustschlag ins Genick ein paar Schritte nach vorn gestoßen. Mit raschem Griff wurde ihm die Pistole aus der Halfter gerissen. Dann wurde eine trübe Deckenlampe angeschaltet.

Roberto sah in einer Ecke des Zimmers eine zusammengekrümmte Gestalt liegen. Sie war an Hand- und Fußgelenken gefesselt. Es war ein hagerer, etwa fünfzig Jahre alter Mann. Er hob den Kopf. Über seine Mundpartie war ein breites Pflaster geklebt. Das Gesicht war blutverschmiert und von brutalen Misshandlungen gezeichnet.

„Da ist Moreno“, stellte der Kerl hinter Roberto fest. „Aber er wird dir nichts sagen können. Es war alles für die Katz, was ihr angestellt habt, um uns aufs Kreuz zu legen.“

„Er lebt. Also wird er auspacken“, erwiderte Roberto heftig. „Wir kommen euch auf die Schliche, darauf kannst du dich verlassen.“

„Du wirst weder von ihm noch von jemand anders was erfahren. Dafür werde ich sorgen. Mit Spitzeln und Schnüfflern machen wir kurzen Prozess“, knurrte der andere.

Roberto vernahm ein leises metallisches Knacken, als der Revolver gespannt wurde. Er hatte plötzlich den Eindruck, als krochen unzählige Spinnen über seinen Rücken. Sein Herz hämmerte wild gegen die Rippen.

Aus! Er legt dich um! Zuerst dich, dann Moreno!

Da zerbarst plötzlich die Fensterscheibe. Glassplitter fegten herein und zerschlitzten den Vorhang. Der Kerl hinter Roberto machte einen Satz zur Seite und riss den Abzug des Revolvers durch. Um Sekundenbruchteile eher blitzte hinter dem zerfetzten Vorhang das Mündungsfeuer einer Colt Automatik auf. Beide Schüsse klangen wie einer.

Der Kerl, der Roberto bedroht hatte, brüllte auf und brach taumelnd zusammen. Ein flüchtiger Blick genügte, um zu erkennen, dass es ihn tödlich erwischt hatte. Roberto warf den Kopf herum. Dann sprang er auf den Toten zu und riss dessen Revolver an sich.

Er richtete die Kanone auf den unbekannten Angreifer. Im gleichen Moment sah er, wie ein Blondschopf hinter dem Vorhang zum Vorschein kam. Roberto ließ die Waffe sinken.

„Brian!“, rief er erleichtert und erstaunt zugleich.

Brian Dermot war Spezialagent des FBI, der insgeheim für COUNTER CRIME an der Bekämpfung der Mafia mitwirkte. Roberto und Brian hatten schon mehrfach erfolgreich zusammengearbeitet. Daher sollten sie den brisanten Auftrag, der sie in Chicago erwartete, wieder gemeinsam durchführen.

„Es hat nicht viel gefehlt, und ich wäre erledigt gewesen“, stellte Roberto aufatmend fest.

„Du weißt, ich habe einen sechsten Sinn dafür, wenn etwas stinkt“, sagte der blonde Bursche grimmig. „Als ich in dein Zimmer kam und den Zettel fand, wusste ich sofort, was dahintersteckt.“

„Der Kerl, der mich in die Falle lockte, ist tot. Nun können wir leider nicht erfahren, wie sein Boss dahintergekommen ist, dass ich mit Moreno Kontakt aufnehmen sollte.“

„Ich musste ihn töten. Sonst hätte er mich erschossen und dann euch umgelegt.“ Brian zuckte mit den Schultern und schob die Automatik ins Futteral an der Hüfte. „Am besten du verschwindest jetzt. Ich werde die Sache mit der Polizei regeln und erklären, dass ich in Notwehr gehandelt und den Mord an einem Informanten des FBI verhindert habe.“

„Okay. Aber lass mich erst noch mit Moreno reden.“ Roberto eilte zu dem am Boden liegenden Mann, zerschnitt die Fesseln und löste das Heftpflaster von seinem Mund.

Moreno atmete tief durch. Dann würgte er hervor: „Ich muss untertauchen, sonst erwischen mich die Schweine doch noch. Haltet euch an Ernesto Vitello! Der Kerl wohnt 184 Wabash Avenue. Er ist 'ne Schlüsselfigur in dem verdammten Mafiahaufen. Mehr kann ich nicht sagen. Was ich bisher erzählt habe, war schon zu viel.“

 

 

2

Es war am Abend des gleichen Tages. Beim Calumet Yacht Club glitzerten bunte Lampen wie Perlenschnüre am Strand des Michigan See. Schnittige Luxusyachten lagen dort vor Anker. Die weißen Aufbauten erstrahlten im Schein vieler Lichter. Der Nachtwind wehte Musik und Gelächter über die weite Wasserfläche.

Eine halbe Meile entfernt befand sich das verwahrloste Gelände eines Bootsverleihs. Hier herrschte völlige Dunkelheit. Monoton schlugen die Wellen an die mit Muscheln verkrusteten Pfähle der morschen Bootsstege. Die verfallenen Schuppen in der Nähe des Ufers wirkten wie große schlafende Tiere.

Roberto bog mit seinem Wagen von einem mit Schlaglöchern übersäten Wog herunter. Er schaltete die Scheinwerfer aus und ließ den moosgrünen Ford Mustang langsam ausrollen. Dann stellte er den Motor ab. Das Fahrzeug verschmolz mit der Dunkelheit.

Er spähte aus dem linken Seitenfenster. Sein Blick blieb an der Stelle hängen, wo vor knapp einer Minute die Rücklichter eines Rambler Classic zwischen zwei verfallenen Baracken verschwunden waren.

Roberto hatte einige Stunden zuvor den von Moreno genannten Mafioso aufgespürt und sich an seine Fersen geheftet. Noch war völlig unklar, welche Rolle Vitello bei den schmutzigen Machenschaften spielte, auf die COUNTER CRIME aufmerksam geworden war.

Roberto ließ sich durch den Kopf gehen, worum es bei seinem und Brians Auftrag ging. Der Mafiachef Prafoni hatte offenbar vor, mit brutalen Methoden seinen Rivalen Maloy in die Knie zu zwingen, der ihm die Vormachtstellung bei der Kontrolle mehrerer Callgirl-Ringe und als Nightclubs getarnter Spielhöllen streitig machte. COUNTER CRIME hatte von dem Machtkampf Wind bekommen. Roberto und Brian sollten Prafonis Pläne durchkreuzen und nicht nur dessen Organisation, sondern auch die von Maloy auffliegen lassen. Eine harte Nuss. Soviel stand jetzt schon fest.

Inzwischen waren etwa zwei Minuten verstrichen. Roberto stieg aus. Lautlos bewegte er sich auf die verwahrlosten Baracken zu. Ein Teil der Bretterwände war eingerissen worden. Die Trümmer lagen verstreut umher. Der Rambler Classic stand zwischen einer Baracke und einem windschiefen Schuppen. Das Fahrzeug war leer. Roberto schlich um den Schuppen herum und spähte zum Ufer hinüber. Er entdeckte in einiger Entfernung zwei Gestalten. Sie standen an den Überresten eines Bootsstegs. Eine von ihnen war Vitello. Roberto erkannte ihn an dem weißen Jeansanzug, der in der Dunkelheit leuchtete.

Ich muss unbedingt herauskriegen, worüber die beiden reden, dachte Roberto. Vorsichtig glitt er an der Wand des Schuppens entlang. Da tauchte plötzlich ein Schatten vor ihm auf. Ein untersetzter Kerl kam hinter dem Schuppen hervor und vertrat ihm den Weg. Trotz der Finsternis konnte Roberto die Pistolenmündung erkennen, die wie ein bösartiges schwarzes Auge auf ihn gerichtet war.

Er stoppte. Jetzt keinen Fehler machen und kaltes Blut bewahren, fuhr es ihm durch den Sinn. Sonst bist du dran. Und diesmal gibt es keine Möglichkeit, dass Brian als rettender Engel erscheint.

„Wieso schleichst du hier umher, Bürschchen?“, knurrte der Kerl.

„Bin wohl auf ein Privatgrundstück geraten, was?“, erwiderte Roberto in naiv wirkendem Tonfall. „Wahrscheinlich sind Sie der Wächter.“

„Wer ich bin, spielt keine Rolle. Ich will wissen, was du hier treibst.“

„Mich hat nur ein Abendspaziergang hergeführt. Ich genieße gern die würzige Luft, die nachts vom See herüber ...“

Weiter kam Roberto nicht. Er vernahm ein scharrendes Geräusch hinter sich. Doch ehe er mit einem Reflex herumfahren konnte, explodierte etwas Hartes in seinem Genick. Ein zweiter Kerl hatte sich von hinten herangepirscht und blitzschnell mit dem Knauf seiner Kanone zugeschlagen.

Roberto brach stöhnend zusammen und verlor das Bewusstsein. Er prallte dumpf auf den Boden. Der Kerl, der ihn niedergestreckt hatte, beugte sich über ihn und durchwühlte seine Taschen.

„Ein paar lumpige Dollar. Sonst nichts“, stellte er heiser fest.

„Wenn er ein Schnüffler wäre, hätte er bestimmt ‘ne Waffe bei sich“, sagte der andere. „Der Bursche ist wahrscheinlich wirklich nur ’n harmloser Traumtänzer.“

„Was ist denn da los?“, rief eine Stimme vom Wasser her.

„Nichts Besonderes. Ed hat einen Burschen schlafen gelegt, der an der falschen Stelle frische Luft schnappen wollte.“

Ernesto Vitello kam näher. Er betrachtete Roberto misstrauisch.

„Kennst du ihn?“, fragte einer der Revolvermänner.

„Nein. Den habe ich mit Sicherheit noch nie gesehen.“

„Umso besser“, sagte der Kerl, der Roberto gestellt hatte. „Dann schmeißen wir ihn einfach in den Schuppen und verschwinden. Er kann nichts gesehen oder gehört haben, was uns gefährlich werden könnte.“

 

 

3

Cesare Prafoni schäumte vor Wut. Der hagere Mafiacapo lief mit langen Schritten im Arbeitszimmer seines im Villenvorort Morto Grove gelegenen Landhauses auf und ab. Während sein Gesicht dunkel anlief, fuchtelte er mit den mageren Händen umher und stieß eine Flut italienischer Flüche aus.

Plötzlich blieb er stehen. Mit funkelnden Augen blickte er die Männer an, die in einigen Sesseln saßen und seinen Wutausbruch stumm verfolgten.

„Maloy muss größenwahnsinnig sein“, keuchte er bebend vor Zorn. „Der scheint noch immer nicht begriffen zu haben, wem er mit beispielloser Frechheit den Kampf ansagt.“ Prafoni ließ seine kalten Basaltaugen von einem zum anderen gleiten. „Glotzt mich nicht so an! Es war eure Aufgabe, ihm beizeiten die Zähne zu zeigen. Ihr hättet ihm unmissverständlich klarmachen müssen, was mit aufgeblasenen Strolchen passiert, die uns in die Quere kommen.“

Stefano Gracini, der Consigliere des Mafiachefs, räusperte sich. Er war ein kleingewachsener Mann mit ungesunder Hautfarbe und schütterem grauen Haar.

„Das alles ist geschehen. Wir haben Maloy mehrmals auf verschiedene Weise Warnungen zukommen lassen. Er hat sie ignoriert. Anscheinend glaubt er, stark genug zu sein, sich mit uns anlegen zu können.“

„Dann seid ihr eben zu lahm vorgegangen“, bellte Prafoni.

„Maloy ist nicht irgendein hergelaufener Wichtigtuer“, warf Mario Riola ein, der das Amt des Stellvertreters, des Caposotto, bekleidete. „Er ist ein harter Brocken und gerissen dazu.“

„Du brauchst mir nicht zu erklären, wie dieser Kerl einzuschätzen ist, der sich großmäulig ,König der Zuhälter nennt‘“, fuhr ihn Prafoni an. „Seit zwei Jahren hat er sich nach und nach von den meisten Vierteln im Süden bis zu den fetten Fleischtöpfen in der Loop herangepirscht. Seine Schlägertrupps haben eine einträgliche Geldquelle nach der anderen unter Kontrolle gebracht. Nun hat er fast das ganze Gebiet bis zur Eugenie Street im Griff.“ Er ließ den Zeigefinger vorschnellen, als wolle er Mario damit aufspießen. „Dass es soweit kommen konnte, ist auch deine Schuld. Du hast nicht rigoros genug eingegriffen. Und ich habe viel zu spät erfahren, was sich Maloy mit seiner Bande alles unter den Nagel gerissen hat.“

„Das stimmt nicht. Dein Vorwurf ist unfair“, wehrte sich der gedrungene stämmige Caposotto. „Ich habe dir mehr als einmal erklärt, dass sich Maloy nicht damit begnügt, in unseren Revieren abzusahnen, sondern die ganze Macht an sich reißen will. Ich habe dir eindringlich gesagt, dass wir um einen Krieg nicht herumkommen. Aber du wolltest nichts davon wissen. Nicht wir, sondern du hast den Kerl unterschätzt.“

„Ich verbiete dir, so mit mir zu reden!“, rief Prafoni aufgebracht.

Der Consigliere mischte sich beschwichtigend ein: „Cesare, das führt doch zu nichts, wenn wir uns gegenseitig zerfleischen. Noch sind wir in der stärkeren Position. Das gilt es auszunutzen und schnellstens etwas zu unternehmen.“

„Mag sein, dass du recht hast, Stefano. Aber in einem wirst du mir zustimmen. Von jetzt ab müssen wir Nägel mit Köpfen machen und knallhart gegen Maloy vorgehen.“

„Also in einem offenen Krieg“, warf Mario ein.

„Nein. Damit will ich vorerst noch warten. Dem Kerl muss anders beizukommen sein. Ich werde ihm einen Denkzettel verpassen und ihn an einem Punkt, treffen, wo er garantiert verwundbar ist.“ Prafoni nahm aus einem Ebenholzkästchen eine lange teure Zigarre und deutete damit auf Mario. „Wer ist das beste und gewinnträchtigste Pferdchen in seinem Stall?“

Mario überlegte.

„Da kommt nur eine einzige in Frage, die als Topstar unter den Callgirls anzusehen ist. Sie ist sehr geschäftstüchtig und nebenbei auch Maloys Geliebte.“

„Wie ist ihr Name?“

„Veronique Versoir. Es heißt, sie ist waschechte Französin.“

Der Mafiachef grinste bösartig.

„Okay. Maloy wird in Zukunft auf sie verzichten müssen.“

„Ich bezweifle, ob das ausreicht, ihn kirre zu machen.“

„Wenn das nicht zieht, fahren wir schwerere Geschütze auf. Zunächst werden wir seine heißblütige Freundin in eine sehr kalte Leiche verwandeln.“

„Wer soll das erledigen?“, fragte Mario.

„Keiner von unseren Leuten. Setz dich mit Ernesto Vitello in Verbindung! Er hat einen Burschen von auswärts an der Hand, der absolut zuverlässig ist. Den soll er einsetzen.“

„Wann soll der Hit steigen?“

„Am besten schon gestern“, knurrte Prafoni.

Noch ehe Roberto oder sein Partner Brian bei ihrem Auftrag einen Erfolg verbuchen konnten, war ein Stein ins Rollen gebracht worden, der zu einer Lawine blutiger Gewalttaten werden sollte.

Als sich der Machtkampf zuspitzte, griff ein Mann in das Geschehen ein, der in Barrington, einer kleinen Ortschaft sechzig Meilen nordwestlich von Chicago, lebte. Sein Name war Joe Roscoe. Er bewohnte ein bescheidenes Reihenhaus in der Chapel Street und gab sich als Handelsvertreter eines großen Elektrokonzerns aus. Seine Nachbarn schätzten ihn als ruhigen freundlichen Mitbürger. Dass er häufig auf Reisen war, erschien allen normal. Es kam niemanden den Sinn, an seiner Redlichkeit zu zweifeln. Und doch war Joe Roscoe einer der gefährlichsten Berufsmörder, die es in den Staaten gab.

Joe Roscoe bezeichnete sich selbst als Profi der Spitzenklasse. Er tötete schnell und zuverlässig und war stolz darauf, noch nie einen Auftraggeber enttäuscht zu haben.

Roscoe war italienischer Herkunft, gehörte jedoch nicht der Mafia an. Dennoch führte er seit Jahren die meisten Morde auf Anordnung verschiedener Bosse der Cosa Nostra aus.

Es war am späten Nachmittag. Roscoe kam von einer Zweitagesreise aus St. Louis zurück. Auf dem Weg vom Chicagoland Airport hatte er im Post Office einige Briefe abgeholt. Einer sah schon von außen nach einem fetten Auftrag aus. Joe Roscoe hatte einen sicheren Blick dafür.

Fröhlich pfeifend fuhr er den hellen Mercury Tudor Coupe in die Garage und betrat das Haus. Alles war sauber und aufgeräumt. Die Vorhänge der Fenster und die Überzüge der Polstermöbel leuchteten in heiteren Farben. Wie in der Wohnung eines Durchschnittsbürgers.

Er zog ein Stilett aus einer im linken Ärmel eingenähten Lederscheide und schlitzte den bewussten Briefumschlag auf. Als Erstes nahm er dreißig Hundertdollarnoten heraus und legte sie neben sich auf den Tisch. Dann widmete er sich dem Begleitschreiben, das mit der Maschine getippt war.

„J.R. Für den 13. September erwartet Sie eine wichtige Aufgabe. In Chicago wird in der Loyola Bucht die Jacht. Silver Star ankern. Finden Sie sich kurz vor sieben Uhr morgens dort ein. Um diese Zeit wird sich eine Frau an Deck aufhalten. Sie ist schlank und rothaarig. Es wird dafür gesorgt, dass sie sich ein paar Minuten allein auf dem Vorschiff aufhält. Zeit genug, den Hit auszuführen. E.V.“

Roscoe wusste, wer sich hinter den Buchstaben E.V. verbarg. Es war der Verbindungsmann eines mächtigen Mafiachefs. Er hatte schon verschiedene Male für ihn gearbeitet. Immer mit Erfolg und zur Zufriedenheit beider Seiten.

Er ließ sein Feuerzeug aufflammen und hielt es unter eine Ecke des Briefes. Als das Papier brannte, warf er es in den Kamin und legte das Kuvert dazu. Das Feuer leckte gierig daran und verwandelte beides in schwarze Asche.

Der 13. September ist ja schon morgen, ging es dem Killer durch den Kopf. Am Sonntag ... Seine dünnen Lippen verzogen sich zu einem boshaften Lächeln. Die Burschen haben wohl noch nie davon gehört, dass man am Sonntag nicht arbeiten soll, dachte er sarkastisch.

Er überlegte nüchtern, dass er den Wagen nehmen konnte, aber erst weit nach Mitternacht loszufahren brauchte. Es genügte, wenn er die Loyola Bucht um halb sieben erreichte, um sich mit dem Terrain vertraut zu machen. Es würde noch ziemlich dunkel sein. Und da die Yacht vermutlich nicht unmittelbar am Ufer ankerte, brauchte er die Remington mit Infrarotzielfernrohr ...

Joe Roscoe traf zwanzig Minuten vor der angegebenen Zeit ein. Die flache sichelförmige Bucht lag weit außerhalb der mit hektischer Geschäftigkeit erfüllten Straßenschluchten der City. Einige Luxusvillen standen mehrere hundert Yards vom Ufer entfernt in großen parkähnlichen Gärten.

Roscoe war mit dem Wagen bis zur Wayne Street gefahren. Das war etwa eine Viertelmeile von der Bucht entfernt. Den Rest des Weges hatte er zu Fuß zurückgelegt. Er war keinem Menschen begegnet. Nun stand er am Strand und ließ seinen Blick prüfend umhergleiten.

Sein Interesse galt dem schlanken weißen Schiffskörper einer Yacht, die nicht weit vom Ufer am Ende eines Bootssteges ankerte. Aus den Bullaugen fiel gelbliches Licht, das auf dem Wasser glitzerte.

Der Killer schätzte die Entfernung. Knapp hundertsechzig Yards, dachte er kühl. Kein Problem ... Roscoe sah sich nach einem geeigneten Platz für sein Vorhaben um. Nicht weit von ihm lag ein umgekipptes Ruderboot am Strand. Er ging hinüber und warf von dort einen prüfenden Blick zur Yacht hin. Das ist genau der richtige Platz, fuhr es ihm durch den Sinn.

Joe Roscoe setzte seine Reisetasche ab und öffnete sie. Er nahm bedächtig das zusammenlegbare Gewehr heraus, schraubte die Teile aneinander und steckte das Zielfernrohr auf. Dann visierte er probeweise das Vorschiff der Yacht an. Okay! Er lud die Waffe durch, kauerte sich hinter dem Ruderboot auf den weißen Sand und wartete. Ein rascher Blick auf die Uhr zeigte ihm, dass es sechs Uhr fünfzig war. Roscoe legte den Schaft des Gewehrs auf den Kiel des Bootes. Er ließ seinen Blick keine Sekunde von den immer deutlicher erkennbar werdenden Aufbauten der Yacht. Die Minuten sickerten zähflüssig dahin.

Plötzlich wurde der Blick des Killers starr. Da! Ein Schatten auf dem Vorschiff. Die schlanke Gestalt einer Frau tauchte auf. Sie ging mit unsicheren Bewegungen zur Reling.

Roscoe war konzentriert bis in die Zehenspitzen. Er zielte sorgfältig. Die Frau drehte ihm den Rücken zu. In der Linse des Infrarotzielgerätes waren die Umrisse ihres Kopfes deutlich erkennbar. Das Haar leuchtete kupferfarben.

Roscoe korrigierte pedantisch die Richtung des Gewehrlaufes. Er nahm Druckpunkt. Jetzt markierte die Mitte des Fadenkreuzes genau den Hinterkopf der Frau. Langsam krümmte der Mordschutze den rechten Zeigefinger.

Wie ein Peitschenhieb zerfetzte der Schuss die morgendliche Stille.

Der Killer beobachtete gelassen, wie die schlanke Frauengestalt zusammenbrach. Er wusste, dass sie tot war. Bei seiner Routine im Töten brauchte er keine Bestätigung, ob er genau getroffen hatte.

Roscoe erhob sich, nahm das Gewehr auseinander und verstaute es in der Reisetasche. Ohne besondere Eile machte er sich auf den Rückweg. Er wusste, dass er Fußspuren im Sand zurückließ. Spuren, die die Polizei später finden und auswerten würde. Das hatte für ihn keinerlei Bedeutung. Er war ein routinierter Profi. Als er den asphaltierten Weg erreichte, der zur Straße führte, zog er die Gummistiefel aus, die er am Strand getragen hatte. Sie waren um zwei Nummern größer, als er sie normalerweise brauchte.

Er ging zu seinem Wagen und fuhr davon. Er war völlig sicher, dass man ihn nie mit dem eben begangenen Mord an der rothaarigen Frau in Verbindung bringen würde. Als er in Barrington eintraf, hatte er sie schon fast vergessen. Doch einige Stunden später wurde er auf unerwartete Weise an die Frau erinnert, die er heimtückisch niedergeschossen hatte.

 

 

4

Es war am späten Nachmittag gegen fünf, als es an der Haustür Roscoes läutete.

Ein schlaksiger junger Polizist stand draußen. Joe Roscoe gehörte nicht zu den Verbrechern, die sofort zusammenzuckten, wenn ein Cop an der Tür auftauchte. Er blieb gelassen und fragte spöttisch: „Was gibt's Corporal? Habe ich irgendwann meinen Wagen falsch geparkt oder bin ich zu schnell gefahren?“

„Nein. Entschuldigung, Mister Roscoe. Mein Besuch hat einen anderen Grund.“ Der Cop hatte ein offenes jungenhaftes Gesicht. Er wirkte verlegen. „Kann ich mal einen Moment zu Ihnen 'reinkommen?“, fragte er mit belegter Stimme.

Roscoe dachte belustigt: Ich erinnere mich nicht, wann ich je einen Polypen freiwillig in mein Haus gelassen habe. Aber diesmal gehe ich wohl kaum ein Risiko ein.

Er gab die Tür frei. Der Polizist stakste an ihm vorbei in den Wohnraum. Roscoe schloss die Tür und ging hinterher. Der Cop war in der Mitte des Raums stehengeblieben und sah ihn ernst an.

„Machen Sie’s kurz, Corporal“, brummte Roscoe. „Wenn es nichts mit meinem Wagen zu tun hat, was dann?“

„Sie haben doch eine Schwester, die bis vor einem halben Jahr hier bei Ihnen gewohnt hat“, begann der Polizist zögernd.

„Allerdings. Susan hat mir den Haushalt geführt. Aber Barrington war nicht der richtige Ort für sie. Also packte sie ihren Koffer und zog los. Sie wollte nach New York, glaube ich ...“ Roscoe runzelte die Stirn. „Wieso fragen Sie nach ihr?“

Der Polizist antwortete gepresst: „Es tut mir leid, es Ihnen sagen zu müssen. Ihrer Schwester ist etwas Schlimmes zugestoßen. Es wurde vor einer halben Stunde über Fernschreiber durchgegeben.“

Der Killer hatte das quälende Gefühl, als lege sich ein stählerner Ring um seine Brust. Susan war der einzige Mensch, dem er je aufrichtige Zuneigung entgegengebracht hatte.

„Hat sie ... einen Unfall gehabt?“, fragte er rau.

Der Uniformierte schüttelte den Kopf. Man sah es ihm an, dass es ihm schwerfiel, alles zu sagen, was er wusste. Er nahm seine Schirmmütze ab und drehte sie in den Händen.

„Zum Teufel, so reden Sie doch!“, rief Roscoe erregt. „Was ist mit Susan passiert?“

„Sie ist tot. Ihre Schwester ist ermordet worden“, sagte der Cop leise.

Joe Roscoe glaubte plötzlich ersticken zu müssen.

„Ermordet?“, vergewisserte er sich in einem Tonfall, als könne er nicht begreifen, was das Wort bedeutet.

„Ja. Es gibt leider keinen Zweifel.“

Susan sollte umgebracht worden sein? Roscoe konnte es kaum fassen.

„Wo? In New York?“, fragte er mit brüchiger Stimme.

„Nein, ich Chicago.“

„Wieso da? Sie wollte doch nach New York.“

„Dann muss sie es sich anders überlegt haben. Wie wir erfuhren, hat sie seit einem halben Jahr in einem Chicagoer Nachtclub gearbeitet. Sie trat unter dem Künstlernamen Veronique auf.“

„Wann und wie ist sie umgebracht worden?“

„Sie wurde heute früh gegen sieben Uhr erschossen. Ihre Schwester befand sich an Deck einer Yacht, die in der Loyola Bucht ankerte. Sie wurde vom Strand aus mit einem Scharfschützengewehr getötet. Das wurde uns von der Metropolitan Police per Fernschreiber mitgeteilt.“

Joe Roscoe wurde leichenblass. Die Worte des Polizisten trafen ihn wie Axthiebe. Die kühle Selbstsicherheit wurde brüchig. Er starrte den Cop an, aber er nahm ihn nicht wahr. Er sah nur die Bucht vor sich, die weiße Yacht und die schlanke Gestalt auf dem Vorderdeck, die sich als Silhouette vom rötlich gefärbten Horizont abhob.

Chicago ... kurz vor sieben Uhr früh ... Loyola Beach. Die Yacht ... Susan ... Seine Gedanken jagten im Kreis herum. Ich habe meine eigene Schwester umgebracht, ohne es zu ahnen.

Roscoe atmete tief durch, wandte sich ab und ging wie ein Schlafwandler zur Hausbar. Er goss sich einen großen Whisky ein und kippte ihn hinunter.

„Mr. Roscoe. es tut mir aufrichtig leid, dass ich Ihnen diese Nachricht übermitteln musste“, sagte der junge Polizist bekümmert. „Ich weiß, wie Ihnen jetzt zumute ist. Dennoch muss ich Sie bitten mitzukommen. Der Capitain möchte Sie kurz sprechen. Die Kollegen in Chicago brauchen ein paar Angaben für die Ermittlungen.“

Er weiß, wie mir zumute ist?, dachte Roscoe wie gelähmt. Nichts weiß er. Zum Glück hat er keine Ahnung. Es ist wie ein Wirklichkeit gewordener Alptraum. Die Kerle, die mir den Auftrag gaben, Susan zu töten, müssen gewusst haben, wer sie ist. Das werden sie büßen.

Joe Roscoe drehte sich langsam zu dem Polizisten um. Sein Gesicht war aschgrau. Die schmalen Lippen zuckten. Ich werde ihren Tod rächen. Bei Gott, ich schwöre, dass ich es tun werde. Und ich weiß, bei wem ich einhaken muss, um den Kerl zu finden, der dahintersteckt. Ich muss mir zuerst Ernesto Vitello vorknöpfen ...

Der Cop sah ihn beunruhigt an.

„Haben Sie gehört, was ich gesagt habe, Mr. Roscoe? Der Captain muss einen Moment mit Ihnen sprechen.“

„Gut. Gehen wir“, murmelte Roscoe. „Aber ich werde ihm nicht viel erzählen können.“

 

 

5

Als Roberto aus der Bewusstlosigkeit erwachte, sah er sich verwirrt um. Es dauerte einen Moment, bis ihm einfiel, wo er sich befand und was passiert war. Er stand auf, bewegte das schmerzende Genick und tastete über den Hinterkopf. Seine Augen wanderten umher. Von Vitello und den anderen Kerlen war nichts mehr zu sehen.

Missmutig trottete Roberto zu seinem Wagen zurück. Es erstaunte ihn, den Ford Mustang unversehrt vorzufinden, er hatte damit gerechnet, dass die Kerle ihn in einen Trümmerhaufen verwandelt hätten.

Roberto schwang sich auf den Fahrersitz. Er schob das rechte Hosenbein hoch und zog die Beretta aus dem Lederfutteral, das er um die Wade geschnallt trug. Sie haben mich bestimmt gefilzt. Ein Glück, dass sie’s nicht gründlich genug getan haben. Sonst hätten sie das hier entdeckt. Und dann wäre ich nicht mit 'ner Beule davongekommen.

Er startete, wendete den Wagen und kehrte in die Stadt zurück. Er fuhr zur Wabash Avenue und stellte den Mustang in einer Seitengasse ab. Dann schlenderte er zu einer Snack Bar, die dem Haus, in dem Vitello wohnte, schräg gegenüberlag. Roberto betrat das Lokal. Eine Handvoll Gäste hockte verteilt an dem langgestreckten Tresen. Im Hintergrund dudelte eine Musikbox. Brian saß an der Stirnseite des Tresens in der Nähe der Tür. Er konnte von seinem Platz aus den Eingang des Hauses Nummer 184 durchs Fenster gut übersehen.

Roberto glitt neben seinem Partner auf einen Hocker. Brian löffelte gemächlich eine würzig duftende Gulaschsuppe.

„Hast du was erreicht?“, erkundigte er sich.

„Habe mir einen Schlag über den Schädel eingefangen“, sagte Roberto. „Damit war ich noch gut bedient. Es hätte schlimmer kommen können.“ Roberto erklärte dem blonden Burschen an seiner Seite mit gedämpfter Stimme, was passiert war.

„Konntest du erkennen, wie der Kerl aussah, mit dem sich Vitello getroffen hat?“, fragte Brian leise. Roberto schüttelte den Kopf.

„Ich kann nicht mal mit Sicherheit sagen, ob es ein Mann oder eine Frau war. Es war dunkel wie in einem Kohlensack.“

„Wenn es jemand aus seinem Verein gewesen wäre, hätte er nicht einen so finsteren Winkel als Treffpunkt gewählt“, überlegte Brian. „Also wird es sich um eine Person gehandelt haben, die in Maloys Organisation herumspioniert.“

Ein Kellner mit grämlichen Gesichtszügen kam hinter dem Tresen herangeschlurft.

„Was soll’s sein, Mister?“

„Bringen Sie mir Kaffee und ein Käsesandwich“, sagte Roberto.

Der Kellner zog ab. Brian wartete, bis er außer Hörweite war und sagte dann leise: „Ich habe inzwischen etwas dafür getan, dass wir endlich ein Stück weiterkommen.“ Er schob Roberto ein flaches Päckchen zu. „Hier. Das wirst du gebrauchen können. Mit besten Empfehlungen von Onkel Myer.“

Roberto steckte das Päckchen ein.

„Was ist da drin?“, fragte er neugierig. Sendungen des Chefs von COUNTER CRIME, Colonel Myer, waren ihm immer willkommen.

„Präzisionszubehör für Hobbybastler.“ Brian grinste. „Und hier ist noch etwas. Habe ich auf die Schnelle besorgen können.“ Er ließ einen Schlüssel in Robertos Jackentasche gleiten. „Für das Apartment direkt über der Wohnung von unserm Freund.“

Roberto stieß einen leisen Pfiff aus.

„Alle Achtung. Wem gehört das Apartment?“

„John Saymour. einem biederen unbescholtenen Bürger. Er macht Urlaub in Florida. Ich habe den Schlüssel vom Hausmeister geliehen.“

„Geliehen?“, wiederholte Roberto ungläubig.

„Man kann auch sagen, ich habe eine Kriegslist angewendet“, meinte Brian mit pfiffigem Lächeln.

Der Kellner kam mit dem Kaffee und dem Sandwich. Roberto nahm einen Schluck und biss herzhaft in das Käsebrot. Da stieß ihn Brian an und deutete mit einer Kopfbewegung über die Straße.

Zusammenfassung


Der König der Zuhälter, Claude Maloy, und der Mafiachef, Cesare Prafoni, sind erbitterte Feinde. Um Maloy zu schaden, heuert Prafoni den Killer Roscoe an, der das Callgirl Veronica ermorden soll. Roscoe erledigt seinen Job. Doch dann erfährt er, dass es seine Schwester war, die er erschossen hat und sinnt auf Rache. Sein Ziel ist Prafoni. Mit Hilfe von Maloy will er an den Mafiaboss herankommen, - und dem Zuhälter gefällt der Plan ...

Details

Seiten
115
Jahr
2021
ISBN (eBook)
9783738952384
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2021 (März)
Schlagworte
roberto tardelli thriller killerfehde chicago

Autor

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Titel: Ein Roberto Tardelli Thriller #66: Killerfehde in Chicago