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Ein Jack Braden Thriller #32: Die tote Tochter

2021 113 Seiten

Zusammenfassung


Die Tochter des Versicherungsdirektors Schindler wird tot aufgefunden, die Obduktion ergibt, dass sie vor ihrem Tod eine größere Menge Rauschgift genommen hatte. Schindler engagiert den Privatdetektiv Jack Braden, um den Mörder und Dealer ausfindig zu machen. Doch schnell stellt sich heraus, dass es sich um eine ganze Organisation handelt – rücksichtslos, gewissenlos, gnadenlos und brutal.

Leseprobe

Table of Contents

Die tote Tochter

Copyright

Die Hauptpersonen des Romans:

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Die tote Tochter

Ein Jack Braden Thriller #32

von Cedric Balmore

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 113 Taschenbuchseiten.

 

Die Tochter des Versicherungsdirektors Schindler wird tot aufgefunden, die Obduktion ergibt, dass sie vor ihrem Tod eine größere Menge Rauschgift genommen hatte. Schindler engagiert den Privatdetektiv Jack Braden, um den Mörder und Dealer ausfindig zu machen. Doch schnell stellt sich heraus, dass es sich um eine ganze Organisation handelt – rücksichtslos, gewissenlos, gnadenlos und brutal.

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

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© COVER STEVE MAYER

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Die Hauptpersonen des Romans:

Julian Schindler – ein tüchtiger Manager, als Vater weniger erfolgreich.

Petra – ein Teenager, der alles probieren will, aber „Khif“ ist zu viel.

Claire – Schindlers Sekretärin, aber was noch?

Claude – ein Mann, der REEFERS verkauft. Beiname: „Der Schläger“

Paolo Finote, Guilio Balito, Arturo Polento – Fruchtimporteur. Spezialität: „Trüffel“

Louis Thrillbroker – Reporter der MORNING NEWS. Will es wieder mal ganz genau wissen.

Jack Braden und sein Team – einen Kopf schlagen sie der Hydra immerhin ab.

 

 

1

Staatshospital New York, Nervenabteilung, Haus 37.

Sie liegen apathisch, oder vom Morphium betäubt, auf den Betten. Sie sitzen herum und starren ins Leere. Sie plappern und lachen hysterisch. Sie toben.

Sie sind alle jung, keiner älter als fünfundzwanzig. Sie haben keine Hoffnung mehr. Es ist das Haus des schleichenden Todes.

Selbst Ärzte und Schwestern graust es, wenn sie diese ausgemergelten Elendsgestalten ansehen, die gelben Gesichter, die blicklosen Augen und die zitternden Hände.

Rauschgift!

Dicht daneben liegt das Frauenhaus, in dem es nicht besser aussieht. Mädchen, oft halbe Kinder, die aussehen wie uralte Weiblein, warten auf den Tod. Sie wissen von nichts, ihr Hirn ist eben so krank wie ihre Körper.

Rauschgift!

Mord nennt es der Chefarzt, grausamer, heimtückischer Mord, Mord um des Geldes, um des Gewinns wegen.

 

 

2

Der Privatdetektiv Jack Braden saß in seinem Office in der 74. Straße. Nebenan klapperte die Schreibmaschine seiner Sekretärin, der bildhübschen, blondgelockten Dawn Barris.

Es war August, in den Bäumen zirpten die Vögel. Hoch droben über Manhattan jagte ein Düsenclipper seinem Bestimmungsort zu. Kraftwagen surrten, die Untergrundbahn ließ den Boden vibrieren, Menschen jagten ihrem Verdienst nach oder flanierten lässig durch die Straßen.

Es war ein Sommertag über Manhattan, ein Tag wie jeder andere.

Ein junger Mann wurde tot aus dem Hafenwasser gezogen, ein junges Mädchen warf sich vor einen Trolley-Bus … Auch das geschah jeden Tag in der Millionenstadt New York.

Jack Braden war ans Fenster getreten und blickte hinunter auf den brausenden Verkehr, auf das im Sonnenlicht blitzende Chrom der Straßenkreuzer, und hinauf zum lichtblauen Himmel.

Der Summer der Eingangstür brummte.

Dawn Barris steckte den Kopf durch die Tür.

„Eine Dame möchte Sie sprechen. Sie heißt Elsa Schindler und ist sehr aufgeregt.“

„Schicken Sie sie herein.“

Die meisten Leute, die hilfesuchend zu Jack Braden kamen, waren mehr oder weniger aufgeregt. Dem einen sah man es an, dem anderen nicht. Bei Mrs. Schindler konnte nicht der geringste Zweifel darüber bestehen.

Sie war eine ungefähr 40-jährige Frau, die sicherlich gut ausgesehen hätte, wenn ihr Gesicht nicht vom Weinen verquollen gewesen wäre. Sie war eine Naturblonde mit guter Figur in geschmackvoller Kleidung. An den Fingern, die an einem Taschentuch zerrten und es unbewusst zerfetzten, blitzten ein paar kostbare Ringe.

„Nehmen Sie Platz, Mrs. Schindler“, lud Jack Braden sie ein. „Sagen Sie mir, was ich für Sie tun kann.“

„Es ist furchtbar!“, stöhnte sie. „Es ist unfassbar. Mein Mann weiß noch gar nichts. Ich weiß nicht, wie ich es ihm sagen soll.“

„Was weiß Ihr Gatte noch nicht? Wenn Sie einen Rat und Hilfe von mir wollen, so müssen Sie sich deutlicher ausdrücken.“ Jack Braden holte die Flasche mit Brandy, die er für derartige Klienten im Schrank stehen hatte, und goss ein Glas ein. „Trinken Sie, Mrs. Schindler. Es wird Ihnen gut tun und Sie beruhigen.“

Sie stürzte den Inhalt hinunter, hustete, und dann machte sie den Versuch, sich zusammenzunehmen.

„Es geht um Petra … Petra ist meine Tochter … sechzehn Jahre alt.“ Sie wischte ein paar Tränen ab, die ihr über die Wangen rannten. „Petra ist seit zwei Tagen und drei Nächten nicht nach Hause, gekommen.“

„Hat sie einen Boyfriend?“, fragte Braden. Es wäre nicht der erste Fall gewesen, in dem ein junges Ding eines Mannes wegen alles vergisst, um dann meistens nach kurzer Zeit reumütig und geheilt ins elterliche Nest zurückzukehren.

„Selbstverständlich hatte Petra Freunde, Jungen, die sie vom College her kennt, Söhne von Geschäftsfreunden meines Mannes und Kameraden aus dem Tennisclub … Aber das ist es nicht. Petra war auf einer Party. Sie betonte ausdrücklich, es sei die Party einer Freundin. Sie wollte spätestens um elf Uhr wieder zu Hause sein, aber sie kam nicht.“

„Wie heißt die Freundin?“

„Ich weiß es nicht. Ich hatte Vertrauen zu meinem Kind und habe Petra nicht gefragt. Ich rief alle Bekannten an, aber niemand wusste etwas davon. Ich kann mir nicht denken, wo das Kind geblieben ist.“ Sie brach in lautes Schluchzen aus. „Beruhigen Sie sich, Mrs. Schindler. Wahrscheinlich findet sich eine ganz harmlose Lösung“, versuchte Braden sie zu trösten, obwohl er selbst an diese harmlose Lösung nicht mehr glaubte.

„Man hat Petra entführt! Ich bin sicher! Freiwillig wäre sie nicht weggeblieben“, behauptete die Frau.

„Wenn das so wäre, so hätten sich die Entführer bestimmt schon gemeldet. Derartigen Leuten geht es darum, möglichst schnell Lösegeld zu erpressen.“

„Oder man hat sie verschleppt, nach Mexiko! Gestern erst stand so ein Fall in der Zeitung.“

„Haben Sie ein Bild von Ihrer Tochter?“

Sie kramte in ihrem Täschchen, warf nacheinander Lippenstift, Spiegel und einen Schlüsselbund auf die Erde und legte endlich eine Fotografie in Postkartengröße auf den Schreibtisch.

Das Mädchen auf dem Bild war durchaus kein Kind mehr. Es war bildschön, mit schwarzem, bis auf die Schulter fallendem Haar, mandelförmigen, etwas geschlitzten Augen, die dem feinen Gesicht mit den vollen Lippen einen exotischen Ausdruck gaben, und der Figur einer Zwanzigjährigen. Sie trug einen Bikini und saß in herausfordernder Pose auf dem Geländer eines Schwimmbeckens.

„Hm!“, brummte der Privatdetektiv.

Er wollte der harmlosen Mutter nicht sagen, dass er ihr 16-jähriges Töchterchen für einen kleinen Satan hielt.

„Lassen Sie mir dieses Foto hier, und geben Sie mir eine Liste der besten Freundinnen Ihrer Tochter. Drei oder vier genügen. Im Übrigen würde ich Ihnen raten, vernünftig mit Ihrem Mann zu reden. Sagen Sie ihm, er solle sich mit mir in Verbindung setzen. Inzwischen werde ich alles Erdenkliche tun, um Petra aufzustöbern.“

„Ich weiß gar nicht, wie ich Ihnen danken soll, Mister Braden!“ Sie streckte ihm beide Hände entgegen, die er mit besänftigendem Druck ergriff.

„Es wird schon alles gut gehen, Mrs. Schindler!“, sagte er im Brustton einer Überzeugung, die er durchaus nicht hatte.

Die Frau wollte aufstehen, besann sich anders und zog ein Scheckbuch aus der Tasche.

„Lassen Sie das vorläufig, Mrs. Schindler. Die Honorarfrage erledige ich dann mit Ihrem Gatten.“

„Aber Sie werden doch Unkosten haben. Ich möchte nicht, dass nur des Geldes wegen etwas versäumt wird.“

„Es wird nichts versäumt werden. Schicken Sie mir Ihren Gatten.“

„O Gott, Julian! Ich weiß wirklich nicht, wie ich es ihm beibringen soll. Er ist so korrekt und so streng. Er wird es nie begreifen!“

„Dann werde ich ihn anrufen und zu mir bestellen. Geben Sie mir seine Telefonnummer.“

„Ach, wenn Sie das tun wollten! Bitte legen Sie ein gutes Wort für Petra ein. Er wird rasend sein. Er wird seine Drohung wahrmachen und Sie in ein strenges Internat stecken. Das arme Kind!“

„Ich werde vernünftig mit Ihrem Gatten reden. Verlassen Sie sich darauf.“

Mrs. Schindler zog eine Visitenkarte heraus und kritzelte ein paar Worte darauf.

„Hier! Julian ist Managing Director der Concordia Life Insurance Cy. Ich habe die Telefonnummer dazu geschrieben. Ich fürchte nur, dass er überhaupt nicht kommen wird. Er wird Sie ausfragen, nach Hause fahren und mir eine Szene machen. Er wird die Polizei benachrichtigen, und das ist es gerade, was ich vermeiden will.“

„Dann werde ich eben zu Ihrem Mann gehen.“

Mrs. Schindler überbot sich in Danksagungen und verabschiedete sich.

Jack Braden drückte auf den Knopf auf seinem Schreibtisch, und Dawn Barris kam hinübergeeilt.

„Seien Sie so gut, Mrs. Schindler hinunter zu ihrem Wagen zu begleiten. Sie steuern doch hoffentlich nicht selbst?“

„Nein. Ich habe den Fahrer mit.“

Noch bevor die Sekretärin zurückkam, rief Jack Braden die Stadtpolizei an. Er ließ sich mit dem Unfalldezernat, der Kartei für vermisste Personen, der Meldestelle für Krankenhäuser und mit der Sittenpolizei verbinden.

Nirgends war etwas von einem Mädchen namens Petra Schindler bekannt. Das aber sagte noch nichts; er würde den betreffenden Stellen das Bild vorlegen müssen.

Dawn Barris kam zurück.

„Ich habe durchs Mikrophon zugehört“, sagte sie. „Die Frau scheint mir reichlich naiv zu sein. Übrigens fährt sie den neuesten Cadillac und hat einen hochherrschaftlichen Chauffeur. Die Leute müssen vor Geld stinken.“

„Das dachte ich auch schon. Es ist das übliche Lied; ein Backfisch, und dazu noch ein bildschöner Backfisch, aus reicher Familie. Der Vater ist ein Haustyrann und die Mutter zu weich und blindlings verliebt in ihr Töchterchen. Natürlich hat die Kleine das ausgenutzt und zugleich gegen die Sturheit des Vaters, der ihr bei jeder Gelegenheit drohte, er werde sie in ein Internat stecken, rebelliert. Ich möchte darauf schwören, dass sie zu viel Geld in den Fingern hatte und über die Stränge schlug. Es würde mir leid tun, wenn dem Mädel etwas zugestoßen wäre.“

Dawn Barris hatte das Bild in die Hand genommen. Sie betrachtete es leicht amüsiert und dann nachdenklich.

„Ein süßer Käfer!“, meinte sie. „Und ein kleiner Teufel, dem ich einen dummen Streich zutraue.“

„Wenn es nur ein dummer Streich ist, so bin ich zufrieden“, antwortete Jack Braden.“ Jetzt werde ich mir zuallererst den gestrengen Herrn Vater kaufen. Verbinden Sie mich mit der Concordia Life Insurance. Hier ist die Nummer.“

 

 

3

„Ich möchte Mister Schindler, Ihren Generaldirektor sprechen“, sagte Jack Braden.

„Wer sind Sie, und in welcher Angelegenheit?“, kam es zurück.

„Ich bin Jack Braden von der Braden Investigation. Mein Anliegen ist privat und persönlich.“

„Ich verbinde.“

Wieder eine Mädchenstimme, kurz und energisch: „Hier Sekretariat der Geschäftsleitung. Was wünschen Sie?“

„Ich wünsche Mister Schindler, und zwar schnell. Sagen Sie dem Herrn, es sei dringend.“

„Ich bedaure, Mister Schindler ist in einer Konferenz. Vielleicht nennen Sie mir Ihren Namen und Ihr Anliegen. Dann werde ich Sie vornotieren, und Sie erhalten von uns schriftlich einen Termin.“

„Ich pfeife auf Ihre Konferenz!“ Braden begann, die Geduld zu verlieren. „Melden Sie Mister Schindler, ich müsse ihn in seinem eigenen Interesse sofort sprechen … Es handelt sich um seine Tochter.“

„Ich werde es versuchen. Bitte warten Sie.“

Es vergingen unendlich lange Minuten. Dann ertönte eine befehlsgewohnte Stimme: „Hier Generaldirektor Schindler. Was wollen Sie? Machen Sie es kurz.“

„Wie Sie wollen, Mister Schindler. Ich hätte Ihnen die Nachricht gerne schonend beigebracht. Ihre Tochter Petra ist verschwunden. Ihre Frau macht sich große Sorgen. Ich befürchte, dass diese Sorgen nicht unberechtigt sind. Soll ich zu einer Rücksprache zu Ihnen kommen, oder wollen Sie mich aufsuchen?“

Einen Augenblick hörte man nur schnellen Atem, und dann: „Wenn Sie mich erpressen oder schröpfen wollen, so sind Sie an die falsche Adresse gekommen. Was ist mit meiner Tochter?“

„Es tut mir leid, dass ich auf diesen Ton nicht eingehen kann. Ich habe Ihnen helfen wollen. Wenn Sie jedoch meiner guten Absicht unlautere Motive unterschieben wollen, so verzichte ich auf eine Besprechung mit Ihnen, bin aber nach Lage der Dinge verpflichtet, der Polizei Meldung zu machen.“

„Was soll das heißen? Was hat die Polizei mit meinen Familienangelegenheiten zu tun?“

„Eine ganze Menge, Mister Schindler. Ihre Tochter ist seit zweiundsiebzig Stunden verschwunden. Sie hatte ihrer Mutter gesagt, sie gehe zur Party einer Freundin und ist nicht wieder nach Hause gekommen. Ich kann ein Verbrechen nicht ausschließen, und darum ist es meine Pflicht, die Stadtpolizei zu benachrichtigen.“

Eine lange Zeit blieb es still. Dann sagte Mr. Schindler: „Kommen Sie sofort zu mir. Wie lange kann das dauern?“

„Eine Viertelstunde.“

„Also um halb elf. Ich bitte mir Pünktlichkeit aus.“

Jack Braden legte auf. Dieser Mr. Schindler war ihm alles andere als sympathisch. Nun, er war schon mit anderen Leuten fertig geworden.

 

 

4

Im Hunter College in der Lexington Avenue standen in einer Ecke ein Mädchen und zwei Jungen von ungefähr 16 oder 17 Jahren zusammen. Ihre Gesichter waren blass und übernächtigt. Das Mädchen trug Blue Jeans und einen viel zu weiten, hellgrauen Pullover. Ihre dunklen Haare fielen ihr lang und strähnig bis auf die Schultern.

Die beiden Jungen trugen dieselbe Kleidung – nur die Farben waren verschieden –, und auch ihre Frisuren schrien nach der Schere.

„Was ist heute Nacht eigentlich passiert? Sag‘s schon, Mildred“, flüsterte einer der Bengels und sah sich dabei ängstlich um.

„Ich weiß es nicht, Jesse“, antwortete das Mädchen. „Petra und ich waren high. Wir hatten zu viel Khif im Blut. Vor allem Petra, die noch nicht daran gewöhnt war, spielte verrückt. So nahm ich sie mit nach der kleinen Grünfläche an der fünfundvierzigsten Straße, damit sie etwas zu sich komme. In diesem Zustand konnte sie ja nicht nach Hause gehen. Mit der Zeit wurde ihr besser, und dann bekam sie den Moralischen. Sie heulte und sagte, sie werde ihrem Vater alles beichten, auch wenn er sie dann in ein Internat stecke. Sie war laut, viel zu laut, und in dem kleinen Park war es dunkel. Wir merkten erst, dass jemand uns zuhörte, als er vor uns stand. Ich konnte ihn nicht genau erkennen – es war ja stockfinster, aber der Stimme nach war es Claude.

Was, du willst mich verpfeifen, du Kröte!, zischte er. Das werde ich dir eintränken! Allen beiden werde ich es euch eintränken! Ich erschrak tödlich und rannte weg. Ich hörte noch, wie Petra schrie, und dann war alles still.“

„Meinst du, er hätte ihr etwas getan?“

„Ich weiß es nicht. Jedenfalls ist sie nicht hier. Heute morgen ganz früh hat ihre Mutter bei uns angerufen und wollte wissen, ob ich sie gesehen habe. Ich sagte natürlich Nein.“

„Dann halte den Schnabel, Mildred. Du kannst nichts mehr daran ändern. Wahrscheinlich hat er Petra verprügelt. Wenn wir gefragt werden, so wissen wir von nichts.“

 

 

5

Jack Braden nahm sich Zeit. Kurz nach halb elf stoppte er vor dem viereckigen Kasten aus Glas und Beton, der die Concordia Life Insurance beherbergte.

Alles ging wie am Schnürchen. Der Portier winkte einem Pagen, und der begleitete Braden in den Expresslift und dann in der 22. Etage einen Gang hinunter, von dem auf beiden Seiten unzählige Türen abgingen. An einer dieser Türen stand „Sekretariat General Manager.“

„Hier ist es.“

Jack Braden trat ein. Es war das übliche Bild. Ein paar sehr kompetent aussehende, bebrillte Mädchen schrieben und tippten. Als er seinen Namen nannte, sagte eine davon mit einem vorwurfsvollen Blick auf die Uhr:

„Sie werden bereits erwartet, Mister Braden.“

Das Office des Mr. Schindler war ein kleiner Tanzsaal, mit Teppichen ausgelegt, und hinter einem Schreibtisch, an dem drei Leute Platz gehabt hätten, saß Mr. Julian Schindler.

Trotz der warmen Witterung trug er einen tadellosen Börsenanzug und auf dem blendend weißen Hemd einen hellgrauen Schlips. Trotzdem er saß, stellte Braden fest, dass er über den Durchschnitt groß sein musste. Sein strenges Gesicht mit den dunklen, etwas zusammengekniffenen Augen und der mächtigen Nase erinnerte an einen Staatsmann, dessen Bild man häufig in der Presse bewundern kann.

„Good morning, Mister Schindler“, grüßte der Privatdetektiv.

Der Versicherungsboss warf, genau wie seine Sekretärin, einen Blick auf die Armbanduhr und knurrte: „Sie sind fünf Minuten zu spät.“

Er erhielt keine Antwort. Jack Braden setzte sich und wartete.

„Und nun erzählen Sie mir Ihren Roman noch einmal! Ich habe inzwischen mit meiner Frau gesprochen, konnte aber am Telefon nichts von ihr erfahren. Der Teufel hole die Weiber!“

Auf diesen Wunsch ging Braden nicht ein. Er berichtete mit kurzen Worten, was Mrs. Schindler ihm gesagt hatte, und ebenso, dass die Stadtpolizei nichts von Petra wusste.

„Sie hat weder einen Unfall gehabt, noch ist sie plötzlich erkrankt“, sagte er.

„Wer hat Ihnen überhaupt erlaubt, die Polizei zu fragen?“, fragte Schindler und trommelte auf dem Schreibtisch.

„Ihre Gattin hat mich beauftragt, nach Petra zu forschen. Natürlich war mein erster Gedanke, sie könne einen Unfall gehabt haben. Aber, ich möchte fast sagen, leider trifft das nicht zu.“

„Wahrscheinlich hat sie etwas angestellt und fürchtet sich, nach Hause zu gehen. Ich kenne das“, war die Antwort.

Bevor Jack Braden darauf erwidern konnte, klingelte es. Ein junges Mädchen zwischen 17 und 18 Jahren kam mit einer Unterschriftenmappe herein. Als sie Braden sah, wurde sie rot und wollte wieder verschwinden, aber Schindler hielt sie zurück.

„Kommen Sie nur her, Claire. Der Herr beißt nicht.“

Sie legte die Mappe hin und ging.

Es schien wirklich so, als ob der so korrekte Mr. Schindler Erfahrung mit 17-jährigen hatte und wusste, wie es ihnen zumute war, wenn sie „etwas angestellt“ hatten.

Braden ließ sich nichts anmerken, und Mr. Schindler schien die Beobachtungsgabe eines Privatdetektivs sehr gering einzuschätzen.

„Und was wollen Sie nun eigentlich?“, fragte der Manager.

„Ich will gar nichts. Ihre Gattin hat mich flehentlich gebeten, nach Ihrer Tochter zu suchen. Ich wollte das natürlich nicht ohne Ihre Einwilligung tun.“

„Und ohne mein Geld! Privatdetektive sind im Allgemeinen nicht gerade billig.“

„Auch Versicherungen sind nicht gerade billig, Mister Schindler. Selbstverständlich werde ich Ihnen meine Spesen berechnen. Mein Honorar richtet sich nach der finanziellen Lage des Klienten.“

„Aha!“

„Ich will mich Ihnen absolut nicht aufdrängen, Mister Schindler. Sie können eine andere Agentur beauftragen oder auch gar nichts tun. Das bleibt Ihnen überlassen.“

Mr. Schindler schien unschlüssig zu sein. „Sie haben selbstverständlich eine Lizenz?“

„Hier ist sie. Außerdem können Sie sich beim High Commissioner der Stadtpolizei und, wenn Sie wollen, beim First Agent des Federal Bureau of Investigation, Mister Gilford, nach mir erkundigen.“

„Hm.“

Das Telefon klingelte.

„Für Sie“, sagte der Generaldirektor und reichte den Hörer hinüber.

Es war die Citizen Police, Leutnant Bob Temper von der Mordkommission II.

„Hello, Jack! Miss Barris hat mir gesagt, wo ich Sie erwischen könnte. Ich erfahre, dass Sie sich vorhin nach einem Mädchen namens Petra Schindler erkundigt haben. Ich weiß nicht, ob sie es ist, aber sowohl ihr Taschentuch als auch ihre Wäsche ist mit den Buchstaben P.S. gezeichnet.“

„Was ist mit ihr?“

„Sie wurde ermordet. Man hat sie vor einer halben Stunde in einem kleinen Park an der sechsundvierzigsten Straße, das heißt mitten in Teufels Küche, unter einem Busch erwürgt aufgefunden.“

„Wie sieht sie aus?“

„Wie eine achtzehn- oder neunzehnjährige. Sie hat langes, schwarzes Haar und muss im Leben sehr hübsch gewesen sein.“

„Ich komme sofort hin, um sie mir anzusehen.“ Jack Braden legte auf.

„Nun, Sie scheinen ja ein recht munteres Geschäft zu haben!“, grinste Mr. Schindler.

„Der Anruf betraf Ihre Tochter Petra.“

„Tatsächlich! Wo hat sie sich herumgetrieben?“

„Mister Schindler, es tut mir aufrichtig leid, dass meine Ahnung mich nicht getrogen hat. Ihre Tochter …“ Braden suchte nach Worten.

„Was ist mit Petra? Spannen Sie mich nicht auf die Folter!“

„Petra ist tot. Sie wurde wahrscheinlich heute Nacht ermordet.“

Der Ausdruck im Gesicht des allmächtigen Managing Directors veränderte sich schlagartig. Er wurde blass. Sein Mund sackte, seine Fäuste ballten sich.

„Sie lügen!“, schrie er.

„Ich hoffe, dass ich mich täusche, aber ich glaube es nicht. Trägt die Wäsche Ihrer Tochter das Monogramm P.S.?“

„Das weiß ich nicht.“

„Nun, man hat ein junges Mädchen, in dessen Taschentuch und Wäsche dieses Monogramm eingestickt ist, tot an der sechsundvierzigsten Straße gefunden. Die Beschreibung passt auf Ihre Tochter.“

„Wo ist sie?“

„Im Polizeihauptquartier im Leichenschauhaus.“

Mr. Schindler sprang auf und stürmte hinaus. Braden konnte ihm kaum folgen. Im Vorzimmer rief Schindler den Mädchen zu: „Meinen Wagen! Es eilt!“

Die große Luxuslimousine mit dem livrierten Fahrer am Steuer stand bereits mit laufendem Motor. Schindler sprang hinein.

Braden musste sich beeilen, damit er ihn nicht aus den Augen verlor. Knapp zehn Minuten später stoppten sie dicht hintereinander vor dem Polizeigebäude.

Detektiv-Leutnant Temper, der Chef der Mordkommission II, sah aus wie ein neugeborenes Kind, mit rosigen Bäckchen und seidenweichem Haar. Niemand hätte in ihm einen der tüchtigsten Polizeidetektive New Yorks vermutet.

Auf seinem Schreibtisch zwischen Akten und Schriftstücken lag eine Handtasche. Es war eine kleine Handtasche aus rotem Lackleder.

Schindler war stehen geblieben. Er starrte auf das kleine, glänzende Täschchen, als ob es sonst nichts in dem Raum gäbe.

„Woher haben Sie das?“, fragte er gepresst.

Braden gab dem Leutnant einen Wink, und der begriff.

„Wir haben es gefunden?“

„Wo haben Sie es gefunden? Lassen Sie sich doch nicht jedes Wort abkaufen!“, brauste der Direktor auf.

„In einem Gebüsch im Park der sechsundvierzigsten Straße, dicht neben dem Körper eines ermordeten Mädchens.“

Der große, kräftige Mann schwankte. Er hielt sich am Schreibtisch fest. Als Braden ihm einen Stuhl hinschob, brach er darauf zusammen und vergrub das Gesicht in beiden Händen.

Braden nahm Petras Bild heraus und reichte es dem Leutnant hinüber. Temper warf einen Blick darauf und nickte.

Es dauerte lange, bis Mr. Schindler die Hände vom Gesicht nahm und sich aufrichtete.

„Wo ist sie? Ich will sie sehen.“

„Wäre es nicht besser, wenn Sie damit noch etwas warten würden? – Sie müssen verstehen, es ist kein schöner Anblick.“

„Ich will sie sehen!“, forderte Schindler stur. „Ich will ganz sicher sein.“

Sie gingen über den Gang zum Paternoster und fuhren hinunter in den Keller. Die Luft hier unten war feuchtkalt. Sie gingen durch den weißgetünchten Korridor bis zu der grün gestrichenen, eisernen Tür und durch sie in den Vorraum des Leichenkellers.

Braden fröstelte.

„Einen Augenblick.“ Leutnant Temper verschwand in dem kleinen Büro des Wärters.

„Hier drüben.“

Es war ein Raum mit weißen Wänden, weißem Fußboden und weißen Möbeln.

Auf einem Tisch lagen Wäsche und Kleidungsstücke. Die Wäsche war mit P.S. gezeichnet.

„Kennen Sie die Sachen?“, fragte Leutnant Temper.

Schindler schüttelte den Kopf. „Wo ist sie?“, drängte er.

Als der Leutnant eine weitere Tür öffnete, schob Schindler ihn beiseite und ging als erster hinein.

Der Polizeiarzt, Doc Turner, zog ein Leinentuch über etwas, mit dem er sich gerade beschäftigt hatte, und drehte sich um. Bevor jemand den Direktor der Concordia daran hindern konnte, stand Schindler an dem Seziertisch und riss die Hülle von dem Gesicht der Toten.

Er warf nur einen langen Blick auf die entstellten Züge, zog das Tuch leise und zärtlich wieder darüber und ging nach draußen.

Als die drei Männer im Office des Leutnants ankamen, war Schindlers Gesicht eine starre Maske. Er setzte sich. Er nahm eine Zigarre aus dem Etui, duldete es, dass Braden ihm Feuer gab, aber er dankte nicht. Er sog den Rauch in die Lungen und stieß ihn wieder aus.

„Was haben Sie bis jetzt getan, und was gedenken Sie noch zu tun, um den Mörder meiner Tochter zu fassen und zur Verantwortung zu ziehen?“, fragte er mit derselben beherrscht kalten Stimme, mit der er in seinem Betrieb Befehle gab oder Rügen erteilte.

„Bis jetzt kann ich noch nichts sagen, Mister Schindler“, erklärte der Leutnant. „Meine Leute sind noch dabei, am Tatort nach Spuren zu suchen und sicherzustellen. Der Arzt ist der Ansicht, dass der Mord gestern Abend zwischen elf und zwölf Uhr begangen wurde. Das ist so ziemlich alles, was wir bis jetzt wissen.

Ich weiß nicht, ob Ihnen die Gegend zwischen der neunten und zehnten Avenue und der sechsundvierzigsten bis vierundvierzigsten Straße bekannt ist. Man nennt sie die Teufelsküche. Sie wird beherrscht von Banden von Jugendlichen, die dort allen möglichen Unfug anstellen und mitunter auch Verbrechen begehen. Es gibt dort eine Unmenge von Kellerkneipen, in denen getanzt, getrunken und Haschisch geraucht wird. Wir sind gerade dabei, alle diese Lokale durchzukämmen. Ob wir dabei ein Resultat erzielen, ist sehr zweifelhaft. Die Leute in dieser Gegend halten zusammen. Selbst wenn jemand Ihre Tochter kennt oder etwas über den Mord weiß, so wird er den Mund halten. Es ist lebensgefährlich, über dergleichen zu reden.“

„Das sind Redensarten. Ich verlange, dass der Mörder schnellstens gefunden wird! Verstehen Sie mich, Leutnant, ich verlange! Es kann nicht schwer sein, fest zustellen, wer meine Tochter in diese scheußliche Gegend verschleppt hat. Freiwillig ist sie niemals hingegangen. Ich will Sie jetzt nicht mehr in Ihren Bemühungen aufhalten. Ich erwarte schnellstens eine Erfolgsmeldung.“

Er stand auf, nickte kurz und ging zur Tür. Die Hand auf der Klinke, drehte er sich nochmals um.

„Wann … Wann kann ich sie haben?“, fragte er.

„Sowie der Arzt die unbedingt nötige Untersuchung beendet hat. Ich werde Ihnen Bescheid geben.“

Direktor Schindler ging wortlos hinaus. Braden folgte ihm. Schindler drehte sich nach ihm um.

„Ich möchte Sie noch sprechen, Mister Braden. Kommen Sie in mein Büro.“

Die Unterredung im Gebäude der Concordia Life Insurance war kurz. Schindler schrieb einen Scheck über fünftausend Dollar aus.

„Hier, damit Sie nicht glauben, Sie müssten sparen. Ich verzichte auf Abrechnung. Die Polizei mag tüchtig sein, aber zu schwer beweglich. Tun Sie, was Sie können. Wenn Sie auf Schwierigkeiten stoßen, so wenden Sie sich an mich. Mein Vetter sitzt im Stadtrat und ein entfernter Verwandter im Repräsentantenhaus. Ich kann Ihnen jederzeit den Rücken decken.“

„Ich brauche noch verschiedene Angaben über Freundinnen, Bekannte und so weiter“, erinnerte Braden.

„Wenden Sie sich an meine Frau. Ich weiß davon nichts. Sagen Sie einmal, kann man irgendwie vermeiden, dass die Sache in die Zeitung kommt?“

„Ich fürchte, das wird nicht möglich sein. Die Reporter im Presseraum des Hauptquartiers wissen sicherlich bereits Bescheid. Die Nachricht von einem derartigen Mord lässt sich nicht unterdrücken.“

„Auch das noch!“

Braden hob die Schultern, grüßte noch einmal und ging.

 

 

6

Am Pier 59 im Hudson, da wo die 18. Straße auf den Express-Highway mündete, lag der Dampfer ALICANTE der Panama Pacific Line mit einer Ladung Bananen. Die noch unreifen Früchte wurden in Netzen an Land befördert. Dabei brachen von den Stauden einzelne Früchte ab, die in Säcke gestopft und so auf die bereit stehenden Lastkraftwagen verladen wurden. Es konnte nicht auffallen, dass einige Säcke bereits gefüllt von Bord gebracht wurden.

Eine Reihe von Fahrzeugen verließ das Hafengelände. Es waren im ganzen 27 mit Bananen beladene Wagen. Sie fuhren den Express-Highway entlang über den Lincoln-Tunnel hinweg, bis zu den Fruchtschuppen am Lincoln Square.

Niemand kümmerte sich darum, dass in der 46. Straße einer der Laster ausscherte, die Elevenths Avenue kreuzte und durch einen Torbogen verschwand. Im Hof standen bereits zehn oder zwölf Arbeiter bereit. Im Nu war das Fahrzeug entladen und die Säcke in einem kleinen Schuppen gestapelt.

Es waren merkwürdige Bananen, die sich in diesen Säcken befinden mussten. Sie rochen nicht wie Früchte, sondern ähnlich wie Heu, nur viel strenger.

Dieser fremdartige Geruch fiel auch einem ungefähr 16-jährigen Jungen auf, der neugierig in dem Hof herumschnüffelte. Schnuppernd ging er auf den kleinen Schuppen zu und stieß einen der Arbeiter vertraulich in die Seite.

„Hör mal! Kannst du mir davon nicht eine Handvoll abgeben?“, grinste er. „Habe lange nichts mehr davon gehabt. Der Stoff ist zu teuer für mich.“

Der Angeredete starrte dem Bengel ins Gesicht, und dann packte er ihn mit hartem Griff am Kragen und riss ihn in den Schuppen. Der Junge wollte schreien, aber eine Hand legte sich über seinen Mund. Er brachte nur ein Gurgeln heraus.

Die Tür des Schuppens knallte zu.

Am nächsten Morgen wurde Bill Moses aus dem Hudson gefischt. Wie der als gutmütig bekannte Junge dahin geraten war, blieb ein Rätsel.

 

 

7

Jack Braden war gerade in seinem Office angekommen, als Dawn Barris, seine Sekretärin und Vertraute, den Hörer des Fernsprechers abnahm.

„Braden Investigation“, meldete sie sich, und dann: „Für Sie, Jack.“

Es war Detektiv Leutnant Temper von der Citizen Police.

„In der Mordsache Petra Schindler hat sich etwas Überraschendes ergeben“, sagte er. „Beschäftigen Sie sich noch damit?“

„Ja. Ich habe den offiziellen Auftrag und einen großzügigen Vorschuss bekommen.“

Details

Seiten
113
Jahr
2021
ISBN (eBook)
9783738951882
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2021 (März)
Schlagworte
jack braden thriller tochter

Autor

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