Lade Inhalt...

Die Lady mit dem Mörder-Tick: N.Y.D. – New York Detectives

2021 105 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Die Lady mit dem Mörder-Tick: N.Y.D. – New York Detectives

Copyright

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

20

21

Die Lady mit dem Mörder-Tick: N.Y.D. – New York Detectives

Krimi von Cedric Balmore

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 105 Taschenbuchseiten.

 

Sie war schön, und sie wusste es. Sie lebte gern gefährlich und spielte dabei mit ihrem Leben. Aber dann ging sie den entscheidenden Schritt zu weit, und der Privatdetektiv Bount Reiniger saß ihr im Nacken. Es waren unglaubliche Dinge, die bei näherem Hinsehen ans Tageslicht kamen.

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© COVER STEVE MAYER

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Folge auf Twitter

https://twitter.com/BekkerAlfred

 

Zum Blog des Verlags geht es hier

https://cassiopeia.press

Alles rund um Belletristik!

Sei informiert über Neuerscheinungen und Hintergründe!

 

 

 

1

Bount war gut gelaunt. Ihm hatte die Frauenstimme gefallen, die ihn telefonisch ersucht hatte, in die Norman Lane zu kommen. Ihm gefiel der sonnige Spätsommermorgen, ihm gefiel der Umstand, dass er nach sieben Tagen Arbeitseinerlei wieder mal einen Auftrag zu erwarten hatte, und ihm gefiel das einstöckige Haus, vor dem er schließlich hielt. Es hatte Klasse. Es lag in einer noblen Wohnstraße, wirkte vornehm-gediegen und deutete an, dass seine Besitzerin ein Honorar zahlen konnte, mit dem sich etwas beginnen ließ.

Bount kletterte aus seinem 450 SEL, ging auf die schwarz lackierte, mit poliertem Messing abgesetzte Haustür zu, hob den im Hufeisenstil geformten Klopfer und hörte, wie im Hausinneren ein melodischer Dreiklanggong ertönte.

Ein Butler öffnete die Tür. Er passte nahtlos in die Umgebung. Er sah gepflegt und zurückhaltend aus, er war ein Bilderbuch-Domestik.

„Sie werden erwartet, Sir“, meinte er und führte Bount durch eine kleine, sehr geschmackvoll möblierte Halle in einen Salon, dessen hohe schmale Fenster auf einen Atriumgarten wiesen. Bount setzte sich.

Der Butler verließ den Raum.

Bount sah sich von kostbaren alten Möbeln der Regency-Epoche umgeben. An den Wänden hingen europäische Impressionisten der ersten Garnitur, und die Knotenzahl des großen Orientteppichs musste in die Millionen gehen. Im Garten plätscherte ein Springbrunnen. Bount fühlte sich eingesponnen in eine Atmosphäre kultivierten Wohlstandes, aber es lag auf der Hand, dass sie irgendwo ein paar Risse haben musste. Einen Mann seines Berufes holte man nur dann ins Haus, wenn man selbst keinen Ausweg sah.

Die Tür öffnete sich. Bount erhob sich. Er war an den Umgang mit Schönheit gewöhnt, dafür sorgte schon seine hochattraktive Mitarbeiterin June March, aber die junge Frau, die ihm zur Begrüßung eine schmale Hand entgegenstreckte, stellte alles in den Schatten, was bisher seine Bewunderung weiblicher Reize herausgefordert hatte.

„Ich bin Elaine Cashney“, stellte sie sich vor.

„Bount Reiniger.“

Er erkannte die Stimme sofort wieder. Sie hatte ihn schon am Telefon verzaubert. Bount fand, dass Elaine Cashneys Gesichtsoval der Stimme um mindestens zwei Klassen überlegen war. Es hatte die Perfektion eines Meisterwerks. Große, lang bewimperte Augen, die wie schillernde Schächte wirkten, eine hohe, von blondem, schimmernden Haar umrahmte Stirn, eine kleine, elegante Nase und ein Mund, der von weichen, lockenden Kurven bestimmt wurde.

Bount schätzte die junge Frau auf 25. Sie trug einen schlichten Tweedrock, ein dazu passendes Twinset aus blassgrünem Cashmere und hochhackige Pumps, die die Vorzüge ihrer schlanken Beine betonten.

Elaine Cashney und Bount setzten sich.

Die junge Frau schlug ein Bein über das andere, legte die beringten Hände um ein Knie und lächelte. Es war ein sehr hübsches Lächeln, natürlich, unverkrampft und warmherzig.

„Genau so habe ich Sie mir vorgestellt und erhofft“, sagte sie. „Souverän und dynamisch.“

„Danke“, sagte Bount, der spürte, dass ihn etwas Ungewöhnliches erwartete. „Was kann ich

für Sie tun, Madam?“

„Oh, das ist rasch erklärt“, meinte Elaine Cashney. „Finden Sie meine Leiche.“

Bount blinzelte. Er war eigentlich nicht so leicht zu überraschen. Ihm wurden immer wieder verrückte Aufträge angeboten, aber es geschah zum ersten Male, dass ein Lebender um das Auffinden seines Leichnams bat. Das war grotesk und schlechthin unmöglich.

„Tragen Sie sich mit der Absicht, aus dem Leben zu scheiden?“, fragte Bount.

„Nein. Dazu besteht kein Anlass.“

„Befürchten Sie, dass man einen Anschlag auf Sie verüben könnte?“

„Das schon eher, aber darüber möchte ich mit Ihnen nicht sprechen“, meinte die junge Frau. „Darf ich Ihnen etwas anbieten? Einen Drink? Eine Zigarette?“

Bount schüttelte den Kopf. Sein Gegenüber zündete sich eine Zigarette mit Goldmundstück an. Bount fand, dass Elaine Cashney sich durch eine unübertreffliche Eleganz der Bewegungen auszeichnete. Sie wirkte nicht im mindesten nervös und machte einen beherrschten, selbstsicheren Eindruck. Der Wunsch, den sie geäußert hatte, ließ eher auf einen soliden geistigen Defekt schließen. Finden Sie meine Leiche! Das war absurd. Dennoch spürte Bount, dass die junge Frau sehr überlegt handelte und genau wusste, was sie wollte.

„Ich habe vor, von der Bildfläche zu verschwinden“, sagte sie und lächelte dabei, als spräche sie vom Wetter oder von der Qualität eines Boulevardstücks. „Ich will, dass man mich für tot erklärt. Sie sind Detektiv. Privatdetektiv. Sie kennen alle Tricks der Branche, nehme ich an. Es kann Ihnen nicht schwerfallen, der Polizei eine Tote zu präsentieren, die man als Elaine Cashney identifizieren und begraben wird.“

„Aber das können nicht Sie sein.“

„Das ist richtig.“

Bount seufzte. Versicherungsbetrug war nichts Neues, aber er hatte nicht erwartet, dass die junge Frau die Stirn haben würde, einen zu planen und ihn zu ihrem Komplizen machen zu wollen.

Sie sah einfach nicht so aus. Sie hatte Format. Und dennoch hatte sie keine Skrupel, ihm eine kriminelle Handlung vorzuschlagen. Offenbar waren ihre Auffassungen von Privatdetektiven stark korrekturbedürftig.

„Ich stelle mir das so vor“, sagte sie. „Offiziell bitte ich Sie zu mir, weil ich mich bedroht fühle. In Ihrer Gegenwart erfolgt ein Anschlag auf mich. Natürlich muss er mein Gesicht verunstalten. Die Tote, die Sie auftreiben müssen, wird meine Kleider tragen. Aber Sie werden der Mann sein, der der Polizei gegenüber erklärt, die Tote sei ich.“

„Nein“, sagte Bount. „Dieser Mann werde ich nicht sein.“

Elaine Cashney ließ sich von der Ablehnung nicht im Mindesten irritieren. Sie lächelte immer noch. „Ich hatte vergessen, meinen Honorarvorschlag ins Gespräch zu bringen“, sagte sie. „Hunderttausend Dollar. Wie finden Sie das? Die Hälfte davon bekommen Sie sofort in die Hand. In bar, versteht sich.“

Bount liebte es, sich auszumalen, was er mit sehr viel Geld beginnen würde, aber er versagte es sich, auch nur einen Gedanken an den Betrag zu verschwenden, den die schöne Elaine Cashney ihm in Aussicht stellte.

„Das läuft nicht“, sagte er und stand auf.

„Schade“, meinte Elaine Cashney. „Ist das Ihr letztes Wort?“

„Ja, Madam. Ich bin an jedem Betrug interessiert, das hängt mit meinem Job zusammen – aber ich stehe nicht auf der Seite derer, die ihn begehen.“

„Es ist kein Betrug, wissen Sie. Niemand wird dabei geschädigt.“

„Sie sind verheiratet, nehme ich an?“

„So ist es. Ich lebe von meinem Mann getrennt.“

„Wenn Sie sterben, muss es einen Nutznießer Ihres Vermögens geben.“

„Das ist mein Mann. Es handelt sich um das Haus mitsamt Inventar. An Barem ist nicht viel vorhanden. Eine Versicherung wird nicht zahlen müssen.“

„Was Sie sagen, kann eine Schutzbehauptung sein und ändert nichts an dem kriminellen Charakter Ihres Vorschlages“, sagte Bount.

Er war enttäuscht. Er war sogar ein wenig wütend. Seine gute Laune war schlagartig verflogen. Um sich zu beruhigen, zündete er sich eine Pall Mall an.

Elaine Cashney lächelte nicht mehr, aber sie wirkte auch nicht enttäuscht oder gar zerknirscht. „Setzen Sie sich“, sagte sie. Es klang wie ein sanfter Befehl. Bount zögerte, dann befolgte er die Aufforderung.

Er fragte sich, warum er es tat. Er hatte hier nichts mehr zu suchen. Die junge Frau hatte die Katze aus dem Sack gelassen. Es gab kein Argument, das ihn dazu bringen konnte, seine Meinung zu ändern.

„Mein Mann ist brutal“, sagte sie. „Er will mich zurückhaben, um jeden Preis. Lieber wird er mich töten, als mich meinem Liebhaber zu überlassen. Dem möchte ich entgehen. Wenn mein Mann erfährt, dass ich tot bin, wird er endlich einen Schlussstrich unter diese Ehe setzen, die nie eine war.“

„Wo lebt Ihr Mann?“

„Er ist zu seiner Mutter gezogen.“

„Ist das Ihr Haus, in dem wir uns befinden?“

„Ja, es ist mein Elternhaus. Mama hat es mir vermacht und ist ausgezogen, als Reggy und ich heirateten.“

„Reggy steht für Reginald, nehme ich an. Wovon bestreitet er seinen Lebensunterhalt?“

„Oh, das ist leicht erklärt“, sagte Elaine Cashney. „Er ist ein Killer.“

 

 

2

„Jetzt“, sagte Bount, „hätte ich gern einen Cognac.“

„Ich trinke einen mit“, meinte Elaine, betätigte einen Klingelzug und gab dem prompt auftauchenden Butler die Weisung, zwei Martells zu holen. Der Butler zog sich zurück.

„Ich bin das, was viele Leute ein Mädchen aus gutem Hause nennen würden“, sagte Elaine Cashney und blickte zwei Rauchringen hinterher, die sie soeben produziert hatte. „Ich habe viele Jahre in europäischen Internaten verbracht und bin in einem soliden, aber ziemlich weltfremden Stil erzogen worden. Als ich nach Amerika zurückkehrte, lernte ich Reggy durch einen Zufall kennen. Er war das völlige Gegenteil des Gentleman-Vorbildes, das meine Erzieher mir als Traumvorstellung eingeimpft hatten. Gerade das gefiel mir an ihm. Er hatte einen raubeinigen Charme, er konnte grob sein, gewöhnlich. Natürlich wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht, dass er töten kann.“

„Wann haben Sie es erfahren?“

„Da war ich bereits mit ihm verheiratet. Ich wurde vor Reggy gewarnt, das ist richtig. Man sagte mir, dass er ein Mafioso sei, aber das machte ihn in meinen Augen erst interessant. Für mich war ein Gangster ein in die Wirklichkeit umgesetzter Humphrey Bogart, ein Typ, den man bewundert, obwohl man dabei eine Gänsehaut bekommt.“

„Was geschah, als Sie erfuhren, womit er sein Geld verdient?“

„Nichts. Ich glaubte immer noch an ihn. Ich hielt ihn für einen fehlgeleiteten Jungen. Ich redete mir ein, ihn auf den rechten Weg zurückführen zu können, aber ich begriff schon bald, dass ich keine Chance hatte, dieses Ziel zu erreichen. Im Gegenteil. Reggy drehte den Spieß um. Er versuchte mich auf sein Niveau zu ziehen, er schreckte nicht einmal davor zurück, mich mit seinem Boss verkuppeln zu wollen. Bei allem behauptet er nach wie vor, mich zu lieben. In Wahrheit ist er ein unverbesserlicher Egozentriker, ein Mann, der nicht hergibt, was er für sein Eigentum hält.“

„Lässt Reggy Sie beobachten?“

„Das halte ich für sehr wahrscheinlich.“

„Weiß er, dass Sie einen Freund haben?“

„Ich hoffe nicht. Jack und ich wissen, was auf dem Spiel steht. Wir arrangieren unsere Treffen unter Wahrung aller notwendigen Vorsichtsmaßnahmen.“

Bount stülpte die Unterlippe nach außen und überlegte. Dann blickte er der jungen Frau ins Gesicht und fragte: „Warum gehen Sie nicht einfach zur Polizei und erstatten Anzeige gegen Reggy? Wenn er ist, wofür Sie ihn halten, und wenn bewiesen werden kann, dass er vom Töten lebt, wird er für den Rest seiner Tage im Zuchthaus verschwinden.“

„Hinter ihm steht eine mächtige Organisation. Soll ich mich von Reggys Freunden abservieren lassen?“, fragte die junge Frau.

„Es gibt einen Ausweg“, meinte Bount. „Sie beliefern mich mit Material, und ich sorge dafür, dass es in die richtigen Kanäle weitergeleitet wird. Ihr Name wird dabei nicht einmal andeutungsweise auftauchen. Nach Reggys Verhaftung wird kein Mensch wissen, dass Sie dahinterstehen.“

„Das wäre eine Möglichkeit“, murmelte Elaine Cashney, zwischen deren Augen eine tiefe Falte stand. „Ich muss mir das überschlafen. Ich rufe Sie morgen an.“

Bount erhob sich. In diesem Moment brachte der Butler auf einem Tablett die beiden Cognacschwenker. „Setzen Sie sich“, bat die junge Frau. „Die trinken wir noch zusammen.“

Bount befolgte die Aufforderung. Nachdem der Butler den Raum verlassen hatte, prostete er der jungen Frau zu. Irgend etwas gefiel ihm nicht an dem Ganzen. Elaine Cashney erschien ihm nach Lage der Dinge einfach zu gelöst, zu gelassen.

So wie sie reagierte keine Frau, die um ihr Leben bangt, oder um das des Geliebten. Möglicherweise hing ihre Selbstsicherheit mit der Disziplin zusammen, die ihr auf teuren Schulen beigebracht worden war, oder sie gehörte einfach zu denen, die sich beherrschen konnten.

„Seit wann sind Sie verheiratet?“, fragte er.

„Seit drei Jahren.“

„Wann ist Ihnen klargeworden, wer Reggy ist, und seit wann leben Sie getrennt von ihm?“

„Ich habe fast anderthalb Jahre gebraucht, um ihn zu durchschauen. Gleich darauf kam es zum Bruch, aber es vergingen weitere drei Monate, ehe Reggy sich bereit erklärte, das Feld zu räumen. Er hat von Anbeginn unmissverständlich klargemacht, dass er wiederkommen wird.“

„Sie schildern ihn als brutal und skrupellos. Warum ist er überhaupt gegangen?“

„Das weiß ich selbst nicht so genau. Eines Tages hatte er es vermutlich satt, von mir wie Luft behandelt zu werden. Er packte seine Sachen und zog zu seiner Mutter.“

„Haben Sie Beweise für seine kriminellen Tätigkeiten?“

„Ja. Dazu muss gesagt werden, dass er niemals in New York getötet hat. Wenn hier jemand über die Klinge springen muss, wird ein Killer von außerhalb angefordert. Umgekehrt tritt Reggy in Aktien, wenn in Chicago, Denver oder Gott weiß wo, ein Mann seines Kalibers gebraucht wird.“

Bount nickte, weil er mit diesen Praktiken der Mafia durchaus vertraut war.

„Weiß seine Mutter, was sie da großgezogen hat und unter ihrem Dach beherbergt?“

„Er wird ihr nicht gerade auf die Nase binden, was ihm den Respekt seiner zweifelhaften Freunde verschafft, aber ich möchte fast wetten, dass ihr bekannt ist, was Reggy treibt. Sie würde ihn niemals verraten, sie würde ihm nicht einmal Vorwürfe machen. Für sie ist er der Größte. In gewisser Hinsicht ist sie meine Verbündete.“

Bount hob verblüfft die Augenbrauen. „Wie ist das zu verstehen?“, fragte er.

„Die Alte mag mich nicht. Ich verkörpere für sie eine Welt, in die sie nicht passt und der sie instinktiv misstraut. Wenn es nach ihr ginge, dürfte Reggy nicht zu mir zurückkehren. Ich wette, sie hämmert ihm täglich ein, wie unsinnig es ist, sich an eine wie mich zu klammern. Wo er doch der große Reggy ist, der Mann, um den sich die Mädchen reißen und der jede haben kann, nach der ihm der Sinn steht.“

Bount nahm einen weiteren Schluck aus dem Glas, stand auf und verabschiedete sich.

Als er die Tür erreicht hatte, sagte Elaine Cashney: „Warten Sie, bitte. Ich möchte, dass Sie etwas für mich aufbewahren.“

Sie verließ den Raum durch eine Seitentür und kam gleich darauf zurück. In der Rechten hielt sie ein flaches, in gelbes Wachspapier gewickeltes Päckchen. Das Päckchen war versiegelt und unbeschriftet. „Für alle Fälle“, sagte Elaine Cashney. „Sie dürfen es nur öffnen, wenn mir etwas zustoßen sollte.“

 

 

3

Bount hatte nichts Eiliges zu tun. June war ebenfalls nicht gerade arbeitsbegeistert. Wilkie Lenning, Bounts Freund und Mitarbeiter, hatte eine Woche Urlaub, um als Mitglied einer Band Plattenaufnahmen zu machen. Bount saß auf Junes Schreibtisch, baumelte mit den Beinen und wartete auf Elaine Cashneys Anruf. Das Päckchen, das sie ihm anvertraut hatte, lag im Safe seines Offices.

Bount schilderte June, was Elaine Cashney ihm angetragen hatte und war am Ende seines Berichtes nicht überrascht, als June sagte: „Sie muss dir mächtig gefallen haben.“

„Sie ist schön“, erwiderte Bount. „Sie ist naiv und intelligent zugleich. Eine merkwürdige Mischung. Das stimmt auch für ihre Optik. Mädchen und Dame in einem. Eine faszinierende Verbindung.“

„Schade, dass ich bei dem Gespräch nicht zugegen war“, meinte June, die sich stets skeptisch gab, wenn Bount weiblichen Reizen erlag. „Ich bilde mir ein, Frauen besser als du beurteilen zu können.“

Die Tür öffnete sich. Wilkie spazierte in das Office, schlaksig und gut gelaunt wie immer. Er warf eine Zeitung auf den Schreibtisch. „Die Mittagsausgabe“, sagte er. „Ich schaue nur mal rein, um zu hören, was es neues gibt.“

„Das neueste ist, dass es nichts neues gibt“, beschieß ihn Bount.

„Eine Privatdetektei im Zeichen der Vollbeschäftigung“, spottete Wilkie. „Da kann ich ja wieder gehen und Musik machen. Das ist eine Arbeit, die ihren Mann nährt.“

„Wenn das in unserem Laden so weitergeht, wechsle ich den Beruf“, sagte Bount. „Ab morgen übe ich probeweise auf der Okarina.“

„Ein Instrument mit Zukunft“, meinte Wilkie grinsend, hob grüßend die Hand und ging.

June griff nach der Zeitung. Bount blickte auf seine Armbanduhr. „Elaine Cashney lässt sich Zeit mit dem Nachdenken“, sagte er.

June starrte auf die Frontseite. „Sie hat ausgedacht“, sagte sie. „Elaine Cashney ist tot.“

 

 

4

Bount riss June die Zeitung aus der Hand und überflog den Artikel. Er nahm das untere rechte Viertel der Seite ein.

Die Schlagzeile war weder neu noch originell, aber sie machte klar, was sich ereignet hatte.

DER TOD KAM MIT DER POST.

Elaine Cashney hatte am Vorabend um neunzehn Uhr ein Päckchen in Empfang genommen und in ihrem Salon geöffnet. Die Sendung hatte eine Sprengladung enthalten und von der Empfängerin nicht viel übriggelassen. Selbst der Butler, der das Päckchen in Empfang genommen hatte, bei seinem Öffnen aber nicht im Raum gewesen war, hatte ein paar Verletzungen davongetragen.

Die Polizei war sofort an die Arbeit gegangen, aber es gab so gut wie keine verwertbaren Spuren. Nicht einmal Reste des Zünders waren bislang gefunden worden, das Dynamit hatte gründliche Arbeit geleistet.

Bount erfuhr ein paar Einzelheiten, die er nicht kannte. Elaine Cashney entstammte einer bekannten Reederfamilie. Elaines Vater, inzwischen verstorben, hatte die Reederei kurz vor seinem Tod einem Griechen verkauft und den Millionenertrag in Wertpapieren angelegt. Elaine hatte natürlich ihren Pflichtanteil bekommen, außerdem hatte die Mutter ihr das Haus als Hochzeitsgeschenk vermacht.

Der Artikel erwähnte nicht, dass Elaine von ihrem Mann getrennt gelebt hatte. Er machte auch keinerlei Andeutungen auf den professionellen Hintergrund des Witwers.

Übrigens stimmte nicht ganz, dass der Tod mit der Post gekommen war. Das Päckchen war von einem privaten Paketdienst angeliefert worden, aber es handelte sich dabei um ein bekanntes, renommiertes Unternehmen, das mit der Tat nicht in Verbindung gebracht wurde.

Bount gab die Zeitung an June weiter, ging in sein Office, warf sich in den Drehstuhl und legte seine Beine auf den Schreibtisch. Er war weit davon entfernt, sich entspannen zu wollen. Er starrte aus dem Fenster, sah im Geiste Elaine Cashneys makellos schönes Gesicht vor sich und spürte ein seltsames Würgen in der Kehle. Es verband sich mit einem jähen, tiefen Ingrimm, der sich gegen denjenigen richtete, dem das Verbrechen angelastet werden musste.

Hatte Elaine sterben müssen, weil sie versucht hatte, sich von Reggy zu trennen? War der endgültige Auslöser des Verbrechens sein, Bount Reinigers, Besuch im Haus der jungen Frau gewesen?

Bount schwang die Füße auf den Boden und stand auf. Er trat an den Safe, öffnete ihn und holte das versiegelte Päckchen heraus.

June betrat den Raum. Sie sah zu, wie Bount das Päckchen in der Rechten wog. Er blickte June an und sagte: „Vielleicht enthält es die Lösung.“

„Worauf wartest du dann noch?“, drängte June ungeduldig.

Bount öffnete das Päckchen.

Junes Augen weiteten sich, als sie den Inhalt sah.

Er bestand aus einer Handvoll gefalteten, unbeschrifteten Papiers.

Bount hielt das Papier gegen das Licht, Bogen um Bogen. Sie waren ausnahmslos von jungfräulichem Weiß.

„Verstehst du das?“, murmelte June.

Bount setzte sich. Er starrte das Papier an. „Nein“, sagte er. „Bring mir einen Kaffee, bitte.“

Als June mit dem Kaffee erschien, sagte Bount: „Ich glaube, ich hab‘s.“

„Nämlich?“

„Jemand hat von der Existenz des versiegelten Päckchens gewusst. Er hat es mit einer Attrappe vertauscht. Das Original befindet sich vermutlich in der Hand des Mörders. Was vor uns liegt, ist die exakt nachgeahmte Kopie. Elaine ist auf den Trick hereingefallen.“

„Reggy?“, fragte June.

„Keine Ahnung“, murmelte Bount. „Ich muss diesen Jack finden, Elaines Freund.“

Er griff nach dem Telefon. Sekunden später hatte er seinen Freund Captain Rogers, den Chef der Mordkommission, an der Strippe.

„Bist du für den Fall Cashney zuständig?“, erkundigte sich Bount.

„Bin ich. Kannst du etwas zu seiner Erhellung beitragen?“, fragte der Captain. Sie kannten sich seit Jahren, und sie waren Freunde. Aber es gab Augenblicke, wo sie in Interessenkonflikte gerieten und zu Konkurrenten wurden.

„Ja und nein“, erwiderte Bount. „Sie bat mich zu sich. Ich war gestern morgen dort, so gegen elf. Ich möchte allerdings vermeiden, dass das publik wird.“

„Was wollte sie von dir?“

„Dies und das“, wich Bount aus. „Sie war daran interessiert, sich endgültig von ihrem Mann zu trennen und suchte nach einem Weg, das zu bewerkstelligen. Elaines Angaben zufolge ist der Mann brutal, ein Mafioso. Was weiß die Polizei von dem Burschen?“

„Ich habe ihn gestern Abend verhört. Er ist nicht der Mann, der das Päckchen bei dem Paketdienst aufgegeben hat, das steht fest.“

„Was beweist das schon?“

„Reginald Cashney war verschossen in seine Frau. Er machte auf mich einen verzweifelten Eindruck. Okay, das kann er spielen, aber ich habe mich ein bisschen umgehört und erfahren, dass er tatsächlich mit wahrer Leidenschaft an Elaine hing. Wenn man ihre Fotos gesehen hat, kann man das verstehen. Cashney steht finanziell gut, jedenfalls hat er nach unserem augenblicklichen Informationsstand keine Schulden. Warum hätte er Elaine umbringen sollen?“

„Dafür gibt es verschiedene Motive. Eifersucht ist das eine, Angst das andere.“

„Angst?“

„Elaine war der Ansicht, dass Reggy ein Killer ist“, sagte Bount. „Ich habe ihr empfohlen, ihn anzuzeigen. Es ist durchaus denkbar, dass er etwas Ähnliches befürchtet hat.“

„Reginald Cashney unterhält Verbindungen zu Marcello Curante, dem Mafiaboss, aber mit dem verkehren viele. Nicht jeder, der mit Curante Geschäfte macht, ist ein Gangster. Cashney hat glaubwürdig versichert und auch zum Teil nachgewiesen, dass er sein Einkommen aus Finanzberatung zieht.“

„Das ist vermutlich Tarnung. Damit verschleiert er seine wirklichen Aufgaben.“

„Wenn das so ist, kommen wir dahinter.“

„Wurde die Tote zweifelsfrei als Elaine Cashney identifiziert?“, fragte Bount.

„Der Butler hat ihr das Päckchen übergeben. Zwei Minuten später erfolgte die Explosion. Niemand außer ihm und Elaine waren zu diesem Zeitpunkt im Haus. Bei der Toten gibt es nicht viel zu identifizieren, aber es genügt, um klarzustellen, dass es die Hausbesitzerin getroffen hat. Ihre Kleidung. Ein Finger mit ihrem Ring. Und so weiter und so weiter.“

„Danke“, sagte Bount und legte auf.

„Du hast deine Zweifel“, erkannte June.

Bount lächelte leer. „Von denen leben wir, oder?“

Er griff nach dem Telefonbuch. June nahm es ihm ab und suchte die Adresse von Reginald Cashney heraus.

„Das muss er sein“, sagte sie und stieß ihre hübschen, schlanken Zeigefinger auf einen Namen. „Finanzberater, östlich 77te Straße 44. Eine gute Adresse.“

Bount erhob sich. Zwanzig Minuten später stand er am Ziel. Das Haus, in dem Cashney wohnte, war eines der schmalen, nach der Jahrhundertwende erbauten Reihenhäuser mit Villencharakter, die einen Souterrain-Eingang für Dienstboten und vergitterte Fenster im Erdgeschoss hatten. Es hatte drei Etagen. Im Tiefgeschoss wohnte der Hausmeister, im Erdgeschoss befand sich die Praxis eines Notars, der in der darüber liegenden Etage wohnte, und die beiden oberen Stockwerke wurden von den Cashneys besetzt.

Bount wurde von Reggy Cashney empfangen.

Der Witwer war hochgewachsen, dunkelhaarig und schlank. Er wirkte nicht unattraktiv, wenngleich seine fast schwarzen, tiefliegenden Augen ihm einen leicht diabolisch wirkenden Anstrich gaben. Ein kleines Schnurrbärtchen über schmalen, farblosen Lippen und ein pomadisierter Scheitel ließen Cashney aussehen wie einen Gigolo aus den zwanziger Jahren. Dass er dennoch alles andere als ein Groschenjunge war, zeigte die Umgebung, in der er lebte. Die Wohnung war mit alten, wuchtigen Möbeln bestückt. Sie waren nicht gerade ein Ausbund guten Geschmacks, aber sie signalisierten einen soliden Wohlstand.

Als die Männer in dem großen Wohnzimmer Platz genommen hatten, wurde Bount von einem riesigen Ölbild beeindruckt, das über dem Kaminsims hing. Es zeigte Elaine und war wohl vor sieben oder acht Jahren gemacht worden. Das frische Mädchengesicht mit den großen, sprechenden Augen war von dem Künstler in frappierender, sehr ansprechender Weise eingefangen worden.

Mrs. Cashney, Reggys Mutter, ließ sich nicht sehen.

Cashney drehte das Kärtchen zwischen den Fingern, das Bount ihm überlassen hatte.

„Sind Sie Bount Reiniger, der Privatdetektiv?“, fragte Cashney.

Bount lächelte spröde. „Es freut mich, dass Sie mich kennen.“

„Ich bin auf dem Laufenden“, sagte Cashney und steckte das Kärtchen ein. „Ich habe ein Faible für berühmte Leute, vor allem für diejenigen, die zu kämpfen verstehen. Ich liebe Fighter, wissen Sie.“

„Kämpfen müssen wir doch alle“, schwächte Bount ab. „Jeder an seinem Platz. Oder irre ich mich?“

Cashney grinste. „Ich kämpfe um Dollars. Das ist von allen Kämpfen der härteste. Ich bin erfolgreich dabei. Wenn Sie wollen, sage ich Ihnen, worauf es dabei ankommt. Ich bin Finanzberater.“

„Ich weiß. Haben Sie auch Ihre Frau beraten?“

„Anfangs, ja. Später wollte sie nichts mehr von mir wissen. Ein tragisches Missverständnis. Wäre sie bei mir geblieben, hätte sie nicht auf so schreckliche Weise enden müssen“, sagte Cashney. „Ich werde respektiert, wissen Sie. Mir fährt niemand an den Wagen.“

„Wer hat es getan?“

„Ich habe keine Ahnung, aber ich werde es herausfinden“, sagte Cashney. „Ich mache Ihnen Konkurrenz. Wie finden Sie das?“

„Elaine war Ihre Frau, immer noch“, wich Bount aus. „Ich kann verstehen, wie Ihnen zumute gewesen sein muss, als Sie von dem Anschlag hörten.“

Cashney sah müde aus. Er hatte Schatten unter den Augen und erklärte mit seinen nächsten Worten, wie sie zustande gekommen waren. „Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen. Mein Gott, Elaine.“ Er machte eine Pause, senkte den Kopf, starrte den Teppich an und fuhr dann langsam, kaum hörbar fort: „Sie war die Größte. Für sie gibt‘s keinen Ersatz. Wer immer sie mir auch genommen hat, wird dafür seine Strafe bekommen.“

„Überlassen Sie das lieber der Polizei“, sagte Bount.

Cashney hob das Kinn und blickte Bount an, ziemlich verwundert. „Das raten Sie mir?“, fragte er. „Sie sind doch hier, um sich den Auftrag an Land zu ziehen, oder?“

„Welchen Auftrag?“

„Dumme Frage? Sie sind Privatdetektiv, dazu noch ein sehr berühmter. Sie haben in der Zeitung von Elaines Tod gelesen. Der Fall interessiert Sie. Sie wenden sich an mich, um mir Ihre Dienste anzubieten.“

„So mag es aussehen, aber was Sie sich da zusammenreimen, trifft nicht ganz zu“, meinte Bount. „Ich war gestern Vormittag bei Ihrer Frau. Sie hatte mich zu sich gebeten. Sie bat mich um Hilfe.“

„Tatsächlich?“, murmelte Cashney und bekam schmale Augen. „Fühlte sie sich bedroht?“

„Ja und nein. Sie suchte die endgültige Trennung von Ihnen“, sagte Bount.

„Machen Sie Witze?“

„Das Thema ist zu ernst für derlei Dinge“, meinte Bount. „Ich habe kein Geld von Ihrer Frau genommen, wir sind uns nicht einmal über die Art des Auftrags einig geworden, aber ich fühle mich irgendwie verantwortlich für das, was geschehen ist. Ich möchte herausfinden, wie es dazu kommen konnte. Deshalb bin ich hier.“

Cashney sah erstaunt aus. Er schüttelte den Kopf. „Na ja, ich kann das verstehen“, sagte er. „Sie hoffen, dass ich Ihre Haltung honoriere und Sie engagiere. Ich könnte mir das finanziell durchaus leisten, ganz im Ernst, aber Privateyes sind nicht gerade das, was ich schätze. Nichts für ungut, Bount Reiniger – aber Leute Ihres Kalibers kotzen mich an.“

Bount lächelte, als hätte er ein Kompliment bekommen. „Es ist meine Tragödie, dass ich immer wieder Sympathiewerbung betreiben muss. Wie Sie denken sehr viele Leute über meinen Job. Ich muss damit leben.“

„Damit haben Sie gewiss keine Schwierigkeiten“, meinte Cashney und musterte Bounts Aufmachung. „Wie ich sehe, können Sie sich sogar Maßkleidung leisten.“ Er blickte auf seine Uhr. „Ich muss jetzt Schluss machen, leider. Ich muss eine wichtige Verabredung einhalten.“

„Sehen wir uns wieder?“

„Ich wüsste nicht, warum.“

„Das setzt mich in Erstaunen“, sagte Bount. „Ich bin einer der letzten, die mit Ihrer Frau gesprochen haben. Wollen Sie nicht wissen, worum es dabei ging?“

„Das haben Sie mir gesagt. Elaine dachte darüber nach, wie sie sich von mir trennen könnte. Gedanken dieser Art pflegte sie seit Langem. Ich bin nicht darauf eingegangen.“

„Finden Sie es nicht überraschend, dass sie sich ausgerechnet an einen Privatdetektiv wandte?“

„Nein, das erstaunt mich nicht. Elaine war kapriziös. Sie hatte stets ihre eigenen Methoden, an ein Problem heranzugehen.“

„Sie hat mir ein Päckchen überlassen. So eine Art von Testament. Für alle Fälle, sagte sie.“

„Tatsächlich? Haben Sie das Päckchen der Polizei ausgehändigt?“, fragte Cashney.

„Das ist nicht nötig. Es enthielt nichts verwertbares … es sei denn, man käme auf die Idee, die leeren Blätter zum Briefeschreiben zu benutzen.“

„Leere Blätter?“, echote Cashney.

„So ist es. Ich vermute, dass jemand ohne Elaines Wissen den Päckcheninhalt vertauscht hat.“

Cashney zündete sich eine Zigarette an. Er tat es langsam, umständlich und mit ruhiger Hand. Es schien fast so, als versuche er zu demonstrieren, wie kalt ihn die Ausführungen seines Besuchers ließen.

Zusammenfassung


Sie war schön, und sie wusste es. Sie lebte gern gefährlich und spielte dabei mit ihrem Leben. Aber dann ging sie den entscheidenden Schritt zu weit, und der Privatdetektiv Bount Reiniger saß ihr im Nacken. Es waren unglaubliche Dinge, die bei näherem Hinsehen ans Tageslicht kamen.

Details

Seiten
105
Jahr
2021
ISBN (eBook)
9783738951448
ISBN (Buch)
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2021 (März)
Schlagworte
lady mörder-tick york detectives

Autor

Zurück

Titel: Die Lady mit dem Mörder-Tick: N.Y.D. – New York Detectives