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Die Assistenzärztin

2021 112 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Die Assistenzärztin

Copyright

Die Hauptpersonen des Romans:

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Die Assistenzärztin

Arztroman von Sandy Palmer

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 112 Taschenbuchseiten.

 

Gräfin Elvira von Waldheim ist eine arrogante, überhebliche und launische Frau, die ihrem Mann das Leben zur Hölle macht. Da ist es kein Wunder, dass er ein Verhältnis mit Dr. Susanne Andergast beginnt, das genaue Gegenteil seiner Frau. Als er sich zur Scheidung entschließt, passiert etwas, das ihn zwingt, bei seiner Frau zu bleiben.

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© Cover Steve Mayer

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Die Hauptpersonen des Romans:

Dr. Martin von Waldheim – Chirurg.

Elvira – Seine Frau.

Dr. Susanne Andergast – Assistenzärztin

Dr. Andreas Radloff – Ihr Kollege.

 

 

 

1

Wilhelmine Bender suchte verzweifelt das medizinische Lexikon, als das Telefon auf ihrem Schreibtisch läutete.

Ärgerlich griff das ältere Fräulein, zu dem der Name Wilhelmine ausgezeichnet passte, nach dem Hörer.

„Vorzimmer Dr. von Waldheim, guten Tag“, meldete sie sich höflich, doch ihr Gruß wurde recht unfreundlich erwidert.

„Hier ist Gräfin von Waldheim! Ich will sofort meinen Mann sprechen, Fräulein Bender.“

„Der Herr Chefarzt befindet sich noch im Operationssaal, Frau Gräfin“, bedauerte Wilhelmine Bender. Sie verzog unwillkürlich das Gesicht, als sie den Titel aussprach, auf den Elvira Gräfin von Waldheim so großen Wert legte. „Ich kann Ihren Gatten unmöglich stören.“

„Das zu beurteilen müssen Sie schon mir überlassen“, protestierte die unsympathische Frauenstimme am anderen Ende der Leitung. „Wenn ich meinen Mann sprechen will, dann haben Sie mich zu verbinden, egal, wo er sich aufhält.“

Wilhelmine Bender wollte gerade der Frau ihres Chefs erklären, dass es eine Zumutung sei, Dr. von Waldheim von einer Operation weg ans Telefon zu holen, als sich die Tür zum Sekretariat öffnete und der Klinikchef das Zimmer betrat.

Gott sei Dank, atmete Fräulein Bender auf, ist es mir erspart geblieben, den Chef zu stören. Das Telefongespräch mit seiner Frau kann ich ihm jedoch nicht ersparen.

„Im Augenblick kommt Ihr Gatte herein, Frau Gräfin“, sagte sie und winkte Dr. Martin von Waldheim zu. „Ich verbinde Sie.“

„Geben Sie mir schon den Hörer rüber“, flüsterte der Mann im weißen Kittel.

Wilhelmine reichte ihm den Hörer und verließ diskret das Zimmer. Sie wusste aus langjähriger Erfahrung, dass die Gespräche zwischen den Eheleuten nicht immer höflich waren.

„Bitte, meine Liebe, was kann ich für dich tun?“, erkundigte sich Dr. Martin Graf von Waldheim.

„Vor allen Dingen könntest du Anweisungen geben, dass ich jederzeit mit dir verbunden werde“, beschwerte sich seine Frau recht ungnädig. „Es ist eine Zumutung von dieser Person, die in deinem Vorzimmer sitzt, mich nicht mit dir zu verbinden.“

„Aber Elvira, du weißt doch, dass es unmöglich ist, im OP zu telefonieren! Wie oft soll ich dir das denn noch erklären?“ Dr. von Waldheims Stimme klang ungehalten. Er ärgerte sich immer wieder über die Verständnislosigkeit und Rücksichtslosigkeit, die seine Frau seinem Beruf gegenüber an den Tag legte. Dabei hatte sie es vor Jahren nicht erwarten können, den jungen, vielversprechenden Arzt zu heiraten.

Woran der gutaussehende Mann im Augenblick nicht dachte, war die Tatsache, dass sich seine Frau, die vor ihrer Heirat eine einfache Elvira Bluchen gewesen war, auch von seinem Grafentitel hatte locken lassen.

Er war mit ausschlaggebend gewesen, dass die sehr reiche Elvira den jungen, vielversprechenden Chirurgen geheiratet hatte.

Martin von Waldheim selbst hatte Elvira damals ehrlich, aufrichtig und von Herzen geliebt. Er hatte geglaubt, in ihr die ideale Partnerin gefunden zu haben, mit der er auch seinen Lebenstraum, eine eigene Klinik, verwirklichen konnte.

Erwartungsgemäß hatte ihm Elvira gleich nach der Hochzeit das erforderliche Kapital zur Verfügung gestellt, um eine moderne Klinik errichten zu können. Sie hatte das jedoch nicht getan, um ihrem Mann eine Freude zu machen, sondern um Martin für immer an sich zu ketten. Gleichzeitig wollte sie ihren Freundinnen gegenüber angeben: Mein Mann besitzt eine eigene Klinik!

Lange hatte Martin von Waldheim gebraucht, ehe er den wahren Charakter seiner Frau erkannte. Elvira ließ ihre Maske erst fallen, als ihr Vater, ein liebenswerter, älterer, ewig kränkelnder Mann, gestorben war. Von da an versäumte sie keine Gelegenheit, ihren Ehemann zu erinnern, dass sie ihn erst zu dem gemacht hatte, was er nun war.

Auch bei diesem Telefongespräch trumpfte sie wieder auf: „Warum ist es nicht möglich, dass ich mit dir telefonieren kann, wenn ich es wünsche? Du vergisst immer wieder, dass es schließlich mein

Geld ist, mit dem die Klinik gebaut wurde, und ohne mich hättest du gar nicht die Gelegenheit erhalten, in deinem eigenen Operationssaal zu stehen!“

Martin von Waldheim seufzte und schwieg. Elvira war bei ihrem Lieblingsthema. Da war es angebracht, sie reden zu lassen.

Der Klinikchef setzte sich etwas bequemer auf die Schreibtischkante, denn er ahnte, dass Elvira mit ihren Tiraden nicht so schnell fertig sein würde.

Aber heute schien sich die Regel nicht zu bestätigen. Nachdem sie ihrem Mann drei Minuten lang vorgehalten hatte, dass er sie nur ausnutze und von ihrem Geld lebe, kam sie endlich zum Grund ihres Anrufes.

„Eben kam eine Einladung zum Frühlingsfest bei den Pasenows“, berichtete sie, und ihre Stimme, die in den letzten Monaten einen recht schrillen Klang bekommen hatte, wurde noch schreiender. „Stell dir vor, endlich sind wir bei den Pasenows eingeladen!“

Martin von Waldheim verzog das Gesicht.

Die Pasenows! Martin schüttelte verständnislos den Kopf. Wie konnte Elvira nur danach trachten, mit diesen angeberischen Industriellen zu verkehren! Der Mann hatte mit Schrott seine ersten Millionen verdient. Er hatte es mit Härte und, zugegeben, auch mit Fleiß zu einer Metallwarenfabrik gebracht.

Er hatte sich aber nicht daran gewöhnen können, dass er nicht mehr auf seinem Schrottplatz stand. Sein Benehmen war primitiv und aufdringlich. Seine Frau stand ihm darin in nichts nach.

Aber sie hatten Geld, demzufolge auch Einfluss. Aus diesem Grund war es für Elvira erstrebenswert, bei diesen Leuten zu verkehren.

Martin verstand seine Frau wieder einmal nicht, doch er sagte nichts. Wozu auch? Es hätte nur zu einem neuen Streit zwischen ihnen geführt.

„Wann ist dieses Fest denn?“, fragte er mit mäßig interessierter Stimme.

„Am Samstag!“, antwortete Elvira ganz aufgeregt. „Stell dir vor, so bald schon! Ach, ich muss gleich heute noch in die Stadt fahren und sehen, ob ich ein Kleid finde. Ich habe ja überhaupt nichts anzuziehen!“

Dr. von Waldheim verdrehte die Augen. Er stellte sich den riesigen Wandschrank seiner Frau vor, in dem ein Kleid neben dem anderen hing. Elvira jedoch hatte, wenn man sie fragte, nie etwas anzuziehen.

Sie würde also heute wieder einmal in die Stadt fahren, sämtliche Modesalons heimsuchen und mit einem Kleid zurückkommen, das ihm gewiss nicht gefiel.

Obwohl Elvira inzwischen achtunddreißig Jahre alt war, konnte sie sich nicht daran gewöhnen, damenhaftere Kleider zu tragen. Sie bevorzugte nach wie vor jugendliche Modelle, die ihr vor fünfzehn Jahren wesentlich besser gestanden hätten.

Hin und wieder machte Martin den Versuch, seine Frau zu dem Kauf eines eleganten, aber dezenten Kleides zu überreden, doch Elvira ließ sich in keiner Weise beeinflussen.

„Ich weiß selbst, was mir steht“, pflegte sie zu sagen. „Martin, du hast von Mode doch nicht die geringste Ahnung. Bitte, verschone mich mit deinen Ratschlägen, die doch nur darauf hinzielen, eine alte Frau aus mir zu machen.“

Was ließ sich darauf noch sagen? Martin blieb nichts anderes übrig, als seine Frau so zu ertragen, wie sie nun einmal war.

Eigentlich hatte Dr. von Waldheim vorgehabt, den Samstag mit seiner Assistenzärztin zu verbringen, doch das ging jetzt natürlich nicht. Zuversichtlich hoffte er, dass Dr. Susanne Andergast auch diesmal für seine Situation Verständnis haben würde.

„Wir reden heute Abend weiter über das Fest, Elvira“, versuchte er das Gespräch zu beenden. „Ich muss jetzt noch auf die Stationen und meine Visite machen. Ich bin durch die Operation sowieso viel zu spät dran. Du entschuldigst mich, ja?“

„Es bleibt mir ja nichts anderes übrig. Ich muss ja immer zurückstehen! Du interessierst dich ja wesentlich mehr für fremde Menschen als für deine eigene Frau, der du alles zu verdanken hast!“

Eine Antwort auf diese Bosheit wartete Gräfin Elvira nicht mehr ab. Nachdem sie wieder einmal ihr Gift verspritzt hatte, legte sie den Hörer auf die Gabel zurück.

Elvira wurde immer unerträglicher. Ihre Launen waren nicht mehr auszuhalten. Martin von Waldheim hatte nur einen Wunsch, sich endlich von ihr zu trennen.

Niemand konnte ihm deshalb einen Vorwurf machen. Er hatte sich bemüht, mit Elvira eine gute Ehe zu führen. Das war jedoch mit dieser herrschsüchtigen, egoistischen und zänkischen Frau nicht möglich.

Es war daher nicht überraschend, dass er sich ein wenig Liebe und Zuneigung anderweitig suchte.

Martin von Waldheim fühlte sich nicht wohl in seiner Haut, wenn er an sein Verhältnis zu Dr. Andergast dachte. Es lag ihm nicht, Versteck zu spielen, eine Frau zu betrügen.

Aber was tat er? Er betrog zwei Frauen, und das nur, weil er eine Aussprache mit Elvira scheute.

Dr. von Waldheim war nicht feige, er ging keiner Entscheidung aus dem Weg. Im Zusammenleben mit seiner streitsüchtigen Frau jedoch hatte er gelernt, vorsichtig und zurückhaltend zu sein. So verschob er die klärende Aussprache, die bestimmt zu einem Skandal führen würde, von Tag zu Tag.

Susanne Andergast, die junge, schwarzhaarige Assistenzärztin, die seit einem Jahr an der Klinik Martin von Waldheims arbeitete, hatte sehr viel Verständnis für den heimlich geliebten Mann. Sie verstand sogar, dass er nicht sofort eine klärende Aussprache mit Elvira führen konnte.

Doch inzwischen wurde sie ungeduldig. Sie war sich zu schade dafür, ihre Tage als Geliebte eines Mannes zu verbringen, der an eine egoistische Frau gebunden war.

Gern war Susanne bereit gewesen, dem liebenswerten Martin von Waldheim ihr Herz zu schenken. Sie hatte sich schon in ihn verliebt, als sie zum ersten Einstellungsgespräch in seine Klinik gekommen war.

Als er ihr dann nach vier Monaten Zusammenarbeit gestand, dass er viel für sie empfand, war sie, trotz aller moralischen Bedenken, sehr glücklich gewesen.

Diese Bedenken hatte Martin mit der Zeit verscheucht. Dabei hatte ihm der Klinikklatsch sehr geholfen.

Schon nach wenigen Wochen wusste die junge Ärztin, dass Gräfin Elvira ein Biest war, wie die Oberschwester sie respektlos nannte.

„Der Chef kann einem aufrichtig leid tun“, hatte Schwester Maria eines Tages zu der neuen Assistenzärztin gesagt. „Er hat es wirklich nicht verdient, von einem solchen Biest traktiert zu werden. Zwar hat seine Frau das Geld mit in die Ehe gebracht. aber ich meine, das berechtigt sie noch lange nicht, so zu tun. als sei Dr. von Waldheim ihr Sklave.“

„Ist das nicht ein wenig übertrieben?“, hatte Susanne Andergast damals gefragt.

„Eher noch untertrieben“, war Schwester Marias Kommentar gewesen. „Wir bekommen doch nur Bruchstücke des Ehedramas mit. Ich möchte wirklich nicht wissen, was der arme Mann daheim auszustehen hat. Er sollte sich scheiden lassen.“

Susanne hatte die grauhaarige Schwester daraufhin forschend und auch erschrocken angesehen.

Was wusste Schwester Maria? Was und wie viel ahnte sie? Hatte sie, Susanne Andergast, zu deutlich ihre Gefühle für den Chefarzt gezeigt?

Nein, als sie die Schwester mit einen prüfenden Blick musterte, erkannte Susanne, dass Schwester Maria ihre Bemerkung ohne irgendwelche Hintergedanken gemacht hatte. Unmissverständlich hatte sie ihre ehrliche Meinung zum Ausdruck gebracht.

Mit der Zeit hatte Susanne festgestellt, dass Gräfin Elvira überall unbeliebt war, und dass dem Chefarzt und Klinikleiter die allgemeine Sympathie und auch das allgemeine Bedauern galt.

Schon oft hatte sie die Bemerkung gehört: „Diese Frau hat er wirklich nicht verdient.“ Oder: „So ein netter Mann, und dann ist er mit einem solchen Drachen geschlagen.“

Susanne hatte Gräfin Elvira kennengelernt und konnte sich davon überzeugen, dass die Frau des Klinikchefs tatsächlich recht unsympathisch war.

Dennoch empfand die junge Ärztin Schuldgefühle, weil sie sich heimlich mit Martin von Waldheim traf.

Dr. Susanne Andergast war gerade im Ärztezimmer der Chirurgischen Station, als der Chefarzt eintrat.

„Gut, dass ich dich hier noch sehe, Susanne“, sagte er leise und strich ihr mit einer liebevollen Geste über das dunkle, schimmernde Haar. „Es ist etwas geschehen …“

Ängstlich sah die junge Ärztin ihn an. „Etwas … mit deiner Frau?“, wollte sie wissen.

Martin von Waldheim nickte. „Sie hat mich angerufen und mir mitgeteilt, dass wir am Samstag zu einem Frühlingsfest eingeladen sind. Sie besteht darauf, hinzugehen.“

„Ich verstehe.“

Susanne gab sich alle Mühe, die Enttäuschung zu verbergen, doch es wollte ihr nicht gelingen. Martin von Waldheim kannte sie inzwischen so gut, dass er ihre Empfindungen zu deuten vermochte.

„Ich weiß, wie entsetzt du jetzt bist, Liebling“, tröstete er sie. „Glaub mir, ich bin auch sehr traurig, dass aus unserer Fahrt in den Schwarzwald nichts wird.“

„Weiß die Gräfin denn nicht, dass du am Wochenende einen Kongress im Schwarzwald besuchen wolltest?“, fragte Susanne.

„Nein“, antwortete der Mann. „Ich habe es ihr nicht gesagt. Sie interessiert sich doch nicht im Geringsten für meine Arbeit, da wäre es sinnlos, mit ihr darüber zu reden. Außerdem – glaubst du im Ernst, sie hätte darauf Rücksicht genommen? Nein!“, gab er sich selbst schon die Antwort. „Elvira würde unter allen Umständen verlangen, dass ich sie zu diesem lächerlichen Fest begleite.“

„Schade. Es wäre schön gewesen, einmal zwei Tage mit dir allein zu sein. Dann werde ich eben, wenn du einverstanden bist, allein fahren“, erklärte Susanne. „Dann haben wir beide zwar nichts voneinander, aber ich kann dir wenigstens die Aufzeichnungen von der Tagung übermitteln.“

„Ein schwacher Trost“, bedauerte Martin von Waldheim. „Aber, du hast recht, es hilft uns beiden nicht, wenn du auch hierbleibst. Ach, Susanne, wenn ich doch endlich eine Gelegenheit fände, mit Elvira zu reden …“

Er seufzte tief. Susanne hatte wieder einmal Mitleid mit ihm. Wie gern hätte sie ihm anvertraut, dass es ihr nichts ausmachte, noch jahrelang weiter zu warten.

Aber das konnte sie nicht mehr. Seit vier Tagen hatte sie nicht mehr das Recht dazu, für sich allein zu entscheiden. Denn vor vier Tagen hatte ihr ein Kollege von der Gynäkologie bestätigt, was sie schon geahnt hatte …

 

 

2

Kokett drehte sich Verena Geldermann vor dem Spiegel hin und her und lächelte ihrem eigenen Spiegelbild zu. Sie gefiel sich in dem neuen Kleid, das sie heute trug, und sie hoffte sehr, dass es auch die Zustimmung ihres Freundes finden würde, mit dem sie sich zu einem Stadtbummel verabredet hatte.

Verena war die einzige Tochter des Konzernmanagers Werner Geldermann. Da ihr Vater Geld in Hülle und Fülle verdiente, kannte das junge Mädchen keine Pflichten, sondern nur ihr Vergnügen.

Sie verkehrte in einer Clique junger Leute, die ebenfalls keine materiellen Sorgen hatten. Alle bummelten heiter und unbeschwert in den Tag hinein, da sie von daheim reichlich Taschengeld erhielten.

Auch Tim van Drosten, Verenas derzeitiger Favorit, war einer jener Playboys, die außer ihrem Sportwagen, einer Segelyacht und ihren oft wechselnden Freundinnen keine Interessen hatten.

Verena störte das nicht. Für sie war Tim interessant, weil er stets munter und vergnügt war und voller Ideen steckte. Nie war es in seiner Gegenwart langweilig.

Als das junge Mädchen an Andreas Radloff dachte, den sie vor drei Wochen auf einer Party kennengelernt hatte, und der ihr recht intensiv den Hof gemacht hatte, verzog sie angewidert das Gesicht. Wie langweilig, ernst und humorlos erschien ihr Andreas im Gegensatz zu Tim!

Nein, der junge Mann sollte es sich aus dem Kopf schlagen, sie eines Tages für sich gewinnen zu können. Außerdem – was war er denn schon? Nichts als ein kleiner Doktor, der dazu noch angestellt war, nicht einmal eine eigene Praxis hatte.

Verena stellte fest, dass sie sich zu ärgern begann, und schnell verbannte sie den Gedanken an Dr. Radloff. Sie wollte sich die gute Laune nicht verderben lassen. Was sollte sonst Tim von ihr denken?

Mit einer abrupten Bewegung warf Verena das lange, blonde Haar in den Nacken und griff nach ihrer hell-beigen Handtasche.

Sie sprang die mit wertvollem Teppichboden belegten Stufen hinab, die in die große Eingangshalle ihres Elternhauses führten.

Aus dem kleinen Salon drang heiteres Stimmengewirr. Verena fiel ein, dass ihre Mutter heute ihr Damenkränzchen abhielt.

Obwohl Verena nicht wusste, was sie mit den sogenannten Freundinnen ihrer Mutter reden sollte, die allesamt nur Freundlichkeit heuchelten, um später über alles ausgiebig klatschen zu können, ging sie doch in den kleinen Salon, um den Damen einen guten Tag zu wünschen.

„Ach, Verena, wie nett, dass Sie sich auch einmal bei uns sehen lassen“, begrüßte sie die spitznasige Frau Geheimrat Sedelmeier. „Ich sehe, Sie gehen mit der neuesten Mode, Verena. Entzückend steht Ihnen dieses Kleid.”

Verena lächelte höflich zu den Worten der Frau Geheimrat.

„Nun, mein Kind, hast du wieder eine Verabredung?“, erkundigte sich Frau Geldermann bei ihrer Tochter. „Mit wem denn heute?“

Im Grunde interessierte sie sich nicht allzu sehr dafür, was ihre Tochter den Tag über trieb. Verena war längst volljährig. Schon lange ging sie ihre eigenen Wege und ließ sich von den Eltern kaum noch Vorschriften machen. Wenn sich Frau Geldermann jetzt nach dem Vorhaben ihrer Tochter erkundigte, dann geschah dieses nicht aus mütterlicher Besorgnis. Sie wollte nur vor ihren Freundinnen prahlen, wie begehrt ihre schöne Tochter war.

„Tim van Drosten holt mich ab“, antwortete Verena. „Wir wollen in die Stadt fahren.“

„Dann viel Spaß, Kind“, wünschte ihre Mutter.

„Ist das der Sohn des Reeders Drosten?“, erkundigte sich eine der anwesenden Damen. „Ich habe gehört, dass er hier in der Stadt leben soll.“

„Ja“, nickte Verena. „Tim stammt eigentlich aus Hamburg, aber er studiert hier.“

Dass Tim Student war, wurde nur durch seinen Ausweis bewiesen. Die Universität sah er selten von innen, und sein Studium interessierte ihn im Moment nicht im Geringsten.

Er hatte sich vorgenommen, diesen Zustand beizubehalten, solange sein Vater nicht protestierte gegen seinen ungezwungenen Lebenswandel.

Im Augenblick war daran nicht zu denken. Tim war ein halbes Jahr in der Stadt. Nicht ein einziges Mal hatte sich sein vielbeschäftigter Vater nach ihm erkundigt.

„Also, ich muss jetzt fort“, verabschiedete sich Verena von den Damen. Mit beschwingten Schritten entfernte sie sich, was die meisten der Anwesenden veranlasste, ihr neiderfüllt nachzuschauen.

Frau von Ziebel sprach aus, was die anderen dachten: „Noch einmal so unbeschwert jung sein können“, seufzte sie. „Ach, die Zeit kommt nie zurück.“

„Jedes Alter hat seine schönen Seiten“, besänftigte die Frau Geheimrat. „Man muss nur das Beste daraus machen.“

Diese Bemerkung veranlasste die übrigen Damen zu einem ironischen Lächeln, da alle von dem großen Geheimnis der Frau Geheimrat wussten. Sie hielt sich seit einiger Zeit einen wesentlich jüngeren Verehrer, der ihr wohl die Tage verschönerte.

Verena wartete darauf, dass Tim endlich mit seinem schnittigen Sportwagen vor der Villa vorfahren würde. Sie hasste Unpünktlichkeit. Sie selbst verspätete sich nie, und sie erwartete von anderen, dass sie ebenfalls die Verabredungen pünktlich einhielten.

Tim van Drosten schien sich jedoch nicht an diese Regel zu halten. Verena musste über eine Viertelstunde warten, bis der junge Mann endlich vorfuhr und mit quietschenden Bremsen vor dem schmiedeeisernen Gitter der Villa Geldermann hielt.

Das junge Mädchen war inzwischen zornig geworden. Noch niemand hatte es bisher gewagt, Verena Geldermann warten zu lassen. Tim sollte dies nicht ungestraft getan haben!

Als der junge Mann klingelte, öffnete ihm Verena ungnädig die Tür. „Auch schon da!“, fauchte sie ihn an.

„Du hast doch nicht etwa auf mich gewartet?“, erkundigte sich Tim erstaunt.

Dass er sich nicht einmal entschuldigte für seine Verspätung, machte Verena noch zorniger.

„Auf dich habe ich nicht gewartet und werde ich auch nie warten“, erklärte sie.

„Wie darf ich das verstehen?“ Tim van Drosten, der annahm, dass sich Verena nur interessant zu machen versuchte, lächelte von seiner stattlichen Höhe von eins-neunzig auf die zierliche Verena herab.

„Du kannst allein in die Stadt fahren“, verkündete ihm das Mädchen. „Ich lege keinen Wert darauf, mitzukommen.“

„Aber … was soll denn das auf einmal, Veri?“ Nun war Tim doch erstaunt. War Verena wirklich so kleinlich, wegen einer Viertelstunde Verspätung eine Verabredung platzen zu lassen?

„Ich dachte, wir würden um drei Uhr in die Stadt fahren“, meinte Verena. „und jetzt sind es zwanzig Minuten nach drei. Also fahren wir nicht.“

„Fünf Minuten debattieren wir hier schon ‘rum“, murrte Tim. „Los, Veri, sei nicht so kleinlich. Es passiert auch nicht wieder. Komm mit raus, dann siehst du, warum es etwas später geworden ist.“

Er versuchte, die Hand des jungen Mädchens zu ergreifen und Verena mit sich zu ziehen, doch jäh riss sich Verena los.

„Du brauchst mir nicht unbedingt noch weh zu tun“, zischte sie. „Ich komme auch so mit … bis zur Straße“, fügte sie einschränkend hinzu. „Ich bin nur gespannt auf deinen Entschuldigungsgrund.“

Was sie dann kurze Zeit später zu sehen bekam, entlockte sogar der verwöhnten Tochter des Konzernmanagers Geldermann einen bewundernden Ausruf.

Am Bordstein parkte ein schnittiger. schneeweißer Sportwagen.

„Was ist das für ein Modell?“, erkundigte sich das Mädchen und trat interessiert näher.

Verena war eine leidenschaftliche Autofahrerin. Mit ihrem kleinen Kabriolett brauste sie stets lautstark durch die stille Villenstraße, in der ihr Elternhaus stand.

„Das ist ein Lamborghini“, erklärte ihr Tim voller Stolz. „Der Alfa hat ja schon längst ausgedient.“

Dies war zwar eine maßlose Übertreibung, denn der kleine rote Zweisitzer. den Tim bisher gefahren hatte, war gerade zwei Jahre alt gewesen, doch Verena widersprach ihrem Freund nicht.

Interessiert betrachtete sie sich den neuen Sportwagen, der eine luxuriöse Innenausstattung hatte und verlockte, ausprobiert zu werden.

„Nun, kannst du mir jetzt meine Verspätung verzeihen?“, fragte Tim mit einem Lächeln.

„Warum denn das?“ Sofort verflog Verenas Lächeln. „Was hat dein neues Auto damit zu tun. dass du mich warten lässt?“

„Ich habe den Wagen gerade erst bekommen“, erklärte Tim. „Die Formalitäten haben länger gedauert, als ich zunächst angenommen hatte.“

„Na gut“, meinte das junge Mädchen gnädig und warf das lange blonde Haar in den Nacken. „Die Sache ist vergessen. Aber nun lass uns losfahren.“

„Nichts lieber als das!“

Tim half seiner schönen Begleiterin galant in den tiefen Wagen.

Als Verena einstieg, bemerkte er: „Du hast dich ja auch ganz neu eingekleidet. Schick siehst du aus, obwohl mir die Minimode auch sehr gut gefallen hat. Da bekam man wenigstens was zu sehen.“

„Ahnen soll auch recht interessant sein“, entgegnete das Mädchen lächelnd und lehnte sich bequem in die Polster zurück.

Tim verzichtete darauf, die Fahrertür zu öffnen. Mit Schwung setzte er über die niedrige Tür und landete sofort in seinem Sitz.

Einen kurzen Blick warf er auf Verena, doch die schien seine sportlichen Kunststücke nicht zu registrieren. Wenigstens wirkte sie keineswegs beeindruckt. Tim zuckte die Schultern, steckte den Schlüssel ins Zündschloss und startete.

Nur kurz tippte er auf das Gaspedal, und schon schoss der hochtourige Wagen davon.

Verena genoss die Fahrt, wenn sie es auch nie eingestanden hätte. Gar zu gern hätte sie selbst gesteuert. Sie liebte es, durch die Straßen zu rasen, den Fahrtwind zu spüren, der sich in ihrem Haar verfing …

Als sie die große Ausfallstraße erreicht hatten, die den kleinen Villenvorort, in dem Verena wohnte, mit dem Stadtzentrum verband, hielt Tim am Straßenrand an.

„Was ist los?“, erkundigte sich Verena und strich sich eine Strähne ihres Haares aus dem Gesicht. „Warum bremst du plötzlich? Ist etwas mit dem Wagen?“

„Nein“, lächelte Tim. „aber ich kenne doch deine Vorliebe für schnelle Wagen. Möchtest du nicht ein Stück fahren?“

Freudig überrascht sah Verena den Freund an. Mit einem solchen Angebot hatte sie nicht gerechnet. Sie wusste, dass Tim nur höchst ungern einen anderen an das Steuer seines Wagens ließ. Dass er ihr jetzt anbot, sogar den neuen Wagen zu fahren, war fast unglaublich. Oder wollte er sie auf diese Weise versöhnen? Wollte er sich für die Verspätung entschuldigen?

Das junge Mädchen gab es auf, einen Grund für dieses großzügige Angebot zu suchen, schnell nickte sie zustimmend.

„Mit dem allergrößten Vergnügen!“ Sie rutschte auf den Fahrersitz, den Tim van Drosten inzwischen freigemacht hatte. „Du machst mir damit eine große Freude, Tim.“

„Ich weiß, Kleines. Und ich hoffe, dass du dich zu bedanken weißt.“ Tim grinste, als er sich wieder ohne die Tür zu öffnen, auf den Beifahrersitz schwang.

Verena gab ihm auf seine Bemerkung keine Antwort, sie konzentrierte sich darauf, das Armaturenbrett eingehend zu erkunden und den Wagen probeweise im Stand laufen zu lassen.

„Unheimlich, das satte Summen des Motors“, meinte sie begeistert.

„Schwärm nicht, fahr los!“, befahl Tim lachend. „Dann erst wirst du das wahre Fahrgefühl erleben.“

Nur zu gern kam Verena dieser Aufforderung nach, und geschickt startete sie den rassigen Wagen.

Alles ging gut. Verena passte auf den nur mäßigen Verkehr auf. Tim unterhielt sie mit Anekdoten aus seiner Schülerzeit. Beide waren recht heiterer Stimmung.

Bis zu dem Augenblick, als Tim erzählte, wie er seinem Mathematiklehrer einen Streich gespielt hatte. Da musste Verena so herzhaft lachen, dass sie sekundenlang nicht auf die Fahrbahn achtete.

Unglücklicherweise befand sich der weiße Sportwagen gerade vor der Einmündung einer kleineren Seitenstraße. In diesem Moment kam ein Lastwagen aus dieser Straße.

Ehe Verena noch reagieren konnte, ehe sie die Geschwindigkeit des Sportwagens drosseln konnte, war das Unglück auch schon geschehen: Blech knirschte. Glas splitterte. Metall fraß sich in Metall …

 

 

3

Am Morgen des nächsten Tages sahen sich Dr. Martin von Waldheim und Dr. Susanne Andergast erst bei der Visite, die auch der junge Oberarzt mitmachte. So war es den beiden Liebenden nicht möglich, ein privates Wort miteinander zu wechseln.

Schwester Maria, die unter dem Arm eine Mappe mit den verschiedenen Krankenblättern trug, ging dem kleinen Zug voraus in jedes der Krankenzimmer.

„Frau Zanden ist in dieser Nacht erst eingeliefert worden“, berichtete der Oberarzt, bevor sie in das Krankenzimmer Nr. 9 auf der inneren Station traten. „Der Hausarzt hatte eine schwere Gallenkolik festgestellt. Ich habe der Patientin sofort schmerzstillende Mittel gegeben. Ich glaube, dass wir um eine Operation nicht herumkommen.“

„Dann hätten Sie Frau Zanden direkt auf die Chirurgische verlegen sollen“, meinte Martin von Waldheim. „Hier ist sie ja dann falsch.“

„So einfach ist die Sache nicht, Herr Chefarzt“, mischte sich Schwester Maria ein, noch ehe der Oberarzt etwas antworten konnte. „Wenn Sie die Frau gleich selbst sprechen, werden Sie es schon merken.“

Sie zwinkerte Dr. Radloff nach diesen Worten munter zu, denn auch sie hatte heute früh schon einen Vorgeschmack von der Freundlichkeit dieser Patientin bekommen.

Der Leiter der Klinik sah seine Mitarbeiter fragend an und zuckte mit den Schultern. Er nahm sich vor, Frau Zanden näher anzusehen.

Nachdem er kurz angeklopft hatte, betrat er, gefolgt von seinem Stab, das freundlich eingerichtete Zweibettzimmer.

Im ersten Bett, gleich an der Tür, lag Frau Gründerberg, die wegen eines leichten Herzfehlers behandelt wurde. Sie war eine sehr nette, angenehme Patientin, die den Schwestern die Arbeit nicht unnötig erschwerte.

Im anderen Bett, direkt am Fenster, lag eine Frau mittleren Alters, die neue Patientin.

„Guten Tag, Frau Zanden“, begrüßte sie der Chefarzt freundlich und näherte sich dem Bett. „Ich bin Dr. Waldheim, der Leiter dieses Hauses.“

„Es wird auch Zeit, dass Sie kommen“, antwortete Frau Zanden. „Schließlich bezahle ich hier ein kleines Vermögen jeden Tag. Da kann man wohl erwarten, dass sich der Chef persönlich um einen kümmert und die Arbeit nicht seinen Angestellten überlässt.“

„Davon kann nicht die Rede sein“, meinte Martin von Waldheim höflich. obwohl er dieser arroganten Dame am liebsten eine andere Antwort gegeben hätte. Dachte sie vielleicht, sie sei die einzige Kranke, die dieses Haus beherberge?

„Also, was wollen Sie unternehmen, um mich endlich von diesen Schmerzen zu befreien?“, begehrte Frau Zanden auf und sah den Chefarzt herausfordernd an.

„Zunächst einmal müssen Sie sich ein paar Untersuchungen unterziehen“, erwiderte Martin ruhig. „Erst dann, wenn diese Ergebnisse ausgewertet worden sind, kann ich Ihnen mehr sagen.“

„Unsinn! Zeit wollen Sie schinden! Jeder Tag ist für Sie doch nur ein Geschäft! Aber mit mir nicht! Mit mir macht man nicht was man will.“

„Das hat auch niemand hier vor, Frau Zanden. Ich darf vielleicht in aller Bescheidenheit betonen, dass ich es nicht nötig habe, auf Patientenfang zu gehen. Mein Haus ist stets gut belegt, und es gibt viele Kranke, die warten tagelang darauf, dass ein Bett frei wird.“

Gut geantwortet, Martin, dachte Dr. Susanne Andergast. Vielleicht wird diese Frau jetzt ein wenig umgänglicher.

Tatsächlich hörte Frau Zanden mit ihrer Nörgelei auf. Sie ließ sich von Martin kurz untersuchen. Sie sprach auch nicht dazwischen, als der Chefarzt sich leise mit seinem Oberarzt und Dr. Andergast beriet, was weiterhin mit der Patientin zu geschehen habe.

Erst als Dr. Radloff halblaut bemerkte: „Meiner Meinung nach werden wir um eine Operation nicht herumkommen“, empörte sich Frau Zanden.

„Dazu gebe ich nie im Leben meine Einwilligung! Ich lasse mir nicht den Bauch aufschneiden! Dazu bin ich nicht hergekommen! Wenn Sie nicht fähig sind, mir auf andere Art zu helfen, dann will ich sofort wieder hier raus!“

Details

Seiten
112
Jahr
2021
ISBN (eBook)
9783738951158
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v1002902
Schlagworte
assistenzärztin

Autor

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Titel: Die Assistenzärztin