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Mortimer Grants mörderische Pläne: N.Y.D. – New York Detectives

2021 116 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Mortimer Grants mörderische Pläne: N.Y.D. – New York Detectives

Copyright

Die Hauptpersonen des Romans:

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Mortimer Grants mörderische Pläne: N.Y.D. – New York Detectives

Krimi von A. F. Morland

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 116 Taschenbuchseiten.

 

Er ist Polizist mit Leib und Seele. Doch nach einem Einsatz wird Angus Hamilton schwer verletzt. Als man ihn zwangspensioniert, bricht für ihn eine Welt zusammen. Er fühlt sich auf das Schändlichste abserviert. In diesem Zustand ist Angus Hamilton der beste Kandidat für Mortimer Grants mörderischen Pläne.

Als der Privatdetektiv Bount Reiniger durch einen V-Mann einen Tipp bekommt, versetzt ihn das sofort in Alarmbereitschaft ...

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© COVER STEVE MAYER

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Die Hauptpersonen des Romans:

Angus Hamilton — Der Polizeidienst war sein Leben. Als sie ihn zwangspensionierten, war ihm,

als wäre er tot.

Lad Maddox — Er killte jedermann zum Höchstpreis.

Mortimer Grant — Er gehörte zu jenen Leuten, die alles hassten, was aus dem Osten kam.

June March — ist Bounts Assistentin und hilft ihm bei seinen Fällen.

Bount Weber — Das ist der Privatdetektiv Bount Reiniger, der in die Haut eines Profikillers

schlüpfte, um einen Meuchelmord zu vereiteln.

 

 

1

Es passierte wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Bount Reiniger hielt sich gerade in seiner Bankfiliale auf. Er hatte seine Kreditkarte verloren und war gekommen, um sich das Duplikat abzuholen. Plötzlich waren sie da, als wären sie aus dem Marmorboden gewachsen: drei unheimliche Typen, groß, schlank, gefährlich. Sie trugen riesige Schlapphüte, Sonnenbrillen, die das halbe Gesicht verdeckten, der Kragen ihrer Jacken war hochgeschlagen. Und in den Fäusten hielten sie großkalibrige Kanonen. Mit diesen Dingern konnten sie Löcher schießen, die groß wie Tomaten waren.

Das gesamte Bankpersonal war schlagartig gelähmt. Auch die Kunden wagten nicht, den kleinen Finger zu rühren. Bount dachte an die Automatic, die in seiner Schulterhalfter steckte. Aber im Augenblick wäre es Selbstmord gewesen, nach ihr zu fassen.

Wie eine Hammelherde wurden sämtliche in der Bank befindliche Personen im Kundenraum zusammengetrieben. Nur der Kassierer musste in seinem Glaskäfig sitzen bleiben. Ein Gangster stand neben ihm und schob ihm den Lauf seines Revolvers in den Gehörgang.

„Bleib bloß vom Fußschalter weg, mein Junge!“m zischte der Verbrecher mit verstellter Stimme. „Sonst hörst du es verdammt laut knallen, und dein Hirn fliegt bis zum nächsten Schalter hinüber!“

Der Kassierer rollte verstört mit den Augen. Schweiß brach aus seinen Poren. Er saß so steif da, als hätte er einen Ladestock verschluckt.

Bount Reiniger und die anderen mussten sich auf den Bauch legen.

„Alle lassen die Nase unten!“, schrien die beiden Bankräuber. „Wenn einer von euch den Kopf hebt, kriegt er ’ne Kugel in die Birne. Alles klar?“

Bount hörte die ängstlichen Leute um sich herum heftig keuchen. Er war wütend, aber er wusste, dass es klüger war, im Augenblick den Befehlen der Gangster zu gehorchen. Der Marmor war kalt. Bount lag mit der linken Wange darauf. Es kribbelte ihn in den Fingern. Seine Automatic war eine große Verlockung für ihn. Er konnte kaum widerstehen. Es kann manchmal sehr schwer sein, der Vernunft zu gehorchen. Vor allem dann, wenn man zornig ist.

Der Kassierer bekam Plastiktüten.

„Einpacken!“, fauchte der Kerl, der sich um den Schaltermann kümmerte. „Und zwar alles!“

Mit zitternden Händen schob der Kassierer die Banknotenbündel in die Tüten. Seine Miene zeigte Wehmut, als müsse er sich von seinem Eigentum trennen. Das war es zwar nicht, aber dieses Geld war ihm anvertraut, und es sträubte sich in ihm alles, weil er gezwungen war, die vielen Dollar an Verbrecher auszuhändigen. Der blanke Selbsterhaltungstrieb zwang ihn, zu gehorchen.

„Schneller!“, bellte der Gangster ungeduldig. Er hob die Waffe und schlug mit ihrem Lauf auf die Schulter des Kassierers. Der Mann verzog schmerzhaft das Gesicht und stöhnte leise auf. „Weiter! Nun mach schon!“, stieß der Verbrecher wütend hervor.

Sobald alles Geld in den Nylontüten war, stieß der Kerl am Geldschalter einen schrillen Pfiff aus. Die anderen kamen zu ihm. Jeder griff sich eine Tüte. Nun musste auch der Kassierer aus seinem Käfig kommen.

„Leg dich neben die anderen auf den Boden!“, wurde ihm befohlen.

Er legte sich neben Bount und zitterte vor Wut.

„Herhören!“, bellte einer der Gangster. „Ihr rührt euch jetzt fünf Minuten nicht vom Fleck! Fünf Minuten, verstanden?“

Schritte. Die Kerle stürmten zum Bankausgang. Bount hob den Kopf.

„Wieviel haben sie erwischt?“ fragte er den Kassierer.

„85 000 Dollar!“, stöhnte dieser.

„Ich will versuchen, das Geld zurückzuholen“, zischte Bount und federte auf die Beine.

„Sind Sie wahnsinnig?“, schrie ein Mann halb links. Vermutlich mit voller Hose. „Die knallen Sie ab, wenn Sie die Nase aus der Bank stecken.“

„Keine Sorge“, gab Bount Reiniger zurück. „Ich kann ganz gut auf meine Nase aufpassen. Und auf alles übrige auch.“ Seine Hand glitt ins Jackett. Er zog die Automatic, legte den Sicherungsflügel um und stürmte hinter den Bankräubern her.

„Er ist verrückt!“, hörte er den Mann mit der vollen Hose ächzen. „Vollkommen verrückt! Ein Selbstmörder ist er! Kann ihn denn keiner zur Vernunft bringen?“

Bount warf die Glastür auf. Die Gangster jagten über den Gehsteig auf einen Wagen zu, dessen Motor leise blubberte. Ein fleischiger Kerl saß am Steuer des Wagens. Als seine Komplizen angeschnauft kamen, warf er die Türen für sie auf, damit sie sofort in den taubengrauen Cadillac springen konnten.

Da jaulten plötzlich Polizeisirenen die Straße heran. Einer der Bankräuber stieß einen Fluch aus. Die Gangster warfen die Nylonsäcke in den Caddy. Ehe sie jedoch alle einsteigen konnten, waren die beiden Polizeifahrzeuge da.

„Verdammt!“m schrie einer von ihnen. „Jemand muss uns verpfiffen haben.“

Die Kerle richteten ihre 45er Kanonen sofort auf die Bullen. Und schon im nächsten Augenblick brach die Hölle los. Ein ohrenbetäubendes Knallen trieb die Passanten in die umliegenden Häuser. Bount eröffnete ebenfalls das Feuer. Die Gangster zwangen ihn mit einem Kugelhagel in Deckung.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sprang ein Mann aus seinem Dienstwagen. Bount sah den grauen Wollkopf und wusste, wer es war: Captain Angus Hamilton, ein Durchreißer, ein Rabauke, einer, der mit Gangstern wenig Federlesens machte.

Diesmal nahm sich Hamilton allerdings zu viel vor. Bount standen die Haare zu Berge, als er sah, was gleich geschehen musste. Hamilton war als Draufgänger bekannt, und er hatte es seinem überaus tüchtigen Schutzengel zu verdanken, dass er trotz seiner 55 Jahre in all den vielen Einsätzen, die er bereits hinter sich gebracht hatte, niemals einen Kratzer abbekommen hatte. Vielleicht war es diese Tatsache, die ihn meinen ließ, er wäre unverwundbar.

Einmal ist immer das erste Mal.

Für Hamilton war es diesmal. Er hatte wohl seinen Schutzengel auf dem Revier gelassen. Schießend kam er über die Straße gerannt. Sein kantiges Gesicht war zu einer grimmigen Maske erstarrt. Wie ein gnadenloser Racheengel schnaufte er vorwärts. Man konnte es Mut nennen, oder sträflichen Leichtsinn. Hamilton forderte sein Schicksal regelrecht heraus. Bounts Kopfhaut zog sich schmerzhaft zusammen, als es passierte.

Angus Hamilton wurde mitten im Lauf getroffen. Die Kugel stoppte ihn, rüttelte seinen kräftigen Körper durch. Er riss die wasserhellen Augen auf, war verblüfft, dass ihm nach einer so langen Glückssträhne so etwas geschehen konnte, konnte nicht begreifen, dass sich eine Gangsterkugel in seinen Bauch verirrt hatte.

Die Waffe entfiel seiner Hand. Er brach ächzend zusammen. Bount federte aus seiner Deckung, als er das sah und feuerte blindwütig auf die Bankräuber. Diese sprangen nun atemlos in ihren Wagen, der sofort mit brüllendem Motor davonraste.

Bount und die Cops schickten dem Fluchtwagen noch einige Kugeln nach. Ein Projektil zerschlug die Heckscheibe des Verbrecherautos, aber dadurch war das Fahrzeug nicht zu stoppen.

Hamilton lag mitten auf der Fahrbahn. Bount lief zu ihm. Die Besatzung des Patrolcars warf sich in den Streifenwagen und nahm unverzüglich die Verfolgung der Gangster auf. Von drüben kam Hamiltons Assistent, Jock Broon, mit kreidebleichem Gesicht gelaufen. Er war schneller beim Captain, wollte den Schwerverletzten aufheben und zum Fahrbahnrand tragen.

„Nicht anfassen!“, schrie Bount besorgt. „Ein Bauchschuss ist eine verflucht kritische Angelegenheit.“

Broons Hände zuckten zurück. Er hob den Kopf und erkannte Reiniger. Sein Blick drückte Ratlosigkeit aus. Er war verstört und klapperte vor Erregung mit den Zähnen.

„Mein Gott, wie konnte das bloß passieren?“, stieß er keuchend hervor.

„Das kann ich Ihnen sagen“, erwiderte Bount mit schmalem Mund. „Er hat es regelrecht herausgefordert. Schnell, Broon, laufen Sie zu Ihrem Wagen. Wir brauchen ganz dringend einen Krankenwagen.“

Broon wirbelte auf den Hacken herum. Bount sank neben Hamilton auf die Knie. Der Captain war bei Bewusstsein. Er hatte glasige Augen, aber er erkannte Bount Reiniger.

„Bount!“, gurgelte er. „Sie ... trifft man immer da, wo was los ist ...“

„Besser, Sie sind still, Angus“, riet Bount dem Mann. Der Captain krampfte seine Finger in die Bauchdecke. Ununterbrochen quoll Blut aus der Schusswunde. Hamilton knirschte mit den Zähnen. Er hatte entsetzliche Schmerzen. Unter seinem Körper bildete sich eine Blutlache.

Herrje, er verblutet!, dachte Bount bestürzt. Der Mensch hat fünf bis sechs Liter Blut in seinem Körper. Wieviel davon befindet sich bereits auf der Straße?

Was bei Bauchverletzungen zu tun war, wusste Bount. Beim Verletzten stellten sich zuerst Schmerzen und dann Übelkeit ein. Bis zum Erbrechen. Hamilton würgte bereits. Bount stellte die Beine des Mannes behutsam auf. Er riss sich das Jackett von den Schultern, rollte es zusammen und schob diese Rolle unter Hamiltons Knie. Dann fasste er unter den Kopf des Captains und hob ihn etwas an.

„Der Krankenwagen ist schon auf dem Weg, Angus!“, sagte Reiniger eindringlich.

Hamilton wurde von einem heftigen Schüttelfrost gepackt. Es sah sehr schlimm für ihn aus. Bount ließ sich seine Sorge jedoch nicht anmerken. „Man sollte Sie verprügeln, Angus!“, wetterte er. „Wie konnten Sie nur so schrecklich leichtsinnig sein?“

„Ich sah rot ...“

„Das sehe ich jetzt auch. Und es ist Ihr Blut!“, knurrte Reiniger.

Jetzt gab es den obligaten Menschenauflauf. Die Gefahr war vorüber. Nun wollten alle den Kriegsschauplatz besichtigen. Die Leute kamen so nahe heran, dass sie beinahe auf den Verletzten traten.

„Zurück!“, schrie Bount die Leute wütend an. „Zurück! Verdammt noch mal, hier gibt es nichts zu sehen! Was wollt ihr denn? Wollt ihr in seinem Blut baden?“

Endlich kam Broon zurück. Er boxte sich durch die gaffende Menge und drängte die Leute von Hamilton weg.

„55 Jahre…“, röchelte Angus Hamilton.

„Still!“, zischte Bount nervös.

„55 Jahre ... habe ich auf mich ganz gut aufgepasst ...“

„Halten Sie doch den Mund, Angus! Das Reden tut Ihnen nicht gut.“

„Ich muss reden ...“

„Gar nichts müssen Sie, verdammt noch mal!“, schnauzte Bount den starrsinnigen Captain an.

„Ein Ende ... auf der Straße“, seufzte Hamilton. „Umgeben von gaffenden Leuten - Gott, wie hasse ich das ...“

„muss ich Ihnen den Mund zuhalten, Angus“, blaffte Reiniger gereizt. „Was heißt denn Ende? Sie können sich noch nicht aus dem Staub machen. Sie sind erst 55. Man wird Sie ins Krankenhaus schaffen, wird die Kugel aus Ihrem Bauch herausholen, wird Sie wieder zusammenflicken, und Sie werden in Ihr Revier zurückkehren. So sieht’s aus. Von Ende kann überhaupt nicht die Rede sein, Angus!“

„Es ... brennt ganz teuflisch, Bount ...“

„Ich weiß, dass ein Bauchschuss kein Honiglecken ist, Angus. Aber Sie müssen deshalb noch lange nicht daran denken, den Löffel wegzulegen. Die Chirurgen sind die reinsten Zauberer. Sie werden wieder wie neu, Angus. Sie können mich beim Wort nehmen.“

Bount hob den Kopf und suchte Broons Augen. Sein Blick fragte: Wo bleibt bloß der Krankenwagen? Soll Hamilton hier verbluten? Jock Broon hob verzweifelt die Schultern.

„Es brennt ...“stöhnteHamilton.

„Es geht vorbei.“

„Es brennt, als hätten sie mir eine Phosphorkugel in den Bauch geschossen ...“, röchelte Hamilton. Dann erschlaffte sein Körper. Bount fuhr ein Eissplitter ins Herz. Gemurmel um ihn herum. Er legte sein Ohr auf Hamiltons Brust. Dem Himmel sei Dank, dachte er. Er lebt noch. Sein Herz schlägt noch.

„Nur eine Ohnmacht“, sagte er zu Broon.

Noch in derselben Minute kam der Krankenwagen ...

 

 

2

Sie fühlten sich wie zwei Tiger, die man zu füttern vergessen hatte. Nervös liefen sie im Warteraum des Krankenhauses hin und her. Ein Wunder, dass sie niemals zusammenstießen. Jock Broon war einen halben Kopf kleiner als Bount. Der Assistent des Captain hatte ein hohlwangiges Gesicht und stets schläfrige Augen, obwohl er immer hellwach war. Broon war 28 Jahre alt, ledig, wohnte noch bei seiner Mutter und war im Umgang mit schönen Mädchen äußerst schüchtern.

Sie hatten Reinigers Chesterfields bis zum letzten Glimmstängel aufgeraucht. Die zusammengeknüllte Packung lag im Papierkorb. Bount wischte sich die feuchten Handflächen an der Hose trocken und warf einen ungeduldigen Blick auf seine Rolex.

„Zwei Stunden lassen die uns nun schon warten“, presste Bount Reiniger grimmig hervor. „Zwei Stunden schneiden die nun schon im Operationssaal an Angus Hamilton herum. So groß ist sein Bauch doch gar nicht.“

Broon zog die Brauen zusammen.

„Es wird doch hoffentlich keine Komplikationen gegeben haben.“

„Der Bauchschuss allein ist schon Komplikation genug“, brummte Bount. „Angus hat viel Blut verloren, das wissen Sie ...“

„Er tut mir leid.“

„Sie mögen ihn sehr, nicht wahr?“

Broon nickte ernst.

„Es ist zwar nicht immer leicht, mit ihm auszukommen, aber er ist ein Vorgesetzter, der objektiv ist. Und er ist gerecht ...“

Bount winkte ab.

„Na, na, halten Sie jetzt keinen Nachruf! Soweit sind wir noch lange nicht. Hamilton ist ein verdammt zäher Bursche. Der kehrt an seinen Schreibtisch zurück. Mein Wort darauf. Waren Sie schon mal bei ihm zu Hause?“

„Nein.“

„Ich schon. Seither weiß ich erst, was für ein komischer Kauz Ihr Chef ist. Er liebt lautlose Hobbies. Züchtet Kakteen ...“

„Das weiß jeder auf dem Revier.“

„Und er sammelt deutsche Briefmarken“, sagte Bount. Er lächelte kurz. „Hat er Ihnen mal erzählt, wieso er Junggeselle geblieben ist?“

„Nein“, antwortete Broon. Sein Blick hing neugierig an Reinigers Lippen.

„Da war mal ein Supermädchen, als er 23 war. Er war verrückt nach ihr, hätte sich für sie in Stücke reißen lassen. Alles hätte er für dieses Mädchen getan, aber sie wusste das nicht zu schätzen und gab einem Zuhälter den Vorzug, der sie bald danach auf den Strich schickte. Darüber ist Angus niemals hinweggekommen. Bis zum heutigen Tag nicht. Er hatte Angst, noch mal so schlimm enttäuscht zu werden, deshalb ist er Junggeselle geblieben und ein ruppiger, aber hervorragender Polizist geworden. Sagen Sie, Jock, können Sie mal versuchen, Zigaretten für uns zu organisieren? Ich halte inzwischen hier die Stellung, okay?“

Broon nickte und verließ den Warteraum. Zehn Minuten später kam er zurück. Mit den Zigaretten und mit einer Neuigkeit.

„Ich habe mit meinem Revier telefoniert“, sagte der Junge.

„Und?“

„Die Bankräuber wurden gefasst. Das Geld ist bereits wieder da, wo es hingehört.“

Bount knirschte laut mit den Zähnen. Er ballte die Fäuste.

„Jetzt sollten die Kerle für Angus beten, denn wenn er nicht durchkommt, kriegen sie eine Mordanklage auf den Hals.“

Sie rauchten von den neuen Zigaretten. Und dann klappte die weiße Tür des Warteraums auf. Ein rosiges Schweinchengesicht erschien: Dr. Donovan. Der schwabbelige Kleine im blütenweißen Ärztekittel war einer der besten Chirurgen New Yorks. Man sah es ihm nicht an.

Bount stampfte die Chesterfield in den übervollen Wandaschenbecher. Mit angespannter Miene trat er dem Arzt einen Schritt entgegen.

„Nun, Doc? Er weilt doch noch unter uns, oder?“

Donovan nickte. Sein Doppelkinn zitterte wie frischer Pudding.

„Er hat sehr viel Blut verloren.“

„Ist mir als Laie sogar aufgefallen“, gab Bount zurück.

„Aber ich denke, mit ein bisschen Glück werden wir ihn durchbringen.“

„Er ist mit Leib und Seele Polizist, Doc“, sagte Bount ernst. „Er liebt seinen Beruf wie ein anderer seine Ehefrau. Er ist mit seinem Job verheiratet. Wird er seinen Dienst wieder versehen können?“

Dr. Donovans Blick tauchte in Reinigers geweitete Augen.

„Diese Frage ist leider noch reichlich verfrüht ...“

Bount zuckte unwillkürlich zusammen. Wenn Donovan so ausweichend antwortete, war Hamilton noch lange nicht über dem Berg. Der arme Teufel!, dachte Bount.

„Kann man zu ihm?“, fragte Jock Broon mit zitternder Stimme.

Dr. Donovan wandte sich ihm zu.

„Was wollen Sie bei ihm?“

„Ihn ansehen.“

„Er ist noch in der Narkose.“

„Ich möchte ihn nur sehen“, bettelte Broon. „Er tut mir so schrecklich leid.“

Donovan gab seine Einwilligung. Er führte Bount und den Assistenten des Captains in das Zimmer, in dem Hamilton untergebracht worden war.

Der Captain sah wie eine Leiche aus. Er war an mehrere Apparate angeschlossen, bekam eine Tropfinfusion. Sein Atem war so flach, dass man das Heben und Senken des Brustkorbes nicht merkte. Weiß wie das Laken, auf dem er lag, war sein Gesicht. Die Wangen eingefallen. Und unter den Augen lagen die Schatten einer deprimierenden Todesahnung.

Der Arzt nickte Bount und Broon kurz zu. Dann verließ er das Zimmer. Reiniger blieb fünfzehn Minuten. In dieser Zeit passierte überhaupt nichts. Sie starrten beide den Captain nur stumm an und bangten um dessen Leben.

„Gehen wir?“, fragte Bount, als die fünfzehnte Minute um war.

Broon schüttelte den Kopf.

„Ich will noch bleiben. Vielleicht kommt er zu sich. Es wird ihm guttun, ein vertrautes Gesicht zu sehen, wenn er aufwacht.“

Bount legte dem jungen Polizeibeamten die Hand kurz auf die Schulter.

„Ich möchte hören, was er gesagt hat, nachdem er die Augen aufschlug“, sagte Bount Reiniger.

Broon nickte. „Ich werde Sie anrufen.“

Bount ging.

Am Abend desselben Tages war Reiniger mutterseelenallein in seiner Junggesellenbude. So einsam wie diesmal hatte er sich schon lange nicht mehr gefühlt. Er trank Whisky, lag auf der Couch, hatte die Beine hochgelagert, versuchte an gar nichts zu denken und dachte doch immer wieder an die eine Szene: als Captain Angus Hamilton die Kugel in den Bauch bekam. Bounts Sekretärin, June March, war lange schon nach Hause gegangen. Sie hatte gemerkt, dass ihm etwas auf der Seele lastete und hatte ihm das Angebot gemacht, zu bleiben, damit er mit ihr über sein Problem sprechen konnte. Aber er hatte sie nach Hause geschickt. Es war besser so. Er schätzte June zwar sehr, aber manchmal musste er einfach allein sein. An Abenden wie diesem musste er sich selbst genügen.

Das Telefon meldete sich schnarrend.

Bount kämpfte sich hoch. „Ja?“

„Ich bin es“, sagte jemand am anderen Ende des Drahtes, und obwohl er seinen Namen nicht nannte, wusste Bount, dass es Jock Broon war.

„Nun, Jock? Ist er aufgewacht?“, erkundigte sich Bount gespannt.

„Ja, das ist er.“

„Konnten Sie mit ihm reden?“

„Er hat mich sofort erkannt. Ich will damit sagen, er war sofort geistig voll da.“

„Hat er Schmerzen?“

„Dagegen hat er was bekommen.“

„Wie geht es ihm?“, wollte Reiniger wissen.

„Er ... er hat geweint wie ein kleines Kind“, stammelte Broon. „Er spürt instinktiv, dass es nicht besonders gut um ihn steht, und er befürchtet, dass er nicht mehr ganz hochkommen kann. Wenn man ihn aus gesundheitlichen Gründen aus dem Polizeibetrieb ausbooten würde, wäre das das Schlimmste, was ihm passieren könnte. Es wäre ein Schock für ihn, der ihn halb wahnsinnig machen würde.“

„Ich weiß, wie sehr er an seinem Beruf hängt“, sagte Bount. Seine Stimme war in die Heiserkeit des Mitleids eingebettet. „Ich würde ihm gern irgendwie helfen ...“

„Ich auch“, sagte Broon. „Aber können wir ihm helfen, wieder ganz der Alte zu werden? Wir sind machtlos. Wir sind nicht sein Körper. Sein Bauch muss von selbst gesund werden. Dazu können wir nicht das Geringste beitragen.“

Bount seufzte schwer.

„Er hat mein tiefstes Mitgefühl.“

 

 

3

Einen ganzen Monat verbrachte Angus Hamilton im Krankenhaus. Es gab Komplikationen. Die Narbe brach auf. Er musste erneut operiert werden. Aber Hamilton nahm das alles tapfer auf sich. Mit einer unwahrscheinlichen Verbissenheit wollte er genesen. Bount besuchte den Captain sooft wie möglich. Zwei Männer, die sich bislang nur beruflich und kaum mal privat begegnet waren, fanden in diesen Tagen zueinander. Es bahnte sich eine merkliche Freundschaft zwischen den beiden an. Bount redete von der Zukunft, um Hamilton über die Gegenwart hinwegzubringen. Der Captain war gezwungen, als er das Bett verlassen durfte, ein dickes Stahlkorsett zu tragen, aber er war psychisch schon so weit genesen, um darüber Witze zu reißen.

Gleich nach dem Hospitalaufenthalt musste Angus Hamilton einen vierwöchigen Erholungsurlaub in den Catskill Bergen antreten. Von da kehrte er gestärkt, tatendurstig und braungebrannt nach New York zurück. Er fieberte dem Tag seines Dienstantritts entgegen. Eine Menge Untersuchungen zögerten die Arbeitswiederaufnahme noch etwas hinaus. Die Ärzte rieten Hamilton, sich künftighin zu schonen, er wäre zwar wieder halbwegs auf dem Posten, aber wenn er sich zu sehr überanstrengte, konnte es unter Umständen zu schlimmen Rückfällen kommen. Er sagte auf alles Ja und Amen, nur um endlich grünes Licht zu bekommen.

Und dann war der große Tag für Angus Hamilton da, wo er an seinen heiß geliebten Schreibtisch zurückkehren durfte. Im Großraumbüro seines Reviers gab es lauter strahlende Gesichter, als er da eintraf. Nur ein Gesicht strahlte nicht: das von Lieutenant Frank Breecy.

Breecy hatte den Captain während seiner zweimonatigen Abwesenheit vertreten und sich bereits gute Chancen ausgerechnet, den Posten demnächst ganz zu kriegen - mit Titel und offizieller Ernennung zum Revierleiter.

Nach wie vor trug der Captain sein Stahlkorsett. Wann er es ablegen durfte, wussten die Götter.

Er versammelte die Mannschaft um sich. Alle freuten sich, dass er wieder da war. Nur Breecy nicht. Da er seinen Dienst nicht überraschend antrat, hatten sich Hamiltons Leute darauf vorbereiten können. Sie hatten die schäbigen Wände des Raumes mit Girlanden dekoriert, hatten Geld zusammengelegt und damit einen ganz seltenen Kaktus für ihren Chef gekauft. Als sie ihm das stachelige Ding überreichten, stiegen ihm die Tränen in die Augen.

„Ihr seid ja verrückt!“, schrie er, obwohl er begeistert war. „Das Prachtstück muss ja ein Vermögen gekostet haben!“

„War nicht so schlimm, Chef“, grinste Jock Broon.

„Haben wir Weihnachten, he?“, fragte Hamilton seine Männer.

„Ein kleines Geschenk zum Wiedersehen“, meinte Broon. „Damit Sie sehen, dass Sie uns immer noch willkommen sind.“

Hamilton bedankte sich für das Geschenk mit bewegten Worten. Dann ballte er die Fäuste. „Teufel, ihr denkt doch hoffentlich nicht, dass ich mich mit diesem albernen Kaktus von euch hinterhältigen Kerlen bestechen lasse!“

Die Männer grinsten.

„Ich verlange wie eh und je bedingungslosen Einsatz!“, rief Hamilton. „Ist das klar, Männer?“

„Glasklar!“, riefen die Leute wie aus einem Mund.

„Dann will ich euer Geschenk mit Vorbehalt annehmen“, schmunzelte der Captain und trug den Kaktus in sein Office. Drinnen wandte er sich um und plärrte: „Lieutenant Breecy!“

Der Gerufene setzte sich sofort in Marsch. Er war ein drahtiger Kerl, ohne einen Freund im Revier. Ein Ellenbogenmensch. Manche schimpften ihn hinter der vorgehaltenen Hand ein Charakterschwein. Breecy machte es nichts aus, über Leichen zu gehen. Wenn es ihm einen persönlichen Vorteil brachte, verpetzte er Gott und die Welt an seine Vorgesetzten. Er trat ein. „Captain?“

„Schließen Sie die Tür!“, befahl Hamilton.

Breecy machte das. Er blieb stehen, und Hamilton bot ihm keinen Platz an. Mit umwölktem Blick sagte der Captain: „Ich habe mir vorhin Ihr Gesicht genau angesehen, Frank. Ist verdammt hart für Sie, dass ich an meinen Schreibtisch zurückkehre, wie? Ich weiß, wie es in Ihnen aussieht. Sie haben sich bereits als neuen Leiter dieses Reviers gesehen, hab’ ich recht?“

„Captain, Sie unterstellen mir da etwas ...“

Hamilton winkte mürrisch ab.

„Ihr enttäuschtes Gesicht straft Sie Lügen, Lieutenant. Versuchen Sie sich jetzt nicht auszureden! Tut mir leid, dass Sie sich schon zu früh gefreut haben, Frank. Werden wohl noch eine Weile auf diesen Posten warten müssen. Wird bestimmt nicht leicht sein für Sie, aber was können Sie dagegen tun?“ Jetzt grinste Hamilton spöttisch. „Gar nichts können Sie tun. Nur den Mund halten und arbeiten - so wie bisher.“

Dem Lieutenant war diese Konfrontation in höchstem Maße peinlich. Er war mehr für den Partisanenkampf: Messer von hinten. Solche offene Schlachten liebte er nicht. Sein Blut brodelte. Er hatte Mühe, sich zu beherrschen, ließ über sich ergehen, was ihm Hamilton an den Kopf warf und schaffte es, nicht einmal mit den Zähnen zu knirschen.

Nachdem ihn der Captain aus seinem Office geschickt hatte, ließ er sich von der Zentrale mit der Nummer 7743321 verbinden. Am anderen Ende der Leitung sagte June March ihr Sprüchlein auf: „Detektei Reiniger. Büro für private Ermittlungen ...“

Hamilton verlangte Bount Reiniger und bekam ihn umgehend. Bounts Stimme überschlug sich vor Freude.

„He, Angus. Wieder in Amt und Würden?“

„Na klar“, lachte der Captain. „Und wissen Sie, was ich als Erstes getan habe?“

„Was denn?“

„Ich habe den Kerl, der verdammt scharf auf meinen Posten ist, ziemlich gründlich heruntergeputzt. Mann, war mir das ein Vergnügen.“

„Wie läuft die Arbeit?“, erkundigte sich Bount.

„Bin noch ein bisschen aus dem Tritt, aber das wird schon wieder.“

„Und wie ist das Befinden des werten Bauches?“

„Kann nicht klagen.“

„Sie sollten sich trotzdem schonen, Angus“, riet Bount dem Captain.

„Alle Welt rät mir das“, gab Hamilton zurück. „Schonen! Schonen kann ich mich, wenn ich pensioniert bin. Wie sieht’s aus, Bount. Haben Sie mal Zeit, sich mit einem alten Captain auf ein Schnäpschen zusammenzusetzen?“

„Aber mit dem größten Vergnügen! Sagen Sie wann, ich werde kommen.“

„Passt es Ihnen morgen Abend?“

„Es passt mir immer.“

„Ich rufe dann morgen noch mal an, okay?“

„Tun Sie das!“

„Bount ...“

„Ja, Angus?“

„Ich möchte Ihnen danken.“

„Wofür denn?“, lachte Reiniger.

„Sie haben sehr, sehr viel für mich getan, Bount“, sagte Angus Hamilton ernst.

„Sie müssen Dinge nicht bereden, die selbstverständlich sind, Angus“, sagte Bount.

„Sie sind ein verdammt netter Kerl.“

Reiniger lachte. „Das weiß ich.“

Tags darauf trafen sie sich. Dann gab es für Bount einen Fall, der ihn nach Brasilien führte. Er konnte sich nicht mehr um Hamilton kümmern, war einer Rauschgiftbande auf den Fersen und kämpfte mit Klauen und Zähnen darum, diesen mächtigen Ring zu sprengen und der gefährlichen Schlange mit einem gewaltigen Streich den Kopf abzuschlagen. Sicherheitshalber nahm Bount seinen Assistenten Wilkie Lenning mit. Zwecks Rückendeckung.

Am Tag von Reinigers Abreise klappte Angus Hamilton zum ersten Mal zusammen. Es traf ihn wie ein furchtbarer Schock. Plötzlich begriff er, dass er nicht mehr vollwertig war, dass diese Gangsterkugel aus ihm einen Krüppel gemacht hatte, obwohl man ihm das nicht ansah. Erschüttert stand er vor dieser schrecklichen Tatsache, mit der er sich nicht abfinden konnte.

Verbissen und verzweifelt schleppte er sich durch die nächsten Wochen. Die Schwächeanfälle mehrten sich. Aber Hamilton suchte keinen Arzt auf. Zumeist warf es ihn zu Hause nieder, und niemand wusste davon. Zweimal hatte sich aber auch schon in seinem Office plötzlich der Boden unter seinen Füßen aufgetan. Er war gestürzt, und nur durch Zufall war seinen Mitarbeitern das entgangen.

Mit einem Mal begann der Captain seinen Stellvertreter zu fürchten. All die anderen Männer seines Reviers würden sich bedenkenlos hinter ihn stellen. Aber Breecy? Der würde sofort seine Chance wittern. Lieutenant Breecy würde erkennen, dass Hamilton, der knurrende Wolf, krank war, und er würde gewiss alles versuchen, um ihm blitzschnell die Flanken aufzureißen.

Frank Breecy war die größte Gefahr! Hamilton wusste das. Er ging dem Lieutenant aus dem Weg, schickte ihn in alle Himmelsrichtungen, um ihn vom Revier fernzuhalten. Abends putschte er sich mit kreislaufstärkenden Mitteln auf - und trotzdem hatte er innerhalb von 24 Stunden wieder mit zwei kritischen Ohnmächten zu kämpfen.

Eine Weile gelang es ihm, seine Schwäche zu vertuschen. Aber dann kriegte Lieutenant Breecy es spitz, und er leitete sofort alles das in die Wege, was in einem solchen Fall zu tun war. Ein Revier zu leiten, war eine verantwortungsvolle Aufgabe. Die konnte man doch unmöglich in den schwachen Händen eines kranken Mannes lassen. Man wurde höherenorts auf Hamiltons Zustand aufmerksam. Lieutenant Breecy wusste das entfachte Feuerchen geschickt zu schüren. Intrigen waren sein Fall. Er wusste, durch welche Kanäle er schlüpfen musste, um Angus Hamilton zu Fall zu bringen.

 

 

4

Bount kehrte aus Brasilien zurück.

Die Rauschgiftgang existierte nicht mehr.

Er ließ sich bei Hamilton blicken. Der Mann gefiel ihm nicht. Was er befürchtet hatte, war eingetreten - der Captain hatte sich übernommen. Und nun forderte sein strapazierter Körper dafür den Tribut.

„Warum haben Sie nicht kürzer getreten, Angus?“, fragte Bount den grau gesichtigen Captain vorwurfsvoll.

„Ein solches Revier kann man nur mit vollem Einsatz leiten, Bount“, erwiderte der angeschlagene Hamilton, und Bount stellte erschüttert fest, wie dünn die kräftige Stimme dieses Mannes geworden war. „Wer auf Schongang schaltet, hat hier nichts zu suchen. Das sage ich jeden Tag zu meinen Männern, und nach demselben Motto muss auch ich arbeiten.“ Hamilton fletschte die Zähne. Er hatte Schmerzen.

„Was sagt der Doktor?“, fragte Bount.

„Ich lasse keinen Arzt mehr an meinen Bauch ran!“, knurrte Hamilton starrsinnig.

„Sie sind verrückt, Angus.“

„Schon möglich.“

„Diese ständigen Schwächeanfälle müssen bekämpft werden.“

„Ich bekämpfe sie selbst“, sagte Hamilton mit trotzig vorgeschobenem Kinn. Seine Augen funkelten gereizt. „Ein Kesseltreiben wollen sie veranstalten. Mein Stellvertreter hat es angezettelt. Er sieht jetzt seine große Chance, die will er nicht ungenutzt vorbeiziehen lassen. Hat schon überall herumerzählt, wie’s mir dreckig geht, dass ich nur noch auf einem Zylinder laufe, dass ich bald vom Stuhl kippen werde, wenn man mir nicht nahelegt, aus gesundheitlichen Gründen um meine Entlassung zu bitten.“

„Vielleicht wäre das wirklich zu überlegen, Angus“, sagte Bount ernst.

Hamilton blickte ihn wütend an.

„Fallen Sie mir nicht auch noch in den Rücken, Bount!“

„Die Arbeit macht Sie kaputt, Angus. Sollte es für Sie nicht wichtiger sein, am Leben zu bleiben ...“

Zusammenfassung

Er ist Polizist mit Leib und Seele. Doch nach einem Einsatz wird Angus Hamilton schwer verletzt. Als man ihn zwangspensioniert, bricht für ihn eine Welt zusammen. Er fühlt sich auf das Schändlichste abserviert. In diesem Zustand ist Angus Hamilton der beste Kandidat für Mortimer Grants mörderischen Pläne.
Als der Privatdetektiv Bount Reiniger durch einen V-Mann einen Tipp bekommt, versetzt ihn das sofort in Alarmbereitschaft ...

Details

Seiten
116
Jahr
2021
ISBN (eBook)
9783738951486
ISBN (Buch)
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2021 (März)
Schlagworte
mortimer grants pläne york detectives

Autor

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Titel: Mortimer Grants mörderische Pläne: N.Y.D. – New York Detectives