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Redlight Street 159: Ein zu hoher Einsatz

©2021 101 Seiten

Zusammenfassung

Hausverbot? Nein, das wollen sich die Dirnen Adele, Bea, Claudia, Emmi und Samantha nicht gefallen lassen. Nur weil da diese Neue rumhängt. Prompt beschließen sie, sich dagegen aufzulehnen und statten der Bar ihren Besuch ab. Doch kaum betreten sie diese, gibt es auch schon Ärger. Tasia, die Neue, verprügelt die Konkurrenz nach Strich und Faden.
Die fünf Dirnen müssen sich vorerst geschlagen geben und suchen sich nun eine Straße, in der sie sich aufstellen können. Aber auch dort gibt es Ärger.
Und dann geschieht ein Mord ...

Leseprobe

Table of Contents

Ein zu hoher Einsatz

Copyright

Die Hauptpersonen des Romans:

1

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Ein zu hoher Einsatz

Redlight Street #159

von G. S. Friebel

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 101 Taschenbuchseiten.

 

Hausverbot? Nein, das wollen sich die Dirnen Adele, Bea, Claudia, Emmi und Samantha nicht gefallen lassen. Nur weil da diese Neue rumhängt. Prompt beschließen sie, sich dagegen aufzulehnen und statten der Bar ihren Besuch ab. Doch kaum betreten sie diese, gibt es auch schon Ärger. Tasia, die Neue, verprügelt die Konkurrenz nach Strich und Faden.

Die fünf Dirnen müssen sich vorerst geschlagen geben und suchen sich nun eine Straße, in der sie sich aufstellen können. Aber auch dort gibt es Ärger.

Und dann geschieht ein Mord ...

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Die Hauptpersonen des Romans:

Tasia Rinkow - das neue Mädchen in der Bar ist Russin.

Ricki Dassel - Kellner, ist manchmal etwas überfordert.

Bollo Mühlenberg - Barbesitzer mit Rachegedanken.

 

 

1

Tasia Rinkow saß auf dem Barhocker und schlürfte ziemlich lustlos einen Drink. Zwischendurch warf sie einen gelangweilten Blick in den Spiegel hinter der Theke. Hinter ihrem Rücken tat sich nichts. Die Frau wirkte heute älter, als sie in Wirklichkeit war. Tasia war ganz schön sauer. Da saß sie nun und wollte das große Geld reißen, und es tat sich absolut nichts.

Der Kellner grinste Tasia an.

»Schlecht gelaunt?«, fragte er spöttisch.

»Viel schlimmer«, knurrte sie. »Wenn sich nicht bald etwas ereignet, dann schmeiße ich den ganzen Laden kaputt.«

Er lachte belustigt auf.

»Auch du wirst dir noch die Hörner abstoßen, Liebchen.«

Tasias schwarze Augen funkelten ihn an.

»So? Glaubst du?«, fragte sie, und ihre Stimme hatte einen drohenden Unterton.

»He, ich bin doch nicht schuld an der Flaute«, lenkte der Kellner ein und wollte sich entfernen.

Tasia grabschte nach seinem Ärmel und hielt ihn fest.

»Machst du dich vielleicht lustig über mich?«

Er schüttelte den Kopf.

»Nicht im Traum würde mir so was einfallen, Süße! Wo käme ich denn da hin? Du bist mir zu gefährlich!«

Die schönen dunklen Augen der Frau rollten verzückt hin und her.

»Na, dann ist es ja gut. Ich habe schon gedacht, du wolltest mich auslachen.«

Er knipste ihre Finger von seinem Ärmel.

»Darf ich jetzt gehen? Der Boss sieht es nicht gerne, wenn ich mich so lange mit dir unterhalte.«

Das Mädchen lachte leise auf.

»Hat er vielleicht Angst, ich könnte dich vernaschen?« Sie spreizte ihre langen Finger und tat, als wollte sie ihm mit allen zehn Fingern ins Gesicht fahren. Der Mann schreckte zurück.

»Du bist und bleibst eine wilde Taigakatze«, sagte er erschrocken. »Ich möchte dich nicht zähmen.«

Tasia räkelte sich auf ihrem Hocker. Solche Reden mochte sie. Da steckte Leben drin! Sie genoss es in vollen Zügen, wenn sie spürte, dass man sie unheimlich fand. Sie flößte den Männern gerne Angst ein. In ihren Augen waren sie alle Nichtsnutze und Schlappschwänze im wahrsten Sinne des Wortes. Große Reden konnten sie schwingen, aber dann? Ach ja, die russischen Männer, das waren heiße, wilde Burschen! Zwar verprügelten sie fast alle ihre Frauen. Das gehörte sich einfach so. Ach ja, das Heimweh erwachte mal wieder ganz stark in Tasia.

»Geh, du bist mir zu fade!«, stieß sie zwischen den Zähnen hervor.

Der Kellner machte, dass er fortkam. Sein Boss hatte ihn schon die ganze Zeit beobachtet.

»Was wollte sie von dir?«, fragte er sofort.

»Chef, die Frau ist noch mein Untergang! Die ist wild und männermordend, ehrlich«, sagte der Kellner stöhnend. »Ich habe immer Angst, ihr den Rücken zuzudrehen!«

Der dicke Barbesitzer lachte leise auf.

»Sie fällt dich schon nicht an. Keine Angst!«

»Ihre Augen«, flüsterte der kleine Kellner. »Ich habe Angst vor ihr!«

»Geh ihr aus dem Wege! Mach dich nicht an sie heran, ist das klar?«

»Ich sie animieren?«, fragte der Kellner. »Da würde ich lieber mit der Großmutter des Teufels schlafen.«

»Sie wird noch unser Knüller. Verlass dich darauf! So etwas wollen die Kerle! Ich kenne mich da aus.«

»Wenn die nicht bald Beschäftigung bekommt, wird sie wieder toben, Chef. Kannst du ihr nicht ein paar Kunden besorgen?«

»Besorgen? Sag mal, du hast wohl ein paar Schrauben locker, wie? Soll ich die etwa kaufen? Sie ist doch hier, um langes Geld zu machen. Sie soll anschaffen!«

»Ja, natürlich weiß ich das. Sie ist eine Tülle und will Liebe verkaufen. Alles drin, Chef! Aber sie ist heiß. Boss, das Geschäft ist im Augenblick ziemlich flau. Die Kerle beißen nicht mehr so schnell an. Sie haben alle keine Traute mehr.«

»Du hast keine Ahnung. Es wird sich bald herumsprechen. Die anderen Mädchen kommen schon gar nicht mehr, also wird sie noch genug zu tun bekommen.«

Der Kellner riss die Augen auf.

»Was, die fünf Mädchen, die sonst hier anschaffen, sind weg?«

»Sie haben Lokalverbot! Damit du es weißt, wenn sie noch einmal auftauchen, schmeiß sie sofort raus! Wenn du es nicht schaffst, dann sage mir Bescheid.«

»Aber davon weiß ich ja gar nichts!«

»Ach ja, richtig. Du hast ja Urlaub gehabt. Die fünf Tüllen haben hier nichts mehr zu suchen. Ich habe es ihnen ausdrücklich gesagt. Du wirst aufpassen, verstanden?«

Ricki Dassel, der Kellner, schluckte ein paarmal heftig. Fünf aufgebrachte Tüllen sollte er rauswerfen? Er saß also zwischen zwei Stühlen. Was hatte sich der Chef eigentlich dabei gedacht? Das konnte ja niedlich werden.

»Halten die sich daran?«, fragte Ricki zaghaft.

»Ich habe es dir doch gesagt, dafür zu sorgen, ist jetzt deine Aufgabe!«

Ricki schluckte. Sollte er noch länger hier Dienst tun? Das wurde ja immer schlimmer. Doch dann dachte er an seinen Lohn und die fürstlichen Trinkgelder, die er hier bekam. Davon konnte er sich immer wieder herrliche Urlaubsreisen gönnen. Dies war nun mal die beste Nachtbar weit und breit. Hier verkehrte nur erlesenes Publikum. In dieser Stadt hatten sie einen guten Ruf. Normalerweise war das Lokal immer voll bis morgens in der Früh. Die Mädchen kamen und gingen, und sie bezahlten. Sie animierten die Kunden zum Trinken, und das nicht zu knapp. Bis jetzt hatten alle hier immer einen guten Schnitt gemacht. Ricki wusste, dass die fünf Bienen hier ihren festen Platz hatten. Sie waren keine Strichkatzen und Laternenbienen. Sie besaßen ja auch die entsprechende Garderobe. Sie hatten sich seit zwei Jahren hier fest eingenistet und jeden weggeboxt, der es gewagt hatte, hier außer ihnen Kunden zu fischen.

Der Boss hatte sie gewähren lassen. Er sah ja sogleich, dass sie gut für sein Geschäft waren. Sie hielten sich im Hintergrund und kamen nur hervor, wenn die Gaste es wirklich wollten. Die Bar sollte nämlich kein Anmachschuppen werden, das hatte er den Mädchen klipp und klar gesagt.

»Es muss alles wie zufällig wirken, verstanden? Wenn ich sehe, dass ihr loslegt wie die Weltmeister, dann fliegt ihr alle. Wenn mal Kontrolle kommt, verschwindet ihr sowieso. Ich will keinen Ärger wegen euch. Gibt es den nur einmal, dann ist der Ofen aus. Ich habe schließlich einen guten Ruf zu verlieren. Prägt euch das ein! Benehmt euch dezent und zurückhaltend!«

Adele, Bea, Claudia, Emmi und Samantha hatten das geschluckt. Und sich danach gerichtet. Sie waren so eine Art Symbiose miteinander eingegangen. Die Bar machte dabei einen guten Schnitt, aber die Tüllen auch. Es war dann schließlich soweit gekommen, dass die Mädchen die Bar schon als ihr Eigentum ansahen. Sozusagen als ihren Privatbereich. Da hatte es dann auch angefangen, dass sie sich stritten. Sie fingen an, sich die Kerle gegenseitig fortzuschnappen, besonders die gutbetuchten Kunden. Das hatte zu einer Zeit begonnen, als man schon nicht mehr aus dem vollen schöpfen konnte. Die Spesen waren langsam gekürzt worden. Die Geschäftsleute konnten nicht mehr alle Rechnungen zur Erstattung einreichen. Viele waren nicht bereit, aus eigener Tasche etwas zu bezahlen. Also waren sie vorsichtiger geworden.

Die Dirnen hatten sehr wachsame Augen. Ihnen konnte man nichts vormachen. Sie sahen sogleich, wer wirklich zahlen konnte, und wer nur so tat. Also wurde der Konkurrenzkampf schärfer. Das wusste sich noch zugespitzt haben, als Ricki Urlaub gemacht hatte. Anders konnte er sich das nicht erklären, Der Boss war auch nicht bereit, mit ihm alles ausführlich zu besprechen.

Auf jeden Fall saß jetzt Tasia, die Russin, dort und langweilte sich. Ricki hatte gestern erst einen kleinen Vorgeschmack von ihrem Temperament bekommen.

»Wenn das man gutgeht«, murmelte er vor sich hin.

»Hast du etwas gesagt?«, fragte Tasia.

»Wie? Ach, nichts!«

Drei Kunden saßen erst in der Bar. Sie schienen gerade etwas Geschäftliches zu regeln. Sie hatten nur Kaffee verlangt. Ricki servierte ihn jetzt an dem kleinen Tisch in der Mitte der Bar.

Er wurde sogleich wieder abgewimmelt. Geschäftsleute hatten es nicht gerne, wenn jemand mitbekam, was sie zu besprechen hatten.

Ricki ging zur Theke zurück und dachte, der Boss wird es nicht gerne sehen, dass sie so wenig trinken. Kaffee! Wir sind doch nicht die Bahnhofsmission!

Tasia war seinen Blicken gefolgt.

»Die kannste abhaken, Schätzchen! Deren Sinn steht nicht auf Sex«, sagte Ricki.

Tasia schob ihr Glas von sich.

»Das ist ja was!«

»Sag mal, welcher Lude hat dich hierher gebracht?«, fragte Ricki.

Die schöne Russin runzelte die Stirn.

»Du denkst, ich hätte einen Zuhälter?«, fragte sie.

Ricki grinste sie an.

»Markier jetzt nicht wieder die Wilde, ja?«

»Ich habe einen Freund, den ich liebe«, sagte Tasia wütend. »Hast du das kapiert?«

»Ach, wirklich? Warum bist du dann noch so heiß?«

»Ich bin gekommen, um hier reich zu werden«, sagte sie ruhig.

Ricki sah sie von der Seite an. Sie war wirklich außergewöhnlich schön. Schmale Schultern, ein langer weißer Hals, die dunkle Haarflut umschmeichelte ein apartes Gesicht, diese großen sprechenden Augen! O ja, sie war etwas Besonderes! Schon die Art, wie sie sich benahm, die Glut ihrer Augen. Man durfte sie als Mann nicht zu lange ansehen, sonst verfiel man ihr buchstäblich, fand sich irgendwo wieder, ausgebufft und ausgelaugt.

Ricki hatte noch nicht das Vergnügen gehabt, mit ihr zu schlafen. Doch er konnte es sich sehr wohl vorstellen. Er dachte, ich bin mal gespannt, wann sie mir das Angebot macht. Doch vorher muss sie sich die Kanten abstoßen. Ich bin doch nicht lebensmüde. Er lachte leise vor sich hin. Selbst der Chef wusste nicht, dass bis jetzt noch jede Tülle mit Ricki geschlafen hatte. Sie wussten, den Kellner mussten sie sich warmhalten. Das war sehr wichtig. Ricki brauchte natürlich nichts für das Vergnügen zu bezahlen.

»Gib mir noch einen Wodka!«, befahl Tasia.

Ricki schrak aus seinen Träumen auf.

»Du wirst gleich betrunken sein ...«

Tasia lachte auf.

»Betrunken? Von so einer Pfütze? Gib her!« Tasia riss ihm die Flasche aus der Hand. »Nur wenn ich genug Wodka im Bauch habe, bin ich wirklich gut.« Sie rollte das Rrrr und machte eine diesbezügliche Bewegung. Augenblicklich wurden die Männer in der Ecke aufmerksam. Schon grinsten sie und vergaßen ihre Zahlen und Statistiken. Doch dann beugten sie sich wieder über ihre Papiere.

Tasia seufzte.

»Wenn nicht gleich einer zu mir kommt, gehe ich zu ihm! O ja!«

»Das ist doch verboten«, sagte Ricki hastig. »Du hast dich an die Hausordnung zu halten!«

»Tasia kann man nichts verbieten! Dies ist ein freies Land«, sagte sie feierlich. »Ich weiß das. Ich kann hier alles tun, und keiner darf mich einsperren.«

Woher sie kam, wusste niemand so genau. Wie sie die Grenze passiert hatte, erzählte sie nicht. Sie hatte nur erwähnt, dass ihre Mutter und ihre Großmutter ihr Deutsch beigebracht hätten. Um Tasia schwebte ein Geheimnis.

»Hör zu, du kriegst noch einen Drink! Ich spendier ihn dir«, sagte Ricki.

Lieber zahlte er den Drink aus seiner eigenen Tasche und hielt Tasia zurück. Das war einfacher, als sie, die wie ein Vulkan ausbrechen konnte, von ihrem Tun abzuhalten. Wenn sie sich einmal etwas vorgenommen hatte, war sie nicht mehr zu halten. Einen Vorgeschmack davon hatte er gestern Nacht bekommen. Tasia ließ sich tatsächlich ablenken. Doch Ricki wusste, es würde nicht lange vorhalten. Inbrünstig hoffte er, dass bald weitere Männer das Lokal betraten.

Tasia wurde immer nervöser. Wie ein Tiger kurz vor der Fütterung kam Ricki das Mädchen vor. Er seufzte auf. Da war ja die Zeit mit den fünf Tüllen direkt eine Erholung gewesen.

Ja, ja, sagte er sich. Man weiß erst etwas zu schätzen, wenn man es nicht mehr hat. So ist das immer im Leben. Solange man etwas besitzt, möchte man es los haben. Ist es dann weg, sehnt man sich nach den alten Zeiten zurück.

Wie oft hatte er sich über die fünf Tüllen ärgern müssen, besonders in letzter Zeit. Deswegen hatte er ja auch so überstürzt Urlaub gemacht. Seine Nerven hatten den Zank nicht mehr ausgehalten. Ricki spülte seine Gläser und überlegte sich die ganze Zeit, was die fünf Tüllen wohl jetzt taten. Für sie wusste das ein harter Schlag sein.

Dass sie sich so schnell damit abfanden, war erstaunlich.

Ricki schüttelte den Kopf und dachte, na ja, so kann man sich täuschen.

 

 

2

Die fünf Tüllen hatten sich ganz und gar nicht mit den Tatsachen abgefunden. Wenn der Barbesitzer glaubte, er brauchte nur ein Wort zu sagen, und sie würden kuschen, sollte er sich noch wundern. Um diese Zeit, während Ricki gerade Tasia näher kennenlernte, hockten die fünf abgewiesenen Dirnen in Beas Wohnung und sannen auf Rache.

»Das lassen wir uns nicht gefallen. Das kann er nicht machen. Nicht mit uns«, schimpfte Bea und steckte sich nervös eine Zigarette an.

»Wieso machen unsere Luden keinen Stunk?«, wollte jetzt Emmi wissen. »Ich bin wie plattgebügelt. Ich dachte, als ich es meinem Heini verklickerte, dass der gleich loszieht und den Laden ein wenig auseinandernimmt. Aber nichts, gar nichts geschah! Könnt ihr diese miese Ratte verstehen? Mann, ich hätte ihm ein paar Zähne ausschlagen können!«

»Bei mir ist es genauso verlaufen. Die sind sauer, stinkwütend, denken aber nicht daran, unser Recht zu verteidigen.«

Die fünf Tüllen blickten sich an.

»Das ist unsere Bar. Wir müssen halt selber kämpfen. Wenn die Luden Angst haben, wir haben keine!«

Sie nickten alle zugleich.

»Und wie sollen wir das jetzt bringen?«, wollte Adele wissen. Sie saß auf dem Sofa, hatte die schlanken Beine hochgezogen und schnippelte an ihren Fußnägeln herum.

»Tja, deswegen habe ich euch ja herkommen lassen«, sagte Bea. »Wir müssen besser zusammenhalten. Nur so können wir etwas ausrichten.«

Nun fingen sie damit an, sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben. Keine wollte zu weit gegangen sein. Immer waren es die anderen Mädchen.

Bea schrie dazwischen: »So kommen wir doch nicht zu Potte! Das ist alles Schnee von gestern! Wir waren doch alle gleich. Wir haben alle nur an uns gedacht. Jetzt haben wir die Quittung dafür bekommen.«

»Verflucht, wer hätte gedacht, dass es so schnell gehen würde?«

»Hat er neue Tüllen?«

Samantha sagte: »Ich habe mich im Viertel umgesehen. Niemand weiß etwas. Von den Straßenwanzen ist keine aufgestiegen. Das kann er auch nicht machen.«

Zwei Nächte waren sie bewusst weggeblieben, weil die Tüllen tatsächlich geglaubt hatten, man würde sie reumütig zurückrufen und sie bitten, doch wieder ihre Arbeit aufzunehmen. Der Anruf war aber nicht gekommen. Da hatten sie begriffen, dass der Barbesitzer es ernst gemeint hatte. Also hatten sie in der darauffolgenden Nacht die Bar stürmen wollen. Sie waren nicht mal über die Schwelle gekommen. Hausverbot hatten sie bekommen.

Bea stöhnte auf.

»Wir müssen es einfach riskieren.«

Claudia sagte jetzt: »Ricki ist wieder da!«

Adeles Augen glänzten auf.

»Wirklich? Mensch, daran habe ich ja gar nicht gedacht«, sagte Emmi lachend. »Wenn uns einer hilft, dann Ricki.«

»Muss er ja wohl! Hat ja ganz gut mitgezogen!«

»Meine Güte, dann könnten wir ja wieder einsteigen«, sagte Bea.

Adele fühlte doch langsam, dass es so einfach wohl nicht sein würde.

»Gestern war er auch schon da!«

»Das hast du schon gewusst?«, fuhr Claudia sie wütend an.

»Ja!«

»Und? Was willst du damit sagen?«

»Er ist dort auch nur angestellt. Ricki kann gar nichts tun!«

»Wir haben ihn also die ganze Zeit umsonst geschmiert?«, entfuhr es der wütenden Emmi. »Das hätte ich früher wissen müssen.«

»Reg dich ab! Er hat eine Menge für uns getan. Doch jetzt geht es darum, den Chef umzustimmen. Das packt der nicht. Außerdem, womit soll er ihn denn unter Druck setzen? Nein, das müssen wir schon selbst machen.«

»Prost Mahlzeit! Und wie?«

Adele grinste fröhlich.

»Wir lassen einfach nicht locker. Das ist unsere Bar! Wenn unsere Luden Angst haben, wir nicht! Wenn wir dort nicht arbeiten können, dann dürfen es andere Tüllen auch nicht.«

»Mit anderen Worten, wir verlegen uns auf Stunk?«

»Ganz recht, meine Süße! Einigkeit macht stark! Jetzt müssen wir zeigen, ob wir zusammenhalten können. Entweder alle oder keine!«

Die Mädchen blickten vor sich hin. So einfach war das nun auch wieder nicht mit der Einigkeit. Jede Tülle dachte, die Bar braucht Anmachmädchen. Wenn er vielleicht nur mich will? Warum soll ich dann darauf verzichten? Ich denke gar nicht daran! Vielleicht sind die anderen nicht so gut?

Da jede so dachte, war eine geraume Zeit Funkstille im Wohnzimmer.

Bea lachte amüsiert auf.

»Da schau her! So blöde sind wir also! Noch haben wir nicht angefangen, und schon wollen wir uns gegenseitig in die Pfanne hauen. Das wird ja was!«

»Na ja, ich meine«, sagte Emmi nachdenklich. »Könnte ja sein, dass ein schwarzes Schaf unter uns ist, und dass er das nicht mehr will!«

Bea sagte kühl: »So? Und warum hat er sich dann nicht mit den anderen Mädchen in Verbindung gesetzt? Er kennt doch unsere Nummern. Außerdem hätte er es uns selber sagen können. Wir können uns das von der Backe putzen. Der denkt gar nicht daran, eine von uns zu nehmen.«

Sie wurden wieder lebhaft.

»Dieses Schwein! Denkt er vielleicht, wir seien zu abgegriffen?«

»Wir müssen den Grund dafür herausfinden, das ist alles.«

»Auf in den Kampf!«

»So ist es schon besser! Wir ziehen uns chic an, und dann machen wir uns auf die Strümpfe. Wenn wir erst einmal in der Bar sind, kann er uns nicht mehr rauswerfen. Die Kunden werden schon dafür sorgen.«

»Sicher«, sagte auch Samantha. »Ich habe eine Menge Stammkunden, die gehen mit einer anderen Tülle los.«

Jede andere konnte das auch von sich behaupten.

Bevor die Dirnen auseinandergingen, schworen sie sich feierlich, von nun an eisern zusammenzuhalten, auf Biegen und Brechen. Wenn eine abspringen würde, war sie so etwas wie Freiwild. Es lief ihnen bei diesem Schwur kalt über den Rücken. Doch kneifen durfte keine. Da wäre sie sofort ausgeschlossen. Sie brauchten alle den Job.

»Gut! Dann treffen wir uns demnächst unten an der Ecke.«

Damit gingen sie auseinander.

 

 

3

Fünf wütende Dirnen, das ist schon beachtlich.

Auf dem Wege zur Bar stießen sie mit ihren Luden zusammen. Ganz so untätig waren die auch nicht gewesen. Schließlich wollten sie weiterhin gut leben. Dazu gehörte das Geld ihrer Tüllen. Sie mussten jetzt nur dafür sorgen, dass die Mädchen wieder anschaffen konnten. Leider war der Markt in dieser Stadt ein wenig übersättigt Die Arbeitslosigkeit machte sich auch hier bemerkbar. Nicht nur, dass weniger Kunden kamen, die Freier waren nicht mehr bereit, so hohe Preise zu zahlen wie früher. Es kamen auch immer mehr kleine Mädchen zum Strich. Sie wollten auf die schnelle das lange Geld machen. Sie fanden keine Arbeitsstelle, also besannen sie sich auf das älteste Gewerbe der Welt. Sie waren jung und knusprig und machten es den älteren Dirnen ziemlich schwer. Für die Kunden wiederum war das eine feine Sache. Wenn das Angebot groß war, konnten sie wählen, und die Preise purzelten in den Keller. Also konnten die Kunden öfters kommen und hatten noch eine Menge gespart. Diese Milchmädchenrechnung war jetzt angesagt.

»Wo wollt ihr denn hin?« Mit diesen Worten wurden die Tüllen aufgehalten.

Bea hatte sich als Sprecherin bewährt. Sie war ziemlich flink mit der Zunge. Während die anderen Tüllen noch dachten, war sie wesentlich schneller und hatte schon mindestens fünf Sätze gesprochen.

»Anschaffen«, sagte sie fröhlich. »Was denn sonst?«

»Wo denn?«, fragte einer der Luden.

Bea blickte die Luden der Reihe nach an.

»Das überlasst uns, ja. Nur wenn wir arbeiten, rollt der Rubel. Wir haben da eine Sache an der Hand. Also lasst uns gehen!«

Diese Sprache waren die Luden nicht gewöhnt und wollten sich sofort aufspielen. Bea blickte sie kühl an und fragte: »Habt ihr einen anderen Vorschlag?« Den hatten sie nicht. »Wollt ihr uns vielleicht die Zähne zurechtrücken, oder was? Sollen wir jetzt etwa dafür bestraft werden, dass wir selbst die Initiative ergreifen? Ein paar blaue Flecken vielleicht? Das reißt ja die Kunden sofort vom Hocker! Oder was liegt noch an?«

Die Männer kochten vor Wut. Kein Lude hatte es gerne, wenn sich sein Mädchen so aufspielte. Er glaubte dann, an Gesicht zu verlieren. Aber jetzt wussten sie einsehen, dass Bea recht hatte. Da es sie alle zugleich betraf, hielten sie sich zurück.

»Wann kriegen wir die Mäuse?«, fragte einer.

»Ich habe doch gesagt, wenn der Rubel wieder rollt. Und jetzt lasst uns zufrieden!«

Die Luden zogen tatsächlich ab.

Emmi kicherte: »Ich habe gar nicht gewusst, dass mein Alter so feige ist.«

Bea war selbst ein wenig überrascht.

»Ja, wenn es brenzlig wird, kneifen sie. Das hätte ich früher wissen müssen.«

Claudia sagte versonnen: »Wieso haben wir eigentlich Luden? Es stinkt mir schon lange, dass die mein gutes Geld reißen. Aufpassen nennen sie es. Ich frage mich schon die ganze Zeit, worauf sie eigentlich aufgepasst haben?«

Bea und Samantha waren auch ganz nachdenklich geworden.

War dieser Rausschmiß aus der Bar vielleicht so etwas wie ein neuer Anfang für sie alle?

»Kommt, Mädels! Denken wir später darüber nach! Jetzt müssen wir erst einmal sehen, dass wir wieder unsere Plätze bekommen. Sonst müssen wir noch stempeln gehen.«

Sie kicherten vergnügt.

Die Tageszeit war günstig. Es waren jetzt bestimmt eine Menge Kunden in der Bar.

Die erste Hürde war der Kerl am Eingang und die Garderobe. Daran konnten sie sich nur mit Frechheit vorbeimogeln. Also traten sie durch die Tür ein und wie selbstverständlich legten sie ihre Mäntel an der Garderobe ab, winkten fröhlich und fragten lässig: »Na, wie läuft das Geschäft? Alles normal? Wir sind heute etwas spät dran.«

Der Türsteher bekam den Mund nicht mehr zu. Er kratzte sich am Kopf und dachte, der Boss ist komisch. Erst sagt er, er will die Huren nicht mehr in seinem Laden haben, und jetzt stehen sie alle hier. Er wandte sich an die Garderobenfrau.

»Verstehst du das?«, fragte er verwirrt.

»Der hat doch öfters einen Rappel«, sagte die Frau und hängte sorgsam die Mäntel auf.

Die fünf Dirnen blickten sich fröhlich an.

»Na, wer sagt es denn? Wir haben nur Angst gehabt. Jetzt seht ihr, wie leicht alles ist. Ich freue mich schon richtig auf das dämliche Gesicht von Bollo.«

Bea drückte lässig die Schwingtür auf und betrat die Bar. Die Musik spielte dezent. Alles war wie jede Nacht. Die Gäste saßen in Begleitung oder alleine da und genossen ihre Drinks. An der Theke saß nur Tasia. Die fünf Mädchen kannten die Russin noch nicht.

Tasia sah die fünf Tüllen im Spiegel. Sie war gerade zu dem Entschluss gekommen, hier ein wenig Stunk zu machen. Bis jetzt hatte noch immer kein Kunde bei ihr angebissen. Das ging ihr langsam auf die Nerven. So untätig herumsitzen! Da kroch die Zeit wie eine Schnecke dahin. Wildes Russenfeuer glomm in ihren Augen auf. Da sah sie die Tüllen. Dirnen erkannten ihresgleichen selbst auf große Entfernung sofort. Tasia machte einen Kussmund und drehte sich langsam um. Ihre langen Beine pendelten locker hin und her. Die goldenen Sandalen wippten auf und nieder. Alles an Tasia war in Spannung. Sie blickte geradewegs in die Augen von Bea. Die beiden Frauen taxierten sich kühl.

In diesem Augenblick kam Ricki Dassel mit einem vollen Tablett aus der Küche. Ihm wäre die Last fast aus der Hand gefallen, so erschrocken war er.

Die Mädchen waren wieder da!

»O nein«, stammelte er. Sein Hirn arbeitete fieberhaft. Der Boss hockte in seinem Büro und ließ mal wieder andere für sich arbeiten.

Tasia lächelte wie eine zufriedene Katze.

»Wer sind Sie?«, fragte sie Bea.

Ricki spürte den Hauch der Erregtheit, der von Tasia ausging. Stand er vielleicht zwischen zwei Feuern?

»O nein«, flüsterte Ricki heiser. »Nicht mit mir! Das mache ich nicht mit!«

Tasia gurrte wie ein Täubchen.

»Ich verstehe! Das bedeutet Krieg. Endlich!«

»Hör auf!«, zischte Ricki sie an. »Wenn du jetzt Ärger machst, ...«

»Was dann?«, fragte die Russin zuckersüß. »Was willst du dann machen?«

Ricki sah Bea an. Er stellte das Tablett nieder und kam mit weichen Knien auf die Mädchen zugelaufen.

»Bitte«, flüsterte er heiser. »Habt ihr denn keine Mitteilung erhalten?«

Bea rief ziemlich laut: »Welche Mitteilung?« und schob Ricki lässig mit dem Arm zur Seite. »Ist das alles, was ihr anzubieten habt? Kein Wunder, dass eure Kunden fast einschlafen!«

»Ihr habt hier Hausverbot«, zischte Ricki. »Wenn ich euch einen Tipp geben darf, verschwindet lieber sofort! Sonst gibt es mächtigen Ärger.«

»Ricki, du stinkst vor Angst«, sagte Emmi böse. »Was haben wir denn schon zu verlieren?«

Sie hatte recht, dachte Ricki. Erstens habe ich Angst, und zweitens haben sie wirklich nichts zu verlieren. Fast bewunderte er die fünf Mädchen.

Diese umringten jetzt Tasia und blickten sie nicht besonders freundlich an.

»Du sitzt auf meinem Hocker«, sagte Claudia freundlich.

Die Russin lächelte breit.

»Er gefällt mir so gut«, sagte sie gut gelaunt. »Da sind noch andere frei. Ich freue mich, euch kennenzulernen. Ehrlich! Es war ziemlich einsam hier, bevor ihr gekommen seid.«

»Du bist wohl von gestern, was?«, zischte Claudia. »Ich will meinen Hocker, und keinen anderen!«

Tasia blickte sie fast mütterlich an.

»Du solltest nicht so kindisch sein!«

Ricki blieb im Hintergrund und dachte bestürzt, gleich verprügeln sie Tasia. Der Chef zieht mir die Haut ab. Ich muss das verhindern! Es ist furchtbar! Er kriegt einen Tobsuchtsanfall! Wieso sind sie nur in die Bar gekommen? Die Kunden sollen doch nichts mitbekommen. Es ist für die Bar nicht gut, wenn sich die Mädchen hier schlagen.

Ricki befand sich in einer Zwangslage. Wohin sollte er zuerst laufen - zu Tasia oder zu seinem Boss?

Claudia plusterte sich schon auf.

»Schwestern, habt ihr das gehört? Dieser Neuling will mir was beibringen! Das kann ich doch nicht dulden, oder?«

Emmi schüttelte eifrig den Kopf. Auch die fünf Dirnen spürten jetzt Erregtheit in sich aufsteigen. Eine Tülle mal eben fertig zu machen, das hatten sie schon lange nicht mehr gebracht.

Tasia nahm aufreizend langsam noch einen Schluck aus ihrem Glas.

»Mädchen, ihr seid albern«, sagte sie lachend.

Claudia spürte, dass sie etwas tun wusste. Sie vergewisserte sich, dass die anderen Mädchen sie umstanden, so dass die Gäste im Hintergrund sie nicht sehen konnten. Alles würde ziemlich schnell über die Bühne gehen. Wenn die Tülle dann am Boden lag, würden sie scheinheilig sagen, sie sei ohnmächtig geworden, sie hätte einen Schock oder ähnliches. Dann würde man sie sogleich nach draußen schleppen. Schließlich tat ja frische Luft immer gut. Ehe Bollo eingreifen konnte, würden sie lässig an der Bar sitzen. Diese Nacht war gesichert. Er würde es nicht wagen, hier Stunk zu machen. Morgen würden sie dann ein Wörtlein mit ihm reden. Die fünf Dirnen fühlten sich wirklich großartig.

Claudia schlug blitzschnell zu. Alles hätte so fein klappen können.

Nur gab es einen kleinen Unterschied zu ihrem Plan. Adele, Bea, Emmi und Samantha blickten auf den Boden. Dort lag Claudia. Sie gab nicht einen Muckser mehr von sich. Auf dem Hocker saß lächelnd diese blöde Tülle mit den frechen Augen und der Löwenmähne.

»Oh«, sagte Adele verdutzt.

»Eure Freundin ist ohnmächtig geworden«, sagte das Biest auch noch.

Alles war so blitzschnell gegangen, dass die Mädchen gar nicht begriffen, was hier geschehen war.

Ricki fielen jetzt auch fast die Augen aus dem Kopf. War ein Wunder geschehen? Doch dann sah er, dass vier Tüllen sich zugleich auf Tasia stürzten, ohne Rücksicht auf die Kunden in der Bar. Sie kreischten wütend drauflos. Schließlich wussten sie ja ihre Kollegin rächen.

Ricki rannte, so schnell seine Beine es zuließen, ins Büro. Ohne anzuklopfen stürzte er hinein, klammerte sich an den Schreibtisch und schrie: »Draußen ist der Teufel los! Die Tüllen sind da und machen aus der Bar Kleinholz!«

Bollo Mühlenberg wollte seinen Kellner anschreien, doch dann hörte er bereits den Lärm und sagte sich, wenn noch etwas zu retten ist, dann muss ich gleich einschreiten. Als er die Bar betrat, waren sämtliche Kunden bereits verschwunden.

Die Mädchen verprügelten sich vor der Theke. Geschreie und Gejammere tönte durch den Raum. Mitten in dem Knäul kämpfte Tasia fröhlich mit. Die bewusstlose Claudia hatten sie zur Seite geschoben. Sie lag noch immer mit geschlossenen Augen da und sah und hörte nichts.

»Sie ist bestimmt tot«, jammerte Ricki und bekam eine Gänsehaut. Er konnte keine Toten sehen.

»Verfluchte Weiber«, schrie Bollo. »Los, ruf die Garde! Dalli! Wenn sie nicht sofort erscheinen, drehe ich ihnen eigenhändig den Hals um!«

»Chef, das geht klar!«

Ricki rannte los. Der Türsteher pfiff einmal kräftig. Schon kamen ein paar smarte Burschen in die Bar gerannt.

Tasia stand hoch aufgerichtet da, zu ihren Füßen hatten sich alle fünf Dirnen zum Schlafen niedergelegt. Ricki verstand die Welt nicht mehr. Dieses zarte Persönchen hatte alle fünf Tüllen geschafft. Für die Rausschmeißer gab es nur noch eins zu tun: sie aufzusammeln und in die Gosse zu befördern. Schließlich warf man ihnen noch ihre Mäntel nach.

Details

Seiten
101
Jahr
2021
ISBN (eBook)
9783738952285
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2021 (März)
Schlagworte
redlight street einsatz
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Titel: Redlight Street 159: Ein zu hoher Einsatz